FOREXSIGNALE MAGAZIN

DAS ONLINE-MAGAZIN FÜR TRADER

Volkswagen China-Offensive: 5 Fakten als Wendepunkt

Kann die Volkswagen China-Strategie und Modelloffensive den Verlust der Marktführerschaft in China stoppen? Mit 30 neuen Modellen, Billig-Stromern und neuer Elektronikarchitektur setzt der Konzern zu einem riskanten Neustart im wichtigsten Automarkt der Welt an.

Volkswagen Elektroauto in moderner chinesischer Stadtlandschaft als Symbol der China-Offensive
Erwähnte Aktien
VOW3 VOW3.DE
€102,85 +0.54%
Stand: 17:37 MEZ

Volkswagen China-Offensive: Was steckt dahinter?

Im chinesischen Kerngeschäft steckt Volkswagen in einer kritischen Phase. Der Absatz in der Volksrepublik ist seit dem Höchststand 2019 um rund ein Drittel auf zuletzt unter 2,7 Millionen Fahrzeuge gefallen. Gleichzeitig verlor der Konzern die Rolle als langjähriger Marktführer und rangiert bei Neuzulassungen inzwischen hinter BYD und der Geely-Gruppe nur noch auf Platz drei. Mit der Volkswagen China-Offensive will der Konzern diese Position zumindest absichern und zugleich die Nummer eins unter den internationalen Herstellern bleiben.

Kern der Strategie ist eine massive Modellflut: Bereits 2026 und 2027 sollen zusammen rund 30 neue, lokal entwickelte Fahrzeuge in den Handel kommen, insgesamt sind bis 2030 etwa 50 neue Modelle geplant. Alle diese Fahrzeuge sind „elektrifiziert“, also als reine Stromer, Hybride oder Verbrenner mit Reichweitenverlängerer konzipiert. Gerade im preisgetriebenen Volumensegment will sich Volkswagen mit aggressiv kalkulierten E-Autos neu positionieren.

Volkswagen Billig-Stromer: Gamechanger im Preiskampf?

Symbol für den Neustart ist die elektrische Limousine ID.Aura, die als Volumenmodell der Volkswagen China-Offensive dienen soll. Das Fahrzeug kombiniert moderne, fließende Linienführung, neue Fahrassistenzsysteme sowie schnelles Laden mit einem Einstiegspreis von umgerechnet etwa 14.000 Euro. Damit zielt Volkswagen direkt auf das hart umkämpfte Einstiegssegment, das bislang von heimischen Herstellern dominiert wird.

Parallel läuft mit dem ID.Unyx 07 das erste Modell vom Band, das komplett in China entwickelt wurde – inklusive der neuen Elektronikarchitektur. Dieses Fahrzeug soll als „Techpionier“ zeigen, dass Volkswagen in der Lage ist, softwaredefinierte Autos nach chinesischem Geschmack zu bauen. Die Wolfsburger arbeiten dafür eng mit lokalen Partnern wie Horizon Robotics zusammen, etwa bei Chips für Fahrerassistenz- und teilautonome Systeme.

China-Vorstand Ralf Brandstätter betont, dass sich die Preisspirale im Land ihrem Tiefpunkt nähert. Nach Jahren eines brutalen Preissturzes erwartet Volkswagen nun eine Stabilisierung: Die Preise dürften weder signifikant weiter fallen noch rasch steigen. Der Konzern hat seine Kostenstrukturen auf dieses Umfeld ausgerichtet und will mit den neuen Plattformen die Herstellkosten laut Management um bis zu 50 Prozent senken.

Volkswagen China-Strategie und Modelloffensive Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Volkswagen China-Strategie und Modelloffensive (VOW3) – 252-Tage-Chart

Neue China Electronic Architecture: VW-Vorteil?

Ein zentrales Element der Volkswagen China-Offensive ist die sogenannte „China Electronic Architecture“. Diese zonale Elektronikplattform reduziert die Zahl der Zentralrechner im Fahrzeug und ermöglicht Funktionen wie autonomes Fahren, Over-the-Air-Updates und ein schnelleres Software-Rollout. In China sind die Entwickler dem Konzern zufolge rund anderthalb Jahre weiter als bei der parallel entstehenden Architektur für westliche Märkte.

Bereits im zweiten Quartal soll die neue Architektur im ID.Unyx in Serie gehen. Volkswagen sieht darin nicht nur einen technologischen, sondern auch einen finanziellen Hebel, da vereinfachte Elektronikstrukturen die Komplexität senken und Margen verbessern können. Zudem eröffnen sich Exportchancen: Aus chinesischen Werken werden bereits Fahrzeuge in Regionen wie Nahost, Usbekistan und Kasachstan geliefert, weitere Märkte in Südamerika und Afrika werden geprüft.

