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Crude Ölpreis stürzt ab: XLE und Airlines reagieren

KURZ & KNAPP

Crude – Der Öl-Future CL=F rutscht auf ein Fünfjahrestief und signalisiert einen anhaltenden Bärenmarkt beim WTI. Analysten diskutieren mögliche weitere Rückgänge bis in den Bereich von 40 oder sogar 20 US-Dollar. Gleichzeitig verweisen Banken wie Goldman Sachs und JPMorgan auf Risiken eines massiven Angebotsüberhangs. Die geopolitische Lage rund um Venezuela könnte das ohnehin fragile Gleichgewicht am Ölmarkt zusätzlich verschieben.

Der Energie-ETF XLE bleibt unter Druck, während Öl- und Servicewerte wie Chevron, Exxon Mobil und Halliburton nachgeben. Raffineriebetreiber wie Phillips 66 setzen dagegen auf robuste Margen trotz schwacher Rohölpreise. Von billigem Kerosin profitieren United Airlines, American Airlines und andere Fluggesellschaften. Parallel stabilisieren sich US-Techwerte wie Micron, Seagate, Shopify und Robinhood nach vorangegangenen Rücksetzern.

In Asien zeigen der Nikkei 225 und der Hang Seng moderate Aufschläge, während Schwergewichte wie Kweichow Moutai und CATL leicht nachgeben. Wichtige Makrodaten und Notenbanktermine wie der US-CPI, die Zinsentscheide der BOJ, EZB, BOE, BOT und der Bank Indonesia prägen die Agenda der kommenden Tage. Zudem rücken die anstehenden Quartalszahlen von Micron Technology und Jabil in den Vordergrund.

RÜCKSPIEGEL

An der Wall Street setzten die großen Indizes ihren Erholungskurs fort, während die Futures in der Nacht weitgehend stabil blieben. Besonders im Fokus standen Tech- und AI-getriebene Werte: Micron Technology, Seagate und andere Datenspeicher-Aktien gehörten zu den Top-Performern im S&P 500, getrieben von knapperem Angebot und hoher Nachfrage. Im Gegenzug gerieten Gesundheitswerte wie Pfizer unter Druck, nachdem der Konzern seine Ertrags- und Umsatzaussichten leicht gesenkt hatte, was den zuletzt starken Healthcare-Sektor kurzfristig ausbremste.

Der Tech-Sektor zeigte erste Stabilisierungstendenzen: Im Nasdaq 100 drehten Werte wie AMD, Arista Networks, Dell, Meta, ServiceNow, Workday, Shopify und Robinhood am Nachmittag ins Plus. Gleichzeitig litten Energiewerte deutlich unter dem weiter fallenden Ölpreis, während Fluggesellschaften wie United Airlines und American Airlines von den niedrigeren Kerosinkosten profitierten. Die Volatilität ging zurück, der VIX fiel um knapp 2%, was die bessere Stimmung im Tech-Bereich widerspiegelte.

In Asien eröffneten die Märkte gemischt: Der Nikkei 225 stieg um +0,27% auf 49.705 Punkte, während der Hang Seng um +0,82% auf 25.467 Punkte zulegte. Belastet wurden einzelne chinesische Schwergewichte wie Kweichow Moutai und CATL, die leicht im Minus notierten, ohne klare firmenspezifische Katalysatoren. Anleger in der Region beobachten zudem den weiteren Ölpreisverfall sowie die Diskussionen um die Zentralbanken in Japan, Thailand und Indonesien aufmerksam.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Crude – Ölpreis rutscht auf Fünfjahrestief: Wie tief kann WTI noch fallen?

Der Preis für WTI-Rohöl (CL=F) ist in den letzten sechs Monaten um über 20% gefallen und notiert nahe dem niedrigsten Niveau seit fast fünf Jahren, aktuell um 56,05 Dollar je Barrel. Analysten verweisen auf einen deutlichen Angebotsüberhang, den auch die Internationale Energieagentur als einen der größten Öl-Gluts seit der Pandemie bezeichnet. Technische Analysten wie Carly Garner sehen den Markt klar im Bärenmodus und halten Rückgänge in die niedrigen 40 Dollar oder sogar in den Bereich um 20 Dollar für möglich, während auf der Oberseite ein Widerstand bei rund 65 Dollar verläuft.

Hintergrund des Preisverfalls ist vor allem die Angebotsseite: OPEC+ hat seit April rund 2,9 Millionen Barrel pro Tag an zuvor gekürzter Förderung wieder auf den Markt gebracht, während die USA sowie Produzenten wie Brasilien und Guyana ihre Produktion weiter hochfahren. Hinzu kommen Spekulationen über mögliche Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, die im Falle einer Lockerung der Sanktionen zusätzliche russische Barrel auf den Weltmarkt bringen könnten. Gleichzeitig dämpfen Wachstumsbedenken angesichts gemischter Konjunkturdaten die Nachfrageperspektive, was den Druck auf die Notierungen verstärkt.

Für die kommenden Monate rechnen Häuser wie Goldman Sachs und JPMorgan mit Ölpreisen im Bereich der 50 Dollar, warnen aber, dass bei ausbleibender Förderdisziplin auch Kurse in den 40ern oder gar 30ern möglich sind – ein Szenario, das für die US-Schieferindustrie als „katastrophal“ gilt. Kurzfristige saisonale Jahresendrallyes dürften nach Einschätzung der Techniker nur temporär bleiben, solange kein klarer Kapitulationspunkt erreicht ist. Für Anleger bedeutet dies: Das Chance-Risiko-Profil im Öl bleibt asymmetrisch, zyklische Rebounds sind möglich, doch der übergeordnete Trend zeigt weiter abwärts.

XLE – Energieaktien unter Druck: Wann dreht der Sektor?

Der Energiesektor, gemessen am ETF XLE, notiert trotz stabiler Vortagesperformance bei 44,10 Dollar klar in der Defensive, nachdem der Ölpreis über sechs Monate mehr als 20% eingebüßt hat. In den USA gehörten nahezu alle großen Öl- und Servicewerte zu den Verlierern: Baker Hughes, Diamondback Energy, Halliburton, APA, Marathon Petroleum und EOG Resources zogen den Markt nach unten, während auch Schwergewichte wie Chevron und Exxon Mobil schwächer tendierten. Der gesamte Ölkomplex steht damit so stark unter Druck wie seit Jahren nicht mehr.

Belastet wird die Branche von mehreren Faktoren: Zum einen sorgen die stetig steigenden Fördermengen der OPEC+ und die Prognose eines großen Überangebots im kommenden Jahr für Preisdruck. Zum anderen nähren Berichte über Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland die Erwartung, dass bei einer Einigung weitere russische Ölmengen auf den Markt drängen könnten. Hinzu kommt die geopolitische Komponente um Venezuela, dessen riesige Ölreserven im Fokus stehen – nicht zuletzt aufgrund der politischen Agenda von Donald Trump, der auf besseren Zugang zu diesen Ressourcen abzielt.

Für Anleger stellt sich die Frage, ob der Sektor bereits den Boden ausgelotet hat oder ob weitere Abgaben drohen. Während Produktionswerte klar unter dem niedrigen Ölpreis leiden, profitieren auf der anderen Seite Fluggesellschaften von günstigem Kerosin, was die sektorübergreifende Rotation verstärkt. Sollte sich die globale Konjunktur weiter eintrüben und das Überangebot anhalten, könnte XLE kurzfristig unter zusätzlichem Druck bleiben, mittelfristig aber als Turnaround-Kandidat interessant werden, sobald ein nachhaltiger Boden im Ölpreis erkennbar ist.

PSX – Phillips 66 setzt auf starke Margen trotz Öl-Bärenmarkt

Während der Rohölpreis deutlich gefallen ist und sich WTI klar im Bärenmarkt befindet, zeigt sich Phillips 66 optimistisch für das eigene Geschäftsmodell. Das Unternehmen erwartet trotz sinkender Rohölpreise stabile bis steigende Raffineriemargen, weil weltweit die Kapazitäten im Raffineriesektor begrenzt sind. Entscheidend für Phillips 66 ist weniger der absolute Ölpreis als die Spanne zwischen Rohölkosten und den Preisen für Produkte wie Benzin, Diesel und Jet Fuel.

Im jüngst vorgestellten Kapitalbudget von 2,4 Milliarden Dollar fokussiert sich Phillips 66 stark auf den Ausbau des Midstream-Geschäfts, insbesondere entlang der NGL-Wertschöpfungskette, sowie auf die Optimierung der Raffinerie-Operationen. Das Unternehmen profitiert zudem indirekt vom wachsenden Energiehunger der Rechenzentrums-Industrie, da der steigende Strombedarf häufig über Gasgeneration gedeckt und damit zusätzliche Volumina im Gas- und NGL-Handling erzeugt werden. Der Ölpreisrückgang belastet Phillips 66 nicht unmittelbar, da der Konzern selbst kein Öl fördert, sondern primär als Verarbeiter und Vermarkter agiert.

Regulatorisch profitiert Phillips 66 von einer zuletzt eher energie-freundlichen Politik, etwa im Rahmen des „One Big Beautiful Bill Act“, auch wenn es im Bereich der erneuerbaren Kraftstoffe weiterhin Herausforderungen gibt. Entscheidend für die Profitabilität bleibt, dass der niedrige Ölpreis nicht mit einem gleichzeitigen massiven Nachfrageeinbruch einhergeht – denn dann könnten auch die Produktpreise und Margen unter Druck geraten. Für Investoren bleibt der Titel ein Beispiel dafür, wie integrierte Energie- und Midstream-Modelle in einem schwachen Ölpreisumfeld Widerstandskraft zeigen können.

VENEZUELA – US-Militärdruck und Tanker-Blockade: Was bedeutet das für den Ölmarkt?

Die geopolitischen Spannungen rund um Venezuela nehmen deutlich zu und könnten den Ölmarkt an einem sensiblen Punkt treffen. Das US-Verteidigungsministerium hat den Kongress über einen militärischen Aufbau in der Karibik informiert, inklusive Diskussionen über mögliche Bodenschläge gegen Drogenproduktionsstätten und Luftabwehranlagen. Zusätzlich hat Donald Trump laut jüngsten Aussagen eine Blockade von sanktionierten Öltankern angeordnet, die nach oder aus Venezuela fahren, um den Druck auf die Regierung von Nicolás Maduro zu erhöhen.

Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, ist jedoch aufgrund jahrelanger Misswirtschaft, Sanktionen und Infrastrukturproblemen kein großer Produzent. Trotzdem hat das Land Gewicht im globalen Angebotsgefüge, da zusätzliche oder wegfallende Barrel aus Venezuela die Balance an einem bereits von Überangebot geprägten Markt verschieben können. Die jüngste Beschlagnahme eines venezolanischen Rohöltankers durch die USA hat sofort zu größerer Vorsicht bei internationalen Raffinerien geführt, die nun das Risiko scheuen, in sanktionierte Lieferketten einzusteigen.

Auf dem Seeweg hat sich diese Unsicherheit bereits manifestiert: Einige Rohöltanker auf dem Weg nach Venezuela kehrten auf halber Strecke um, weil Reedereien kein Risiko für Ladung, Schiff und Besatzung eingehen wollen. Kurzfristig kann der Entzug venezolanischer Barrel aus dem Markt den Ölpreis stützen und die zuletzt sehr bärische Tendenz beim Rohöl etwas abfedern. Mittel- bis langfristig bleibt jedoch offen, ob geopolitischer Druck zu einer politischen Neuordnung mit später steigenden Exporten führt oder ob ein anhaltendes Sanktionsregime das globale Angebot strukturell verknappt.

AIRLINES – Billiges Kerosin: Rückenwind für US-Fluggesellschaften

Der drastische Rückgang des Ölpreises wirkt sich unmittelbar auf die Kostenstruktur der Flugbranche aus und sorgt für Kursgewinne bei US-Airlines. Da Kerosin einer der größten Kostenblöcke im Airline-Geschäft ist, profitieren Gesellschaften wie United Airlines und American Airlines direkt von den gesunkenen Notierungen für Rohöl und Flugbenzin. Entsprechend zählten die Titel zuletzt zu den Gewinnern am Markt, während Energieproduzenten und Serviceunternehmen unter Druck gerieten.

Der Ölpreis hat in den vergangenen sechs Monaten über 20% verloren und notiert bei WTI nahe dem tiefsten Stand seit fast fünf Jahren, was die Treibstoffrechnung der Fluglinien deutlich entlastet. Für Airlines kommt dieser Effekt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb im Niedrigpreissegment intensiv bleibt und Margen unter Druck stehen – wie etwa die Fusionsgespräche zwischen Frontier Airlines und der insolvenzbedrohten Spirit Airlines zeigen, die in einem schwierigen Marktumfeld nach Skaleneffekten suchen. Niedrige Treibstoffkosten verbessern hier die Überlebens- und Konsolidierungschancen zusätzlich.

Für Investoren bedeutet der aktuelle Ölpreisrückgang eine klassische sektorale Rotation weg von Energieproduzenten hin zu Treibstoffverbrauchern wie Fluggesellschaften. Sollte der Ölpreis gemäß den Prognosen einiger Analysten länger in den 50 Dollar-Bereich oder darunter verharren, könnte das die Profitabilität der Airlines über mehrere Quartale stützen. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anfällig für plötzliche geopolitische Schocks im Ölmarkt, die diese Kostenvorteile rasch wieder schmälern könnten.

KURZNEWS

  • MU – Micron Technology: Micron gehört in diesem Jahr zu den Top-Performern im S&P 500, getrieben von immenser Nachfrage nach Speicherchips und knappem Angebot. Analysten erwarten für das morgen anstehende Quartal ein deutliches Übertreffen der Umsatz- und Gewinnerwartungen, während Jim Cramer vor der zyklischen Natur des Geschäfts („Boom and Bust“) warnt.
  • MU – Micron Technology: Vor den Zahlen morgen Abend rechnen Analysten mit einem Umsatzsprung von fast +50% auf rund 13 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 3,97 Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Zahlreiche Brokerhäuser stellen sich auf deutlich übertroffene Erwartungen und Anhebungen der Prognosen ein.
  • JBL – Jabil: Jabil legt morgen vor Börsenstart Zahlen vor und steht als AI-Zulieferer im Fokus. Besonders spannend ist die Sparte „Intelligent Infrastructure“, für die ein Umsatzplus von rund +50% auf 3,7 Milliarden Dollar erwartet wird.
  • SEAG – Seagate: Seagate zählt zu den Top-Performern im S&P 500, profitiert von der starken Dynamik im Datenspeicher-Markt und einem knappen Angebot. Anleger setzen darauf, dass die AI-getriebene Nachfrage die Margen in den kommenden Quartalen weiter stützt.
  • AAPL – Apple: Apple-Zulieferer legten in Asien zu, nachdem ein Bericht von „The Information“ eine massive Erweiterung der iPhone-Produktlinie bis 2027 skizzierte. Geplant sind demnach mindestens sieben neue Modelle, darunter ein erstes faltbares iPhone für den Herbst 2026.
  • FORD – Ford Motor: Ford steigt in das Geschäft mit stationären Batteriespeichersystemen ein, was den Markt für chinesische Batteriehersteller unter Druck setzen könnte. Laut UBS droht einigen chinesischen Wettbewerbern ein Verlust von Marktanteilen in den USA.
  • TWE – Treasury Wine Estates: Die Aktie von Treasury Wine Estates brach intraday um bis zu 17% ein und markierte den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Unternehmen leidet unter Nachfrageschwäche in den Wachstumsmärkten USA und China, streicht Investitionen, verkauft Vermögenswerte, kürzt Kosten und stoppt ein Aktienrückkaufprogramm über 133 Millionen Dollar.
  • LKNCY – Luckin Coffee: Luckin Coffee erwägt ein Übernahmeangebot für Blue Bottle Coffee von Nestlé, um sein Markenprofil zu schärfen und in das Premiumsegment vorzustoßen. Parallel prüft das Unternehmen weitere potenzielle Übernahmeziele.
  • ULCC – Frontier Airlines / SAVE – Spirit Airlines: Frontier Airlines befindet sich in intensiven Gesprächen über eine Fusion mit der angeschlagenen Spirit Airlines. Beide Low-Cost-Carrier sehen in einem Zusammenschluss die Chance, durch Skaleneffekte im schwierigen Airline-Markt zu überleben.
  • LVS – Las Vegas Sands: Goldman Sachs hat Las Vegas Sands hochgestuft, da das Unternehmen besonders von der Entwicklung in Singapur und Macau profitiert. Die Bank verweist auf ein EBITDA-Wachstum von über +50% und bezeichnet die Aktie als klaren „Asia-Call“.
  • MAR – Marriott International: Marriott wurde von Goldman Sachs auf „Buy“ hochgestuft und als „Best in Class“ im Hotelsektor bezeichnet. Das Haus erwartet positive Effekte durch Steuererleichterungen sowie durch den kommenden World Cup und sieht ab März eine sequentielle Verbesserung der Buchungsdaten.
  • M – Macy’s: Die Aktie von Macy’s liegt im Jahresvergleich rund +35% im Plus und verzeichnet damit die erste nachhaltige Jahresrallye seit fünf Jahren. CEO Tony Spring treibt einen Turnaround voran, der auf ein besseres Kundenerlebnis und stärkere Eigenmarken setzt.
  • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery will seinen Aktionären empfehlen, das feindliche Übernahmeangebot von Paramount abzulehnen. Stattdessen setzt das Management auf einen Deal mit Netflix, der die Studios, HBO und das Streaminggeschäft mit knapp 83 Milliarden Dollar inklusive Schulden bewertet und mehr Transaktionssicherheit biete.
  • CMCSA – Comcast: Comcast legte um +5,5% zu und gehörte zu den Top-Performern im S&P 500 und Nasdaq 100. Treiber waren auffällige Aktivitäten im Swaps- und Optionsmarkt sowie Spekulationen, dass ein aktivistischer Investor („Heuschrecke“) einsteigen könnte.
  • PYPL – PayPal: Die Aktie von PayPal stieg um +2,3%, nachdem das Unternehmen in den USA einen Antrag auf eine Banklizenz gestellt hat. Analysten sehen darin einen logischen Schritt zur besseren Monetarisierung des Geschäftsmodells, weisen aber auf die Unsicherheit beim Zeitplan hin.
  • DKNG – DraftKings: DraftKings verzeichnete nach „höchst ungewöhnlichen Verlusten“ im operativen Geschäft Kursrückgänge. Jim Cramer betont jedoch, das Unternehmen sei gut geführt, die Branche konsolidiere sich, und er würde die Aktie weiterhin halten.
  • ARM – Arm Holdings: Die Aktie von Arm Holdings gab um rund 3% nach und setzte damit die Schwäche der Vortage fort. Auslöser waren erneut negative Analystenkommentare, die den Abgabedruck verstärkten.
  • LEN – Lennar: Die Titel von Lennar fielen nachbörslich um etwa 3,8%, nachdem der Gewinn je Aktie mit 2,03 Dollar die Erwartung von 2,24 Dollar verfehlte. Zwar lag der Umsatz mit 9,4 Milliarden Dollar über den Prognosen, doch die Ertragsaussichten für das Gesamtjahr bleiben hinter den Markterwartungen zurück.
  • PFE – Pfizer: Pfizer senkte seine Ausblicke für Umsatz und Ertrag im kommenden Jahr leicht, was die Aktie und den gesamten Pharmasektor belastete. Dies stoppte vorerst die Rotation in defensive Healthcare-Werte, die zuletzt zu den Gewinnern im S&P Equal Weight Index zählten.
  • SHOP – Shopify / HOOD – Robinhood / AFRM – Affirm: Shopify und Robinhood erholten sich nach vorangegangenen Kursverlusten und gehörten zu den Gewinnern im Tech- und Fintech-Segment. Affirm legte deutlich zu, nachdem sich das Management auf einer Analystenkonferenz optimistisch zum laufenden Quartal äußerte.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

  • JABIL (JBL): Quartalszahlen – vor US-Handel (morgen)
  • MICRON TECHNOLOGY (MU): Quartalszahlen – nach US-Handel (morgen)

MAKRO

  • USA: Verbraucherpreise (CPI) Dezember – Donnerstag vor US-Markteröffnung
  • JAPAN: BOJ-Zinsentscheid – Freitag
  • EUROZONE: EZB-Sitzung mit neuen Wachstumsprognosen – Termin laut EZB-Kalender
  • GROSSBRITANNIEN: BOE-Zinsentscheid – Termin laut BOE-Kalender
  • THAILAND: BOT-Zinsentscheid – heute Nachmittag Ortszeit
  • INDONESIEN: Bank-Indonesia-Zinsentscheid – heute

IM BLICKPUNKT

  • Goldman Sachs zu LVS: Hochstufung für Las Vegas Sands (LVS), begründet mit einem EBITDA-Wachstum von über +50% in Singapur und Macau; die Aktie wird als klarer „Asia-Call“ positioniert.
  • Goldman Sachs zu MAR: Aufstufung von Marriott International (MAR) auf „Buy“ mit der Begründung „Best in Class“ im Hotelsektor; erwartet werden deutliche Vorteile durch Steuerreformen und zusätzliche Nachfrageimpulse rund um den World Cup.

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(Kein Titel)

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NVIDIA: KI-Boom unter der Lupe – Oracle & Pfizer

KURZ & KNAPP

NVIDIA bleibt das Aushängeschild des KI-Booms, doch erste Zweifel an der Nachhaltigkeit der gigantischen Rechenzentrumsinvestitionen kommen auf. Parallel ringt Oracle mit hohem KI-Capex, negativem Free Cashflow und wachsender Verschuldung. Auch Pfizer gerät nach schwachem Ausblick und nachlassendem COVID-Sonderboom unter Druck. Der Artikel beleuchtet, wie diese Entwicklungen die Stimmung an Wall Street und in Tech-Sektoren prägen.

Daneben zeigen die Märkte ein gemischtes Bild mit leichten Rücksetzern bei S&P 500 und Nasdaq 100 sowie Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresverlauf. US-Konjunkturdaten zu Arbeitsmarkt, Löhnen und Konsum deuten auf nachlassenden Inflationsdruck hin und verschieben Zinssenkungserwartungen. Kurznews zu Tesla, Amazon, Alphabet, Zscaler, Micron und weiteren Werten runden den Marktüberblick ab.

In Deutschland rutscht der DAX, während Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt auf Waffenstillstands-Signale reagieren. Zugleich melden sich Zykliker wie Tui und Klöckner & Co mit Erholungsbewegungen zurück. Blick nach vorn: Wichtige Termine wie die US-Verbraucherpreise (CPI) und die anstehenden Quartalszahlen von Micron und Lennar könnten neue Impulse für Aktien und Zinsen liefern.

RÜCKBLICK Handelstag

Die Wall Street schloss schwächer, der S&P 500 gab um 0,46% auf 6.802 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,04% auf 25.127 Punkte. Belastet wurde die Stimmung durch anhaltende Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms und die Korrektur bei einzelnen Highflyern wie Oracle, obwohl der jüngste US-Arbeitsmarktbericht die Erwartung perspektivisch sinkender Zinsen eher stützte. Anleger realisierten nach dem starken Jahresverlauf vermehrt Gewinne und positionierten sich zurückhaltend vor den anstehenden Zahlen von Micron und wichtigen Konjunkturdaten.

In Europa drehte der Markt nach dem freundlichen Wochenstart wieder ins Minus. Der DAX 40 schloss 0,6% tiefer bei 24.076,87 Punkten, aktuell stehen im Späthandel 24.139 Punkte zu Buche, während trübe Einkaufsmanagerindizes die Sorgen um die deutsche Konjunktur untermauerten. Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt gerieten nach Signalen möglicher Fortschritte in Richtung Waffenstillstand in der Ukraine mit Kursverlusten von bis zu rund viereinhalb Prozent unter Druck. Auf der Gewinnerseite standen dagegen Erholungskandidaten wie Tui mit weiterem Aufschlag nach einem Chartausbruch sowie Klöckner & Co dank anhaltender Übernahmefantasie.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

NVDA – KI-Boom trifft auf erste Ermüdungserscheinungen im Compute-Rausch

Die Aktie von Nvidia (NVDA) legte im US-Handel leicht um 0,10% auf 177,39 Dollar zu und behauptete sich damit trotz eines schwächeren Gesamtmarktes. Der KI-Sektor steckt mitten in einem massiven Investitionszyklus, in dem die großen Hyperscaler zusammen über 200 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur pumpen. Nvidia bleibt mit einem geschätzten Marktanteil von rund 80% bei spezialisierten KI-Chips der zentrale Profiteur dieses Booms, während ein liquider Spotmarkt für H200-Chips zunehmend als Referenz für die Preisentwicklung dient.

Unternehmenschef Jensen Huang spricht von einer neuen industriellen Revolution, die durch generative KI und beschleunigtes Rechnen ausgelöst werde und quer durch Branchen zu Produktivitätsgewinnen führen soll. Neben Nvidia versucht auch AMD verstärkt, mit eigenen KI-Chips Marktanteile zu gewinnen, während TSMC als Auftragsfertiger von der hohen Nachfrage nach modernsten Produktionskapazitäten profitiert. Gleichzeitig mahnen Marktbeobachter, dass der Compute-Ausbau teils hoch verschuldet erfolgt und die zugrunde liegenden Assets – teure KI-Beschleuniger – rasch abschreiben, was die Kapitaldisziplin der Branche in den Fokus rückt.

Für Anleger bleibt entscheidend, wie lange der aktuelle Investitionszyklus in dieser Intensität anhält und ob die KI-Projekte der Hyperscaler tatsächlich die erwarteten Renditen liefern. Ein sinkender Spotpreis für H200-Chips würde zwar auf eine Entspannung der Angebotsknappheit hindeuten, könnte aber auch auf nachlassenden Preissetzungsspielraum und Margendruck hinweisen. Schlechte Zahlen oder Zurückhaltung bei Bestellungen – etwa von Speicherherstellern wie Micron – wären ein Warnsignal für die Nachhaltigkeit des KI-Booms und könnten die bisherige Dominanz von Nvidia an der Börse kurzfristig ins Wanken bringen.

ORCL – Hoher KI-Capex, negativer Cashflow: Oracle gerät unter Druck

Die Aktie von Oracle (ORCL) setzte ihre Korrektur fort und fiel um 0,85% auf 188,11 Dollar, nachdem bereits in den vergangenen Tagen ein deutlicher Abgabedruck eingesetzt hatte. Im jüngsten Quartal erzielte Oracle zwar einen Umsatz von 16,058 Milliarden Dollar mit einem kräftigen Plus von 14,2%, wobei die Cloud-Infrastruktur mit 4,079 Milliarden Dollar Umsatz um beeindruckende 67,6% zulegte. Gleichzeitig blieb der operative Cashflow mit nur 2 Milliarden Dollar deutlich hinter den massiven Investitionen in Rechenzentren von 12 Milliarden Dollar zurück, was zu einem negativen Free Cashflow von fast 10 Milliarden Dollar führte.

Die aggressive Ausbau-Strategie schlägt sich auch in der Bilanz nieder, denn die Nettoschulden von Oracle sind inzwischen auf rund 88,309 Milliarden Dollar angewachsen. Ein Bloomberg-Bericht, wonach der Bau mehrerer Rechenzentren für OpenAI angeblich von 2027 auf das Jahr 2088 verschoben worden sei, schürte zusätzlich Zweifel an der Tragfähigkeit der KI-Investitionen, zog die Aktie von Oracle sowie zeitweise auch Nvidia und den S&P 500 nach unten. Obwohl Oracle diesen Bericht dementierte und einen Teil der Verluste wieder aufholen konnte, blieben Anleger misstrauisch, nicht zuletzt weil die Renditen auf Oracle-Anleihen inzwischen über typischen Ramsch-Anleihen liegen und so die Skepsis des Kreditmarkts gegenüber dem massiven Capex signalisieren.

Aus Analystensicht überwiegen derzeit die Risiken der hoch verschuldeten KI-Ausbaustrategie von Oracle, weshalb auf Basis der aktuellen Trends klar zu Gewinnmitnahmen beziehungsweise Verkäufen geraten wird. Die Kombination aus negativem Free Cashflow, steigender Verschuldung und einem zunehmend kritischer beäugten KI-Hype erhöht die Anfälligkeit der Aktie für weitere Rückschläge, falls sich Wachstumsziele verzögern oder Margen unter Druck geraten. Sollte sich die bisherige Euphorie um KI-getriebene Rechenzentren weiter abkühlen, könnte Oracle vom Markt gezwungen werden, seine Investitionspläne zu straffen und stärker auf Kapitaldisziplin statt Wachstum um jeden Preis zu setzen.

