SP500 6.882,36 -0,08%DJ30 49.206,96 -0,17%NAS100 24.945,66 -0,14%GER40 25.360,40 +0,33%EU50 6.162,02 +0,17%BTCUSD 65.969,44 -2,21%ETHUSD 1.960,38 -3,39%VIX 20,43 +2,01% SP500 6.882,36 -0,08%DJ30 49.206,96 -0,17%NAS100 24.945,66 -0,14%GER40 25.360,40 +0,33%EU50 6.162,02 +0,17%BTCUSD 65.969,44 -2,21%ETHUSD 1.960,38 -3,39%VIX 20,43 +2,01%
JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS
Block KI-Stellenabbau: +5% Rallye nach radikalem KI-Schock
Start Aktien USA

Block KI-Stellenabbau: +5% Rallye nach radikalem KI-Schock

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 54,53$ +4,99% 26.02.26 22:04 Uhr
Außerbörslich 64,50$ +18,28% 27.02.26 11:41 Uhr
Block Inc.

Kann der radikale Block KI-Stellenabbau mit 40% weniger Jobs wirklich Effizienz und Börsenrallye zugleich auslösen?

Block: Wie radikal ist der KI-Stellenabbau?

Der Block KI-Stellenabbau gehört zu den einschneidendsten Personalmaßnahmen im US-Fintech-Sektor der vergangenen Jahre. Das Unternehmen will seine Belegschaft um mehr als 40 % verkleinern und damit von ungefähr 10.000 auf rund 6.000 Mitarbeiter schrumpfen lassen. Betroffen sind nach Angaben von CEO Jack Dorsey mehr als 4.000 Beschäftigte in unterschiedlichen Bereichen.

Dorsey führt den Schritt explizit auf den technologischen Fortschritt bei künstlicher Intelligenz zurück. Die von Block entwickelten „Intelligenz-Tools“, allen voran das interne System „Goose“, sollen viele Aufgaben automatisieren oder stark verschlanken. Seine zentrale These: Kleinere, flachere Organisationen, die konsequent auf KI setzen, können produktiver und schneller sein als traditionelle Großstrukturen – Unternehmen, die diesen Trend ignorieren, würden zurückfallen.

Die Entlassungswelle ist Teil einer breiter angelegten Umstrukturierung, in deren Vorfeld bereits rund 10 % der Belegschaft bei jährlichen Leistungsbeurteilungen freigesetzt worden sein sollen. Der nun kommunizierte Block KI-Stellenabbau markiert damit eine zweite, deutlich größere Phase des Personalumbaus.

Block: Was bedeutet der Schritt für Mitarbeiter?

Für die betroffenen Angestellten versucht Block den harten Einschnitt finanziell abzufedern. Laut Unternehmensangaben erhalten sie 20 Wochen Gehalt plus eine zusätzliche Woche pro Dienstjahr, insgesamt also teils deutlich mehr als ein klassisches Abfindungspaket. Hinzu kommen sechs Monate Krankenversicherung, die bisherigen Firmengeräte sowie ein Zuschuss von 5.000 US-Dollar, um den Übergang in eine neue Rolle zu erleichtern.

Dorsey betont in einem Schreiben an die Belegschaft, dass die Entscheidung nicht aus einer Notlage, sondern aus einer „Position der Stärke“ nach einem soliden Jahr 2025 getroffen worden sei. Dennoch dürfte der Block KI-Stellenabbau in der Belegschaft und im Tech-Sektor Wellen schlagen – ähnlich wie die massiven Personalkürzungen, die Elon Musk nach der Übernahme von Twitter vorgenommen hat. Wie damals wird auch hier argumentiert, dass digitale Plattformen mit Hilfe von KI und Automatisierung mit deutlich weniger Personal betrieben werden können.

Gleichzeitig sendet der Schritt ein Signal an andere Technologie- und Fintech-Unternehmen, darunter Schwergewichte wie NVIDIA, Apple oder Tesla, dass der nächste Effizienzschub der Branche nicht nur über Umsatzwachstum, sondern vor allem über konsequente Kostensenkungen durch KI kommen könnte.