Für Anleger ist dabei wichtig, dass der Umbau Zeit benötigt. Das Management rechnet erst ab 2027 mit deutlicher Wirkung der Modelloffensive auf Absatz und Ergebnis. Kurzfristig bleibt das Chinageschäft ein Übergangsszenario mit hohem Investitionsbedarf, aber noch verhaltenen Erträgen.

Volkswagen Aktie: Wie wirkt die China-Offensive?

Die Vorzugsaktie von Volkswagen (VOW3) notiert aktuell um 102,85 Euro und liegt damit deutlich unter dem jüngsten Jahreshoch von 114,20 Euro. Der Kurs spiegelt die Skepsis vieler Investoren gegenüber der Profitabilität im chinesischen E-Auto-Geschäft und den insgesamt hohen Transformationskosten wider. Zugleich bleibt Volkswagen mit starken Verbrenner-Marktanteilen in China und soliden Positionen in Europa eine zentrale Größe der globalen Autoindustrie.

In China entscheidet sich, wer in der Transformation vorne mitfährt. Nur wer in China besteht, wird auch woanders auf der Welt erfolgreich sein.
— Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender Volkswagen
Fazit

Größere internationale Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital haben den strategischen Fokus auf China in den vergangenen Monaten wiederholt als entscheidend für die Bewertung der Aktie hervorgehoben. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die Volkswagen China-Offensive ausreicht, um gegen Wettbewerber wie BYD, Geely und andere heimische Marken nachhaltige Marktanteilsgewinne zu erzielen. Gelingt der Turnaround, könnte dies sowohl Margen als auch Bewertungsniveau spürbar nach oben verschieben. Bleibt der Erfolg aus, droht anhaltender Druck auf Umsatz, Gewinne und den Aktienkurs.

Intel KI-Strategie: +10,5% Rallye als Wendepunkt?

Kann die Intel Corporation mit ihrer neuen KI-Strategie das Blatt im Chip-Wettlauf wenden? Nvidia- und Apple-Aufträge, 18A-Technologie und ein Kursplus von über 10 % sorgen für Aufsehen – doch reicht das für ein nachhaltiges Comeback?

Hightech-Halbleiterfertigung und Rechenzentrum im Fokus der Intel KI-Strategie
Erwähnte Aktien
INTC INTC
$48,55 +10.52%
Stand: 20:23 MEZ

Intel KI-Strategie: Startet jetzt die KI-Wende?

Unter CEO Lip-Bu Tan versucht Intel Corporation, seine Rolle im KI-Zeitalter neu zu definieren. Nach Jahren, in denen Wettbewerber wie AMD, Nvidia und TSMC technologisch vorbeizogen, setzt die Intel KI-Strategie nun auf eine Kombination aus eigenen KI-Chips, Foundry-Dienstleistungen und engen Partnerschaften mit Branchenführern. Der Markt honoriert diese Neuausrichtung: Die Aktie hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt und legt heute zweistellig zu.

Im Zentrum stehen neue GPU-Lösungen für Rechenzentren, ein auf KI ausgerichtetes PC-Ökosystem sowie der Ausbau der Fertigungskapazitäten in den USA und Europa. Gleichzeitig bleibt Intel operativ noch im Umbau: 2025 stagnierte der Umsatz bei rund 53 Milliarden US‑Dollar, unter dem Strich stand dennoch ein Verlust von 267 Millionen US‑Dollar. Dennoch sehen viele Investoren die aktuelle Schwächephase als Investitionszyklus, der die Basis für zukünftiges KI-Wachstum legen soll.

Intel und Nvidia/Apple: Wie stark sind die Aufträge?

Für Rückenwind sorgt ein Bericht, wonach Nvidia und Apple ab dem Ende dieses Jahrzehnts Teile ihrer Chipfertigung zu Intel verlagern wollen. Demnach könnten zunächst “low volume, low-tier, non-core” Chips sowie Packaging-Aufträge bei Intel landen, während TSMC Kernprodukte weiter fertigt. Speziell bei Nvidia ist von Arbeiten an der Nachfolgegeneration der Rubin-GPUs, den Feynman-Chips, die Rede – inklusive eines möglichen Intel-Anteils von bis zu 25 % bei Packaging und I/O-Die-Fertigung.