RHM & Co. – Waffenstillstands-Hoffnung drückt deutsche Rüstungswerte

Deutsche Rüstungsaktien gerieten heute stark unter Druck, nachdem neue Signale aus Berlin und Kiew Hoffnungen auf Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands im russisch-ukrainischen Krieg nährten. Papiere von Unternehmen wie TKMS, Rheinmetall, Renk und Hensoldt verloren in der Spitze bis zu rund 4,5%, während der DAX insgesamt moderat nachgab. Anleger nahmen nach dem starken Lauf der Branche in den vergangenen Monaten vermehrt Gewinne mit, da ein Ende der akuten Kriegsphase kurzfristig als Belastungsfaktor für die Auftragsfantasie wahrgenommen wird.

Auslöser für die Kursabgaben waren Berichte über Gespräche in Berlin, in denen beteiligte Seiten die Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges als Fortschritt bezeichneten. Im Fokus stehen Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands, nachdem sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar damit abgefunden hat, dass ein rascher NATO-Beitritt unrealistisch ist. Ein Sprecher aus dem Rüstungsumfeld argumentierte allerdings, dass gerade ein solcher Waffenstillstand mittel- bis langfristig zu verstärkten Investitionen in Rüstung durch Deutschland und andere NATO-Länder führen könnte, da Russland nicht verschossene Waffen für spätere Konflikte horten könnte.

Für Anleger zeichnet sich damit ein Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Abwärtsdruck und langfristig intakten strukturellen Treibern ab. Kurzfristig dominiert die Erwartung eines Abwärtstrends bei deutschen und europäischen Rüstungsaktien, da politische Entspannungssignale die unmittelbare Kriegsprämie in den Bewertungen reduzieren. Mittel- bis langfristig könnten jedoch höhere Verteidigungsbudgets und eine verstärkte Sorge um die Sicherheit in Europa dafür sorgen, dass die Branche trotz der momentanen Korrektur ein zentraler Pfeiler in vielen Portfolios bleibt.

F – Ford vollzieht Kehrtwende bei E-Autos und setzt auf günstige EVs und Hybride

Die Aktie von Ford (F) bewegte sich nur leicht und schloss 0,2% im Minus, obwohl das Management eine tiefgreifende Neuausrichtung der Elektrostrategie bekanntgab. Der Autokonzern nimmt eine Abschreibung von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar auf sein Elektrofahrzeug-Geschäft vor, die sich bis 2027 über mehrere Jahre erstreckt, und reagiert damit auf massive Verluste in diesem Segment. So verlor Ford zwischen 2021 und 2024 im EV-Geschäft insgesamt rund 13 Milliarden Dollar und kam zeitweise auf einen Verlust von etwa 132.000 Dollar pro verkauftem Elektrofahrzeug.

Vor acht Jahren hatte Ford noch eine „All-in“-Strategie für Elektrofahrzeuge ausgerufen, doch die Realität von hohen Kosten, schleppender Nachfrage und sich ändernden regulatorischen Rahmenbedingungen zwingt den Konzern nun zum Kurswechsel. CEO Jim Farley erklärte, dass man sich künftig auf einen preisgünstigeren 30.000-Dollar-EV-Pickup sowie auf ein deutlich erweitertes Angebot an Hybriden konzentrieren wolle, da große, teure EVs sich als nicht profitabel erwiesen hätten. Gleichzeitig plant Ford trotz der scharfen Einschnitte, bis 2030 rund 50% seines globalen Absatzvolumens über Hybride und Elektrofahrzeuge abzuwickeln, was einen Spagat zwischen Verbrennern, Hybriden und EVs erfordert.

Die Wall Street reagierte erleichtert darauf, dass Ford in einem schwierigen Umfeld konsequent durchgreift, zumal die EBITDA-Prognosen für 2025 trotz der Abschreibungen leicht angehoben wurden. Kritiker bezweifeln jedoch, ob der Konzern den Balanceakt zwischen der Profitabilität klassischer Verbrenner, dem wachsenden Hybridmarkt und dem globalen EV-Wettlauf gegen aggressive chinesische Wettbewerber erfolgreich meistern kann. Für Anleger bleibt die Frage, ob die Neuausrichtung Ford langfristig wieder auf einen profitableren Wachstumspfad bringt oder ob die Marke in der Transformation zwischen zwei Welten – Verbrenner und vollelektrisch – zerrieben wird.

PFE – Pfizer kämpft mit Wachstumsflaute nach dem COVID-Boom

Die Aktie von Pfizer (PFE) stand erneut unter Druck und verlor im Tagesverlauf rund 3,4% bis gut 5%, nachdem der Pharmariese einen enttäuschenden Ausblick für das kommende Jahr vorgelegt hatte. Für das nächste Jahr rechnet Pfizer nur mit geringem oder gar keinem Umsatzwachstum und peilt Erlöse von lediglich 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar an, deutlich unter den hohen Niveaus aus der Pandemiezeit. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen für das kommende Jahr lediglich 2,80 bis 3,00 Dollar in Aussicht und plant parallel Einsparungen von mehr als 7 Milliarden Dollar bis 2027, um die Profitabilität zu stabilisieren.

Seit dem Höhepunkt des COVID-Booms hat die Aktie von Pfizer inzwischen rund 50% an Wert verloren, da die temporären Impfstoff- und Medikamentenerlöse wegbrechen und neue Blockbuster in der Pipeline bislang nicht im selben Tempo nachrücken. Um die Produktpipeline zu erneuern, hat Pfizer in den vergangenen Jahren eine Reihe kostspieliger Übernahmen gestemmt, was zwar die langfristigen Forschungs- und Entwicklungsoptionen verbreitern soll, kurzfristig aber die Bilanz belastet. Die nun kommunizierte Bandbreite der erwarteten Einnahmen für 2026 von 5,5 bis 26,5 Milliarden Dollar liegt zudem unter dem Mittelwert der Analystenschätzungen, was bei Investoren Zweifel an der Wachstumsdynamik verstärkt.

Der Konzern versucht, mit dem Sparprogramm und der Integration der akquirierten Assets die Basis für eine profitablere Zeit nach der Pandemie zu legen. Entscheidend wird sein, ob die neuen Medikamente und Therapien aus der erweiterten Pipeline rechtzeitig und in ausreichender Breite auf den Markt kommen, um die Lücke der schrumpfenden COVID-Umsätze zu schließen. Bis dahin dürfte die Aktie von Pfizer vor allem von der Visibilität künftiger Cashflows, regulatorischen Meilensteinen und möglichen weiteren Restrukturierungsschritten abhängen.

KURZNEWS

  • US-ARBEITSMARKT – Makro: Die US-Wirtschaft schuf im November 64.000 neue Stellen und lag damit über den erwarteten 50.000, während die Arbeitslosenquote auf 4,6% stieg und damit etwas schlechter als prognostiziert ausfiel. Im Oktober gingen die Nonfarm Payrolls um 105.000 zurück, belastet durch den Abbau von insgesamt 167.000 Stellen im Regierungssektor über Oktober und November, was vermutlich den Anstieg der Arbeitslosigkeit mittrieb.
  • FED/ZINSEN – Makro: Ökonomen werten den Arbeitsmarktbericht als eher taubenhafte Entwicklung, da die durchschnittlichen Stundenlöhne im Monatsvergleich lediglich um 0,1% zulegten und damit weniger Inflationsdruck signalisieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Januar liegt laut Markterwartung nur bei rund 24% (zuvor 22%), sodass weiter von einer Pause ausgegangen wird und größere Zinssenkungen in den USA tendenziell nach hinten verschoben werden.
  • RETAIL SALES – Makro: Die US-Einzelhandelsumsätze blieben im Oktober insgesamt flach, nachdem ein Rückgang der Autoverkäufe von rund 1,6–1,9% die Gesamtzahlen belastete. Bereinigt um Auto- und Autoteile stiegen die Umsätze jedoch um 0,4% und lagen damit über den erwarteten 0,2%.
  • US-KONSUM – Makro: Daten des Einzelhandelsverbands zeigen, dass die Umsätze im November gegenüber dem Vormonat weitgehend unverändert blieben, im Jahresvergleich aber um +4,7% zulegten. Besonders gefragt waren Bekleidung, Geschenkkarten und Spielzeug, während digitale Produkte um rund +15% gewannen, und Analysten sprechen von einer K-förmigen Wirtschaft, in der vor allem Haushalte mit höherem Einkommen die Ausgaben treiben.
  • NASDAQ – Marktstruktur: Die Nasdaq hat bei der US-Börsenaufsicht SEC beantragt, an Werktagen eine zusätzliche Sitzung nach dem regulären Nachbörsenhandel einzuführen und den Handel auf nahezu 24 Stunden auszuweiten. Hintergrund ist die starke Nachfrage von Privatanlegern, die bereits rund um die Uhr auf Plattformen wie Robinhood und im Kryptohandel aktiv sind, sowie von internationalen Investoren, die US-Aktien außerhalb der Kernhandelszeiten handeln wollen.
  • NASDAQ 24H – Marktstruktur: Ein weiterer Antrag der Nasdaq sieht konkret vor, den Aktienhandel ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf 23 Stunden täglich, fünf Tage pro Woche, auszuweiten. Marktteilnehmer diskutieren, inwieweit sich dadurch die Liquidität über den Tag strecken und ob es in den neuen Randzeiten zu wenig aussagekräftigen Kursschwankungen kommen könnte.
  • AMZN – Amazon: BMO Capital stufte Amazon mit einer Kaufempfehlung ein und setzte das Kursziel auf 304 Dollar fest. Die Analysten erwarten, dass das Wachstum im Cloud-Geschäft Amazon Web Services erneut an Dynamik gewinnt und im abgelaufenen Quartal bei rund 39% lag, mit einem ähnlichen Tempo von knapp 40% im ersten Quartal des kommenden Jahres.
  • GOOGL – Alphabet/Google: Auch Google wird von BMO zum Kauf empfohlen, mit einem auf 343 Dollar angehobenen Kursziel. Neben einem beschleunigten Wachstum im Cloud-Geschäft profitiert Alphabet von Chancen bei Waymo sowie von Ambitionen im Immobilienbereich, die unter anderem die Aktie von Zillow zuletzt belasteten.
  • ZS – Zscaler: Die Analysten von Mizuo stuften Zscaler auf Outperform hoch und setzten ein Kursziel von 310 Dollar. Sie sehen Rückenwind durch die starke Nachfrage nach Cloud-Security-Lösungen und gehen davon aus, dass das Unternehmen beim Wachstum über den bisherigen Erwartungen liegen kann.
  • TSLA – Tesla: Tesla erreichte zuletzt ein neues Rekordhoch, gestützt von optimistischen Einschätzungen zu Robotik und autonomem Fahren. Mitsuo hob das Kursziel auf 530 Dollar an, während Wedbush sogar 600 Dollar in Aussicht stellt und den Start der Robotaxi-Testphase ohne Begleitpersonen in Austin, Texas, sowie eine geplante Ausweitung auf weitere Städte als neue Ära für das Unternehmen bezeichnet.
  • F – Ford (Konsensreaktion): Trotz der Ankündigung massiver Abschreibungen auf das EV-Geschäft fiel die Aktie von Ford lediglich um 0,2%. Die Wall Street zeigte sich erleichtert, dass das Management konsequent reagiert und die EBITDA-Prognose für 2025 leicht anhebt, während es den Fokus auf günstigere Elektrofahrzeuge und Hybride verlagert.
  • CMCSA – Comcast: Die Aktie von Comcast sprang um 4,6% nach oben und war damit der Top-Gewinner im S&P 500. Auslöser waren Spekulationen von CNBC-Journalist David Faber über ein mögliches aktivistisches Engagement, gestützt auf auffällige Aktivitäten im Swaps- und Optionsmarkt, obwohl der Titel im laufenden Jahr trotz des Anstiegs noch rund 21% im Minus liegt.
  • NVDA – Nvidia (Intraday-Reaktion): Die Aktien von Nvidia zogen nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts kurzfristig um rund 0,4–0,5% an. Marktteilnehmer werten dies als Zeichen für anhaltende Stärke bei der Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Hardware, trotz wachsender Diskussionen über die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms.
  • NFLX – Netflix/Warner Bros. Discovery: Netflix steht im Fokus, seit Pläne für eine mögliche Übernahme der Streaming- und Studio-Sparte von Warner Bros. Discovery bekannt wurden, die die Aktie zeitweise belasteten. Neue Berichte von Semaphore deuten nun auf wachsenden Widerstand in Washington gegen einen solchen Deal hin, was bei einem Scheitern der Transaktion die Netflix-Aktie tendenziell stützen könnte.
  • NAVAN – Navan: Die Papiere des Geschäftsreise- und Spesenplattform-Anbieters Navan gaben nach der Vorlage des ersten Quartalsberichts als börsennotiertes Unternehmen deutlich nach. Für Verunsicherung sorgte zusätzlich die überraschende Ankündigung des CFO-Abgangs, während der Broker Needham die ausgegebene Prognose als sehr konservativ einstufte.
  • LEN – Lennar: Lennar gehört zu den größten Positionen im Fonds von Goodhaven Capital Management, dessen Manager Patkowski langfristig optimistisch für den US-Einfamilienhausmarkt ist. Das Unternehmen hat seine Bilanz durch die Auslagerung eines Großteils des Landes in die Gesellschaft Milrose gestrafft, um über den gesamten Zyklus hinweg höheren freien Cashflow und bessere Kapitalrenditen zu erzielen, auch wenn die kurzfristigen Quartalszahlen eher verhalten ausfallen könnten.
  • MU – Micron (Ausblick/Erwartungen): Für Micron werden starke Zahlen erwartet, da Analysten von einem Übertreffen der Umsatz- und Gewinnprognosen ausgehen. Steigende Speicherpreise und ein bis voraussichtlich 2027 anhaltender Angebotsengpass, getrieben durch KI-Nachfrage, stützen den Optimismus, auch wenn eine vorübergehende Abkühlung durch Lageraufbau bei Kunden zu Beginn des nächsten Jahres möglich erscheint.
  • ZF – Zscaler (zweite Referenz, nur Kontext): Die positive Einschätzung zu Zscaler spiegelt die zunehmende Bedeutung von Cloud-Security in einer Welt wider, in der Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen verstärkt in Richtung Zero-Trust-Architekturen transformieren. Analysten sehen Spielraum für weiteres Wachstum, da sich Sicherheitsbudgets trotz makroökonomischer Unsicherheiten als relativ widerstandsfähig erweisen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

  • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwochabend, nach US-Börsenschluss
  • LENNAR (LEN): Quartalszahlen – heute Abend, nach US-Börsenschluss

MAKRO

  • USA VERBRAUCHERPREISE (CPI): Donnerstag, 14:30 Uhr MEZ – vor Eröffnung der Wall Street

IM BLICKPUNKT

  • BMO Capital zu AMZN: Bestätigt Kaufempfehlung für Amazon und hebt das Kursziel auf 304 Dollar an, gestützt auf die Erwartung, dass das Wachstum bei Amazon Web Services im Cloud-Bereich auf rund 39–40% anziehen wird.
  • BMO Capital zu GOOGL: Stuften Google erneut mit „Kaufen“ ein und erhöhten das Kursziel auf 343 Dollar, da sie mit einer Beschleunigung des Cloud-Wachstums sowie zusätzlichen Impulsen durch Waymo und neue Initiativen im Immobilienbereich rechnen.
  • Mizuo zu TSLA: Hebt das Kursziel für Tesla auf 530 Dollar an und verweist auf den Beginn einer neuen Ära durch Robotaxis und autonome Fahrfunktionen, die zunächst in Austin, Texas, und perspektivisch in weiteren Städten ohne Sicherheitsfahrer getestet werden sollen.
  • Wedbush zu TSLA: Setzt ein Street-High-Kursziel von 600 Dollar für Tesla und betont die strategische Bedeutung von Robotics und Full Self-Driving als nächste Wachstumswelle für den Konzern.
  • Mizuo zu ZS: Stuften Zscaler von einer neutralen Einstufung auf Outperform hoch und sehen mit einem neuen Kursziel von 310 Dollar weiteres Aufwärtspotenzial, da die Nachfrage nach Cloud-Security und Zero-Trust-Lösungen hoch bleibt.
  • Morgan Stanley zu ROKU: Vergab ein doppeltes Upgrade für Roku von Underweight auf Overweight, da sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2025 beschleunigt, die Nutzerbasis zunimmt und die Partnerschaften im Streaming-Ökosystem vertieft werden.
  • Bank of America zu EL: Setzt für Estee Lauder ein neues Street-High-Kursziel von 130 Dollar bei einer Kaufempfehlung und sieht das Unternehmen als Top-Pick im Beauty-Sektor für 2026, getragen vom „Beauty reimagined“-Plan und einer erwarteten Erholung des Beauty-Marktes in den USA und China.
  • Jefferies zu OPRA/OPTA: Jefferies stuft Opta von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöht das Kursziel von 90 auf 125 Dollar, da eine bessere Go-to-Market-Ausführung, eine Stabilisierung im Kundendaten-Geschäft und wachsende Nachfrage nach agentic AI das Wachstum über den aktuellen Konsens treiben könnten.
  • Unbenannter Broker zu ORCL: Ein Sprecher rät angesichts des negativen Free Cashflows, der auf fast 10 Milliarden Dollar im letzten Quartal anwuchs, und der auf 88,309 Milliarden Dollar gestiegenen Nettoverschuldung klar zum Verkauf der Oracle-Aktie.
  • Marktkommentar zu NVDA/AI-Sektor: Analysten verweisen darauf, dass Nvidia mit einem Marktanteil von rund 80% an KI-Chips der größte Profiteur eines Investitionszyklus von über 200 Milliarden Dollar im Hyperscaler-Sektor bleibt, warnen jedoch vor zunehmender Hebelung und potenziell ineffizientem Kapitaleinsatz im KI-Bereich insgesamt.

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DAX ringt mit 24.000 Punkten: GEA, Lanxess & Fed-Daten

KURZ & KNAPP

Der DAX pendelt zur Wochenmitte um die Marke von 24.000 Punkten und testet erneut ein wichtiges Unterstützungsbündel aus mehreren gleitenden Durchschnitten. Parallel dazu stockt die Rally im S&P 500, nachdem der Index nahe Rekordständen keine neuen Anschlusskäufe findet. Im Tech-Sektor sorgen Datencenter-Werte wie Iron Mountain und Nebius mit deutlichen Rücksetzern für Gesprächsstoff. Gleichzeitig bleibt die Spannung hoch, wie sich die US-Börsen vor dem Datenpaket zur Konjunktur positionieren.

Bei den Einzelwerten sticht GEA mit einer Kurszielanhebung und Kaufempfehlung der UBS heraus, während Lanxess nach einer Abstufung auf Sell unter Druck gerät. Weitere Bewegungen zeigen sich in deutschen Titeln wie Hochtief, Siemens Energy, Bayer, Puma, Volkswagen, TUI und Rheinmetall. International rücken unter anderem Ford, Nvidia, Tesla, Korea Zinc und LG Energy Solution in den Vordergrund. Auch Versicherer wie Allianz und Immobilienwerte reagieren auf die Zinsentwicklung.

Makroseitig stehen heute die verschobenen US-Arbeitsmarktdaten für Oktober und November sowie die US-Einzelhandelsumsätze im Mittelpunkt, die Hinweise für den weiteren Kurs der Federal Reserve liefern sollen. In Europa richten sich die Blicke auf Einkaufsmanager-Indizes und den ZEW-Index, in Australien trübt ein deutlicher Rückgang des Verbrauchervertrauens das Bild. Aus China kommen schwache Retail-Sales- und Investitionsdaten, die den globalen Konjunkturausblick bis 2026 mitprägen. Diese Veröffentlichungen könnten die Volatilität an den Märkten im Tagesverlauf spürbar erhöhen.

AUSBLICK US-Märkte

Der DAX pendelt am Mittag um die Marke von 24.000 Punkten und notiert zuletzt bei rund 24.110 Punkten, ein Minus von etwa 118 Zählern. Bereits gestern hatte der Index nach anfänglich deutlicheren Gewinnen bis Handelsschluss wieder abgebröckelt, da viele Anleger vor einem wichtigen US-Termin Risiken reduziert haben. Technisch rückt die Zone um 24.000 Punkte damit erneut in den Fokus, knapp darunter verlaufen der GD50 bei 23.975 und der kurzfristig wichtige GD21, während die 200-Tage-Linie inzwischen über 23.500 Punkten notiert.

Bei den Einzelwerten fällt GEA auf, wo eine Kurszielanhebung und Kaufempfehlung der UBS trotz schwachem Gesamtmarkt für leichte Zugewinne von rund einem halben Prozent sorgt; die Analysten sehen das Papier als Top-Pick für 2026 und setzen ein Kursziel von 74 Euro. Dagegen steht Lanxess unter Druck, nachdem die UBS das Kursziel von 23 auf 14 Euro gesenkt und die Aktie auf Sell abgestuft hat, mit Verweis auf Überkapazitäten im Spezialchemiegeschäft und einen aus ihrer Sicht nicht mehr gerechtfertigten Bewertungsaufschlag.

In den USA blicken Investoren auf einen datenreichen Nachmittag, der den weiteren Kurs der Fed-Geldpolitik prägen dürfte. Besonders im Fokus stehen die wegen des Shutdowns verschobenen US-Arbeitsmarktdaten für Oktober und November sowie die Einzelhandelsumsätze, die Hinweise liefern sollen, wie stark sich der Arbeitsmarkt abkühlt und wie robust der Konsum bleibt. An der Wall Street sorgt die Nähe zu Rekordständen im S&P 500 bei gleichzeitig ausbleibenden Anschlusskäufen für eine gewisse Nervosität, zumal nach einem Anstieg von über 30% seit April Gewinnmitnahmen zum Jahresende zunehmen könnten.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

DAX – Schlüsselmarke 24.000 Punkte erneut im Brennpunkt

Der DAX ringt zur Wochenmitte erneut um die psychologisch und technisch bedeutsame Marke von 24.000 Punkten. Nach einem zunächst freundlichen Vortag mit einem Plus von rund 40 Punkten bröckelten die Kurse bis 22 Uhr deutlich ab, weil Anleger vor einem wichtigen US-Termin Gewinne sicherten. Vorbörslich signalisierte der Late & Early DAX mit etwa 24.050 Punkten bereits eine schwächere Eröffnung, und im laufenden Handel notiert der Leitindex nun bei etwa 24.110 Punkten, was einem Minus von rund 118 Zählern entspricht.

Charttechnisch verläuft die obere Begrenzungslinie der jüngsten Handelsspanne knapp oberhalb des aktuellen Niveaus, während die Zone um 24.000 Punkte als zentrale Unterstützung fungiert. Direkt darunter liegt bei etwa 23.975 Punkten der GD50, rund 200 Punkte tiefer der kurzfristig wichtige GD21, der den kurzfristigen Trend signalisiert. Die vielbeachtete 200-Tage-Linie arbeitet sich derweil von unten nach oben an den Kurs heran und verläuft inzwischen über 23.500 Punkten, was die Bedeutung des Unterstützungsclusters im Bereich 23.500–24.000 zusätzlich erhöht. Ein Blick auf den Zweijahres-Chart bestätigt das Bild einer monatelangen Seitwärtsphase, in der der Index immer wieder an zentralen Widerständen scheitert.

Aus Marktsicht ist das bullische Momentum im DAX klar abgeflaut, nachdem es in den vergangenen Monaten nicht gelungen ist, über entscheidende Key-Levels nachhaltig auszubrechen. Viele Marktteilnehmer nutzen das hohe Niveau nun, um Risiken zu reduzieren, zumal die großen Impulstreiber der Notenbanken zunächst abgearbeitet sind und vor allem Konjunkturdaten für neue Orientierung sorgen müssen. Gelingt es dem Index, die Marke von 24.000 Punkten zu verteidigen, könnte sich die Seitwärtsphase zunächst fortsetzen, während ein Bruch dieser Zone den Blick rasch in Richtung 23.500 Punkte und die 200-Tage-Linie lenken würde. In jedem Fall bleibt die heutige Handelsspanne um diese Marke herum richtungsweisend für den weiteren Jahresendverlauf.

SPX – Rally im S&P 500 gerät ins Stocken

Der S&P 500 hat nach einer beeindruckenden Rally seit April, in deren Verlauf der Index um über 30% zugelegt hat, an Dynamik verloren. Zuletzt notierte der breite US-Markt nahe Rekordständen, ohne dass sich jedoch frische Anschlusskäufer fanden, die den Ausbruch nach oben mittragen. Diese fehlende Anschlussdynamik sorgt bei einigen Marktteilnehmern für Bauchschmerzen und nährt die Sorge, dass zum Jahresende vermehrt Gewinne realisiert werden könnten.

Getrieben wurde die Aufwärtsbewegung in den vergangenen Monaten zwar vor allem von den sogenannten „Magnificent 7“, doch auch der Rest des Index hat deutlich zugelegt und muss die Kursgewinne nun erst einmal verdauen. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass Investoren angesichts der hohen Bewertungen und anstehender Konjunkturdaten vorsichtiger werden und Teile ihrer Buchgewinne sichern. Zugleich ist das Umfeld von bereits eingeleiteten Zinssenkungen und einer bisher robusten Konjunktur grundsätzlich unterstützend, was einen abrupten Trendbruch weniger wahrscheinlich macht, aber Konsolidierungen begünstigt.

Für die kommenden Tage rechnen Beobachter damit, dass Gewinnmitnahmen den S&P 500 nochmals etwas tiefer führen könnten, insbesondere wenn die anstehenden Arbeitsmarkt- und Verbraucherdaten enttäuschen. Ein moderater Rücksetzer würde aus technischer Sicht helfen, überhitzte Indikatoren abzukühlen und die Basis für eine nachhaltigere Aufwärtsbewegung zu legen. Entscheidend wird sein, ob sich im Zuge möglicher Schwächephasen erneut Käufer finden, die das langfristig positive Narrativ aus Fed-Easing und solider Konjunktur stützen. Erst wenn Rücksetzer nicht mehr aufgefangen werden, wäre ein größerer Trendbruch im aktuell noch intakten Bullenmarkt denkbar.

GEAUBS-Kaufempfehlung und DAX-Aufstieg als Chance nach schwachem Start

Die Aktie von GEA kann sich in einem insgesamt schwachen Marktumfeld leicht behaupten und legt um rund ein halbes Prozent auf etwa 56,45 Euro zu. Rückenwind kommt von der UBS, die das Papier mit einer Kaufempfehlung versieht, das Kursziel auf 74 Euro anhebt und GEA als Top-Pick für das Jahr 2026 einstuft. Trotz dieser positiven Analystenstimme fällt die unmittelbare Kursreaktion moderat aus, was jedoch angesichts der allgemeinen Marktschwäche als relative Stärke gewertet werden kann.

Seit der Entscheidung, dass GEA in den DAX aufsteigt, verlief der Start in die erste Börsenliga zunächst enttäuschend. Vom Einstandsniveau im Index notiert die Aktie aktuell etwa 15–16% tiefer, was die Erwartungshaltung vieler Investoren gedämpft hat. Charttechnisch gilt der Bereich um 55 Euro als sehr wichtige Unterstützung, an der sich zuletzt mehrfach Käufer fanden und die nun auch durch das positive Votum der UBS untermauert wird. Der jüngste Kursverlauf deutet darauf hin, dass sich im Umfeld dieser Marke eine Bodenbildung anbahnen könnte.

Mit Blick nach vorn könnte die Kombination aus DAX-Mitgliedschaft, der Positionierung als struktureller Gewinner im Industriesektor und der frischen Kurszielanhebung der UBS die Grundlage für eine Trendwende legen. Aus Analystensicht bietet sich im Bereich der Unterstützung um 55 Euro die Möglichkeit, vorsichtig erste Positionen aufzubauen und von einem potenziellen Rebound in Richtung des Kursziels von 74 Euro zu profitieren. Entscheidend wird sein, ob GEA operative Fortschritte liefert, die das Vertrauen in die mittelfristigen Wachstumsstory untermauern und damit weitere institutionelle Anleger anziehen. Gelingt dies, könnte die Zeit des schwachen DAX-Starts allmählich in den Hintergrund treten.

