JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS
Start Forex Global

Bitcoin Baerenmarkt nach fast 40% Kursrutsch: Wie tief die Korrektur wirklich gehen kann und was Anleger jetzt beachten muessen

ERWÄHNTER TICKER
Aktuell 71.217,59$ +2,63% 08.02.26 19:41 Uhr
Bitcoin (BTC/USD)

Der juengste Kursrutsch bei Bitcoin hat die Diskussion um einen neuen Bitcoin Baerenmarkt neu entfacht. Nach dem Rueckgang von fast 40 Prozent seit dem Rekordhoch fragen sich viele Anleger, ob dies nur eine gesunde Korrektur in einem überhitzten Markt ist – oder der Beginn einer laenger anhaltenden Baerenphase. ETF-Abfluesse, Hebelwetten von Unternehmen und ein ploetzlicher Mining-Schock verdichten die Risiken und machen eine saubere Einordnung der Lage wichtiger denn je.

Bitcoin Baerenmarkt: Wie tief reicht die Korrektur?

Von seinem Allzeithoch von über 125.000 US‑Dollar ist Bitcoin inzwischen rund 48 Prozent entfernt – ein Niveau, bei dem viele Marktbeobachter den Begriff Bitcoin Baerenmarkt für angemessen halten. In den letzten 30 Tagen fiel der Kurs um mehr als 20 Prozent, im Sechs-Monats-Vergleich sogar um rund 39 Prozent, bevor sich die Notierung jüngst wieder über 70.000 US‑Dollar stabilisierte. Charttechnisch wurde im Bereich von 60.000 US‑Dollar ein zusammengesetzter Hammer ausgebildet, der eine mögliche Bodenbildungszone andeutet. Allerdings fehlt bislang die klare Bestätigung durch Anschlusskäufe, während viele Indikatorsignale Gefahr laufen, zu verpuffen, sollte kein nachhaltiger Aufwärtstrend einsetzen.

Parallel dazu signalisiert der Fear-&-Greed-Index mit einem Wert von nur sieben Punkten extreme Angst. Auch der Volatilitätsindex für Digitalwährungen notiert auf einem historischen Tiefstand im Bereich maximaler Furcht, was typischerweise auf überzogene Pessimismusphasen in einem Bitcoin Baerenmarkt hindeutet. Langfristige Anleger sehen die aktuellen Niveaus teils als Chance, während kurzfristig orientierte Investoren angesichts der Kurskapriolen Positionen abbauen.

BlackRock und Co.: Was sagen die ETF-Ströme?

Ein zentrales Puzzleteil im laufenden Bitcoin Baerenmarkt sind die Spot-ETFs in den USA. In den jüngsten Turbulenzen kam es zu historischen Nettoabflüssen, an einzelnen Tagen wurden hunderte Millionen US‑Dollar aus Bitcoin-Produkten abgezogen. Schliesslich zogen Anleger an einem Handelstag rund 434 Millionen US‑Dollar aus US-Bitcoin-ETFs ab, zudem wurden binnen 24 Stunden Long-Positionen im Kryptomarkt im Volumen von etwa 2,1 Milliarden US‑Dollar liquidiert. Diese Zwangsverkäufe verstaerkten den Abwärtssog.

Zuletzt zeigte sich jedoch eine Gegenbewegung: Die Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten wieder Nettozuflüsse von rund 330 Millionen US‑Dollar an einem Tag. Auf den BlackRock-ETF IBIT entfielen allein etwa 230 Millionen US‑Dollar, nachdem zuvor kumuliert mehr als 1,25 Milliarden US‑Dollar abgeflossen waren. Institutionelle Investoren sehen damit wieder Kurse, von denen sie dachten, sie für immer verpasst zu haben. Gleichzeitig liegen viele ETF-Käufer mit einem durchschnittlichen Einstandspreis um 82.000 US‑Dollar noch im Minus, was das Risiko weiterer Verkaufswellen bei erneuten Rücksetzern erhöht.