Block, Inc. Stellenabbau und KI-Strategie Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Block: Börsenreaktion auf KI-Strategie

An der Börse kommt die neue Strategie an: Die Aktie von Block (SQ) legt aktuell auf 54,53 US-Dollar zu, nach 51,94 US-Dollar am Vortag – ein Plus von knapp 5 %. Noch deutlicher fällt der Sprung im vorbörslichen Handel aus: Mit 64,50 US-Dollar liegt SQ rund 18 % höher als der Schlusskurs des Vortages. Auslöser sind neben gemischten Quartalszahlen vor allem die Aussicht auf eine deutlich niedrigere Kostenbasis ab 2026.

Der Markt preist damit ein, dass die einmaligen Belastungen durch Abfindungen und Umbaukosten kurzfristig auf die Marge drücken, mittelfristig aber Effizienzgewinne durch KI und kleinere Teams überwiegen. Analysten verweisen zudem auf das weiterhin wachsende Ökosystem der Block-Tochter Square, die laut aktuellen Berichten bereits nahe an der Marke von 1.000 Partnern im App-Marktplatz liegt. Dieses Partnernetzwerk soll Händlern zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten eröffnen und die Plattformbindung stärken.

Parallel bleibt Block mit Altlasten aus früheren Jahren konfrontiert: Mehrere Kanzleien, darunter Pomerantz, Rosen Law Firm und Bronstein, Gewirtz & Grossman, treiben Sammelklagen gegen das Unternehmen voran. Sie zielen auf mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze im Zeitraum 2020 bis 2024 ab. Für Investoren ist damit klar: Auf die operative Neuaufstellung durch KI folgt auch eine juristische Aufarbeitung der Vergangenheit.

Block KI-Stellenabbau: Was heißt das für Anleger?

Der Block KI-Stellenabbau macht deutlich, wie aggressiv Dorsey die Firma auf eine KI-zentrierte Zukunft ausrichtet. Während klassische Kennzahlen kurzfristig durch Restrukturierungskosten belastet werden, setzen viele Marktteilnehmer auf eine nachhaltig höhere Profitabilität. Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs oder Morgan Stanley hatten Block bereits zuvor als potenziellen Profiteur struktureller Trends im digitalen Zahlungsverkehr identifiziert; nun rückt die Frage in den Fokus, wie stark KI die Margen tatsächlich heben kann.

Für Anleger steht damit ein Balanceakt an: Auf der einen Seite winken Effizienzgewinne, ein wachsendes Händler-Ökosystem und eine klar formulierte KI-Vision. Auf der anderen Seite bergen der Tempo des Umbaus, die Sammelklagen und die gesellschaftliche Debatte um KI-bedingte Jobverluste Risiken. Entscheidend wird sein, ob Block beweisen kann, dass die durch KI gestützten, kleineren Teams die Produktivität wie versprochen steigern – und ob sich die heutige Rallye der SQ-Aktie als Beginn eines nachhaltigen Reratings erweist.

Wir sehen bereits, dass die Intelligenz-Tools, die wir entwickeln und nutzen, gepaart mit kleineren und flacheren Teams, eine neue Art des Arbeitens ermöglichen, die grundlegend verändert, was es bedeutet, ein Unternehmen aufzubauen und zu führen.
— Jack Dorsey, CEO von Block

Fazit

Der Block KI-Stellenabbau ist ein radikaler Schnitt, mit dem Jack Dorsey das Unternehmen konsequent auf eine KI-first-Strategie trimmt. Für Anleger eröffnet der Umbau die Chance auf deutlich niedrigere Kosten und bessere Margen, birgt aber zugleich operative und juristische Risiken. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Block den Spagat zwischen KI-getriebener Effizienz und nachhaltigem Wachstum meistern kann und ob sich der mutige Schritt an der Börse dauerhaft auszahlt.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.