NDX – Asien vorsichtig vor US-Arbeitsmarktdaten und Fed-Ausblick 2026

Die Aktienmärkte in Asien zeigen sich am Mittwoch verhalten, da Investoren vor der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten das Risiko zurückfahren. Im Mittelpunkt steht der US-Arbeitsmarktbericht für November, der entscheidend dafür sein dürfte, wie die Federal Reserve ihren Zinspfad in Richtung 2026 gestaltet. Marktbeobachter betonen, dass dieser Bericht die gesamte Erzählung darüber verändern kann, ob die Fed ihren Kurs der geldpolitischen Lockerung fortsetzen kann.

Die Fed hat in den vergangenen Monaten bereits drei sogenannte „Insurance Cuts“ vorgenommen, um einer sich abkühlenden Konjunktur vorzubeugen, und wartet nun darauf, dass die Daten das tatsächliche Tempo der Abkühlung im Arbeitsmarkt widerspiegeln. Notenbankchef Jerome Powell und weitere Mitglieder des FOMC haben mehrfach signalisiert, dass sie die Entwicklung am Arbeitsmarkt sehr genau beobachten, um die angemessene Tiefe und Geschwindigkeit weiterer Zinssenkungen zu bestimmen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie stark die Fed die Wirtschaft unterstützen muss, um eine zu starke Verschlechterung der Beschäftigungslage zu verhindern, ohne zugleich neue Inflationsrisiken zu schüren.

Strukturell gilt der Hintergrund für Risikoanlagen bis 2026 weiterhin als positiv, da die Fed bereits lockert, obwohl sich die US-Wirtschaft bislang relativ robust zeigt und die Regierung vor den Midterms bestrebt ist, Vermögenspreise zu stützen. Ein nachlassender Arbeitsmarkt könnte den Druck auf die Fed erhöhen, den Lockerungskurs fortzusetzen oder sogar zu beschleunigen, was tendenziell stützend für Tech-Werte und Indizes wie den NASDAQ 100 wäre. Fällt der heute anstehende Arbeitsmarktbericht jedoch deutlich stärker aus als erwartet, könnte dies die Hoffnung auf weitere schnelle Zinssenkungen dämpfen und kurzfristig Belastung für wachstumsstarke Titel bringen. Entsprechend hoch ist die Spannung an den Märkten, bevor die US-Börsen eröffnen und ihre erste Reaktion auf die neuen Daten zeigen.

FED – US-Datenflut rückt Arbeitsmarkt und Konsum ins Zentrum

Vor der Eröffnung der Wall Street richtet sich der Blick der Anleger auf eine ganze Reihe wichtiger US-Konjunkturdaten, die für die weitere Ausrichtung der Geldpolitik der Fed von entscheidender Bedeutung sind. Besonders im Fokus stehen die wegen des US-Shutdowns verschobenen Arbeitsmarktdaten für Oktober und November, die nun gebündelt am Nachmittag veröffentlicht werden. Parallel dazu werden die Einzelhandelsumsätze erwartet, die einen aktuellen Einblick in die Konsumlaune der Amerikaner geben.

Der Arbeitsmarkt gilt als einer der wichtigsten „Spielplätze“ der Fed, auf den die Notenbanker bei ihren Zinsentscheidungen besonders achten. Die Frage, wie schnell sich der Arbeitsmarkt abkühlt und in welchem Ausmaß sich dies auf Löhne, Inflation und Konsum auswirkt, bestimmt maßgeblich den Spielraum für weitere Zinssenkungen in den kommenden Quartalen. Gleichzeitig sind die Einzelhandelsumsätze ein zentraler Indikator für die Stärke des privaten Konsums, der in den USA einen Großteil der Wirtschaftsleistung ausmacht und damit Rückschlüsse auf die Wachstumsdynamik zulässt. Nach den jüngsten Notenbanksitzungen, die den grundlegenden Kurs bereits vorgegeben haben, erhoffen sich Investoren nun von den Daten frische Impulse.

Fallen die Arbeitsmarktdaten schwächer und die Umsätze verhaltener aus als erwartet, könnte dies die Erwartung untermauern, dass die Fed ihren Lockerungskurs bis 2026 fortsetzen oder sogar intensivieren muss, was vor allem zinssensitive Sektoren stützen würde. Umgekehrt könnten robuste Beschäftigungszahlen und starke Einzelhandelsdaten die Fantasie weiterer schneller Zinssenkungen bremsen und an den Aktienmärkten zu Gewinnmitnahmen führen. In jedem Fall ist damit zu rechnen, dass die heute anstehenden Veröffentlichungen die kurzfristige Richtung an der Wall Street maßgeblich beeinflussen und die Volatilität rund um die US-Eröffnung erhöhen. Für europäische Anleger bedeutet dies, dass sich die freundlichen oder schwächeren Tendenzen am Nachmittag rasch drehen können, sobald neue Datenfakten auf dem Tisch liegen.

KURZNEWS

  • HOCHTIEF – Hochtief: Die Aktie von Hochtief gehört 2025 zu den Highflyern und ist seit Jahresbeginn von rund 130 Euro auf aktuell etwa 340 Euro gestiegen. Auf Basis eines erwarteten Gewinns von etwa 10,30 Euro je Aktie in diesem Jahr und rund 17,30 Euro bis 2028 ergibt sich ein prognostiziertes KGV 2028 von etwa 20, was die Bewertung aus Analystensicht noch rechtfertigt.
  • HOT – Hochtief: Die durchschnittliche Gewinnwachstumsrate von rund 19% pro Jahr bis 2028 lässt weiteres Potenzial vermuten, dennoch erscheint nach dem steilen Anstieg ein Rücksetzer in Richtung 300 Euro aus technischer Sicht als gesund. Anlegern wird geraten, Gewinne laufen zu lassen, da der Wiedereinstieg in solch dynamische Qualitätsaktien erfahrungsgemäß schwierig ist.
  • NGR – Nagaro: Bei Nagaro setzen sich nach einem rasanten Kursanstieg von etwa 40 auf knapp 80 Euro Gewinnmitnahmen fort. Die nahezu Verdopplung in wenigen Wochen macht kurzfristige Rücksetzer plausibel, ohne den übergeordneten positiven Trend grundsätzlich infrage zu stellen.
  • ENR – Siemens Energy: Die Aktie von Siemens Energy kommt nach einer extrem starken Rally etwas zurück. Marktteilnehmer werten die Verschnaufpause als überfällige Konsolidierung, nachdem die Papiere zuletzt in kurzer Zeit deutlich zugelegt hatten.
  • BAYN – Bayer: Bayer gibt nach einer Phase sehr positiver Meldungen nun ebenfalls etwas Terrain ab. Auch hier nutzen Anleger das erhöhte Kursniveau, um Teilgewinne mitzunehmen und das Risiko zum Jahresende hin zu reduzieren.
  • PUM – Puma: Bei Puma kommt es nach jüngsten Übernahmespekulationen zu spürbaren Gewinnmitnahmen. Die zuvor stark gelaufene Aktie korrigiert damit einen Teil der spekulationsgetriebenen Kursgewinne.
  • VOW3 – Volkswagen Vz: Die Vorzugsaktien von Volkswagen geben einen Teil ihrer zuletzt aufgebauten Gewinne wieder ab. Anleger scheinen nach der Erholung vorsichtiger zu werden und reduzieren Engagements im Autosektor leicht.
  • TUI1 – TUI: Die Erholungsbewegung bei TUI setzt sich zwar fort, wirkt im größeren Zeitfenster aber weiterhin wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Charttechnisch müsste das Niveau um 9 Euro klar überwunden werden, um neue Aufwärtsimpulse freizusetzen, während kurzfristig ein Aufwärtstrendkanal stützend wirkt.
  • RHM – Rheinmetall / Rüstungssektor: Im MDAX stehen Rüstungswerte wie Rheinmetall und Nordex auf der Verliererseite, nachdem sie zuvor stark gelaufen waren. Anleger nutzen das hohe Kursniveau zur Gewinnrealisierung, was den gesamten Sektor kurzfristig belastet.
  • NDX – Versicherer/Allianz: Versicherer wie Allianz behaupten sich weiterhin gut, weil die Anleiherenditen voraussichtlich nicht so schnell sinken wie von manchen Investoren erhofft. Im Gegenzug bleiben Immobilienaktien wegen der Zinslage unter Druck.
  • IRON – Iron Mountain/Datencenter: Aktien von Datencenter-Betreibern stehen unter massivem Druck, exemplarisch zeigt sich dies an IRON mit einem Rückgang von rund 19,6% am Vortag. Anleger sorgen sich offenbar um Bewertungen und Finanzierungsbedingungen in diesem stark gewachsenen Segment.
  • NBIS – Nebius: Auch der Datencenter-Betreiber Nebius gerät in den freien Fall und setzt die Schwäche im Sektor fort. Die parallele Korrektur mehrerer Titel deutet auf eine breitere Neubewertung des Marktes hin.
  • NVDA – Nvidia/CoreWeave: Bei Nvidia ist die Kursdynamik spürbar abgeflaut, während Partner wie CoreWeave seit sechs Wochen rund 33 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verloren haben. Dies nährt Zweifel, ob das bisherige Tempo im KI-Ökosystem aufrechtzuerhalten ist.
  • SMRT – Smartphone/Chip-Knappheit: Die starke Fokussierung der Chip-Produktion auf KI-Halbleiter führt laut Marktberichten zu Engpässen bei klassischen Komponenten für Smartphones. Dies könnte die weltweite Smartphone-Produktion dämpfen und in 2026 zu einer Knappheit an Geräten führen.
  • F – Ford: Ford verbucht 19,5 Milliarden Dollar an Sonderbelastungen im Zuge einer umfassenden Neuaufstellung des EV-Geschäfts, nachdem die Profitabilität hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. CEO Jim Farley betont, dass künftig verstärkt auf profitablere Fahrzeuge gesetzt werden soll, wobei Hybride und erschwinglichere E-Modelle im Mittelpunkt stehen.
  • F – Ford/EV-Mix: Laut Ford ist der US-Marktanteil reiner EVs zuletzt von 12% auf nur noch 5% eingebrochen, während Hybridverkäufe um etwa 30% zugelegt haben und der Konzern nun rund 80% Hybrid-Marktanteil bei Trucks hält. Der Hersteller peilt weiterhin eine 50%-Quote elektrifizierter Fahrzeuge an, die jedoch stärker aus Hybriden, E-REVs und ausgewählten EVs bestehen soll.
  • 373220 – LG Energy Solution: LG Energy Solution in Seoul, das mehr als 5% seines Umsatzes mit Ford erzielt, steht angesichts der EV-Neuausrichtung des US-Autobauers besonders im Fokus. Während Ford das reine EV-Segment zurückfährt, bleiben Batterie- und Energiespeicherlösungen für künftiges Wachstum strategisch wichtig.
  • KZC – Korea Zinc: Die Aktie von Korea Zinc bricht um rund 17% ein, nachdem sie am Vortag noch um etwa 7% gestiegen war. Hintergrund ist ein geplanter 7,4 Milliarden Dollar teurer Smelter für kritische Mineralien in Tennessee, der zwar von JP Morgan und der US-Regierung unterstützt wird, aber auf Widerstand einer Aktionärsallianz stößt, die rechtliche Schritte gegen das Projekt ankündigt.
  • TSLA – Tesla/X-Robotaxi: Eine stark diskutierte US-Tech-Aktie konnte sich trotz Tech-Schwäche zwischenzeitlich um bis zu 5% erholen und damit ein neues Hoch markieren, das erstmals seit Dezember des Vorjahres erreicht wurde. Nach einem schwierigen Jahr mit Bewertungsdebatten und einem öffentlichen Streit zwischen Elon Musk und Donald Trump setzen Anleger zuletzt wieder verstärkt auf die Robo-Taxi-Strategie des Unternehmens.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

    • EUROPA/DEUTSCHLAND: Einkaufsmanager-Indizes (Europa/Deutschland) – Tag über, Fokus auf Konjunktursignale
    • DEUTSCHLAND: ZEW-Saldo Deutschland – erwartet weiter steigend, gestützt durch angekündigtes Konjunkturpaket
    • AUSTRALIEN: Australien: Verbrauchervertrauen Dezember – Veröffentlichung am Morgen, deutliche Verschlechterung um 9%
    • USA_ARBEITSMARKT: USA: Verschobene Arbeitsmarktdaten Oktober & November – Veröffentlichung am Nachmittag MEZ
    • USA_EINZELHANDEL: USA: Einzelhandelsumsätze – Veröffentlichung am Nachmittag MEZ
    • CHINA: China: Diskussion der November-Daten und Ausblick 2025/2026 – schwache Retail Sales und erste jährliche Flaute bei Fixed-Asset-Investments seit 1998 im Fokus

    IM BLICKPUNKT

    • UBS zu G1A: Einstufung auf Kaufen mit Anhebung des Kursziels auf 74 Euro; die Analysten sehen GEA als Top-Pick für 2026 in einem schwachen Gesamtmarkt.
    • UBS zu LXS: Abstufung auf Sell mit deutlicher Senkung des Kursziels von 23 auf 14 Euro; Begründung sind Überkapazitäten im Spezialchemiegeschäft und ein aus Sicht der Bank nicht mehr gerechtfertigter Bewertungsaufschlag gegenüber Wettbewerbern.

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    Ford stellt seine Elektroauto-Strategie radikal um und verbucht Abschreibungen von 19,5 Milliarden Dollar. Der US-Autobauer streicht eine neue Generation des vollelektrischen F-Series und setzt stärker auf Hybride. Parallel plant Ford ein günstiges Universal-EV mit Kostenparität zu chinesischen Herstellern wie BYD. Auch das Geschäft mit Energiespeichern und LFP-Batterien rückt in den Vordergrund.

    Im Technologiesektor sorgt ServiceNow mit möglichen Milliardenplänen für den Zukauf des Cybersecurity-Spezialisten Armis für Gesprächsstoff. Die Aktie gerät nach den Berichten deutlich unter Druck. Zugleich testen Google und Immobilienanzeigen-Formate den Markt, was Titel wie Zillow und CoStar belastet.

    Die Wall Street liefert dem DAX verhaltene Vorgaben, während in Asien vor allem der Nikkei 225 und der Hang Seng schwächer tendieren. Im Terminkalender stehen heute wichtige Daten wie die US-Arbeitsmarktzahlen und Einzelhandelsumsätze. In Europa richtet sich der Blick zusätzlich auf die ZEW-Konjunkturerwartungen und globale PMI-Veröffentlichungen.

    RÜCKSPIEGEL

    Die Vorgaben von der Wall Street fallen vor dem DAX-Start verhalten aus: Der S&P 500 schloss bei rund 6.816 Punkten mit einem Minus von 0,2%, während der Nasdaq 100 etwa 0,5–1,0% nachgab. Belastet wurde die Stimmung unter anderem von deutlichen Kursverlusten bei Wachstums- und Techwerten wie ServiceNow, das nach Berichten über eine mögliche Milliardenübernahme im Cybersecurity-Bereich zweistellig abrutschte. Nachbörslich sorgte vor allem Ford mit der Ankündigung milliardenschwerer Abschreibungen und einer Neuausrichtung des verlustreichen Elektroautogeschäfts für Gesprächsstoff, wobei die Aktie im After-Hours-Handel leicht zulegte.

    In Asien dominieren am Morgen rote Vorzeichen: Der japanische Leitindex Nikkei 225 verliert rund 1,2–1,4% auf knapp 49.500 Punkte. In China gibt der China A50 um gut 1% nach, während der Hang Seng in Hongkong mit einem Minus von knapp 1,5–1,9% besonders unter Druck steht. Belastungsfaktoren bleiben die anhaltende Schwäche der chinesischen Konjunktur sowie die global zunehmende Vorsicht vor den anstehenden US-Arbeitsmarktdaten.

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    Ford zieht nach Jahren hoher Verluste im Elektroautogeschäft die Reißleine und kündigt eine umfassende Neuausrichtung an, die mit Abschreibungen und Wertberichtigungen von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar verbunden ist. Der Großteil dieser Belastung soll im laufenden vierten Quartal anfallen, wie der Autokonzern in einer Mitteilung erläuterte. Anleger reagierten zunächst gelassen bis positiv: Die Aktie von Ford legte im nachbörslichen Handel um rund 2% zu, nachdem sie im laufenden Jahr bereits um etwa 48% auf Total-Return-Basis zugelegt hat.

    Im Zuge der strategischen Neuausrichtung streicht Ford unter anderem die geplante nächste Generation des vollelektrischen F-Series-Pickups und verlagert den Fokus zurück auf Verbrenner- und insbesondere Hybridmodelle. CEO Jim Farley betonte im Interview, dass sich die Kundenpräferenzen klar in Richtung Hybridantriebe verschoben hätten, mit einem jüngsten Hybrid-Absatzplus von rund 30% und einem Hybrid-Marktanteil von etwa 80% im Truck-Segment. Gleichzeitig sieht das Management, dass teurere EV-Modelle deutlich unter Druck geraten sind, während günstigere Elektrofahrzeuge besser laufen und der Gesamtanteil von EVs am US-Markt zuletzt von etwa 12% auf nur noch 5% eingebrochen ist.

    Statt in verlustreiche Premium-EVs will Ford künftig stärker in erschwingliche Pickups und Transporter investieren, unter anderem mit einem neuen günstigen Truck aus Tennessee und einem bezahlbaren Van aus Ohio. Von den 19,5 Milliarden Dollar an Belastungen sind laut Farley nur rund 5,5 Milliarden Dollar cash-wirksam, die in Projekte mit aus Sicht des Managements attraktivem Return on Investment umgelenkt werden sollen. Parallel dazu baut Ford sein Engagement im Bereich Energiespeicher aus und will bestehende Batteriewerke für LFP-basierte Speicherlösungen umrüsten, um zusätzliche, profitablere Geschäftsfelder zu erschließen. Bis 2029 strebt der Konzern trotz des Strategiewechsels eine profitable EV-Sparte an und setzt dabei auf ein neues Universal-EV-Projekt, das bei den Kosten mit chinesischen Anbietern wie BYD konkurrieren soll.

    F – Strategiewechsel bei Ford: Mehr Hybride, Energiespeicher und Kostenparität zu BYD

    Parallel zu den hohen Abschreibungen stellt Ford seine Produkt- und Technologie-Roadmap grundlegend um und richtet das Unternehmen stärker auf profitablere Antriebsformen aus. CEO Jim Farley betonte, dass der Konzern zwar weiterhin auf eine elektrische Zukunft setze, der Anteil der Elektrifizierung aber stärker durch Hybride und E-REVs und weniger durch reine Batterie-EVs geprägt sein werde. Ziel sei es, bis zum Ende des Jahrzehnts eine EV-Sparte aufzubauen, die auf Augenhöhe mit Anbietern wie BYD operiert und Kostenvorteile durch radikal verschlankte Fertigungsprozesse realisiert.

    Zentrales Element dieser Strategie ist ein sogenanntes „Universal Electric Vehicle“, das Ford in Kentucky fertigen und zu Kosten produzieren will, die mit chinesischen Wettbewerbern mithalten können – etwa durch eine lokal optimierte Lieferkette, neue Zulieferer und eine neu gedachte Montagelogistik. Laut Farley seien sämtliche Komponenten bereits gesourct, Prototypen in Erprobung und Produktionslinien im Hochlauf, was dem Management Vertrauen in die angepeilte Kostenstruktur gebe. Ergänzend dazu will der Konzern seine Batteriewerke auf LFP-Technologie für stationäre Energiespeichersysteme umstellen und damit ein zusätzliches, margenstarkes Standbein neben dem Automobilgeschäft etablieren.

    Trotz der Kooperation mit einem chinesischen Batteriepartner betont Ford, dass die Batterieproduktion in eigenen US-Werken mit amerikanischen Beschäftigten stattfinden soll, um technisches Know-how im Land zu halten und Importabhängigkeiten zu reduzieren. Die Führung sieht darin auch einen industriepolitischen Vorteil für die USA, da Tausende neue Arbeitsplätze im Energiespeichersektor entstehen sollen, anstatt fertige Batterien zu importieren. Für Investoren stellt der Umbau eine klare Hinwendung zu kapitaldisziplinierterem Wachstum dar, bei dem sich Ford weniger auf subventionsgetriebene Premium-EVs verlässt und stärker auf volumenstarke, erschwingliche Modelle sowie das expandierende Energiespeicher-Geschäft setzt.

    MCK-PRIVAT – McKinsey bereitet internen Stellenabbau nach Wachstumsdelle vor

    Beim Beratungsriesen McKinsey deutet sich ein weiterer größerer Stellenabbau an, nachdem das Umsatzwachstum in den vergangenen fünf Jahren praktisch zum Stillstand gekommen ist. Laut Insiderberichten diskutiert die Führungsebene Kürzungen von rund 10% der Belegschaft in nicht kundenbezogenen Bereichen, was sich über zwei Jahre hinweg auf mehrere Tausend Stellen summieren könnte. Bereits 2023 hatte McKinsey unter dem Codenamen „Project Magnolia“ rund 1.400 Jobs gestrichen, nun soll der Sparkurs vertieft werden.

    Zwischen 2012 und 2022 war die Mitarbeiterzahl des Beratungshauses von etwa 17.000 auf rund 45.000 stark ausgeweitet worden, bevor sie zuletzt wieder in Richtung 40.000 sank. Die nun geplanten Maßnahmen treffen insbesondere interne Supportfunktionen, während die Kernberatung weiter wachsen und neue Berater eingestellt werden sollen. Neben der schwächeren Nachfrage nach Beratungsleistungen belasten auch Altlasten aus früheren Mandaten, darunter enge Verbindungen zu großen Opioid-Herstellern, hohe Vergleichszahlungen und politisch sensible Projekte in Ländern wie Saudi-Arabien und China.

    Für die Branche unterstreicht der Schritt, dass auch Top-Adressen wie McKinsey zunehmend unter Kostendruck geraten, da Kunden Budgets zurückfahren und Projekte kritischer prüfen. Der Fokus auf die Verschlankung interner Strukturen bei gleichzeitigem Ausbau der Beraterteams deutet darauf hin, dass das Unternehmen seine operative Hebelwirkung verbessern und die Profitabilität stabilisieren will. In den kommenden 18 bis 24 Monaten dürfte der Restrukturierungsprozess damit spürbar das interne Gefüge verändern, während der Wettbewerb im globalen Beratungsmarkt weiter zunimmt.

    NOW – ServiceNow stürzt nach Bericht über milliardenschwere Cybersecurity-Übernahmepläne ab

    Die Aktie von ServiceNow ist am US-Markt zeitweise um fast 11% eingebrochen und verzeichnete damit den schwächsten Tag seit Monaten. Auslöser waren Berichte, wonach der Softwarekonzern in Verhandlungen steht, den Cybersecurity-Spezialisten Armis für bis zu 7 Milliarden Dollar zu übernehmen. Anleger und Analysten reagierten skeptisch auf die hohe Bewertungsprämie für ein Unternehmen mit geschätzten Umsätzen von rund 300 Millionen Dollar, was Fragen nach der Kapitalallokation und dem organischen Wachstum aufwirft.

    Die mögliche Akquisition wäre bereits der zweite größere Sicherheitseinkauf von ServiceNow in kurzer Zeit, nachdem der Konzern Anfang Dezember die Übernahme des Identity-Security-Start-ups VISA für über 1 Milliarde Dollar vereinbart hatte. Strategisch sollen die Zukäufe das bestehende Portfolio in den Bereichen IT Service Management, IT Operations Management und IT Asset Management ergänzen und Kunden angesichts wachsender Cyberrisiken durch KI und LLMs integrierte Sicherheitslösungen bieten. Marktbeobachter erkennen zwar logische Produkt-Synergien und Cross-Selling-Potenzial, zweifeln aber daran, ob der Preis angesichts einer sich möglicherweise abkühlenden Endnachfrage gerechtfertigt ist.

    Im Zentrum der Kritik steht die Sorge, dass das lange Zeit über 20% liegende organische Umsatzwachstum von ServiceNow in den kommenden Jahren in die hohen Zehnerbereiche sinken könnte und das Management deshalb verstärkt Zukäufe benötigt, um die Wachstumsstory zu stützen. Damit gerät auch der Bewertungsmultiplikator des Titels unter Druck, sollte sich das Wachstumsprofil nachhaltig verändern. Für Investoren bleibt entscheidend, ob das Unternehmen die angekündigten strategischen Synergien realisiert und die Integration der Sicherheitsfirmen erfolgreich gelingt – oder ob hohe Kaufpreise und Integrationsrisiken die Margen belasten und die bisherige Erfolgsgeschichte dämpfen.

    Z – Zillow und CoStar unter Druck: Google testet eigene Immobiliensuche

    Die Aktien von Zillow Group und CoStar sind deutlich unter Druck geraten, nachdem bekannt wurde, dass Google ein neues Anzeigenformat für Immobilien testet. Zillow verlor im Handel rund 8,5%, während CoStar, Eigentümer von homes.com, um etwa 6,6% nachgab. Hintergrund ist ein Test, bei dem Google Immobilienanzeigen direkt in den Suchergebnissen ausspielt und mit eigenen Detailseiten sowie Tour-Anfragen verknüpft.

    Der Versuch läuft bislang nur in einigen ausgewählten Märkten und ausschließlich auf mobilen Endgeräten, könnte im Erfolgsfall aber die Rolle klassischer Immobilienplattformen im Such- und Anzeigenökosystem verändern. Laut einem Bericht des Immobilien-Tech-Strategen Mike Del Prette umfasst das Format vollständige Objektseiten mit Bildern, Beschreibungen und der Möglichkeit, direkt Kontakt mit einem Makler aufzunehmen. Damit beansprucht Google einen Teil der Wertschöpfungskette für sich, den bislang Portale wie Zillow und homes.com dominierten.

    Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob der Test zum Startschuss für einen größeren Markteintritt von Google in das Immobilienanzeigen-Geschäft wird, was die Margen etablierter Plattformen belasten könnte. Kurzfristig reichen bereits die Wettbewerbsfantasien, um Bewertungsprämien in Frage zu stellen und Kursabschläge auszulösen. Langfristig hängt vieles davon ab, ob Zillow und CoStar ihre Reichweite und Datenbasis in neue Dienste und Partnerschaften übersetzen können, um sich gegen eine mögliche Dominanz des Suchmaschinenriesen zu behaupten.