Bitcoin Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

MicroStrategy und Mining: Zusätzlicher Hebel im Spiel?

Der aktuelle Kursrutsch fällt in eine Phase, in der Unternehmen wie MicroStrategy massiv auf Bitcoin gesetzt haben – teils mit Fremdkapital. Sinken die Kurse länger anhaltend, geraten solche stark gehebelten Balance-Sheet-Wetten unter Druck. Müssen Investoren aus diesen Papieren aussteigen, sind indirekte Bitcoin-Verkäufe die Folge, was den Bitcoin Baerenmarkt weiter verstärken kann. Gleichzeitig scheint die Korrelation von Bitcoin mit anderen spekulativen Anlageklassen wie Small Caps zugenommen zu haben, was Rücksetzer an den Aktienmärkten zusätzlich in den Kryptomarkt durchreicht.

Auf der Angebotsseite sorgt ein Mining-Schock für zusätzliche Unsicherheit. Die Mining-Difficulty im Netzwerk ist in kürzester Zeit um etwa 11,16 Prozent auf 125,86 T gefallen, nachdem ein Wintersturm in den USA die Stromnetze in 34 Bundesstaaten beeinträchtigt hatte. Grosse Pools wie Foundry USA verloren zeitweise rund 60 Prozent ihrer Hashrate und trugen so dazu bei, dass die gesamte Netzwerkleistung auf ein Viermonatstief sank. Zwar hat sich die Hashrate von Foundry USA inzwischen wieder auf über 354 EH/s erholt, dennoch verdeutlicht der Rückgang, wie stark Miner auf äussere Einflüsse reagieren und teilweise in profitablere Bereiche wie KI-Rechenzentren abwandern.

Gold, Silber, Renten: Wo steht Bitcoin als „Store of Value”?

Der Bitcoin Baerenmarkt fällt in eine Phase, in der auch klassische Sachwerte unter Druck geraten. Gold ist um rund 11 Prozent von seinem Allzeithoch bei 5.609 US‑Dollar gefallen, Silber liegt knapp 36 Prozent unter seinem Rekordstand von 121,67 US‑Dollar. In der Folge hat sich die Diskussion um Bitcoin als „digitales Gold” verschärft. Kritiker wie der Gold-Anhänger Peter Schiff halten die langfristige Werthaltigkeit für grundsätzlich fraglich und argumentieren, dass Bitcoin mangels intrinsischen Werts langfristig gegen null tendieren könne – auch wenn dies nicht kurzfristig zu erwarten sei.

Befürworter verweisen dagegen auf das begrenzte Angebot und die Unabhängigkeit von staatlichen Eingriffen. Sie sehen in Rückgängen vor allem die Folge verengter globaler Liquidität und makroökonomischer Unsicherheit. Bitcoin wird in diesem Bild wie andere „Macro Assets” in Phasen plötzlicher Risikoaversion schlicht mitverkauft, alles Liquidere wird abgebaut. Ob sich Bitcoin in künftigen Rezessionen tatsächlich als verlässlicher Wertspeicher ähnlich wie Gold bewährt, bleibt offen, da die Historie im Vergleich zu klassischen Anlageklassen sehr kurz ist.

Ein echter Boden entsteht erst dann, wenn die letzten zittrigen Haende verkauft haben und trotzdem noch genug Kapital übrig ist, um die nächste Rally zu finanzieren.
— Unabhaengiger Krypto-Analyst

Fazit

für Anleger bedeutet dies: Der Bitcoin Baerenmarkt ist bislang eher eine Bewährungsprobe als ein finaler Paradigmenwechsel. Wer investiert, sollte hohe Schwankungen aushalten können, klare Positionsgrössen definieren und die Wechselwirkung zwischen Makroumfeld, ETF-Strömen und Mining-Oekonomie im Blick behalten. Mittelfristig könnten eine Entspannung der globalen Liquidität und stabilere Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten den nächsten Aufwärtstrend einleiten.

Weiterführende Quellen