    KURZNEWS

    • F – Ford: Ford nimmt im Zuge einer umfassenden Neuausrichtung seines Elektroautogeschäfts Abschreibungen und Wertberichtigungen von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar in Kauf. Der Konzern streicht die nächste Generation des vollelektrischen F-Series-Trucks, verlagert Investitionen in profitablere Hybrid- und Verbrennermodelle und plant günstigere EVs sowie Energiespeicherlösungen.
    • LGES – LG Energy Solution: Die Aktie von LG Energy Solution steht im Fokus, nachdem Ford seine EV-Strategie zurückfährt und Hybrid- und Verbrennerfahrzeuge priorisiert. LG Energy erzielt rund 5,75% seines Umsatzes mit Ford und zählt den US-Autobauer nach GM, Tesla und Volkswagen zu seinen größten Kunden, was die Sensitivität gegenüber Fords Strategiewechsel erhöht.
    • MCK-PRIVAT – McKinsey: Der Beratungsriese McKinsey plant laut Insidern, in den kommenden 18 bis 24 Monaten etwa 10% der Stellen in nicht kundenbezogenen Bereichen zu streichen, was mehreren Tausend Jobs entsprechen könnte. Hintergrund sind ein über Jahre stark ausgebauter Mitarbeiterstamm von zwischenzeitlich 45.000 Beschäftigten und ein in den vergangenen fünf Jahren stagnierendes Umsatzwachstum.
    • NDAQ – Nasdaq: Die Börsenbetreiberin Nasdaq bereitet laut Medienberichten einen Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC vor, um Aktien und ETFs künftig nahezu rund um die Uhr handeln zu lassen. Geplant ist eine Ausweitung der Handelszeiten von bislang 16 auf 23 Stunden täglich, mit einem Start am Sonntag um 21 Uhr und einem Ende am Freitag um 20 Uhr.
    • KRZIF – Korea Zinc: Korea Zinc steht im Blickpunkt, nachdem das Unternehmen Pläne für eine 7,4 Milliarden Dollar teure Zinkhütte in Tennessee vorgestellt hat, die ab 2029 kritische Mineralien für Halbleiter, Verteidigung und Luft- und Raumfahrt liefern soll. Das Projekt wird unter anderem von JPMorgan und der US-Regierung unterstützt, die damit den Aufbau heimischer Rohstoffketten vorantreiben wollen, während die Aktie vorerst unter Druck steht.
    • NOW – ServiceNow: Die Aktien von ServiceNow brachen um fast 11% ein, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen in Verhandlungen zur Übernahme des Cybersecurity-Start-ups Armis für bis zu 7 Milliarden Dollar steht. Analysten äußerten Zweifel an der hohen Bewertung für rund 300 Millionen Dollar Umsatz und stellen die Notwendigkeit teurer Zukäufe in Frage, da das organische Wachstum von über 20% unter Druck geraten könnte.
    • TSLA – Tesla: Die Aktie von Tesla zählte zu den größten Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und legte im Tagesverlauf um etwa 3,5% zu. Kurzzeitig näherte sich der Kurs einem neuen Jahreshöchststand auf Schlusskursbasis, verfehlte diesen am Ende jedoch knapp.
    • KLAC – KLA Corp.: Die Papiere von KLA Corp. stiegen um rund 2,6%, nachdem Jefferies die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochstufte. Die Analysten sehen starke Rückenwinde durch den AI-Boom für den Halbleiterzulieferer bis mindestens 2026 und zählen KLA neben Broadcom und Nvidia zu ihren bevorzugten Chipwerten.
    • KYTX – Caverna Therapeutics: Die Aktie von Caverna Therapeutics schoss um etwa 23% nach oben, nachdem eine Phase-2-Studie zu einem Wirkstoff gegen das seltene Stiff-Person-Syndrom alle primären und sekundären Endpunkte mit statistischer Signifikanz erreichte. Die Marktkapitalisierung des Small Caps liegt damit bei rund 490 Millionen Dollar, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs etwa verdreifacht.
    • Z – Zillow Group: Die Anteilsscheine von Zillow gaben um rund 8,5% nach, nachdem bekannt wurde, dass Google in ausgewählten Märkten Immobilienangebote direkt in seinen mobilen Suchergebnissen testet. Das neue Anzeigenformat umfasst vollständige Exposés und Kontaktmöglichkeiten zu Maklern und könnte mittelfristig die Rolle von Plattformen wie Zillow im digitalen Immobilienmarkt infrage stellen.
    • CSGP – CoStar: Die Aktie von CoStar, Eigentümer von homes.com, verlor etwa 6,6% im Zuge der Meldung über Googles Testlauf mit integrierten Immobilienanzeigen. Marktteilnehmer fürchten, dass der Tech-Riese mit eigenen Formaten Werbebudgets von etablierten Immobilienportalen abziehen könnte.
    • LAZR – Luminar Technologies: Die Aktien von Luminar Technologies stürzten um mehr als 60% ab, nachdem das Unternehmen Insolvenz nach Chapter 11 beantragte. Im Zuge des Verfahrens soll die Tochter Luminar Semiconductors für 110 Millionen Dollar in bar an Quantum Computing Inc. verkauft werden, während 25 Millionen Dollar an Barmitteln zur Finanzierung des laufenden Betriebs genutzt werden sollen.
    • COST – Costco: Roth Capital Partners senkte Costco auf „Sell“ und reduzierte das Kursziel auf 769 Dollar, womit der Wert zu den wenigen Sell-Empfehlungen am Markt zählt. Begründet wird die Skepsis mit sinkenden Erneuerungsraten der Mitgliedschaften, nachlassendem Traffic und zunehmender Konkurrenz durch Sam’s Club und BJ’s, die stärker in ihre Filialnetze investieren.
    • HOOD – Robinhood: Die Aktie von Robinhood liegt im laufenden Jahr auf Total-Return-Basis bereits über 200% im Plus und verbucht damit das zweite Jahr in Folge dreistellige Kurszuwächse. Nach Angaben des Crypto-Chefs investieren viele jüngere Kunden weiterhin aktiv in Kryptowährungen, nutzen Kursrückgänge als Kaufgelegenheit und transferieren ihre Bestände zunehmend in DeFi-Anwendungen.
    • MRNA/PFE – Moderna/Pfizer: Die Aktien von Moderna und Pfizer stehen im Fokus, nachdem die FDA mögliche Zusammenhänge zwischen COVID-19-Impfstoffen und Todesfällen bei Erwachsenen im Rahmen einer Sicherheitsprüfung untersucht. Die Behörde betonte, dass seltene Todesfälle nach Impfungen bereits in Fachpublikationen und Berichten dokumentiert wurden, derzeit aber keine Pläne für eine Black-Box-Warnung bestehen.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • PFIZER: Pfizer (PFE) – Ausblick 2026 – US-Handelssitzung
    • CSCO: Cisco Systems (CSCO) – Hauptversammlung – US-Handelssitzung

    MAKRO

    • US-JOBS: Non-Farm Payrolls & Arbeitsmarktdaten – USA – Nachmittag MEZ
    • US-RETAIL: Einzelhandelsumsätze Oktober – USA – Nachmittag MEZ
    • ZEW: ZEW-Konjunkturerwartungen Dezember – Deutschland – Vormittag MEZ
    • PMI: S&P Global PMI (Japan, Australien, Eurozone, USA, UK) – verschiedene – Tag über verteilt

    IM BLICKPUNKT

    • Roth Capital zu COST: Abstufung von „Hold“ auf „Sell“, Kursziel 769 Dollar, mit Verweis auf nachlassende Erneuerungsraten, schwächeren Traffic und verstärkten Wettbewerbsdruck durch Sam’s Club und BJ’s.
    • Jefferies zu KLAC: Aufstufung von „Hold“ auf „Buy“, mit positiver Einschätzung der AI-getriebenen Nachfrage bis 2026 und Einordnung von KLA neben Broadcom und Nvidia als einer der Top-Chip-Profiteure.

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    Intel plant SambaNova-Deal: KI-Schub für Tesla & NVIDIA

    KURZ & KNAPP

    Intel arbeitet an der Übernahme von SambaNova Systems und schärft damit seine KI-Strategie im Wettbewerb mit NVIDIA. Die Aktie stabilisiert sich nach starken Quartalszahlen und Spekulationen um Governance-Fragen. Parallel treibt Tesla mit Robotaxi- und FSD-Fantasien Diskussionen um eine mögliche Billionen-Bewertung. Der Nasdaq 100 und der S&P 500 zeigen sich zum Wochenstart trotz Tech-Schwerpunkt leicht schwächer.

    Im Halbleitersektor dominieren NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron die Schlagzeilen rund um den KI-Investitionszyklus. Bitcoin gerät unter Druck, während MicroStrategy weiter zukauft und Debatten über Verwässerung anheizt. Gleichzeitig testen Gold, Silber und Kupfer neue Höhen und ziehen Kapital aus dem Krypto-Sektor an.

    Der DAX 40 schließt leicht im Minus, belastet von der Wall Street und der Unsicherheit vor den US-Konjunkturdaten. Anleger blicken nun auf die nach dem Government Shutdown verzögerten US-Arbeitsmarktzahlen sowie den CPI-Bericht, die entscheidend für den künftigen Fed-Zinspfad sein dürften. Ökonomen diskutieren zunehmend, ob das 2%-Inflationsziel realistisch bleibt, während Märkte mit möglichen Inflationswerten um 3% bis 2026 rechnen.

    RÜCKBLICK Handelstag

    An der Wall Street überwogen zum Wochenauftakt leichte Gewinnmitnahmen, der S&P 500 gab um 0,22% auf 6.831 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,54% auf 25.128 Punkte. Im Fokus standen erneut Technologiewerte rund um künstliche Intelligenz, darunter Intel, NVIDIA, Tesla und Halbleiter-Zulieferer wie KLA Corp und Teradyne. Zudem sorgten defensive Konsumtitel wie Costco sowie Bewegungen im Krypto- und Rohstoffsektor für Gesprächsstoff.

    In Europa schloss der DAX 40 mit einem Minus von 0,18% bei 24.222 Punkten, belastet von der schwächeren Wall Street und der vorsichtigen Stimmung vor der US-Datenflut. Der europäische Gesamtmarkt blieb ebenfalls leicht unter Druck, während einzelne Sektoren wie Halbleiter und Luxus-/Reisetitel von positiven Analystenkommentaren profitierten. Rohstoffwerte standen zudem im Schatten der stark gestiegenen Preise für Gold, Silber und Kupfer.

    Am Makro-Horizont richten sich die Blicke der Anleger nun auf den wegen des Government Shutdowns verzögerten US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November am Dienstag sowie den CPI-Inflationsbericht am Donnerstag. Die Daten gelten als richtungsweisend für die Zinspfad-Erwartungen an die Fed im neuen Jahr und könnten in einer ohnehin dünner werdenden Liquidität zum Jahresende für erhöhte Volatilität sorgen.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    INTC – Intel visiert SambaNova-Übernahme an und schärft KI-Strategie

    Intel-Aktien legten im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über fortgeschrittene Gespräche zur Übernahme des KI-Chip-Start-ups SambaNova Systems die Runde machten. Der Preis soll bei rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden liegen, ein deutlicher Abschlag gegenüber der Bewertung von 5 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2021. Für Intel, dessen Aktie im laufenden Jahr bereits um 89% gestiegen ist, wäre dies ein strategischer Schritt, um das eigene KI-Portfolio zu stärken und sich im Wettbewerb mit NVIDIA besser zu positionieren.

    SambaNova, 2017 gegründet, entwickelt kundenspezifische KI-Chips und konkurriert damit direkt mit Branchengrößen im High-End-Beschleuniger-Markt. Brisant ist die Governance-Struktur: Der Intel-CEO fungiert gleichzeitig als Vorsitzender von SambaNova und war über seine Risikokapitalfirma Walden International ein früher Investor und Finanzierungsführer im Jahr 2018. Fundamental befindet sich Intel nach besser als erwarteten Q3-Zahlen mit einem Umsatz von 13,65 Milliarden Dollar (Konsens: 13,14 Milliarden Dollar) und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,23 Dollar in einer Phase der operativen Stabilisierung, auch wenn der Bereich Rechenzentren und KI zuletzt noch 1% Umsatzrückgang verzeichnete.

    Mit dem potenziellen Deal würde sich Intel eine lange gesuchte, schlüsselfertige KI-Plattform sichern, und das zu einem deutlich reduzierten Preisniveau im Vergleich zum Hype-Jahr 2021. Der Schritt könnte den schwächelnden Datacenter- und KI-Umsatz in den kommenden Jahren beleben und Intel stärker in Richtung hochmargiger KI-Lösungen verschieben. Anleger werden genau beobachten, wie Interessenkonflikte rund um die Doppelrolle des CEOs adressiert werden und ob Regulatoren die Transaktion durchwinken. Charttechnisch pendelt die Aktie aktuell um den 50-Tage-Durchschnitt, nachdem sie sich von einem jüngsten Hoch bei 44 Dollar zurückgezogen hat; Nachrichten zur Transaktion könnten hier kurzfristig als Katalysator wirken.

    TSLA – Tesla-Fantasie: Milliarden-Bewertung durch Robotaxis und FSD

    Tesla gehörte zu den größten Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und legte im Tagesverlauf zeitweise um rund 3,5% zu. Die Aktie näherte sich damit einem möglichen neuen Allzeithoch-Schlusskurs, verfehlte diesen jedoch knapp. Treiber der Kursfantasie ist die Einschätzung von Dan Ives, Global Head of Technology Research bei Wedbush, der Tesla weiterhin als einen seiner Top-Picks führt und eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen bis potenziell 3 Billionen Dollar bis Ende 2026/Anfang 2027 in Aussicht stellt.

    Ives sieht die Haupttreiber in physikalischer KI, Robotaxis, sogenannten Cybercabs, Volumenproduktion und vollautonomem Fahren. Besonders im Fokus steht Full Self-Driving (FSD), das nach seiner Einschätzung das Margenprofil von Tesla grundlegend verändern könnte. Er erwartet, dass die FSD-Durchdringung von derzeit rund 15% auf über 50% steigen könnte, was sich stark positiv auf die Profitabilität auswirken würde. Zudem rechnet er damit, dass Tesla langfristig 70–80% des globalen Marktes für autonomes Fahren beherrschen könnte, während Wettbewerber wie Waymo nur als „Rundungsfehler“ wahrgenommen würden.

    Regulatorisch blickt der Analyst auf eine mögliche präsidentielle Executive Order, die einen bundesweiten Rechtsrahmen für autonomes Fahren in den USA schaffen soll und damit den Markthochlauf der Technologie erleichtern könnte. Er prognostiziert, dass sich die Gewinne von Tesla in den nächsten 3–4 Jahren verfier- bis verfünffachen, primär getrieben durch Software-Margen aus FSD. Die potenzielle Teil-IPO von SpaceX im Jahr 2026 wird von ihm als Erweiterung des Musk-Ökosystems gesehen, ohne dass dies seine Einschätzung ändert, dass Tesla die zentrale Investment-Story in der autonomen Zukunft bleibt. Vor diesem Hintergrund dürfte jede Nachricht zu regulatorischen Fortschritten und FSD-Rollouts an den Kapitalmärkten besonders sensibel aufgenommen werden.

    NVDA & Halbleiter – KI-Boom trägt NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron

    Im Halbleitersektor bleibt NVIDIA das Maß der Dinge: Das Unternehmen hat China in seinen Finanzprognosen bereits auf null gesetzt, sodass jegliche Verkäufe in dieser Region als reines Aufwärtspotenzial gelten. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot weiterhin deutlich, NVIDIA verkauft praktisch alles, was es produzieren kann und plant, die Auslieferungen der Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr massiv zu steigern. Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar, während Lieferengpässe bei Wafern, Packaging und Speicher die Angebotsseite begrenzen.

    Auch Halbleiter-Zulieferer profitieren: KLA Corp wurde bei Jefferies von Hold auf Buy hochgestuft, die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise sogar 5% im Plus. Analyst Blaine Curtis sieht kräftigen KI-Rückenwind für den Hersteller von Equipment für die Halbleiterfertigung bis mindestens 2026 und zählt Broadcom, NVIDIA und KLA zu seinen besten Chip-Ideen. Broadcom hingegen sah nach den jüngsten Zahlen eine Kurskonsolidierung, doch Analystenreaktionen blieben deutlich positiv mit Anhebungen der Kursziele durch JP Morgan auf 475 Dollar und durch Barclays auf 500 Dollar.

    Bei Broadcom verweisen Analysten auf neue Aufträge, etwa von Anthropic und einem fünften Datacom-Kunden, sowie auf angehobenes Umsatzwachstum und steigende EBITDA-Margen im kommenden Jahr, während der jüngste Kursdruck eher mit KI-Nervosität als mit Fundamentaldaten erklärt wird. Teradyne erhielt von Goldman Sachs ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy mit einem neuen Kursziel von 230 Dollar (zuvor 148 Dollar), da die Bank mit einem KI-getriebenen Nachfrageschub für Chip-Testgeräte rechnet. Zudem steht Micron im Fokus, das am Mittwoch nach Börsenschluss Quartalszahlen vorlegt: Die Messlatte gilt als „extrem hoch“, nachdem unter anderem Stifel und Wedbush ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, angehoben und auf stark steigende Speicherpreise sowie höhere durchschnittliche Verkaufspreise hingewiesen haben. Der gesamte Sektor bleibt damit eng mit den Erwartungen an den weiteren KI-Investitionszyklus verknüpft.

    BTC & Gold – Saylor kauft den Dip, während Edelmetalle neue Höhen testen

    Im Kryptomarkt bleibt der Druck hoch: Bitcoin (BTC) fiel um 0,19% auf 86.052,65 und liegt damit rund 30% unter dem Allzeithoch von etwas über 126.000 aus dem Oktober. Trotz der Schwäche setzt MicroStrategy-Gründer Michael Saylor seine aggressive Kaufstrategie fort und erwarb in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin. Dabei wurden jeweils mehr als 10.000 BTC hinzugekauft, finanziert durch Verkäufe der Class A-Stammaktien – ein Vorgehen, das Kritiker wegen Verwässerung der Altaktionäre skeptisch sehen.

    Die Strategie von MicroStrategy hat Spekulationen ausgelöst, das Unternehmen könne aus wichtigen Aktienindizes entfernt werden, doch der Nasdaq 100 entschied sich bei seiner jährlichen Rekonstitution, den Titel im Index zu belassen. Die Aktie von MicroStrategy geriet dennoch unter Druck und verlor zuletzt rund 7%, während Bitcoin die Tiefs des Jahres testet. Auffällig ist, dass die Krypto-Schwäche in einem Umfeld stattfindet, in dem Aktien als Risk-Assets weiterhin gefragt sind, was die Debatte um die Rolle von Bitcoin als „digitales Gold“ neu anheizt.

    Parallel dazu erlebt der Edelmetallsektor einen deutlichen Aufschwung: Gold nähert sich mit Kursen um 4.343 einem neuen Hoch und zeigt sich im Jahresverlauf „unstoppable“, während Silber mit einem Plus von über 115% seit Jahresbeginn glänzt. Auch Kupfer profitiert von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Hamsterkäufen in den USA sowie vom erwarteten Strom- und Rechenzentrumsbedarf durch KI-Anwendungen. Viele Strategen an der Wall Street bleiben für Gold in das nächste Jahr hinein bullisch und sehen in der Kombination aus Währungsabwertung, Geopolitik und dem sich abzeichnenden Vergleich zwischen Krypto und realen Assets einen Rückenwind für Edelmetalle. Damit zeichnet sich eine Divergenz ab: Während digitale Assets straucheln, gewinnen physische Wertaufbewahrungsmittel an Attraktivität.

    US-MAKRO – Verzögerte Jobdaten, CPI und Fed-Pfad im Fokus

    Die anstehende Woche bringt eine regelrechte Datenflut, nachdem mehrere Berichte aufgrund des US-Government Shutdowns verschoben werden mussten. Im Zentrum steht der kombinierte US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November, der am Dienstag vor Handelsstart veröffentlicht wird und erstmals seit dem Shutdown wieder ein umfassenderes Bild der Beschäftigungslage liefern soll. Für November erwarten Goldman Sachs und der Marktkonsens rund 50.000 bis 55.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,5% gesehen wird; der „Sweet Spot“ für den Aktienmarkt wird in einer Spanne von 40.000–80.000 neuen Jobs verortet.

    Der Bericht dürfte allerdings durch Sondereffekte verzerrt sein, insbesondere im Oktober, wo der Abgang von Bundesbediensteten nach Abfindungsangeboten Anfang 2025 zu einem erwarteten Verlust von etwa 85.000 Jobs führen soll. Die Folge sind „komische Daten“, wie Marktbeobachter es nennen, da etwa die wichtige Haushaltsumfrage und damit die offizielle Arbeitslosenrate teilweise fehlen oder nachgeliefert werden. Parallel dazu rückt der Inflationsbericht (CPI) am Donnerstag in den Vordergrund, der nach Ansicht vieler Investoren sogar noch wichtiger ist als die Jobdaten, weil er unmittelbarer mit dem weiteren Zinspfad der Fed verknüpft wird. Fed-Chef Jay Powell hatte zuletzt betont, dass sowohl der Arbeits- als auch der Inflationsauftrag der Notenbank unter Druck stehen.

    Innerhalb des geldpolitischen Diskurses wächst die Frage, ob die 2%-Inflationszielmarke in absehbarer Zeit realistisch erreichbar ist, zumal seit 2015 die Prognose für das Erreichen des Ziels immer wieder um zwei Jahre nach hinten verschoben wurde. Fed-Gouverneur Stephen Myron, von Präsident Trump berufen, argumentierte jüngst, dass die Preise nach einem Inflationsschub zwar nun wieder stabil, aber auf höherem Niveau seien und die Politik dies reflektieren müsse. Ökonomen, etwa bei BNP, rechnen angesichts von Zöllen und verzögerten Güterpreiseffekten mit einer Beschleunigung der Inflation in Richtung 3% bis 2026, was die Spielräume für weitere Zinssenkungen begrenzen könnte. Die Märkte werden daher in den kommenden Tagen genau darauf achten, ob die neuen Daten das Bild eines abkühlenden Arbeitsmarktes bei zugleich hartnäckiger Inflation bestätigen – ein Szenario, das die Fed zu schwierigen Priorisierungsentscheidungen zwischen Beschäftigungs- und Preisstabilitätsmandat zwingen würde.

    KURZNEWS

    • INTC – Intel: Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über eine geplante Übernahme von SambaNova Systems für rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden publik wurden. Das 2017 gegründete KI-Chip-Startup war 2021 noch mit 5 Milliarden Dollar bewertet; Intels CEO ist zugleich SambaNova-Vorsitzender und Frühinvestor über Walden International.
    • TSLA – Tesla: Die Papiere gehörten zu den Top-Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und stiegen zeitweise um etwa 3,5%, verpassten jedoch knapp ein neues Allzeithoch beim Schlusskurs. Analyst Dan Ives von Wedbush sieht Tesla als Top-Pick und hält eine Marktkapitalisierung von 2–3 Billionen Dollar bis 2026/27 für möglich, getrieben durch Robotaxis und FSD.
    • NVDA – NVIDIA: NVIDIA hat China in seinen Prognosen bereits auf null gesetzt, sodass alle potenziellen Verkäufe dort reines Upside wären. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot deutlich, das Unternehmen plant eine massive Ausweitung der Lieferungen von Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr; Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar.
    • KLAC – KLA Corp: Die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise rund 5% im Plus, nachdem Jefferies den Titel von Hold auf Buy hochgestuft hatte. Analyst Blaine Curtis nennt KLA einen der besten Chip-Stock-Ideen für 2026 und verweist auf kräftigen KI-Rückenwind im Bereich Halbleiter-Equipment.
    • AVGO – Broadcom: Nachzahlen-bedingter Kursdruck steht im Kontrast zu sehr positiven Analystenkommentaren, die mehrfach höhere Kursziele hervorbrachten. JP Morgan sieht Broadcom als Top-Halbleitertitel für das kommende Jahr mit Kursziel 475 Dollar, während Barclays auf 500 Dollar anhob und auf neue KI-Aufträge, unter anderem von Anthropic, sowie steigende EBITDA-Margen verweist.
    • MU – Micron: Micron legt am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen vor, wobei die Erwartungen der Analysten als extrem hoch gelten. Häuser wie Stifel und Wedbush hoben ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, an und verweisen auf weiter steigende Memory-Preise und höhere durchschnittliche Verkaufspreise.
    • TER – Teradyne: Goldman Sachs hob die Aktie gleich doppelt von Sell auf Buy an und erhöhte das Kursziel von 148 auf 230 Dollar. Die Analysten rechnen mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub für die Testausrüstung von Halbleiterchips.
    • LDOS – Leidos: Leidos wird als attraktives Investment im Technologiebereich herausgestellt, insbesondere nach der Ernennung eines neuen CTO. Der verstärkte Fokus auf künstliche Intelligenz wird als zentrale Chance gesehen, um vom Trend zur KI-Integration in sicherheits- und behördlichen Anwendungen zu profitieren.
    • COST – Costco: Im Einzelhandelssektor geriet Costco unter Druck, nachdem Roth Capital die Aktie auf Sell herabstufte. Die Titel gaben daraufhin um rund 3% nach und sorgten im defensiven Konsumsektor für Gesprächsstoff.
    • VIK – Viking: Kreuzfahrtanbieter Viking profitierte von einer Hochstufung auf Buy bei Jefferies. Die Analysten setzen auf eine anhaltend robuste Nachfrage im Kreuzfahrtsegment, wovon Viking als Premiumanbieter besonders profitieren soll.
    • IRBT – iRobot: Der Roomba-Hersteller hat Insolvenz nach Chapter 11 beantragt und plant, die Kontrolle an seinen chinesischen Hauptlieferanten zu übergeben. Nach Jahren sinkender Verkaufszahlen, Lieferkettenproblemen und einer gescheiterten Amazon-Übernahme droht den Aktionären damit nahezu ein Totalverlust.
    • LAZR – Luminar Technologies: Die Aktie brach um mehr als 60% ein, nachdem das Unternehmen Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hatte. Luminar einigte sich darauf, seine Halbleiter-Tochter für 110 Millionen Dollar in bar an Quantum Computing Inc. zu verkaufen, vorbehaltlich höherer Angebote; 91% der First-Lien-Gläubiger unterstützen den Schritt.
    • MSTR – MicroStrategy (Strategie): Das Unternehmen kaufte in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin, während die Kryptowährung deutlich fiel. Finanziert wurden die Käufe durch den Verkauf von Class-A-Aktien, was Kritik an der Verwässerung bestehender Aktionäre auslöste; die Aktie verlor zuletzt etwa 7%, während Bitcoin rund 30% unter seinem Allzeithoch notiert.
    • TLRY – Tilray: Tilray-Aktien sprangen um über 40%, nachdem Berichte aufkamen, dass Präsident Trump Marihuana als Schedule-III-Droge reklassifizieren könnte. CEO Irwin Simon sieht darin eine große Chance für das medizinische Cannabisgeschäft in den USA und beziffert den Markt auf etwa 10 Milliarden Dollar.
    • CGC – Canopy Growth & Cannabis-Sektor: Die geplante Umstufung von Marihuana von Schedule 1 auf Schedule 3 löste eine massive Rallye im Sektor aus, große Produzenten wie Canopy Growth und Tilray legten um rund 50% zu. Haupttreiber ist der erwartete Wegfall des Steuerparagrafen 280E, der bisher normale Betriebsausgaben nicht abzugsfähig machte und effektive Steuersätze von bis zu 80% verursachte; ein Cannabis-ETF verzeichnete mit über 54% seinen besten Handelstag überhaupt.
    • XAU – Gold & Silber: Gold notiert mit rund 4.343 nahe eines neuen Hochs, während Silber im laufenden Jahr um mehr als 115% gestiegen ist. Anleger setzen auf den „Debasement-Trade“ und nutzen Edelmetalle als Absicherung gegen Währungsabwertung und makroökonomische Unsicherheiten.
    • HG – Kupfer: Auch Kupfer zeigt sich stark, getrieben von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Lageraufbau in den USA. Zusätzlich befeuert der erwartete Strom- und Rechenzentrumsbedarf für KI-Anwendungen die Story, da der Ausbau von Stromnetzen und Infrastruktur kupferintensiv ist.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • LENNAR (LEN): Q4-Zahlen – Dienstag nach US-Börsenschluss
    • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwoch nach US-Börsenschluss

    MAKRO

    • US-ARBEITSMARKTBERICHT OKTOBER/NOVEMBER: USA – Dienstag vor US-Börsenöffnung
    • US-RETAIL SALES OKTOBER: USA – Dienstag im Laufe des Tages
    • US-CPI (VERBRAUCHERPREISE): USA – Donnerstag im Laufe des Tages
    • WEITERE US-ARBEITSMARKTDATEN ANFANG JANUAR: USA – nachgelagerte Veröffentlichung, sofern kein weiterer Shutdown

    IM BLICKPUNKT

    • Goldman Sachs zu LVS: Las Vegas Sands wird von Neutral auf Buy hochgestuft, das Kursziel steigt von 64 auf 80 Dollar. Goldman sieht den Casino-Betreiber als bevorzugten Namen im Sektor dank starker Bilanz und der Exponierung in Macau und Singapur, wobei das Wachstum in Macau ab 2026 an Dynamik gewinnen soll.
    • KeyBank zu TT: Trane Technologies wird auf Overweight hochgestuft, mit einem Kursziel von 500 Dollar. Die Analysten sehen den jüngsten Kursrückgang als seltene Einstiegschance in einen qualitativ hochwertigen HLK-Betreiber und erwarten starke Nachfrage aus Rechenzentren mit KI-Fokus, auch wenn der genaue Marktanteil noch unklar ist.
    • Goldman Sachs zu TER: Teradyne erhält ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy, das Kursziel wird von 148 auf 230 Dollar angehoben. Goldman rechnet mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub nach Chip-Testequipment und sieht Teradyne entsprechend gut positioniert.
    • Bank of America zu BMY: Bristol-Myers Squibb wird von Neutral auf Buy hochgestuft. BofA verweist auf die Stärke der F&E-Pipeline und ein attraktives Chance-Risiko-Profil, da das Unternehmen auf ein katalysatorreiches Jahr 2026 zusteuert.
    • Goldman Sachs zu MAR/HLT/LVS: Goldman wird für mehrere konsumnahe Titel bullischer und stuft Marriott, Hilton und Las Vegas Sands von Neutral auf Buy hoch. Marriott profitiert laut Einschätzung von einer hohen Exponierung zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft, Hilton gilt als Profiteur eines weiterhin starken Hochpreiskonsumenten, und Las Vegas Sands soll in Macau anhaltend steigende Brutto-Spielerlöse bis 2026 sehen.
    • Jefferies zu KLAC: KLA Corp wird von Hold auf Buy hochgestuft. Analyst Blaine Curtis sieht KLA neben Broadcom und NVIDIA als eine der besten Chip-Aktienideen für 2026, getrieben von strukturellem KI-Rückenwind im Halbleiter-Equipment-Markt.
    • JP Morgan/Barclays/Bernstein zu AVGO: Broadcom erhält mehrere Kurszielanhebungen, unter anderem setzt JP Morgan das Ziel auf 475 Dollar und nennt die Aktie Top-Pick im Halbleitersektor für das kommende Jahr, während Barclays auf 500 Dollar erhöht. Bernstein betont, der jüngste Kursdruck sei auf KI-Nervosität und nicht auf Fundamentaldaten zurückzuführen, die weiterhin als solide gelten.
    • Ariel Investments zu ORCL: Charlie Bobrinskoy von Ariel Investments bleibt trotz zwischenzeitlicher Überbewertung grundsätzlich positiv für Oracle. Nach einem Anstieg von 118 auf 350 Dollar hatte er zum Trimmen geraten, sieht nun aber bei zurückgekommenem Kurs und einem vervierfachten KI-Auftragsbestand zweistelliges Gewinnwachstum bis 2026 und eine starke Position im KI-Markt durch Oracles Unternehmensdaten-Software.

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    NASDAQ schwächer: Banken und Industrie ziehen an

    KURZ & KNAPP

    Der NASDAQ und der S&P 500 geraten nach der jüngsten Fed-Zinssenkung unter Druck, während Value- und Finanzwerte an Bedeutung gewinnen. Strategen diskutieren eine mögliche Trendwende weg von hoch bewerteten Tech- und KI-Titeln. Parallel sorgt die Wette der Notenbanker auf steigende Produktivität durch KI für Diskussionen. Im Hintergrund bleibt die Sorge, dass zu schnelle Lockerungen neue Inflationsrisiken schaffen könnten.

    Im KI-Sektor rücken Nvidia und Intel in den Mittelpunkt, da China ein großes Chip-Förderpaket plant und Intel über eine Übernahme von SambaNova verhandelt. Am Kryptomarkt pendelt Bitcoin seitwärts, während Dogecoin nach einem technischen Rücksetzer um eine wichtige Unterstützungszone ringt. Zudem beschäftigen Cyberangriffe auf Asahi, regulatorischer Druck auf australische Supermärkte und die strategische Neuausrichtung von Tokyo Gas die Märkte.

    In Asien zeigen der Nikkei 225, der Hang Seng und der China A50 ein gemischtes Bild, belastet von Zinsunsicherheit und schwachen Konjunktursignalen aus China. Die Energie- und Versorgungssicherheit bleibt durch Projekte von Tokyo Gas in den USA und die Debatte um russische Gasimporte ein Thema. Anleger blicken zudem auf anstehende US-Inflations- und Arbeitsmarktdaten, die den weiteren Kurs der Federal Reserve und die Zinslandschaft prägen könnten.

    RÜCKSPIEGEL

    LETZTE WOCHE

    US-Aktien beendeten die vergangene Woche schwächer, wobei vor allem Tech- und KI-Werte unter Druck standen und sich Anleger in Richtung Value- und Finanzaktien umorientierten. NASDAQ 100 und S&P 500 gaben im regulären Handel um rund -1,5% bzw. -1,0% nach, der Dow Jones verlor etwa -0,25%, obwohl der S&P 500 am Donnerstag noch ein Rekordhoch bei 6.901 Punkten markiert hatte. Belastend wirkten die schwächeren Earnings von Broadcom, die den hohen Erwartungen im KI-Bereich nicht gerecht wurden, sowie gemischte Signale der Federal Reserve zur weiteren Zinspolitik. Anleihemärkte zeigten eine Outperformance kurzfristiger gegenüber langfristigen Laufzeiten, während der Dollar unter Druck blieb und Investoren vermehrt auf den anstehenden US-CPI und Arbeitsmarktdaten für November blicken, die den Zinsausblick für 2026 prägen dürften.

    Im Tech-Sektor richtete sich der Fokus außerdem auf strukturelle Themen: Der Chipsektor schwächte sich ab, unter anderem weil Nvidia trotz US-Genehmigung für den Export seines H200-KI-Chips nach China Gegenwind spürt, da China diese Chips zugunsten eigener Lösungen ablehnt. Parallel dazu befindet sich Intel in fortgeschrittenen Gesprächen zur Übernahme des KI-Chip-Startups SambaNova Systems für rund 1,6 Milliarden US‑Dollar, was den Wettbewerb im KI-Hardware-Ökosystem verschärfen könnte. Am Kryptomarkt blieb die Stimmung fragil: Bitcoin pendelte um 89.600, die großen Altcoins notierten überwiegend im Minus, wobei Dogecoin nach einem technischen Bruch unter eine wichtige Unterstützung in einen Kapitulationsverkauf rutschte, sich dann aber an der Marke von 0,1372 US‑Dollar stabilisierte. Insgesamt verstärkten dünne Liquidität und Gewinnmitnahmen zum Jahresende die Ausschläge in Risikoassets.

    ASIEN

    In Asien zeigten sich die Börsen gemischt: Der japanische Nikkei 225 legte leicht um +0,06% auf 50.231 Punkte zu, während der Hang Seng um -0,23% auf 25.628 Punkte nachgab und der China A50 ebenfalls -0,23% auf 15.149,00 verlor. Die Rotation weg von US-Tech und die Unsicherheit über die globale Zinslandschaft dämpften die Risikobereitschaft, zumal Händler in China auf neue Aktivitätsdaten warten, die eine anhaltend schwache Konsum- und Investitionsdynamik signalisieren dürften, während die Industrieproduktion von festerer Exportnachfrage profitiert. In Australien fiel der ASX 200 um rund -0,6%, belastet durch regulatorischen Druck auf den Börsenbetreiber und eine Kapitalauflage von 150 Millionen AUD für die ASX. Zusätzlich standen die Supermarktketten Coles und Woolworths unter Druck, da sie sich mit strengerer Aufsicht über ihre Lebensmittelpreise und neuen Regeln gegen Preismissbrauch konfrontiert sehen.

    Unter den Einzeltiteln rückten in Japan vor allem Versorger- und Industriewerte in den Fokus: Tokyo Gas, Japans größter Brennstoffverteiler, kündigte an, stärker in US-Downstream-Anlagen zu investieren, insbesondere in Schiefergasprojekte in Osttexas sowie in LNG-Verflüssigungsanlagen und Exportterminals, um die Profitabilität zu steigern und die Energieversorgungskette zu stärken. Dabei betonte das Unternehmen die fortgesetzte Bedeutung russischer Gasimporte für die Versorgung Japans, trotz internationalen Drucks, und verfolgt eine breit angelegte Diversifikationsstrategie über Länder, Vertragsstrukturen und Lieferrouten. Ebenfalls im Fokus steht Asahi, nachdem ein Ransomware-Angriff im September zentrale Geschäftssysteme in Japan lahmgelegt und die Bier- und Alkoholumsätze im November um -20% gedrückt hatte; das Management erwartet Störungen bis ins nächste Jahr und prüft die Einrichtung eines neuen Cybersicherheitsteams sowie einen Zero-Trust-Ansatz. Vor der anstehenden Entscheidung der Bank of Japan warten Anleger zudem auf die nationalen VPI-Zahlen, da der Markt mit einer Zinserhöhung in diesem Monat rechnet.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    FED, ZINSKURVE & ROTATION: Value-Finanzwerte übernehmen das Ruder

    Die US-Aktienmärkte erlebten zum Wochenschluss eine tech-getriebene Korrektur, während sich eine markante Rotation in Value- und Finanzwerte abzeichnete. NASDAQ und S&P 500 verloren am Freitag rund -1,5% beziehungsweise -1,0%, obwohl der S&P 500 am Donnerstag noch ein Rekordniveau von 6.901 Punkten erreicht hatte. Strategen berichten, dass vor allem Finanz-, Industrie- und energiebezogene Titel im Dezember zu den relativen Gewinnern zählen und sich als „Trade des Monats“ herauskristallisieren. Parallel dazu senkte die Federal Reserve ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,50–3,75%, was am Markt gemischte Reaktionen auslöste und die Zinskurve in den Fokus rückte. Kurzfristige US-Staatsanleihen übertrafen die langfristigen Laufzeiten, was die Skepsis gegenüber dem längerfristigen Wachstumspfad und die Unsicherheit über den weiteren Inflationsverlauf widerspiegelt.

    Die Notenbanker senden dabei kein einheitliches Signal: Einige Fed-Vertreter betonen, dass die Zinsen trotz des jüngsten Schrittes restriktiv bleiben müssen, während andere die Schwäche des Arbeitsmarktes hervorheben und damit die Tür für weitere Lockerungen öffnen. Die jüngsten Wirtschaftsprognosen der Fed zeichnen ein „Goldilocks“-Szenario mit solidem Wachstum, stabiler Arbeitslosenquote und anhaltender Disinflation, was auf eine starke Wette auf beschleunigtes Produktivitätswachstum, insbesondere durch KI, im nächsten Jahr hinausläuft. Gleichzeitig warnen Beobachter, dass ohne signifikante Produktivitätsgewinne weder deutlich niedrigere Zinsen noch nicht-inflationäres Wachstum erreichbar wären und stattdessen Kapazitätsengpässe drohen. Im Hintergrund steht die Sorge, dass eine zu aggressive Lockerungspolitik – wie sie die Futures mit einer weiteren Zinssenkung bis April 2026 einpreisen – zu einer Neuauflage eines 1970er-Jahre-artigen Inflationsszenarios führen könnte. Zudem könnte eine Rückkehr sehr günstiger Finanzierung die Hauspreise wieder stark nach oben treiben und neue Ungleichgewichte schaffen.

    Für Anleger bedeutet dieses Umfeld, dass die bisher dominante KI- und Wachstumsstory stärker hinterfragt wird und Portfolios vermehrt in Richtung Value, Finanzen und klassische Zykliker umgeschichtet werden. Kurzfristig liegt der Fokus auf den anstehenden US-CPI- und Arbeitsmarktdaten für November, die bei einer Inflationsrate von erwarteten 3,1% und einer Arbeitslosenquote nahe 4,4% Signale zur weiteren Zinsbahn liefern dürften. Eine Fortsetzung der Rotation zugunsten von Banken und Industrie wäre konsistent mit einer Versteilerung des kurzen Endes der Zinskurve und einem schwächeren Dollar. Gleichzeitig mahnt die Diskrepanz zwischen den optimistischen Fed-Projektionen und den realen Arbeitsmarkt- und Inflationsrisiken zur Vorsicht bei übermäßig riskanten Wachstumspositionen. Trader sollten die Entwicklung der Renditen am kurzen Ende, die Reaktion der Finanzwerte sowie etwaige Hinweise auf Produktivitätsfortschritte genau beobachten, da hiervon maßgeblich abhängt, ob die aktuelle Value-Rallye zum Jahresende nachhaltigen Charakter gewinnt.

    KI-ÖKOSYSTEM UNTER DRUCK: Nvidia, Intel & die globale Chip-Machtprobe

    Der KI-Chip-Sektor geriet zum Wochenausklang deutlich unter Druck, obwohl die strukturelle Wachstumsgeschichte intakt bleibt. Nvidia verlor rund -3%, obwohl die USA den Export des H200-KI-Chips nach China erlaubt haben, was an sich als Entlastung für den Sektor hätte wirken können. Der Kursrückgang spiegelt die Sorge wider, dass China die H200-Chips zugunsten eigener Entwicklungen ablehnt und damit die adressierbare Nachfrage für Nvidia in einem wichtigen Markt schmälert. Gleichzeitig wurde bekannt, dass China ein massives Anreizpaket von bis zu 70 Milliarden US‑Dollar zur Förderung der heimischen Chipindustrie erwägt, was die Wettbewerbsdynamik im globalen Halbleitermarkt verschärft. Auf der anderen Seite befindet sich Intel in fortgeschrittenen Gesprächen zur Übernahme des KI-Chip-Startups SambaNova Systems für etwa 1,6 Milliarden US‑Dollar inklusive Schulden, um seine Position im KI-Beschleuniger-Markt zu stärken.

    Die Maßnahmen Pekings zielen darauf ab, die Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern zu verringern und lokale Champions wie Huawei und Cambricom zu stützen. Das geplante Subventionspaket, dessen Volumen zwischen 28 und 70 Milliarden US‑Dollar liegen könnte, bewegt sich am unteren Ende in der Größenordnung des US-CHIPS Act und würde diesen im Maximalszenario sogar übertreffen. Eine solche Förderung würde die Kosten für Endkunden chinesischer Chips reduzieren und die Kosten-Nutzen-Relation von Nvidias H200 im Vergleich unattraktiver machen. Die US-Seite versucht unterdessen, mit Exportkontrollen die modernsten Technologien zu schützen, erlaubt aber selektiv Lieferungen, um chinesische Anbieter herauszufordern und Markteinfluss zu behalten. Marktstrategen verweisen darauf, dass die jüngste Korrektur im KI-Handel eher als Neubewertung der kurzfristigen Gewinne denn als Ende der strukturellen Story zu verstehen ist, zumal Angebot an High-End-Chips und Rechenzentrums-Kapazitäten weiterhin knapp ist.

    Für Investoren verschiebt sich der Fokus hin zu einem breiteren Blick auf das gesamte KI-Ökosystem, zu dem nicht nur Chipdesigner wie Nvidia und mögliche Herausforderer wie Intel/SambaNova zählen, sondern auch Datenmanagement-Spezialisten, Rechenzentrumsbetreiber, Cloud-Infrastrukturanbieter und Energieversorger. Analysten verweisen darauf, dass der Nasdaq trotz der starken Performance mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund dem 35‑fachen deutlich unter den Bewertungsniveaus der Dotcom-Blase liegt, die zwischen dem 75‑ und 90‑fachen lagen, und damit Spielraum für weitere Gewinne bieten könnte, falls die erwarteten Produktivitätszuwächse eintreten. Die Wette der Fed und vieler Marktteilnehmer auf beschleunigtes Produktivitätswachstum im Jahr 2026 setzt voraus, dass sich die massiven KI-Investitionen spätestens dann in Cashflows und Margen niederschlagen. Kurzfristig müssen Anleger jedoch mit erhöhter Volatilität im Sektor rechnen, da geopolitische Spannungen, Subventionswettläufe und Regulierungsrisiken für Bewertungsabschläge sorgen können. Selektives Engagement in Qualitätsnamen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ein wacher Blick auf politische Entscheidungen in Washington und Peking dürften für die Performanceentscheidungen im kommenden Jahr entscheidend sein.

    Crypto zwischen Fed-Cut und Tech-Rotation: Bitcoin stabil, Meme-Coins wackeln

    Die Kryptomärkte starteten mit einer defensiven Tendenz in die letzte volle Handelswoche des Jahres, belastet durch eine breitere Risikoaversion in Tech- und Wachstumswerten. Bitcoin fiel zuletzt um etwa -0,5% auf rund 89.600 und pendelt damit knapp über den Tiefs der Vorwoche, während Ether bei etwa 3.120 gehandelt wurde. Die meisten größeren Tokens lagen im Minus, wobei XRP, Solana und Dogecoin Verluste von bis zu -2% verzeichneten. Marktteilnehmer verweisen auf das Zusammenspiel aus dem jüngsten 25-Basispunkte-Zinsschnitt der Fed auf 3,50–3,75%, Bewertungsängsten im US-Techsektor und dünner Liquidität zum Jahresende als Hauptgründe für die Zurückhaltung. Obwohl Bitcoin-ETFs weiterhin per saldo Zuflüsse verzeichnen und die Fed über Re-Investitionen zusätzliche Liquidität in den Markt gibt, mangelt es aktuell an Momentum, um neue Hochs anzulaufen.

    Besonders volatil zeigte sich Dogecoin, das nach der Fed-Entscheidung unter eine wichtige technische Unterstützung rutschte und eine klassische Kapitulationsphase durchlief. Die Schlüsselmarke bei 0,1407 US‑Dollar wurde am 12. Dezember deutlich unterschritten, wobei das Volumen um +348% ansprang und auf zwangsgetriebene Liquidationen statt auf normale Gewinnmitnahmen hindeutete. In der Spitze fiel DOGE auf 0,1372 US‑Dollar, bevor Käufer einsetzten und eine V-förmige Gegenbewegung einleiteten, die von abnehmenden Volumina begleitet wurde. Diese Struktur deutet darauf hin, dass der unmittelbare Verkaufsdruck nachlässt, auch wenn die übergeordnete Trendstruktur angeschlagen bleibt. Analysten sehen Dogecoin nun an einem technischen Scheideweg: Ein Halten der Marke von 0,1372 US‑Dollar würde für eine Konsolidierung sprechen, während ein Bruch den Weg in Richtung 0,1354 US‑Dollar eröffnen könnte.

    Übergeordnet bleibt die Stimmung im Kryptomarkt laut Marktbeobachtern „tief negativ“, wobei viele Trader angesichts des schwächeren Oktobers und der Tech-Korrektur im US-Aktienmarkt abwarten. Jahrend-Effekte, Positionsbereinigungen und dünne Orderbücher könnten kurzfristig für überproportionale Ausschläge in beide Richtungen sorgen, ohne dass dies zwingend fundamentale Veränderungen widerspiegelt. Einige Strategen sehen in Bitcoin und Ether aktuell eher Hedge- und Rebalancing-Instrumente gegenüber illiquideren Altcoins, die bei Risikoabbau überproportional verloren haben. Die Kombination aus fortgesetzten ETF-Zuflüssen, potenziell weiterer Liquiditätsunterstützung durch Zentralbanken und einer möglichen Erholung der Risikobereitschaft zu Jahresbeginn 2026 könnte jedoch mittelfristig für ein konstruktiveres Umfeld sorgen. Trader sollten daher kurzfristige Volatilität nicht überinterpretieren, zentrale Unterstützungszonen wie die 0,137 US‑Dollar-Marke bei DOGE genau beobachten und ihre Positionsgrößen dem reduzierten Liquiditätsumfeld anpassen.

    Tokyo Gas & Japans Energie-Matrix: US-Schiefergas, LNG und russische Importe im Fokus

    Tokyo Gas, Japans größter Brennstoff- und Gasversorger, stellt seine globale Beschaffungsstrategie neu auf und rückt stärker in US-Downstream-Geschäfte vor. Das Unternehmen plant, vermehrt in Anlagen am unteren Ende der Wertschöpfungskette zu investieren, darunter Schiefergasprojekte in Osttexas, LNG-Verflüssigungsanlagen, Exportterminals und Energiedienstleister. Ziel ist es, die Profitabilität bestehender Upstream-Engagements zu erhöhen und das letzte Glied der Energieversorgungskette zu stärken. Für die nächste mittelfristige Phase hat das Management die Sicherung solider Erträge aus den bestehenden Investitionen zur Priorität erklärt und will über zusätzliche Asset-Käufe erst nach sorgfältiger Prüfung der Marktbedingungen entscheiden. Parallel dazu prüft Tokyo Gas eine Beteiligung an einem LNG-Projekt in Alaska, das aufgrund der geografischen Nähe zu Japan und des Wegfalls geopolitischer Engpässe in den Transportwegen als strategisch attraktiv gilt.

    Die geplante Expansion ist eingebettet in eine dreisäulige Diversifikationsstrategie, die auf eine Streuung über Länder und Projekte, verschiedene Vertragstypen (lang- und kurzfristig; unterschiedliche Preisindizes) sowie alternative Lieferrouten abzielt. Während sich die Beschaffungsströme traditionell stark auf die Asien-Pazifik-Region konzentrierten, blickt das Unternehmen nun verstärkt auf die Atlantikseite, um zusätzliche Versorgungskanäle zu erschließen. Trotz des internationalen Drucks, russische Energielieferungen zu reduzieren oder einzustellen, betont Tokyo Gas die anhaltende Bedeutung von Sachalin-Gas für die stabile Versorgung Japans. Das Management verweist darauf, dass jede Entscheidung über eine mögliche Reduktion russischer Importe in enger Abstimmung mit der japanischen Regierung getroffen werde und aktuell kein unmittelbarer Handlungsdruck gesehen wird. Diese Haltung unterstreicht das Spannungsfeld zwischen geopolitischen Erwägungen und Versorgungssicherheit in einer Zeit, in der viele Länder ihre Energiestrategien neu ordnen.

    Für Investoren und Energietrader ist die Neupositionierung von Tokyo Gas ein Gradmesser für den Umbau der asiatischen Gas- und LNG-Flüsse. Die Fokussierung auf profitablere Downstream-Assets könnte mittelfristig zu einer stabileren Ertragsbasis führen, zumal die Nachfrage nach verflüssigtem Erdgas in Asien hoch bleibt und Japan seine Energieunabhängigkeit diversifizieren will. Gleichzeitig erhöht der Einstieg in zusätzliche US- und potenziell Alaskanische Projekte die Exponierung gegenüber US-Regulierung, Preisvolatilität und möglichen Umweltauflagen. Der Verbleib russischer Gasvolumina im Portfolio könnte zwar kurzfristig Versorgungssicherheit gewährleisten, birgt aber politische Risiken, falls sich der internationale Druck verstärkt. Insgesamt signalisiert Tokyo Gas, dass es seine Rolle nicht nur als klassischer Versorger, sondern als aktiver Portfolio-Manager entlang der gesamten Wertschöpfungskette versteht – ein Ansatz, der bei erfolgreicher Umsetzung Bewertungsaufschläge rechtfertigen könnte, aber sorgfältig hinsichtlich geopolitischer und Markt-Risiken beobachtet werden sollte.

    Cyberangriff auf Asahi: Produktionsstopp, Umsatzschock und Sicherheits-Umbau

    Asahi, einer der größten Getränke- und Braukonzerne Japans, kämpft weiterhin mit den Folgen eines schweren Ransomware-Angriffs, der im September die Kerngeschäftssysteme in Japan lahmlegte. Die Attacke führte dazu, dass wesentliche Produktions-, Logistik- und Vertriebssysteme zeitweise eingefroren wurden und das Unternehmen viele Prozesse nur eingeschränkt oder manuell abwickeln konnte. In der Folge brachen die Bier- und Alkoholumsätze im November um rund -20% ein, ein deutlicher Einschnitt in einem traditionell wichtigen Absatzmonat. Das Management rechnet damit, dass die Störungen bis ins nächste Jahr hinein andauern werden, bevor sich die operativen Abläufe vollständig normalisieren. Die aktuelle Phase wird intern als Übergang bis zur geplanten „Wiederaufbauphase“ beschrieben, die erst nach der Stabilisierung der Kernsysteme vollständig beginnen kann.

    Als Reaktion auf den Angriff erwägt Asahi die Gründung eines neuen, dedizierten Cybersicherheitsteams, das die Sicherheitsarchitektur des Konzerns grundlegend überarbeiten soll. Das Unternehmen verfolgt einen Zero-Trust-Ansatz und plant, klassische VPN-Strukturen schrittweise abzuschaffen, um seitliche Bewegung von Angreifern im Netzwerk zukünftig zu verhindern. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Cyberangriffen auf globale Industrie- und Konsumgüterkonzerne ein und unterstreicht die Verwundbarkeit auch physisch verankerter Geschäftsmodelle gegenüber digitalen Bedrohungen. Die unmittelbaren Umsatzverluste durch Produktions- und Lieferengpässe werden durch erhöhte Sicherheitsausgaben in den kommenden Quartalen ergänzt, was temporär auf Margen und Cashflows drücken dürfte. Zugleich könnte ein glaubwürdiger Sicherheitsumbau das Vertrauen von Handelspartnern, Kunden und Investoren mittelfristig stärken.

    Für Marktteilnehmer ist der Fall Asahi ein Lehrstück dafür, wie schnell Cyberrisiken reale Umsatz- und Gewinnschäden verursachen können und wie konsequent Unternehmen darauf reagieren müssen. Investoren dürften in den nächsten Quartalen genau beobachten, wie schnell Asahi seine Systeme wieder vollständig hochfährt und welche einmaligen sowie laufenden Kosten aus der Sicherheitsumstellung entstehen. Kurzfristig könnten die Aktien von erhöhter Unsicherheit über den genauen finanziellen Schaden und die Dauer der Beeinträchtigungen belastet bleiben. Mittel- bis langfristig kann ein erfolgreich implementiertes Zero-Trust-Modell jedoch zu einem Wettbewerbsvorteil werden, insbesondere in einem Umfeld, in dem Handelspartner zunehmend Wert auf nachweisbare Cyberresilienz legen. Der Fall stützt zudem die Investmentthesen im Bereich Cybersicherheit, da er zeigt, dass selbst etablierte Blue Chips gezwungen sind, signifikant in Schutzmaßnahmen zu investieren – ein struktureller Rückenwind für spezialisierte Sicherheitsanbieter.

    KURZNEWS

    • ASX – ASX Ltd.: Die australische Börsenbetreiberin steht unter Druck, nachdem die Aufsicht eine zusätzliche Kapitalanforderung von 150 Millionen AUD verhängt hat. Der ASX 200 fiel im frühen Handel um rund -0,6%, zeitweise sogar -0,7%, was die Belastung durch regulatorische Unsicherheit widerspiegelt.
    • COL – Coles: Die australische Supermarktkette gerät wegen ihrer Lebensmittelpreispolitik in den Fokus der Behörden. Neue Vorschriften zur Unterbindung überhöhter Preise könnten die Marge belasten und erfordern eine Anpassung der Preissetzung und Kommunikation gegenüber Verbrauchern.
    • WOW – Woolworths (AU): Auch Woolworths sieht sich verschärfter Überwachung bei der Preisgestaltung von Lebensmitteln ausgesetzt. Regulatorische Eingriffe zur Begrenzung möglicher Überpreise könnten kurzfristig auf die Profitabilität drücken und erhöhen den Druck, Effizienzgewinne in der Lieferkette zu heben.
    • WBD – Warner Bros. Discovery: Die Aktie legte in der vergangenen Woche um rund +16% zu, da der Markt eine mögliche Bieterschlacht erwartet. Paramount Skydance erwägt, sein Übernahmeangebot um bis zu +10% zu erhöhen, um den geplanten Fusionsdeal von Warner mit Netflix zu durchkreuzen.
    • PARA – Paramount Skydance: Paramount Skydance lotet eine deutliche Aufstockung seines Gebots für Warner Bros. aus, um sich strategisch besser im Streaming-Wettbewerb zu positionieren. Ein höheres Angebot könnte jedoch die eigene Bilanz stärker belasten und erhöht den Druck, Synergien rasch zu realisieren.
    • NFLX – Netflix: Netflix steht im Zentrum der Spekulationen um einen möglichen Fusionsdeal mit Warner Bros. Discovery. Die Aussicht auf Konkurrenzangebote von Paramount Skydance nähren Erwartungen an steigende Transaktionsprämien und eine weitere Konsolidierung im Streaming-Sektor.
    • WFRONT – Wealthfront: Das Fintech-Unternehmen sammelte bei seinem Nasdaq-IPO rund 484 Millionen US‑Dollar ein. CEO David Fortunato betont den Fokus auf junge Anleger mit einem Medianalter von 23–24 Jahren, niedrige Gebühren, globale Diversifikation und steueroptimierte Strategien.
    • LULU – Lululemon: Die Aktie sprang im vorbörslichen US-Handel um etwa +10–10,5%, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose angehoben hatte. Der angekündigte Rücktritt von CEO Calvin McDonald im Januar wird von Analysten als Chance für einen strategischen Neustart und neue Innovationsimpulse gesehen.
    • PFE – Pfizer: Pfizer verweist auf positive Studiendaten zu seinem RSV-Impfstoff, der schwangeren Frauen verabreicht wird. In einer 2022 veröffentlichten Studie zeigte der Ansatz eine Wirksamkeit von fast 70% bei der Verhinderung schwerer Symptome bei Säuglingen unter sechs Monaten.
    • RBLX – Roblox: Die Aktie von Roblox steht nach einer Herabstufung durch J.P. Morgan von „Overweight“ auf „Neutral“ unter Druck.
    • CRYPTO – Circle, Ripple, BitGo: Fünf Kryptofirmen, darunter Circle, Ripple und BitGo, erhielten vorläufige Genehmigungen, ausgewählte Bankfunktionen in den USA anzubieten. Sie dürfen Kundengelder in Verwahrung nehmen, sind jedoch nicht vollständig als traditionelle Banken lizenziert.
    • ANC – Anchorage Digital: Anchorage Digital bleibt die erste und bislang einzige föderal gecharterte Krypto-Bank in den USA. Das Unternehmen erwartet, dass langfristig nahezu jede US-Bank in irgendeiner Form zu einer Krypto-Bank wird und positioniert sich entsprechend als Infrastrukturanbieter.
    • SPCX – SpaceX (privat): SpaceX könnte 2026 einen der größten Börsengänge weltweit hinlegen, nachdem sich die Unternehmensbewertung von 400 Milliarden auf 800 Milliarden US‑Dollar verdoppelt hat. Für Alphabet, das seit 2015 investiert ist, entstehen dadurch erhebliche unrealisierte Buchgewinne.
    • GOOGL – Alphabet: Alphabet profitiert doppelt von der KI-Euphorie und seiner frühzeitigen Beteiligung an SpaceX. Das Unternehmen, zunächst als Nachzügler im KI-Rennen wahrgenommen, hat die Marktmeinung gedreht und zählt wieder zu den zentralen Gewinnern des KI-Infrastrukturtrends.
    • UIP – UiPath: UiPath meldet ein starkes Wachstum mit einem Annual Recurring Revenue von über 1,8 Milliarden US‑Dollar, ausgehend von nahezu Null im Jahr 2017. Das Unternehmen bedient mehr als die Hälfte der Fortune 500 und setzt im Vertrieb auf eine klare ROI-Argumentation, während die Aktie dieses Jahr um fast +40% gestiegen ist.
    • NATH – Krypto-Marktstruktur (2026-Ausblick): Bloomberg-Analyst Nathan Dean erwartet 2026 ein „enormes Jahr“ für Krypto, getrieben durch Stablecoin-Regulierung, Entscheidungen von SEC und CFTC sowie ein mögliches breites Marktstrukturgesetz mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70% für das erste Halbjahr. Besonders profitieren könnten Protokolle wie Ethereum und Solana, da Stablecoins ihre Infrastruktur verstärkt nutzen dürften.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    In dieser Woche richten sich die Blicke der Märkte auf zwei zentrale Themen: KI & Infrastruktur sowie Konsum & Einzelhandel. Auf der Technologieseite stehen insbesondere Micron (MU) und Jabil (JBL) im Fokus. Micron gilt als wichtiger Profiteur des KI-Booms, da der Bedarf an High-End-Speicher für Rechenzentren und KI-Anwendungen weiter steigt. Ergänzend liefern Zahlen von Accenture (ACN) Hinweise auf die Investitionsbereitschaft von Unternehmen in digitale Transformation.

    Auf der Konsumseite sind die Ergebnisse von Nike (NKE) und Birkenstock (BIRK) entscheidend für die Stimmung im Einzelhandel. FedEx (FDX) fungiert zudem als Frühindikator für den globalen Warenverkehr und damit für die Konsumnachfrage insgesamt.

    IM BLICKPUNKT

    • J.P. Morgan zu RBLX – Roblox: Abstufung von „Overweight“ auf „Neutral“, da die Analysten begrenztes Aufwärtspotenzial sehen und auf Herausforderungen bei Nutzerbindung und Buchungen verweisen.
    • J.P. Morgan zu LULU – Lululemon: Aufstufung auf „Overweight“, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose angehoben hat und der CEO-Wechsel als positiver Katalysator für einen strategischen Neustart gewertet wird.
    • Strategen-Kommentar zu KI-Sektor (Mag 7 / Nasdaq): Mehrere Analysten widersprechen der These einer KI-Blase und verweisen darauf, dass der Nasdaq aktuell beim etwa 35‑fachen Gewinn handelt, verglichen mit 75–90 in der Dotcom-Ära, während die „Mag 7“ rund 20 % ihres Umsatzes in KI investieren und um 30–35 % wachsen.
    • Makro-Strategen zu KI-Produktivität & Fed: Analysten betonen, dass die jüngsten Fed-Projektionen („Goldilocks“-Mix) eine Wette auf beschleunigtes Produktivitätswachstum im nächsten Jahr darstellen und warnen, dass ohne diese Effizienzgewinne weder deutlich niedrigere Zinsen noch nicht-inflationäres Wachstum möglich sind.
    • Politik- und Marktanalysten zu China-Semiconductors: Experten heben hervor, dass Chinas geplantes Anreizpaket von 28–70 Milliarden US‑Dollar für die Chipindustrie die Kosten heimischer Anbieter wie Huawei senken und die Wettbewerbsposition von Nvidias H200-Chip im Kosten-Leistungs-Vergleich schwächen könnte.

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    DAX vor Alltime-High und Oracle: KI-Zweifel belasten Datencenter – Broadcom & Nvidia

    KURZ & KNAPP

    Oracle und Broadcom stehen wegen schwächerer KI- und Datencenter-Signale unter Beobachtung. Analysten kritisieren Einmaleffekte in der Gewinnrechnung und warnen vor überdehnten Capex-Plänen. Zugleich bleiben Zweifel an der Tragfähigkeit der hochgehebelten KI-Infrastruktur. Die Federal Reserve sorgt mit erneuten Zinssenkungen und zusätzlichen T-Bill-Käufen für reichlich Liquidität und Fragen nach Systemrisiken.

    An den US-Börsen erzeugt die Rotation von Tech hin zu Industrie-, Finanz- und Value-Titeln spürbare Verschiebungen. Edelmetalle wie Gold und vor allem Silber sowie Industrierohstoffe wie Kupfer markieren markante Marken, während Öl und Gas technisch uneinheitlich wirken. Kryptowährungen wie Bitcoin bleiben trotz Rücksetzern in einem übergeordneten Aufwärtstrend.

    In Europa klettert der DAX auf neue Rekordbereiche, getragen von Zyklikern wie Siemens, Daimler Truck und Bilfinger. Auch Konsum- und Sportartikelwerte wie Adidas, Puma und Nike melden sich zurück. Strategen heben zudem die Bedeutung von Emerging Markets, der globalen Rohstoffstory und der anhaltenden Debatte um Staatsverschuldung und Refinanzierungsbedarf der USA hervor.

    AUSBLICK US-Märkte

    • Diverse Analysten zu KI- und Cloud-Sektor (u.a. ORCL, AVGO, KI-Infra): Nach den enttäuschenden Ergebnissen von Oracle und Broadcom warnen mehrere Häuser vor einem möglichen „Platzen der KI-Datencenter-Blase“ und sehen die Qualität der Gewinne – etwa bei Broadcoms EPS, das ohne Einmaleffekte eher bei 0,46 US-Dollar statt 1,95 US-Dollar liegen soll – kritisch. Investoren werden zu mehr Selektivität und Fokus auf solide Cashflows statt aggressiv fremdfinanzierter Capex-Storys aufgerufen.
    • Makro- und Bankenstrategen zur Fed und US-Finanzsystem: Kommentatoren interpretieren die neuen T-Bill-Käufe der Fed in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat und die Aufhebung der 500-Milliarden-Grenze für die Standing Repo Facility als Zeichen latenter Spannungen im Bankensystem. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, was die Rolle der Fed als Käufer und Stabilisator von Staatsanleihen weiter aufwertet.
    • Rohstoff-Analysten zu Silber: Marktbeobachter stellen fest, dass Silber gemessen an verschiedenen Indikatoren – inklusive des Silber-zu-S&P-500-Verhältnisses – so überkauft ist wie seit 45 Jahren nicht mehr. Trotz eines weiterhin positiven strukturellen Ausblicks sehen sie kurzfristig erhöhtes Rückschlagsrisiko und empfehlen vorsichtiges Positionsmanagement.
    • Strategen zu Emerging Markets (JP Morgan): JP Morgan stuft Emerging Markets als dauerhaftes Kernthema bis mindestens 2026 ein, mit erwarteten Wachstumsraten von etwa 2,0% für die USA, 1,5% für die EU, 4–5% für China und 3,3% für EM ex-China. Die Bank betont, dass massive KI-Investitionen, US-Steuersenkungen und eine nur temporär starke Dynamik in China (vor allem im ersten Halbjahr 2026) die relative Attraktivität ausgewählter Schwellenländer erhöhen.
    • Strategen zu Rohstoffen allgemein: Einige Häuser sehen Rohstoffe in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren der technologischen Transformation sind und die Preisseite im Energiesektor nach unten begrenzt erscheint. Besonders im Fokus stehen neben Öl auch Metalle wie Kupfer, dessen jüngster Rekordlauf als Indikator für stärkere Nachfrage nach Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus gewertet wird.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    DAX auf Rekordkurs: Jahresendrallye, Branchenrotation und zyklische Gewinner

    Der DAX 40 hat in den vergangenen Tagen einen massiven Kursschub erlebt und dabei den Abwärtstrend vom Allzeithoch klar nach oben durchbrochen. Der Index kletterte auf rund 24.300 Punkte und ließ die psychologisch wichtige Marke von 24.000 deutlich hinter sich, beflügelt von der US-Zinssenkung und einer freundlichen Stimmung an den asiatischen Tech-Märkten. Aktuell notiert der DAX um 24.4 und visiert kurzfristig die Marke von 24.500 Punkten an; im weiteren Verlauf bis Jahresende sehen Trader gutes Potenzial für ein Anlaufen des Allzeithochs bei 24.771 Punkten. Ein Wochenschluss über 24.400 wird als starkes technisches Signal gewertet, das die Chancen auf eine Verlängerung der Rallye nach Norden deutlich erhöht.

    Besonders interessant ist die Branchenrotation, die sich parallel zur Bewegung in den USA zeigt. Während der techlastige Nasdaq teilweise im Minus tendiert, gewinnen zyklische und dividendenstarke Titel im DAX an Bedeutung. Die jüngste Leitzinssenkung der Fed sowie steigende Anleiherenditen – etwa 4,15–4,17% in den USA – begünstigen klassische Zykliker und Industriedienstleister wie Bilfinger, die durch das Überwinden charttechnischer Widerstände neue Kaufsignale geliefert haben. Auch große Industrie-Bluechips wie Siemens werden als Profiteure eines erwarteten Konjunkturaufschwungs gesehen und könnten nach Ansicht von Analysten bis Jahresende wieder Kurse um 250 Euro erreichen. Hinzu kommen Nutzfahrzeughersteller wie Daimler Truck mit Kurszielen von 42 bis im Best Case 45 Euro, die die zyklische Erholung bereits im Kursverlauf widerspiegeln.

    Aus saisonaler Sicht kommt dem DAX zugute, dass der Index historisch besonders starke Monate im Januar, April, Juli und Dezember aufweist, was die Hoffnung auf eine Jahresend-Rallye trotz anhaltender Skepsis am Markt nährt. Statistisch sind neue Allzeithochs im Dezember gut untermauert, sofern das technische Bild intakt bleibt und Schlüsselunterstützungen – insbesondere 24.200 und 24.150 – nicht signifikant unterschritten werden. Der sehr niedrige VDAX um 15,09 deutet zudem auf eine Rallye ohne große Pausen hin, könnte aber bei unerwarteten Schocks schnell anspringen. Für Trader bleibt der DAX damit ein klar bullischer Markt, in dem Rücksetzer eher als Einstiegschancen gesehen werden. Strukturell profitieren neben Industriewerten auch ausgewählte Konsum- und Luftfahrtaktien, etwa Lufthansa, die von ungebrochener Reiselust und einem möglichen Ausbruch über den Widerstand bei 8,30–8,35 Euro träumt, was ein technisches Ziel bis 9,20–9,50 Euro eröffnen würde.

    Rotation nach der Fed: Von Tech zur Old Economy – Dow stark, Nasdaq wackelt

    Die dritte Zinssenkung der Federal Reserve in Folge hat die große Sektor-Rotation an der Wall Street weiter befeuert. Während die großen US-Indizes neue oder nahe Allzeithochs markierten, stieg der Dow Jones am Donnerstag um mehr als 600 Punkte, getrieben von Industriewerten, Materialien und Finanztiteln. Gleichzeitig gerieten Technologie– und Kommunikationsdienstleister unter Druck, was sich insbesondere in schwächeren Nasdaq-Futures widerspiegelt, die vor der heutigen US-Eröffnung mit bis zu -0,56% im Minus liegen. Die Rotation weg von hoch bewerteten Tech-Namen wird von manchen Marktteilnehmern als Trend gesehen, der sich bis 2026 fortsetzen könnte, vor dem Hintergrund höherer Zinsen, steigender Kapitalbindung und einer Neubewertung der KI-Euphorie.

    Fundamental wird diese Entwicklung durch ein Umfeld getragen, in dem monetäre und fiskalische Stimuli weiterhin aktiv sind, aber die Renditen am langen Ende – etwa die 10-jährige US-Treasury mit 4,17% – eine attraktive Alternative zu riskanten Growth-Stories bieten. Gleichzeitig verweisen Strategen auf einen möglichen „Superzyklus“ bei Investitionsausgaben, M&A-Aktivitäten und Infrastruktur, der vor allem klassischen Zyklikern und Finanzwerten zugutekommen soll. Die S&P 500 liegt auf Jahressicht nahe einem Plus von +20% – zum dritten Mal in Folge –, wobei die Marktbreite zuletzt zunahm und nicht mehr ausschließlich von Mega-Cap-Tech getrieben wird. Historische Daten zeigen zudem, dass Zinssenkungszyklen bei robustem Wachstum häufig Rückenwind für Aktien liefern, auch wenn das Bewertungsniveau bereits anspruchsvoll ist.

    Für Trader bedeutet die aktuelle Konstellation, dass reine Tech- und KI-Beta-Strategien erstmals seit Monaten ernsthafte Konkurrenz durch Value- und Zykliker-Allokationen bekommen. Das Argument, ein überkaufter Markt müsse zwangsläufig sofort korrigieren, wird von einigen Häusern explizit zurückgewiesen: Überkaufte Zustände könnten laut ihnen eher eine Bedingung darstellen, die über längere Zeit anhalten kann, anstatt ein direktes Verkaufssignal. Kurzfristig könnte die Underperformance des Nasdaq anhalten, solange Enttäuschungen bei Einzelwerten wie Oracle und Broadcom nachwirken und Anleger Gewinne in Highflyern realisieren. Mittel- bis langfristig rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob Investoren ihre Portfolios stärker diversifizieren und Cashflows aus Gewinnersektoren wie Industrie, Energie und Finanzwerte nutzen, um Rücksetzer in qualitativ hochwertigen Wachstums- und KI-Werten selektiv einzukaufen.

    Fed schneidet Zinsen, pumpt Liquidität – Rallye auf Rekordständen, aber Systemfragen nehmen zu

    Die US-Notenbank hat ihre dritte Zinssenkung in Folge vollzogen und zugleich die Wachstumsprognose leicht nach oben sowie die Inflationserwartung moderat nach unten angepasst, was die Risikofreude an den Märkten weiter angeheizt hat. Gleichzeitig startete die Fed am 12. Dezember mit monatlichen Käufen von etwa 40 Milliarden US-Dollar in kurzlaufenden Staatsanleihen (T-Bills), um das Finanzsystem zu stützen und Banken zusätzliche Liquidität zu verschaffen. Parallel wurde die Obergrenze von 500 Milliarden US-Dollar für die Standing Repo Facility aufgehoben – ein Notfenster, an das sich Institute wenden, wenn sie anderweitig keine Refinanzierung mehr bekommen. Die unmittelbare Reaktion an den Geldmärkten war ein deutlicher Rückgang der SOFR-Rate auf etwa 3,9%, den niedrigsten Stand seit drei Jahren, was auf eine Entspannung im kurzfristigen Funding deutet.

    Hinter der offensichtlichen Börsen-Euphorie sehen einige Marktbeobachter aber auch Alarmzeichen. Zum einen ist die Margin Debt, also die Verschuldung auf Wertpapierdepots, auf einem absoluten Rekordhoch, was auf eine außergewöhnlich hohe Hebelung im System hindeutet. Zum anderen weist die Fed-Liquiditätsoffensive darauf hin, dass die Notenbank angesichts der Tatsache, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, einen reibungslosen Ablauf am Markt für Staatsanleihen sicherstellen will. Kritische Stimmen sprechen bereits von zwei parallelen Spielfeldern: einer verdeckten Bankenrettung und einer Unterstützung der Regierung bei der massiven Neuemission von Schuldtiteln. Hinzu kommen interne Differenzen im FOMC, wo etwa Austin Goolsbee für eine Zinspause plädierte, während andere Mitglieder aus Sorge um den Arbeitsmarkt weitere Lockerungsschritte rechtfertigten.

    Trotz dieser Spannungsfelder bleiben Aktien auf oder nahe Allzeithochs, was die Frage aufwirft, wie nachhaltig der aktuelle Bullenmarkt ist, wenn er durch geldpolitische Stützungsmaßnahmen und hohe Hebelung angetrieben wird. Sollte das Vertrauen in die Tragfähigkeit der US-Staatsfinanzen oder in die Funktionsfähigkeit der Geldmärkte erodieren, könnten die derzeitigen Liquiditätsspritzen als Frühindikator für tieferliegende Systemrisiken interpretiert werden. Für Anleger erhöht sich damit die Bedeutung eines konsequenten Risikomanagements: Neben einer sektoral breiter aufgestellten Aktienallokation rücken Liquiditätsqualität, Laufzeitenstruktur bei Anleihen und das Exposure zu hoch verschuldeten Vehikeln stärker in den Fokus. Kurzfristig überwiegt zwar der Rückenwind durch die Fed und die Aussicht auf weitere, wenn auch moderatere Zinssenkungen im kommenden Jahr, doch mittel- bis langfristig steigt die Abhängigkeit der Märkte von einer fortgesetzten Bereitschaft der Notenbank, als Sicherheitsnetz für Banken- und Staatsschulden zu fungieren.

    KI-Infrastruktur unter Druck: Oracle-Enttäuschung, Broadcom-Schock und Zweifel an der Datacenter-Rallye

    Die hochgejubelte KI-Datencenter-Story bekommt erste tiefe Risse: Nach den als „Desaster“ bezeichneten Zahlen von Oracle hat nun auch Broadcom Anleger deutlich enttäuscht. Broadcom meldete zwar auf den ersten Blick einen GAAP-Profit von 8,5 Milliarden US-Dollar, doch darin steckte eine einmalige Steuergutschrift von 3 Milliarden US-Dollar, wodurch der „reale“ Gewinn pro Aktie nur bei etwa 0,46 US-Dollar liegen soll statt der kommunizierten 1,95 US-Dollar. Besonders kritisch bewertet wurde der vage Ausblick für das AI-Chip-Geschäft: CEO Hock Tan sprach von einem Auftragsbestand von 73 Milliarden US-Dollar an AI-Produkten über die nächsten sechs Quartale, ohne jedoch einen klaren Jahresumsatz für das Segment zu nennen. Zudem sollen die Umsätze mit neuen XPU-Lösungen erst zwischen 2027 und 2029 in nennenswerter Höhe anlaufen, nicht schon 2026, wie von vielen Investoren erhofft.

    Bei Oracle sorgten bereits zuvor hohe Investitionspläne in KI-Infrastruktur bei gleichzeitig enttäuschenden Prognosen für eine deutliche Ausweitung der Credit Default Swaps und wachsende Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Mehrere Analysten warnen inzwischen, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur zunehmend über Fremdkapital finanziert wird und die Margen unter Druck geraten: KI bringe zwar enormen Volumen-Zuwachs, „fresse“ aber den Profit. Datenzentren entwickelten sich von Cashflow-Maschinen zu hochgehebelten Finanzvehikeln, was Parallelen zu früheren Phasen exzessiver Finanzinnovation aufwerfe. Dazu kommt die Kritik an „zirkulären Deals“ im AI-Ökosystem – etwa bei Nvidia und OpenAI –, bei denen Beteiligungen und Gegengeschäfte die Transparenz der tatsächlichen Nachfrage und Profitabilität verwässern könnten; selbst Microsofts AI-Chef beobachtet diese Strukturen sehr genau.

    Auf Makro-Ebene verschärfen Energie- und Infrastrukturengpässe die Zweifel an einer friktionslosen Skalierung der KI-Revolution: Während China derzeit an 30 Atomreaktoren baut, wurden in den USA in jüngerer Zeit keine neuen Projekte dieser Größenordnung gestartet, und immer mehr Energievorhaben für Rechenzentren werden wegen steigender Strompreise storniert. Das wirft die Frage auf, ob die ambitionierten KI-Capex-Pläne überhaupt physisch und wirtschaftlich umsetzbar sind, ohne die Profitabilität massiv zu beeinträchtigen. Für Investoren bedeutet das keinen Abgesang auf KI als Langfrist-Thema – viele Häuser sehen den strukturellen Trend über 10–15 Jahre weiter intakt –, aber eine klare Mahnung zur Selektivität. Anstatt blind auf die nächsten Posterchilds zu setzen, rückt eine breitere Sicht auf das Ökosystem in den Vordergrund, inklusive asiatischer Zulieferer in Süd Korea, Japan und ASEAN, die in Assembly & Testing tätig sind. Kurzfristig könnte aber das Narrativ eines „Platzens der KI-Datacenter-Blase“ die Bewertungsfantasie vieler Highflyer begrenzen und Volatilität deutlich erhöhen.

    Rohstoffe im Fokus: Rekord-Gold, Silber-Extrem, Öl- und Kupferpreissignale

    Am Rohstoffmarkt häufen sich Signale eines neuen Aufschwungs, angeführt von Gold, das jüngst ein neues Allzeithoch markiert hat. In einem vierstündigen Chartbild hat der Goldpreis den entscheidenden Widerstand der sogenannten „Welle 1“ nach oben durchbrochen, was technisch als klares Kaufsignal gilt. Analysten, die bereits long positioniert sind, haben ihre Stopps über den Einstiegskurs nachgezogen, um Gewinne zu sichern, und sehen damit den Trend eindeutig bestätigt. Parallel dazu ist Silber in einen historischen Extrembereich gelaufen: Nach Einschätzung eines Marktbeobachters ist Silber so überkauft wie seit 45 Jahren nicht mehr, wenn man etwa das Verhältnis Silber zu S&P 500 betrachtet.

    Auch bei Industrierohstoffen zeigt sich eine deutliche Dynamik. Kupfer hat ein frisches Rekordhoch markiert, mit Notierungen von rund 11.940 US-Dollar je Tonne und damit nahe der Marke von 12.000 US-Dollar. Der Preisanstieg um +0,6% allein am Berichtstag krönt eine dreiwöchige Rallye, die durch eine Kombination aus knappem Angebot und der Erwartung höherer Nachfrage nach der Fed-Zinssenkung getrieben wird. Vorziehende Lieferungen in die USA vor möglichen neuen Trump-Tarifen auf Kupfer verknappen das Angebot im Rest der Welt zusätzlich. Beim Öl wiederum hat sich der Preis von seinem niedrigsten Schlusskurs seit fast zwei Monaten erholt, gestützt durch eine vom IEA erstmals seit Monaten nach oben angepasste Einschätzung des Marktausgleichs.

    Die Diskrepanz zwischen physischem Markt und „Papiermarkt“ bleibt dabei ein zentrales Thema: Laut Analystin Sara Bakshuri reagieren Algorithmen hochsensibel auf Nachrichten und Schlagzeilen, wodurch die Preisbildung manchmal stärker von Sentiment als von realen Flussdaten bestimmt wird. Dennoch habe OPEC durch marktbasierte Entscheidungen und eine realitätsnahe Datapolitik wesentlich zur vergleichsweise geringen Volatilität bei Öl im Jahr 2025 beigetragen – trotz geopolitischer Spannungen in der Ukraine, verschärfter US-Sanktionen gegen Venezuela und globaler Wachstumssorgen. Für Investoren sehen einige Häuser Rohstoffe insgesamt in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren für die technologische Transformation – von Elektromobilität bis hin zu Rechenzentren – darstellen. Gleichzeitig warnen Techniker bei Silber vor der Gefahr einer Korrektur aus einem extrem überkauften Zustand und erwarten im Edelmetallkomplex zwischenzeitliche Rücksetzer, bevor der übergeordnete Bullenmarkt weiterläuft. Im Energiesegment bleibt WTI charttechnisch „auf der Kippe“, weshalb viele Trader nur auf klare Signale agieren, während Natural Gas nach einem heftigen Absturz erst die Ausbildung einer Welle-B-Gegenbewegung abwarten, bevor neue Short- oder Long-Setups attraktiv erscheinen.

    KURZNEWS

    • BTC – Bitcoin: Die größte Kryptowährung notiert nach einem Rückgang von -0,67% bei rund 92.235 US-Dollar und hält sich weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend. Analysten erwarten bei einem Bruch des Wochenhochs im Bereich 94.000–95.000 US-Dollar weiteres Potenzial, während die Zone um 90.000 US-Dollar als wichtige Unterstützung gilt, gestützt durch ETF-Zuflüsse und institutionelle Nachfrage.
    • MUV2 – Münchener Rück: Die Aktie des Rückversicherers liegt in einem Cap-Zertifikat (VK 3 8 L 9) rund +35% im Plus und notiert aktuell bei etwa 562,20 Euro, also oberhalb des Cap-Niveaus von 550 Euro mit einer Maximalrendite von +28% im Zertifikat. Trotz Einstufungen US-amerikanischer Analysten als „Hold“ oder „Reduce“ und einer Überbewertung über dem ermittelten fairen Wert überzeugt das Unternehmen mit einem Gewinnsprung von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf über 6 Milliarden Euro in nur vier Jahren.
    • BFL – Bilfinger: Die Aktie des Industriedienstleisters gilt als Profiteur des erwarteten Konjunkturaufschwungs in Deutschland, den die Deutsche Bank mit einem Wachstum von rund +1,5% veranschlagt. Bilfinger hat jüngst den Widerstand aus dem Oktober überwunden und damit ein technisches Kaufsignal generiert, was weiteren Spielraum nach oben eröffnet.
    • SHL – Siemens Healthineers / SIE – Siemens (Fokus Siemens): Siemens als klassischer Zykliker könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern bis zum Jahresende wieder Kurse um 250 Euro erreichen. Die Aktie profitiert von der zyklischen Erholung und der Renaissance industrieller Investitionen, die durch niedrigere Zinsen und verstärkte Infrastrukturprogramme unterstützt werden.
    • DTG – Daimler Truck: Der Nutzfahrzeughersteller gefällt Analysten charttechnisch sehr gut, mit einem Kursziel von rund 42 Euro, was etwa +10% Potenzial bedeutet. Im Best-Case-Szenario werden in den kommenden Wochen Kurse bis 45 Euro (rund +18–20%) für möglich gehalten, da sich die Konjunkturerholung im Kursverlauf widerspiegelt.
    • LHA – Lufthansa: Die Airline profitiert weiterhin von einer ungebrochenen Reiselust und könnte bei einem Ausbruch über den Widerstand bei 8,30–8,35 Euro technisch Luft bis in den Bereich von 9,20–9,50 Euro haben. Trader sehen hier ein Aufwärtspotenzial von etwa +12–13% in den kommenden Wochen und erwägen kleine Trading-Positionen.
    • DOUG – Douglas: Der Parfümerie- und Beautykonzern nähert sich einem massiven charttechnischen Widerstand und steht daher auf vielen Watchlists. Ein nachhaltiger Sprung über die Marke von 13 Euro würde ein Kaufsignal mit Kurszielen zwischen 14 und 14,50 Euro liefern, wobei das kommende Weihnachtsgeschäft als zusätzlicher Kurstreiber gesehen wird.
    • BMW – BMW: Die Aktie des Münchener Autobauers ist zuletzt wieder gefragt, gestützt durch eine neue Modellpalette und eine Neubewertung des Verbrenner-Themas in der EU. Ein signifikanter Kursanstieg über 91 Euro wurde zunächst von einer Konsolidierung gefolgt, dennoch wird BMW aktuell sogar als „Hotstock“ im Aktionär-Magazin geführt.
    • ADS – Adidas: Nach einem schwachen Jahr zählt die Aktie zu den Verlierern, hat aber in der Zone zwischen 155 und 160 Euro eine solide Unterstützungsbasis ausgebildet. Aktuell greift Adidas die Marke von 165–166 Euro an; bei einem positiven Wochenschluss werden Erholungen in Richtung 175–188 Euro erwartet, unterstützt von starken Zahlen des US-Konkurrenten Lululemon, insbesondere aus China.
    • PUM – Puma: Puma profitiert von einem optimistischen Branchenausblick und der Erwartung, dass sich auch andere Sportartikelhersteller stabilisieren. Ein laufendes Zertifikat (MM5 NGN) auf die Aktie liegt bereits rund +5,5% im Plus, während Kursziele im Bereich von 22,80–23,00 Euro sowie potenzielle Übernahmefantasie die Story abrunden.
    • SU – Schneider Electric: Der französische Elektrotechnik- und Infrastrukturspezialist wird von Analysten als Wert mit sehr großem Kurspotenzial gesehen. In einem gehebelten Produkt (MM5 NGN, Hebel knapp 4) liegt die Position rund +13,5% im Plus, während Häuser wie Bernstein Research das Kursziel auf 275 Euro angehoben haben (aktueller Kurs etwa 240 Euro), gestützt auf eine starke Position im lukrativen Rechenzentrumsmarkt.
    • NKE – Nike: Die Aktie des Sportartikelriesen zeigt nach mehreren schwachen Jahren seit der Pandemie Anzeichen eines Turnarounds und legte zuletzt um knapp +3% zu. Analysten sehen ein Kurspotenzial von rund +22% bis etwa 83 US-Dollar, mit besonders bullischen Szenarien, die Kurse bis 120 US-Dollar ins Spiel bringen, während die kommenden Quartalszahlen am 18. Dezember als Weichensteller für 2026 gelten.
    • LLY – Eli Lilly: Die Aktie des Pharmakonzerns verzeichnete nach der Vorstellung eines neuen, noch wirksameren Abnehm-Medikaments einen Rückgang von etwa -10%. Dennoch bleibt der übergeordnete Trend klar aufwärtsgerichtet: Seit August hat die Aktie insgesamt um +40–50% zugelegt, was die hohe Erwartungshaltung des Marktes an das Adipositas-Geschäft widerspiegelt.
    • COST – Costco: Der Discounter übertraf in seinen jüngsten Zahlen die Erwartungen, insbesondere bei den Same-Store-Sales. Das Wachstum basiert allerdings weniger auf Konsumfreude als auf einem durch Inflation und Preisdruck erzwungenen Sparverhalten der Kunden, die gezielt nach günstigen Angeboten suchen und größere, effizientere Einkäufe tätigen – ein Muster, das auch Walmart und Dollar Tree zeigen.
    • LULU – Lululemon: Nach CEO-Abgang und Berichten über interne Machtkämpfe legte die Aktie kurzfristig deutlich zu und schnitt besser ab als befürchtet. Strukturell erkennen Analysten allerdings typische Spätzyklusphänomene: interne Konflikte um Strategie und Markenidentität könnten darauf hindeuten, dass das Wachstum in eine reifere Phase eintritt.
    • TLRY – Tilray (Cannabis-Sektor): Cannabis-Aktien wie Tilray steigen im vorbörslichen US-Handel stark, Tilray liegt nach Medienberichten um etwa +28% im Plus. Auslöser sind Signale, dass US-Präsident Trump Marihuana von der höchsten Risikostufe auf eine niedrigere umstufen will, was Vertrieb, Besteuerung und Zugang zu Bankdienstleistungen für den Sektor erleichtern könnte.
    • ASML – ASML: Der CEO des europäischen Chipmaschinenbauers bezeichnet das aktuelle KI-Investitionsumfeld als „Arms Race“, sieht aber keine Blase im Sektor. Zugleich warnt er, dass Europa beim globalen Halbleitergeschäft mit nur 1–2% Marktanteil klar zurückliegt und fordert deutlich bessere Rahmenbedingungen, um das Ökosystem wieder stärker auf den Kontinent zu holen.
    • SPACE – SpaceX (privat): Elon Musk hat Berichte bestätigt, dass SpaceX im Jahr 2026 an die Börse gehen will, und reagierte damit auf einen Kommentar, wonach nun der richtige Zeitpunkt für ein IPO sei. Über die Bewertung kursieren Spekulationen von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar, wobei Musk selbst Schätzungen von 800 Milliarden US-Dollar zurückwies; sein Anteil von über 40% könnte damit höher bewertet sein als seine Beteiligung an Tesla.

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    IM BLICKPUNKT

    • Diverse Analysten zu KI- und Cloud-Sektor (u.a. ORCL, AVGO, KI-Infra): Nach den enttäuschenden Ergebnissen von Oracle und Broadcom warnen mehrere Häuser vor einem möglichen „Platzen der KI-Datencenter-Blase“ und sehen die Qualität der Gewinne – etwa bei Broadcoms EPS, das ohne Einmaleffekte eher bei 0,46 US-Dollar statt 1,95 US-Dollar liegen soll – kritisch. Investoren werden zu mehr Selektivität und Fokus auf solide Cashflows statt aggressiv fremdfinanzierter Capex-Storys aufgerufen.
    • Makro- und Bankenstrategen zur Fed und US-Finanzsystem: Kommentatoren interpretieren die neuen T-Bill-Käufe der Fed in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat und die Aufhebung der 500-Milliarden-Grenze für die Standing Repo Facility als Zeichen latenter Spannungen im Bankensystem. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, was die Rolle der Fed als Käufer und Stabilisator von Staatsanleihen weiter aufwertet.
    • Rohstoff-Analysten zu Silber: Marktbeobachter stellen fest, dass Silber gemessen an verschiedenen Indikatoren – inklusive des Silber-zu-S&P-500-Verhältnisses – so überkauft ist wie seit 45 Jahren nicht mehr. Trotz eines weiterhin positiven strukturellen Ausblicks sehen sie kurzfristig erhöhtes Rückschlagsrisiko und empfehlen vorsichtiges Positionsmanagement.
    • Strategen zu Emerging Markets (JP Morgan): JP Morgan stuft Emerging Markets als dauerhaftes Kernthema bis mindestens 2026 ein, mit erwarteten Wachstumsraten von etwa 2,0% für die USA, 1,5% für die EU, 4–5% für China und 3,3% für EM ex-China. Die Bank betont, dass massive KI-Investitionen, US-Steuersenkungen und eine nur temporär starke Dynamik in China (vor allem im ersten Halbjahr 2026) die relative Attraktivität ausgewählter Schwellenländer erhöhen.
    • Strategen zu Rohstoffen allgemein: Einige Häuser sehen Rohstoffe in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren der technologischen Transformation sind und die Preisseite im Energiesektor nach unten begrenzt erscheint. Besonders im Fokus stehen neben Öl auch Metalle wie Kupfer, dessen jüngster Rekordlauf als Indikator für stärkere Nachfrage nach Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus gewertet wird.

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    Broadcom: KI-Boom treibt Umsatzsprung – Alphabet & Nvidia

    KURZ & KNAPP

    Broadcom übertrifft mit starken Quartalszahlen und einem kräftigen Ausblick die Erwartungen, der KI-Umsatz soll sich verdoppeln. Dennoch gibt die Aktie nach, da die Bewertung nach einem langen Höhenflug als anspruchsvoll gilt. Parallel dazu weitet sich die Rallye an der Wall Street aus, Small Caps und der gleichgewichtete S&P 500 markieren Rekordstände. Die Rotation weg von Mega-Caps wie Alphabet, Nvidia und Tesla hin zu breiter aufgestellten Segmenten prägt das Bild.

    Die jüngste Fed-Zinssenkung und Erwartungen an fiskalische Impulse beflügeln die Marktbreite und stützen zyklische Sektoren. Diskutiert wird das Spannungsfeld zwischen sinkenden Kurzfristzinsen und möglichem Druck am langen Ende der Anleiherenditen durch hohe Defizite. Branchenstories reichen von der unter Druck stehenden, aber sich neu sortierenden Luftfahrt bis zu strukturellen Trends in Mobilität, Energieeffizienz und Wärmepumpen.

    In Asien orientieren sich Nikkei 225, Hang Seng und China A50 an der positiven US-Vorlage und profitieren von Konjunkturhoffnungen. Makroseitig bleibt die Zinskurve ein zentrales Thema, während ein stärkerer US-Dollar und die Entwicklung bei Gold und Silber genau beobachtet werden. Europäische Klimaanpassung, steigender Kühlbedarf und der Ausbau effizienter Gebäudetechnik gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

    RÜCKSPIEGEL

    US NACHBOERSE

    An der Wall Street setzte sich der Rekordlauf fort: Dow Jones und S&P 500 markierten neue Allzeithochs, während der NASDAQ 100 leicht im Minus schloss, belastet von schwächeren Mega-Caps. Die Marktbreite war sehr stark, da neben dem klassisch gewichteten auch der S&P 500 gleichgewichtet neue Rekordstände erreichte. Besonders auffällig war der Russell 2000, der um +1,3% zulegte und ein frisches Rekordhoch markierte; auch Mid Caps (S&P 400) und Micro Caps erreichten neue Höchststände. Investoren spielen zunehmend ein Reflations- und Breiten-Szenario, gestützt durch Erwartungen an fiskalische Impulse und mögliche finanzielle Deregulierung im kommenden Jahr.

    Im Fokus der Nachbörse stand AVGO – Broadcom, nachdem das Unternehmen seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegte: Umsatz von 18,02 Mrd. US‑Dollar übertraf den Konsens von 17,47 Mrd. US‑Dollar, das EPS von 1,95 US‑Dollar lag klar über den erwarteten 1,86 US‑Dollar. Noch wichtiger war der Ausblick: Für das erste Geschäftsquartal 2026 stellt Broadcom rund 19,1 Mrd. US‑Dollar Umsatz in Aussicht, etwa +28% Wachstum zum Vorjahr und deutlich über den Markterwartungen; der KI-Umsatz soll sich im laufenden Quartal auf 8,2 Mrd. US‑Dollar im Jahresvergleich verdoppeln. Trotz der starken Zahlen und der Ankündigung einer Dividendenerhöhung auf 0,65 US‑Dollar je Aktie reagierte der Markt volatil: Die Aktie drehte nach anfänglichen Gewinnen in der Nachbörse ins Minus und fiel um rund -4,5% auf 388,20 US‑Dollar. Unter den Blue Chips überzeugten im regulären Handel vor allem Visa mit +6%, Disney sowie American Express mit jeweils rund +2%, während Alphabet mehr als -2% verlor und Broadcom, Nvidia und Tesla jeweils über -1% nachgaben.

    ASIATISCHE BOERSEN

    In Asien setzten die Märkte am Morgen überwiegend auf die positive Wall-Street-Vorlage auf. Der japanische Nikkei 225 steigt um +0,07% auf 50.920 Punkte und bleibt damit in der Nähe seiner jüngsten Rekordniveaus. In Hongkong legt der Hang Seng um +1,00% auf 25.991 Punkte zu, gestützt von einer wieder auflebenden Risikoappetit-Stimmung und der Hoffnung auf eine anhaltende Erholung in China. Der chinesische China A50 gewinnt +0,28% auf 15.277 Punkte, nachdem Konjunkturhoffnungen und die Diskussion über weitere fiskalische Unterstützung im Vordergrund stehen.

    Einzeltitel-seitig stehen in Asien vor allem zyklische und technologiegetriebene Namen im Fokus, die vom globalen KI- und Digitalisierungsboom profitieren sollen, konkrete Kursbewegungen wurden jedoch nicht genannt. Zudem spielt im Hintergrund die strukturelle Schwäche der Luftfrachtmärkte sowie der anhaltende Pilotenmangel bei nordamerikanischen Airlines in die Bewertung asiatischer Fluggesellschaften und Logistiker hinein. Die Anleger in der Region beobachten darüber hinaus genau die jüngsten Signale der US-Notenbank, nachdem die Fed die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt und zugleich ein insgesamt optimistisches Bild für das US-Wachstum gezeichnet hat. Die Kombination aus lockererem Geld, möglichen globalen Stimuluspaketen und robusten US-Aktienmärkten wirkt derzeit unterstützend auf die Risikobereitschaft in Asien.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    AVGO – Broadcom: KI-Boom treibt Rekorde, Aktie dreht nach starken Zahlen ins Minus

    Broadcom hat mit seinen Zahlen für das vierte Geschäftsquartal die hohen Erwartungen des Marktes übertroffen und unterstreicht seine Rolle als einer der zentralen Profiteure des KI-Booms. Der Umsatz stieg auf 18,02 Mrd. US‑Dollar und lag damit klar über der Marktschätzung von 17,47 Mrd. US‑Dollar; das bereinigte EPS von 1,95 US‑Dollar übertraf die Prognose von 1,86 US‑Dollar deutlich. Für das erste Geschäftsquartal 2026 stellt das Unternehmen einen Umsatz von rund 19,1 Mrd. US‑Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von etwa +28% im Jahresvergleich entspricht und ebenfalls über den Konsenserwartungen liegt. CEO Hock Tan hob hervor, dass sich der Umsatz mit KI-Halbleitern im laufenden Quartal auf 8,2 Mrd. US‑Dollar im Jahresvergleich verdoppeln soll – ein Beleg für die stark anziehende Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Chips und Netzwerk-Halbleitern. Der Nettogewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um beeindruckende +97% auf 8,51 Mrd. US‑Dollar beziehungsweise 1,74 US‑Dollar je Aktie, was die hohe operative Hebelwirkung im KI-Geschäft zeigt.

    Treiber dieser Dynamik sind insbesondere die kundenspezifischen KI-Chips, bei denen Broadcom als größter Mitentwickler gilt und eng mit Großkunden wie Alphabet zusammenarbeitet. Googles TPUs (Tensor Processing Units), die mittlerweile in ihrer siebten Generation vorliegen, werden seit rund einem Jahrzehnt gemeinsam mit Broadcom entwickelt und gelten als ernstzunehmende Konkurrenz zu den Grafikprozessoren von Nvidia. In einer Telefonkonferenz erläuterte Tan, dass Broadcom inzwischen fünf Großkunden für seine Custom-KI-Chips gewonnen hat, darunter auch Anthropic, das über Googles TPUs einen Auftrag im Volumen von 10 Mrd. US‑Dollar erteilt hat. Insgesamt verfügt Broadcom über einen Auftragsbestand von 73 Mrd. US‑Dollar für maßgeschneiderte Chips und andere KI-Rechenzentrumsprodukte, die innerhalb der nächsten 18 Monate ausgeliefert werden sollen. Zusätzlich liefert der Bereich Infrastruktur-Software starke Beiträge: Der Umsatz wuchs hier um +26% auf 6,94 Mrd. US‑Dollar, wozu insbesondere die VMware-Angebote beitrugen.

    Trotz dieser beeindruckenden Fundamentaldaten reagierte der Markt in der Nachbörse verhalten bis negativ: Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie und fiel an der Nasdaq um rund -4,5% auf 388,20 US‑Dollar. Angesichts eines Kursanstiegs von +75% seit Jahresbeginn – nach bereits +100% im Jahr 2024 – wird zunehmend über eine anspruchsvolle Bewertung diskutiert. Analysten wie Angelo Zeno von CFRA loben zwar die hohe Visibilität und die starke Wachstumstrajektorie, verweisen jedoch darauf, dass die Bewertung im Vergleich zu einigen anderen Chip- und Computerwerten nicht mehr attraktiv sei. Für Anleger bleibt Broadcom eine zentrale, wenn auch hoch bewertete, Wette auf den Trend zu kundenspezifischem Silizium und KI-Netzwerken, mit dem Potenzial, den adressierbaren Markt in den nächsten fünf bis sechs Jahren um ein Mehrfaches auszubauen. Kurzfristig dürfte die Aktie jedoch anfällig für Gewinnmitnahmen bleiben, insbesondere nach dem außergewöhnlichen Lauf der letzten beiden Jahre und dem nun sehr hohen Erwartungsniveau.

    US-Aktienbreite explodiert: Small und Mid Caps holen auf, S&P 500 gleichgewichtet auf Rekord

    An der Wall Street hat sich die Rallye zuletzt deutlich verbreitert, weg von den dominierenden Mega-Caps hin zu einem breiteren Marktaufschwung. Der S&P 500 markierte ein weiteres Allzeithoch, und auch die gleichgewichtete Variante des Index erreichte neue Rekordstände, was auf eine starke Beteiligung der Breite des Marktes hinweist. Besonders auffällig war der Russell 2000, der Small Caps abbildet und um +1,3% auf ein neues Rekordhoch sprang. Auch der S&P 400, der die Mid Caps umfasst, verzeichnete das erste Rekordhoch seit rund einem Jahr, während Micro-Cap-Indizes ebenfalls neue Hochs markierten. Gleichzeitig blieb der NASDAQ 100 leicht im Minus, da einige der Mega-Caps – mit Ausnahme von Microsoft und Meta – schwächelten.

    Diese Entwicklung signalisiert einen potenziellen Regimewechsel am US-Aktienmarkt, der lange Zeit stark von wenigen großen Technologiewerten getragen wurde. Die sogenannte Dow-Theorie liefert zusätzliche Bestätigung: Sowohl die Dow Industrials als auch die Dow Transports bewegen sich aufwärts und bestätigen sich gegenseitig, nachdem die Transports ihre Jahreshochs überschritten und dynamisch nach oben ausgebrochen sind. Rückblickend zeigte sich Ende 2024 ein Doppel-Top im Dow, das damals mangels Bestätigung durch die Transports in eine Abwärtsbewegung mündete; jetzt ist das Bild umgekehrt und deutet auf einen robusteren Aufschwung hin. Sektorenseitig übertreffen neben klassischen Zyklikern vor allem Bereiche wie Immobilien und zyklischer Konsum den S&P 500, was auf steigende Risikobereitschaft und Vertrauen in die Konjunktur hindeutet. Gleichzeitig waren einige prominente KI- und Tech-Werte wie Alphabet, Nvidia und Tesla im Minus, was Raum für eine Rotation in vernachlässigte Marktsegmente schuf.

    Unterstützt wird diese Breiten-Rallye durch die Erwartung fiskalischer Stimuli zu Beginn des kommenden Jahres sowie potenzieller Lockerungen regulatorischer Vorgaben, insbesondere im Finanzsektor. Marktbeobachter verweisen zudem auf die jüngste Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte und das weitgehend optimistische Wording von Fed-Chef Jerome Powell, das die Hoffnung auf ein Soft Landing stärkt. Sollte sich der Trend einer breiteren Marktteilnahme bestätigen, könnten gerade Small und Mid Caps überproportional profitieren, nachdem sie in den vergangenen Jahren gegenüber den Mega-Caps deutlich zurückgeblieben waren. Trader achten nun besonders auf die Nachhaltigkeit des Ausbruchs in den Indizes Russell 2000 und S&P 400 sowie auf die weitere Entwicklung der Dow Transports als zyklischer Frühindikator. Für Stockpicker eröffnen sich in diesem Umfeld neue Chancen abseits der bekannten KI-Schwergewichte, während die Volatilität in den zuvor gehypten Namen leicht anzieht.

    Zinsen, Fed und der lange Rand des Marktes: Was die neue Zinslandschaft für Aktien und Anleihen bedeutet

    Die US-Notenbank hat auf ihrer jüngsten FOMC-Sitzung die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt und zugleich ein insgesamt optimistisches Bild für das künftige Wirtschaftswachstum gezeichnet. Während die Fed den sehr kurzfristigen Geldmarktsatz – also die Overnight-Raten – direkt steuert, bleiben längerfristige Zinsen etwa für Hypotheken oder Autokredite primär von Marktkräften bestimmt. Im vergangenen September war zu beobachten, dass trotz der Erwartung sinkender Leitzinsen die langfristigen Renditen deutlich anzogen und eine regelrechte Panik an den Anleihemärkten auslösten. Hintergrund ist das steigende Haushaltsdefizit der USA, das eine wachsende Emissionsaktivität des Finanzministeriums nach sich zieht: Mehr Angebot an Staatsanleihen drückt die Anleihekurse und treibt die Renditen nach oben. Für Anleger ergibt sich daraus ein Spannungsfeld zwischen geldpolitischer Lockerung und fiskalisch getriebenem Zinsdruck am langen Ende.

    Marktbeobachter warnen, dass die jüngste Entspannung an den Rentenmärkten nicht automatisch dauerhaft ist, da die Angebotsdynamik bei Staatsanleihen anhalten dürfte. Gleichzeitig hat der US-Dollar zuletzt wieder an Stärke gewonnen, was von einigen Kommentatoren als Signal potenziell höherer Zinsen interpretiert wird und traditionell Gegenwind für Gold bedeutet. Interessanterweise hatten Edelmetalle wie Gold und Silber in früheren Phasen starker fiskalischer Stimuli und geopolitischer Neuorientierungen – etwa während der historischen Nixon-China-Phase – phasenweise kräftig zugelegt. Heute könnte ein ähnlicher Mix aus fiskalischen Programmen, geopolitischen Verschiebungen und einer sich verändernden Zinskurve erneut zu asymmetrischen Bewegungen führen. Gleichzeitig wird darüber diskutiert, wie sich der von vielen beschriebene K-förmige Verlauf der Wirtschaft – mit Gewinnern auf der einen und Verlierern auf der anderen Seite – auf die Zinsstruktur und Anlageklassen auswirkt.

    Für Investoren bedeutet die aktuelle Gemengelage, dass reine Wetten auf sinkende Zinsen riskant sind, da das Angebotsrisiko bei Anleihen hoch bleibt. Die Fed mag die Kurzfristzinsen nach unten führen, doch steigende Emissionsvolumina könnten die Renditen am langen Ende erneut nach oben treiben und so Bewertungsniveaus bei Wachstums- und Dividendenaktien beeinflussen. Gleichzeitig deuten die jüngsten Signale aus Washington – darunter fiskalische Stimuli und potenzielle Deregulierungen – darauf hin, dass zyklische Sektoren, Small Caps und Finanzwerte von einer sich stabilisierenden oder beschleunigenden Konjunktur profitieren könnten. Anleger sollten daher verstärkt auf die Zinskurve, den Dollar sowie die Spreads zwischen kurz- und langfristigen Renditen achten und ihre Allokationen flexibel anpassen. In einem Umfeld erhöhter Unsicherheit über den künftigen Pfad der Zinsen könnten eine breitere Diversifikation und selektive Positionierung in Qualitätsanleihen, Value-Aktien und Rohstoffen sinnvoller sein als einseitige Makro-Wetten.

    Luftfahrt unter Druck und doch im Umbau: Frachtnachfrage, Pilotenmangel und neue Trainingsakademien

    Die globale Luftfahrtbranche befindet sich in einer komplexen Übergangsphase, geprägt von einem deutlichen Wandel in der Nachfrage nach Fracht- und Passagierkapazitäten sowie einem strukturellen Pilotenmangel. Zwischen 2016 und 2021 hat sich der Anteil der Fracht am Gesamtumsatz der Fluggesellschaften fast vervierfacht – von 11,4% auf 40,3%; 2021 legten die weltweiten Luftfrachtvolumina um +18,7% gegenüber dem Vorjahr zu. E‑Commerce-Giganten wie Amazon haben in dieser Zeit ihre Lieferketten stark auf Luftfracht optimiert, was den Markt zusätzlich antrieb. Gleichzeitig hat sich die Dynamik seitdem abgekühlt: Der Russland‑Ukraine‑Krieg, die Rückkehr zahlreicher Passagierflüge – deren Belly-Cargo-Kapazitäten das Angebot erhöhen – und Rezessionssorgen haben die Nachfrage nach Luftfracht zuletzt gebremst. Der Logistikkonzern FedEx, der 2021 Rekordgewinne erzielte, reagierte mit der Schließung von 90 Büros und dem Parken von Flugzeugen, um Kosten an ein schwächeres globales Versandvolumen anzupassen.

    Hersteller wie Boeing und Airbus planen derweil langfristig und haben Frachtversionen ihrer neuesten Großraumflugzeuge angekündigt. Boeing erwartet einen Anstieg der globalen Frachterflotte um +80% bis 2041 und verbuchte 2021 ein Rekordjahr für Frachterverkäufe, inklusive neuer Aufträge für den 777-Frachter von fast zehn zusätzlichen Kunden. Während ein neuer 777-Frachter laut Listenpreis bei rund 350 Mio. US‑Dollar vor Rabatten liegt, kostet die Umrüstung einer vorhandenen 777 auf Frachterkonfiguration etwa 50 Mio. US‑Dollar und kann die Lebensdauer des Flugzeugs deutlich verlängern. Auch Passagierairlines mischen mit: American Airlines flog während der Pandemie ihren ersten reinen Frachtflug seit 1984 und kam auf über 10.500 reine Frachtflüge, was 2021 mehr als 1,3 Mrd. US‑Dollar Frachtumsatz einbrachte. Alaska Airlines plant, zwei weitere Flugzeuge in reine Frachter umzubauen und positioniert sich damit stärker im Cargo-Segment.

    Parallel dazu kämpft die Branche mit einem massiven Pilotenmangel, der insbesondere in Nordamerika spürbar ist. Aktuell fehlen dort rund 8.000 Piloten, etwa 11% der gesamten Belegschaft, und bis 2025 könnte die Lücke auf 30.000 anwachsen. Airlines reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen: American Airlines hob die Gehälter bei ihren Regionalpartnern Piedmont und Envoy bis Ende August 2024 um +50% an, während Delta und andere Gesellschaften die Anforderung eines vierjährigen Studiums für Piloten gestrichen haben. United Airlines eröffnete 2022 die Aviate Academy, mit der bis 2030 etwa 5.000 neue Piloten ausgebildet werden sollen; das Unternehmen plant, im selben Jahr rund 10.000 Piloten einzustellen und stellt fest, dass 36% seiner Piloten im Alter von 64 Jahren an einem bestimmten Tag aus medizinischen Gründen nicht einsatzfähig sind. In Kombination mit den hohen Ausbildungskosten von 80.000 bis über 100.000 US‑Dollar und einer alternden Belegschaft – fast die Hälfte der Piloten nähert sich dem Rentenalter von 65 Jahren – ergibt sich ein struktureller Engpass, der die Kapazitäten limitiert und die Kosten weiter nach oben treiben dürfte.

    Struktureller Wandel in Mobilität und Energie: Von großen US-SUVs bis zu Europas Kühlbedarf

    Die globale Verkehrs- und Energielandschaft erlebt tiefgreifende strukturelle Veränderungen, die sowohl von Konsumtrends als auch von Klimadruck getrieben werden. In den USA dominieren weiterhin SUVs, Crossover und Pickups die Autoverkäufe, während klassische Kleinwagen zunehmend vom Markt verschwinden. Kleinwagen machten 2021 in Europa mehr als 35% der Verkäufe aus, in den USA jedoch nur etwas über 10%, was den amerikanischen Hang zu größeren Fahrzeugen unterstreicht. Pickups sind von 2000 bis 2018 im Schnitt um +24% schwerer geworden; bei Heavy‑Duty‑Modellen wie dem Ford F‑250 oder Ram 2500 liegt die Vorderkante der Motorhaube inzwischen 55 Zoll oder mehr über dem Boden. Regulatorische Schlupflöcher, die größere Trucks begünstigen, haben diese Entwicklung zusätzlich gefördert, während Hersteller Modelle wie Toyota Yaris, Ford Focus und Fiesta, Chevrolet Sonic und Cruze, Hyundai Accent und Kia Rio vom US-Markt genommen haben; Fiat hat den US-Markt sogar vollständig verlassen.

    Gleichzeitig sind in Europa die Folgen des Klimawandels immer deutlicher zu spüren: Der vergangene Sommer war der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen, und Länder wie Spanien und Frankreich verzeichneten eine etwa siebenfach höhere von Waldbränden betroffene Fläche als im Durchschnitt. Dennoch besitzen weniger als 10% der europäischen Haushalte eine Klimaanlage, wie Daten der Internationalen Energieagentur zeigen. Klimaanlagen selbst sind jedoch ein Dilemma: Sie verursachen rund 4% der weltweiten CO₂-Emissionen, während der Bedarf aufgrund steigender Temperaturen weiter wächst. Unternehmen wie das von Richard Salman in London setzen zunehmend auf effizientere Kühllösungen wie Luftwärmepumpen, die zwar oft zusätzlichen Energieeinsatz zur Entfeuchtung benötigen, aber insgesamt zu deutlich niedrigeren Rechnungen und besserer Ökobilanz führen. Ein Engpass besteht allerdings im Bereich der Fachkräfte, die diese Technologien installieren können, was den Hochlauf verlangsamt.

    Parallel dazu ändert sich das Mobilitätsverhalten der jüngeren Generationen, besonders in den USA. 1988 hatten rund 77% der 18‑Jährigen einen Führerschein, heute sind es nur noch etwa 58%, was eine stärkere Abhängigkeit von Uber, Lyft, Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln bedeutet. Innovative Konzepte wie das autofreie Viertel Cul-de-sac in Tempe, Arizona, setzen auf Partnerschaften mit Ride-Hailing-Diensten – Bewohner erhalten dort beispielsweise Rabatte bei Lyft. Diese Entwicklungen stellen Autohersteller vor die Herausforderung, ihr Produktportfolio zwischen großen, margenstarken Fahrzeugen und neuen Mobilitätsrealitäten auszubalancieren. Für Investoren zeichnen sich Chancen in Bereichen wie energieeffiziente Gebäudetechnik, Wärmepumpen, urbaner Mobilität und Plattformbetreibern ab, während klassische Kleinwagenhersteller und CO₂-intensive Technologien weiter unter Druck geraten. Der langfristige Trend geht klar in Richtung effizienterer Energie- und Verkehrssysteme, auch wenn regulatorische und kulturelle Hürden den Übergang verzögern können.

    KURZNEWS

    • YUMC – Yum China: Der Betreiber von KFC- und Pizza-Hut-Restaurants in China hat sein Aktienrückkaufprogramm um 1 Mrd. US‑Dollar auf insgesamt 5,4 Mrd. US‑Dollar erhöht. Die Autorisierung hat kein Ablaufdatum, womit das Unternehmen flexibel auf Kursrückgänge reagieren und Aktionären zusätzliche Rückflüsse bieten kann.
    • FDX – FedEx: Der Logistikkonzern reagiert auf ein schwächeres globales Versandvolumen und plant die Schließung von 90 Büros sowie das Parken von Flugzeugen. Damit sollen die Kostenstrukturen an die nachlassende Nachfrage angepasst werden, nachdem das Unternehmen 2021 noch Rekordgewinne verzeichnet hatte.
    • BA – Boeing: Boeing sieht langfristig starkes Wachstum im Frachtgeschäft und erwartet, dass die globale Frachterflotte bis 2041 um +80% zulegen wird. 2021 war ein Rekordjahr für Frachterverkäufe, unter anderem mit neuen Aufträgen für den 777-Frachter von nahezu zehn zusätzlichen Kunden.
    • AAL – American Airlines: American flog während der Pandemie seinen ersten reinen Frachtflug seit 1984 und kam auf über 10.500 reine Frachtflüge. Das Frachtgeschäft steuerte im vergangenen Jahr mehr als 1,3 Mrd. US‑Dollar zum Umsatz bei.
    • AAL/PDT/ENY – American Airlines Regionalpartner: Die Konzerntöchter Piedmont und Envoy haben die Pilotengehälter bis Ende August 2024 um +50% erhöht. Damit soll der akute Pilotenmangel abgefedert und die Attraktivität der Regionalfluggesellschaften gesteigert werden.
    • UAL – United Airlines: United betreibt seit 2022 die Aviate Academy und will dort bis 2030 rund 5.000 neue Piloten ausbilden. Die Airline plant zudem, im selben Jahr etwa 10.000 Piloten einzustellen und adressiert damit den strukturellen Personalmangel im Cockpit.
    • ALK – Alaska Airlines: Alaska hat 2022 die Ascend Pilot Academy gestartet, die angehenden Piloten finanzielle Anreize und Jobperspektiven bei Alaska Airlines und Horizon Air bietet. Zudem sollen zwei weitere Flugzeuge in reine Frachtflugzeuge umgebaut werden, um das Cargo-Geschäft auszubauen.
    • DIS – Disney (Inhalt/Plattform-Deal): Disney investiert 1 Mrd. US‑Dollar in OpenAI und öffnet seine Star-Wars-, Marvel- und Pixar-Charaktere für KI-generierte Inhalte auf der Sora-Plattform. Werbekunden und Content-Partner müssen sich damit strategisch neu positionieren, wie sie diese IP-basierten KI-Inhalte künftig nutzen.
    • UBER – Uber: Uber plant, ab 2026 Robotaxis in über zehn Märkten einzusetzen. Das Unternehmen positioniert sich damit stärker im autonomen Fahrdienstleistungssegment und erweitert sein Mobilitätsangebot jenseits klassischer Ride-Hailing-Dienste.
    • ADANI – Adani Group: Das Imperium des indischen Milliardärs Gautam Adani profitierte massiv von steigenden Energiepreisen und stark gestiegenen Börsenbewertungen seiner sieben börsennotierten Gesellschaften. Adani wurde allein 2022 um 51 Mrd. US‑Dollar reicher und gehört inzwischen zu den vier wohlhabendsten Menschen der Welt.
    • INDIA – Indischer Markt (Öl & Wachstum): Indien kauft trotz westlicher Kritik weiterhin russisches Öl mit Rabatt, um die heimische Inflation zu dämpfen. Die günstige Energieversorgung trägt zu einem schnelleren Wirtschaftswachstum im Vergleich zur Weltwirtschaft bei und könnte Indien im Zusammenspiel mit geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China zusätzliche Vorteile verschaffen.
    • GOLD/SILVER – Edelmetalle: Gold und Silber reagierten in der Vergangenheit stark auf Phasen mit größeren fiskalischen Stimuli und geopolitischen Neuausrichtungen. Ein wieder stärkerer US-Dollar signalisiert nun potenziell höhere Zinsen, was traditionell Gegenwind für Gold bedeutet, könnte aber bei anhaltenden Stimulusprogrammen zu erneuter Nachfrage führen.
    • USLABOR – US-Arbeitsmarkt (Produktivität): Millionen Amerikaner kündigten 2021 im Zuge der Great Resignation ihre Jobs, während das Phänomen des Quiet Quitting – Arbeiten strikt nach Vorschrift – zunahm. Die US-Produktivitätsdaten verzeichneten im zweiten Quartal den größten jährlichen Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen, begleitet von einem sinkenden Mitarbeiterengagement laut Gallup-Umfragen.
    • ORCL – Oracle (KI-Story-Risiko): Marktbeobachter sehen bei Oracle eine „chaotische“ Story mit hohen Unsicherheiten rund um Finanzierungsbedarf und starke Konzentration auf OpenAI-bezogene Erwartungen. Gerade für die Jahre 2026/2027 werden steigende Hoffnungen auf KI-getriebenes Wachstum eingepreist, was die Aktie anfälliger für Enttäuschungen machen könnte.
    • AMD – Advanced Micro Devices: Im Kontext der KI-Infrastruktur sehen einzelne Analysten in AMD eine attraktivere Möglichkeit, vom OpenAI-Engagement zu profitieren als bei anderen Anbietern. Der Fokus liegt auf der erwarteten wachsenden Rolle von AMD-Chips in Cloud- und KI-Rechenzentren.
    • BMW – BMW Group (Fahrzeuggröße): Die 3er-Reihe von BMW ist über die Generationen deutlich gewachsen und nähert sich in ihren Abmessungen früheren 5er-Modellen an. Dies illustriert den langfristigen Trend zu größeren Fahrzeugen selbst im Premium-Segment der Mittelklasse.
    • LYFT – Lyft: Lyft profitiert von neuen Mobilitätskonzepten, etwa einer Partnerschaft mit dem autofreien Viertel Cul-de-sac in Tempe, Arizona, wo Bewohner Rabatte auf Fahrten erhalten. Das Unternehmen wird damit verstärkt Teil integrierter Stadtentwicklungs- und Mobilitätslösungen.
    • CLIMATE – Gebäudetechnik (Wärmepumpen): In Europa wächst der Markt für Luftwärmepumpen und effiziente Klimatisierungslösungen angesichts immer heißerer Sommer. Installationsbetriebe berichten von einem Fachkräftemangel, der den Rollout dieser Technologien behindert, obwohl sie sowohl Kosten als auch Emissionen deutlich senken können.

    IM BLICKPUNKT

    • CFRA zu AVGO – Broadcom: Analyst Angelo Zeno betont die starke Visibilität und Wachstumstrajektorie im KI-Geschäft, verweist jedoch auf eine im Vergleich zu anderen Chip- und Computernamen „nicht attraktive“ Bewertung. Die Einstufung bleibt konstruktiv, mit dem Hinweis, dass Broadcom Marktanteile gewinnen dürfte und in den nächsten zwei bis drei Jahren nur geringe Risiko-Faktoren aufweist.
    • CFRA zu ORCL – Oracle: Zeno sieht bei Oracle eine zu komplexe und unsichere Story, geprägt von Finanzierungsbedarf und hoher Abhängigkeit von OpenAI-Erwartungen ab der zweiten Jahreshälfte 2026. Er warnt, dass Investoren chaotische Geschichten meiden und die Aktie daher anfälliger für Enttäuschungen sein könnte.
    • CFRA zu AMD – Advanced Micro Devices: Im Kontext der KI-Infrastruktur und des OpenAI-Engagements sieht CFRA in AMD eine attraktivere Alternative gegenüber anderen Anbietern. Der Analyst verweist auf bessere Chancen, an der weiteren Ausrollung von KI-Rechenzentren zu partizipieren.

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    Oracle: KI-Zweifel belasten Cloud-Gigant – Synopsys & Adobe stark

    KURZ & KNAPP

    Oracle sorgt nach den juengsten Quartalszahlen fuer Unruhe an der Wall Street: Sonderertraege verzerren den Gewinn, waehrend das Cloud-Wachstum hinter den Erwartungen bleibt. Massive Investitionen in KI-Rechenzentren schueren Sorgen vor einem Ueberinvestitionszyklus. Die Aktie geraet deutlich unter Druck und wird zum Symbol fuer wachsende Zweifel an einem moeglichen KI-Hype. Zugleich rueckt Synopsys mit einem kraeftigen Umsatzplus und optimistischer Prognose als Profiteur des KI-Chip-Booms in den Vordergrund.

    Auch Adobe und Ciena melden starke Ergebnisse und unterstreichen ihre Rolle als strukturelle Gewinner des KI-Infrastrukturaufbaus. Small Caps wie im Russell 2000 und S&P 600 holen gegenueber den „Magnificent Seven“ auf und deuten eine breitere Marktteilnahme an. Gleichzeitig bleiben Nvidia und AMD angesichts der Debatte um den KI-Investitionszyklus unter genauer Beobachtung.

    Der S&P 500 und der DAX 40 setzen ihre Rally fort, gestuetzt durch die juengste Zinssenkung der Federal Reserve und neue Anleihekaeufe. Makrodaten zu Arbeitslosenhilfe und Grosshandelslagern zeigen jedoch erste Bremsspuren in der Realwirtschaft. Nachboerslich richten sich die Blicke auf die Zahlen von Broadcom und Costco sowie auf kommende US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten.

    RÜCKBLICK Handelstag

    Der Handelstag stand ganz im Zeichen einer nach wie vor robusten Aktienrally, die trotz punktueller Rückschläge in einzelnen Tech-Schwergewichten intakt bleibt. In den USA drehten sich die Indizes nach schwachem Start deutlich ins Plus, angeführt von zyklischen Werten, während defensive Versorger zurückblieben und der S&P 500 letztlich +0,49% höher bei 6.928 Punkten schloss. In Europa setzte der DAX 40 seine Aufwärtsbewegung fort und gewann +0,92% auf 24.412 Zähler, getragen von der Aussicht auf längerfristig niedrigere Zinsen und eine stabilere Konjunktur. Im Hintergrund prägte die dritte Zinssenkung der Federal Reserve in diesem Jahr um insgesamt 75 Basispunkte das Sentiment, flankiert von der Ankündigung neuer Käufe kurzlaufender US-Staatsanleihen in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat. Gleichzeitig sendeten Makrodaten gemischte Signale: Steigende Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und höhere Großhandelslagerbestände bei rückläufigen Verkäufen deuten auf eine moderat nachlassende Dynamik hin, ohne bislang den Aufschwung zu gefährden. Insgesamt bleiben die Märkte damit in einem Spannungsfeld aus geldpolitischer Unterstützung, KI-getriebenem Wachstum und ersten Ermüdungserscheinungen in Teilen der Realwirtschaft.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    Warum steht Oracle im Zentrum der KI-Debatte an der Wall Street?

    Oracle sorgte nach den Zahlen für einen Paukenschlag und drückte den technologielastigen Nasdaq deutlich, obwohl der ausgewiesene Gewinn je Aktie mit 2,26 US-Dollar zunächst stark aussah. Anleger blickten jedoch genauer hin und stellten fest, dass ein Großteil des Gewinns aus einem Sonderertrag von rund 2,7 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf einer Beteiligung an Ampere stammt, während das operative Geschäft enttäuschte. Die Umsätze wuchsen währungsbereinigt nur um +13% und verfehlten damit die Erwartung von +14,6%, auch die Cloud-Sparte blieb mit +33% Zuwachs hinter den Prognosen zurück. Zusätzlich verschreckten massive Investitionen in neue KI-Rechenzentren und Infrastruktur, die sich bislang noch nicht in entsprechend höheren Cloud-Erlösen niederschlagen. In der Folge stürzte die Aktie im regulären Handel zeitweise um rund -15% ab und lag zuletzt immer noch zweistellig im Minus, wenn auch etwas über den Tagestiefs. Damit wurde Oracle zum Bremsklotz für den gesamten KI- und Cloud-Komplex.

    Strategisch vollzieht Oracle zugleich eine Kehrtwende bei der Chip-Strategie und verabschiedet sich von eigenen Prozessorplänen, um künftig verstärkt auf Lösungen externer Anbieter wie Nvidia und AMD zu setzen. Dieser Schritt signalisiert einerseits Realismus, da die Eigenentwicklung von Hochleistungs-Chips extrem kapitalintensiv ist, andererseits erhöht er die Abhängigkeit von den etablierten Playern der Branche. Die Ankündigung gewaltiger KI-Investitionen weckt an der Wall Street zudem die Sorge, dass sich ein neuer Überinvestitionszyklus aufbaut, der Erinnerungen an frühere Tech-Blasen wachruft. Mehrere Beobachter sprechen bereits von wieder aufkeimenden Ängsten vor einer möglichen „KI-Blase“, da der Kapitaleinsatz in Milliardenhöhe den Umsatzfortschritt momentan deutlich übersteigt. Für Anleger ist Oracle damit zum Lackmustest geworden, ob die KI-Infrastrukturwette sich schnell genug in profitables Cloud-Wachstum verwandeln lässt. Gelingt dies nicht, könnte der Markt seine hohen Bewertungsaufschläge für viele KI-Gewinner insgesamt stärker hinterfragen.

    Wie profitiert Synopsys vom globalen KI-Chip-Boom?

    Synopsys präsentierte starke Zahlen und positioniert sich als einer der wichtigsten Profiteure des weltweiten Booms bei KI-Chips und -Systemen. Im vierten Quartal stiegen die Erlöse um beeindruckende +38% gegenüber dem Vorjahr und übertrafen damit deutlich die Erwartungen. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert der Hersteller von Chip-Design-Software einen weiteren Umsatzrekord und sieht sich angesichts zahlreicher Projekte im Bereich KI-Hardware hervorragend aufgestellt. Der Gewinn je Aktie lag zuletzt bei 2,90 US-Dollar, und für das kommende Jahr peilt das Unternehmen eine Spanne von 14,32 bis 14,40 US-Dollar je Aktie an – klar über der bisherigen Konsensschätzung von 14,11 US-Dollar. CEO Sasine Ghazi betonte, dass Synopsys „essentielle Lösungen“ für Unternehmen liefert, die KI-Chips oder komplette KI-Systeme entwickeln, was sich direkt in dem kräftigen Wachstum widerspiegelt. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 7 Milliarden US-Dollar hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben ein Rekordjahr hinter sich.

    Auf Analystenseite sorgte die starke Performance von Synopsys für spürbare Euphorie, mehrere Häuser hoben Einstufungen und Kursziele an. Bank of America erhöhte das Kursziel auf 560 US-Dollar und bleibt klar bullish für die Aktie. J.P. Morgan stufte den Titel mit „Übergewichten“ und einem Kursziel von 650 US-Dollar ein, was weiteres Upside aus Analystensicht signalisiert. Auch KeyBanc schloss sich mit einer Übergewichten-Empfehlung an und unterstreicht damit die breite Unterstützung im Research-Lager. Entscheidend für Anleger ist, dass Synopsys nicht direkt zyklischen Schwankungen des Chipmarktes ausgesetzt ist, sondern als „Pick-and-Shovel“-Zulieferer vom gesamten Ausbau der KI-Infrastruktur profitiert. Die Kombination aus hohem Wachstumstempo, starker Preissetzungsmacht und Rückenwind durch die KI-Revolution macht die Aktie zu einem der spannendsten strukturellen Gewinner im Halbleiter-Ökosystem.

    Wie stark treibt Adobe seine Wachstumsstory mit KI voran?

    Adobe legte überzeugende Quartalszahlen vor und unterstreicht damit, wie stark KI-Funktionen die Nachfrage nach seinen Software-Abos ankurbeln. Der Gewinn je Aktie lag im abgelaufenen Quartal mit rund 5,50 US-Dollar klar über den Erwartungen, auch der Umsatz übertraf die Konsensschätzungen leicht. Besonders beeindruckend fiel der Zuwachs bei den wiederkehrenden Umsätzen aus, die um +614 Millionen US-Dollar anwuchsen; die Freemium-Produkte verzeichneten ein Plus von +35% bei den wiederkehrenden Nutzern auf insgesamt 70 Millionen. Das Management hob hervor, dass KI-gestützte Tools wie Photoshop mit generativen Funktionen, Adobe Express und Acrobat für ChatGPT bei Kunden auf starke Resonanz stoßen. Für das Geschäftsjahr 2026 stellt Adobe einen GAAP-Gewinn je Aktie von 17,90 bis 18,10 US-Dollar in Aussicht, deutlich über der Markterwartung von 16,56 US-Dollar. Zudem peilt der Konzern ein Wachstum der jährlich wiederkehrenden Erlöse von mehr als +10% an und verweist auf eine äußerst solide Marge von rund 45%.

    Am Markt fiel die Kursreaktion mit einem Plus von lediglich +0,62% erstaunlich verhalten aus, obwohl die Zahlen und der Ausblick klar positiv waren. Beobachter führen dies darauf zurück, dass die Aktie im Vorfeld bereits stark gelaufen war und ein Teil der guten Nachrichten eingepreist schien. Dennoch reagierten Analysten optimistisch: So hob etwa Jefferies das Kursziel auf 500 US-Dollar an und würdigte die robuste Guidance für 2026 samt starkem ersten Quartal. Entscheidend ist, dass Adobe seine KI-Innovationen nahtlos in bestehende Workflows integriert und damit zusätzliches Monetarisierungspotenzial aus dem bestehenden Kundenstamm hebt. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Qualitätswert mit planbaren Cashflows, hoher Profitabilität und strukturellem Wachstumstreiber durch KI-gestützte Kreativ- und Dokumentenlösungen. Die heutige Konsolidierung könnte sich langfristig eher als Verschnaufpause in einem intakten Aufwärtstrend erweisen.

    Welche Rolle spielt Ciena beim Ausbau der globalen KI-Infrastruktur?

    Ciena überzeugte mit starken Zahlen zum ersten Quartal und zeigte, wie sehr Netzwerkausrüster vom laufenden KI-Investitionszyklus profitieren. Das Unternehmen meldete einen Gewinn je Aktie von 0,91 US-Dollar, klar über den Schätzungen, bei Umsätzen von 1,35 Milliarden US-Dollar, was ebenfalls über den Erwartungen lag. Besonders positiv hoben Analysten die verbesserte Bruttomarge und eine operative Marge hervor, die um +320 Basispunkte zulegte. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Ciena nun mit Umsätzen von rund 5,9 Milliarden US-Dollar und einer operativen Marge von etwa 17%, während auch der Ausblick auf das angelaufene erste Quartal über den Konsensschätzungen liegt. Bloomberg Intelligence betonte, dass die Ergebnisse die starke Positionierung von Ciena beim Aufbau der globalen KI- und Cloud-Netzwerkinfrastruktur unterstreichen. Die Aktie reagierte mit einem kräftigen, hocheinstelligen Kursplus und setzt ihren Aufwärtstrend damit eindrucksvoll fort.

    Wie verändert sich die Marktrolle von Small Caps gegenüber den „Magnificent Seven“?

    Anleger beobachten derzeit eine bemerkenswerte Verschiebung an den US-Aktienmärkten: Small Caps holen gegenüber den viel beachteten „Magnificent Seven“ sichtbar auf. Der Russell 2000 hat seit seinem Ausbruch im September zwei neue Allzeithochs markiert, während der qualitativ ausgerichtete S&P 600 nun ebenfalls kurz davorsteht, Rekordstände zu erreichen. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass Small Caps in Summe derzeit auf Niveaus notieren, die zuletzt im November 2021 erreicht wurden – der mehrjährige Seitwärtstrend droht damit nach oben aufgelöst zu werden. Parallel dazu zeigen einige Mega-Caps Schwächesignale: Nvidia handelt zuletzt „etwas schwächer“, und Meta ist sogar unter seine 200-Tage-Linie gefallen, deren Verlauf sich nach unten zu neigen beginnt. Das Verhältnis von Small Caps zu den „Magnificent Seven“ beginnt damit, eine mehrjährige Abwärtstrendlinie nach oben zu durchbrechen. Gelingt dieser Regimewechsel nachhaltig, könnte sich die Marktbreite weiter verbessern und die Dominanz weniger Tech-Giganten im Index deutlich verringern.

    KURZNEWS

    • ADBE – Adobe: Die Aktie legte trotz starker Q4-Zahlen und einer angehobenen Prognose für 2026 nur um +0,62% zu, nachdem der Gewinn je Aktie und die wiederkehrenden Umsätze die Erwartungen klar übertroffen hatten.
    • SNPS – Synopsys: Nach einem Umsatzplus von +38% im vierten Quartal und einer optimistischen Gewinnprognose für das kommende Jahr bleibt der EDA-Spezialist einer der Favoriten im KI-Halbleiter-Ökosystem.
    • CIEN – Ciena: Die Papiere des Netzwerkausrüsters sprangen deutlich an, nachdem Umsatz und Gewinn im ersten Quartal über den Konsensschätzungen lagen und der Ausblick für 2026 mit 5,9 Milliarden US-Dollar Umsatz überzeugte.
    • COST – Costco: Die Aktie von Costco notierte vor Veröffentlichung der Quartalszahlen leicht im Plus bei rund +0,18%, Analysten erwarten einen Gewinn von 5,39 US-Dollar je Aktie bei 6,11 Milliarden US-Dollar Umsatz.
    • AVGO – Broadcom: Broadcom gab vor den nachbörslich anstehenden Zahlen -1,98% nach, der Markt blickt gespannt auf einen erwarteten Gewinn von 186 US-Dollar je Aktie bei Erlösen von 17,149 Milliarden US-Dollar.
    • PL – Planet Labs: Die Aktie von Planet Labs schoss um +16,42% nach oben, nachdem das Unternehmen mit einem Q3-Umsatz von 81,25 Millionen US-Dollar die Analystenschätzungen deutlich übertroffen hatte.
    • KI-Investitionszyklus: Die massiven Ausgabenpläne führender Tech- und Cloud-Unternehmen für KI-Infrastruktur nähren erneut Sorgen an der Wall Street, dass sich eine mögliche KI-Blase bilden könnte.
    • NVIDIA – Nvidia: Nvidia zeigte sich zuletzt technisch angeschlagen, da die Aktie schwächer tendiert und Investoren Gewinne in großen KI-Gewinnern realisieren.
    • AMD – Advanced Micro Devices: AMD geriet im Sog der Verunsicherung um den KI-Investitionsboom unter Druck, bleibt aber als wichtiger Chip-Lieferant strategischer Partner großer Cloud-Anbieter.
    • MU – Micron Technology: Bei Micron hob UBS das Kursziel auf 295 US-Dollar an, nachdem die Analysten ihre Gewinnschätzungen für 2027 auf 38 US-Dollar je Aktie nach oben revidiert hatten.
    • Kryptomarkt – Bitcoin: Bitcoin notiert nach einer Rally der vergangenen Tage wieder knapp über der Marke von 92.000 US-Dollar und schwankt damit um einen wichtigen technischen Supportbereich.
    • Kryptoregulierung USA: In Washington diskutierten große US-Bankchefs mit Senatoren parteiübergreifend über ein umfassendes Gesetzespaket zur Regulierung des Kryptomarktes, dessen Verabschiedung näher rückt.
    • EssilorLuxottica: Der Brillenriese EssilorLuxottica bleibt mit rund 28 Milliarden US-Dollar Umsatz und einer Marktkapitalisierung von etwa 100 Milliarden US-Dollar klarer Branchenprimus gegenüber Herausforderern wie Warby Parker.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS KALENDER

    Nach Börsenschluss in den USA rücken heute vor allem Broadcom (AVGO) und Costco (COST) mit ihren Ergebnissen in den Mittelpunkt. Bei Broadcom werden Quartalszahlen erwartet, für die Analysten im Konsens mit einem Gewinn von 186 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von rund 17,149 Milliarden US-Dollar rechnen; die Aktie war im Vorfeld um -1,98% gefallen. Costco legt ebenfalls nachbörslich seine Zahlen vor, der Markt erwartet einen Gewinn von 5,39 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 6,11 Milliarden US-Dollar. Beide Unternehmen gelten als Stimmungsbarometer – Broadcom für den KI- und Halbleiterkomplex, Costco für die Konsumlaune der US-Verbraucher. Überraschungen bei diesen Schwergewichten könnten entsprechend deutliche Kursreaktionen in den jeweiligen Sektoren auslösen. Trader sollten die After-Hours-Notierungen aufmerksam verfolgen, da die Daten bereits Impulse für die morgige Eröffnung geben können.

    MAKRO KALENDER

    Im makroökonomischen Kalender hallt vor allem die jüngste Zinsentscheidung der Federal Reserve nach, die den Leitzins um 25 Basispunkte senkte und ihn nun in einer Spanne von 3,5% bis 3,75% verortet. Parallel dazu hat die Fed die Wiederaufnahme von Käufen kurzlaufender US-Staatsanleihen im Umfang von etwa 40 Milliarden US-Dollar pro Monat angekündigt, was als Signal für eine lockerere Geldpolitik gewertet wird. Auf der Datenfront sorgten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit dem stärksten Anstieg seit 2020 für Aufmerksamkeit, bestätigten laut Analysten aber weiterhin das Bild eines Arbeitsmarktes mit wenig Einstellungen und wenig Entlassungen. Zudem zeigten die neuesten Zahlen zu Großhandelsinventaren mit einem Plus von +0,5% bei gleichzeitig um -0,2% rückläufigen Verkäufen erste Anzeichen für mögliche Nachfrageschwächen. Diese Konstellation aus nachlassender Dynamik in Teilen der Realwirtschaft und einer Fed, die wieder stärker auf Wachstumsrisiken achtet, prägt die Erwartungen für die kommenden Sitzungen der Notenbanken weltweit. Anleger sollten die nächsten Veröffentlichungen zu Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten genau beobachten, da sie entscheidend dafür sind, ob der Zinssenkungspfad der Fed bestätigt oder infrage gestellt wird.

    IM BLICKPUNKT

    Synopsys (SNPS): Mehrere Analystenhäuser reagierten mit deutlichen Kurszielanhebungen auf die starken Zahlen und den optimistischen Ausblick des EDA-Spezialisten; Bank of America erhöhte das Kursziel auf 560 US-Dollar, während J.P. Morgan den Wert mit „Übergewichten“ und einem Kursziel von 650 US-Dollar einstuft und auch KeyBanc mit einer Übergewichten-Empfehlung nachzieht. Adobe (ADBE): Die Analysten von Jefferies hoben nach den überzeugenden Quartalszahlen und der robusten Guidance für 2026 ihr Kursziel auf 500 US-Dollar an und betonen das anhaltend zweistellige Wachstum der wiederkehrenden Umsätze. Micron Technology (MU): UBS zeigte sich für den Speicherchiphersteller besonders optimistisch und schraubte das Kursziel auf 295 US-Dollar nach oben, nachdem die Gewinnschätzungen für 2027 auf 38 US-Dollar je Aktie angehoben wurden. Insgesamt unterstreichen die neuen Kursziele, dass Analysten vor allem in Titeln mit direktem Bezug zu KI-Infrastruktur und Software weiterhin erhebliches Potenzial sehen, trotz kurzfristiger Volatilität im Sektor. Für Anleger liefern diese Einschätzungen wichtige Orientierungspunkte in einem Markt, der zunehmend zwischen klaren KI-Gewinnern und Nachzüglern differenziert.

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