Parallel dazu hat Nvidia bereits rund 5 Milliarden US‑Dollar in Intel investiert, was als strategisches Signal zugunsten eines zweiten großen Foundry-Partners interpretiert wird. Börsianer werten diese Entwicklungen als Bestätigung dafür, dass die Intel KI-Strategie im Foundry-Bereich ernst genommen wird und das Unternehmen künftig eine wichtigere Rolle in globalen KI-Lieferketten spielen könnte.

Allerdings bleibt der finanzielle Effekt kurzfristig begrenzt: Größere Umsätze aus diesen Kooperationen werden eher nach 2027 erwartet. Analysten verweisen zudem darauf, dass Intel derzeit noch unprofitabel ist und weiterhin Cash verbrennt – ein Risiko, das Anleger im Blick behalten müssen.

Intel Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Intel Corporation (INTC) – 252-Tage-Chart

Intel 18A und AI-PCs: Reicht das für Wachstum?

Technologisch setzt die Intel KI-Strategie stark auf den neuen 18A-Prozess. Auf der CES in Las Vegas präsentierte Intel seine erste AI-PC-Plattform auf Basis dieser Technologie. Dank Backside-Power-Delivery-Architektur verspricht der Konzern einen Effizienzvorteil gegenüber Chips, die bei TSMC gefertigt werden. Ziel ist es, KI-Funktionen wie lokale Sprachmodelle, Bildgenerierung und Videobearbeitung direkt auf dem Endgerät zu beschleunigen – ein Markt, in dem Intel seine PC-Dominanz in die KI-Ära übertragen will.

Im Rechenzentrum adressiert Intel mit der GPU-Familie “Crescent Island” insbesondere KI-Inferenz-Workloads, also das Ausführen bereits trainierter Modelle. Die Kombination aus hoher Speicherbandbreite und energieeffizientem Design soll Hyperscaler ansprechen, die nach Alternativen zum Nvidia-Duopol suchen. Dennoch verliert Intel im klassischen CPU- und Servergeschäft weiter Marktanteile, während AMD und Nvidia im KI-Training dominieren. Ob die Intel KI-Strategie hier mittelfristig Boden gutmacht, hängt von der Akzeptanz der neuen Produkte und der Stabilisierung der Lieferketten ab, nachdem Kapazitätsengpässe zuletzt das Wachstum gebremst hatten.

Intel Aktie: Wie urteilen Anleger und Analysten?

Die heutige Kursrally von über 10 % reiht sich in eine Phase hoher Volatilität ein. Optionsdaten zeigen verstärkte Aktivität großer Adressen, die sowohl auf weiter steigende Kurse als auch auf Rücksetzer setzen. Für zusätzlichen Vertrauensschub sorgt ein Aktienkauf von CFO David Zinsner, der laut Meldungen rund 250.000 US‑Dollar in Intel-Papiere investiert hat. Insiderkäufe dieser Größenordnung werden häufig als positives Signal gewertet, dass das Management an die eigene Intel KI-Strategie glaubt.

Auf der Analystenseite bleiben die Einschätzungen gemischt. Truist Financial führt Intel mit einem Hold-Rating und signalisiert damit Zurückhaltung angesichts begrenzten Wachstums und anhaltender Verluste. Andere Häuser verweisen auf die im Branchenvergleich niedrige Bewertungskennzahl beim Kurs-Umsatz-Verhältnis, sehen aber operative Risiken, falls große Foundry-Aufträge von Nvidia oder Apple doch kleiner ausfallen oder sich verzögern. Insgesamt bewegt sich der Konsens derzeit zwischen “Halten” und selektiven Kaufempfehlungen für langfristig orientierte Investoren.

Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die Intel KI-Strategie in den kommenden Quartalen zu messbarem Umsatz- und Margenwachstum führt. Gelingt es, die 18A-Technologie zu skalieren, Foundry-Aufträge großer Kunden zu verankern und gleichzeitig im KI-CPU- und GPU-Markt wieder Marktanteile zu gewinnen, könnte der aktuelle Kursanstieg der Beginn einer nachhaltigen Neubewertung sein. Andernfalls droht nach der starken Rally eine längere Phase der Konsolidierung.

Fazit

Im Fazit zeigt sich: Die Intel KI-Strategie verbindet technologische Erneuerung mit strategischen Partnerschaften und macht den Konzern wieder zu einem ernstzunehmenden Spieler im globalen KI-Ökosystem. Für Anleger eröffnet sich damit ein chancenreiches, aber nicht risikofreies Turnaround-Szenario. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Intel die hohen Erwartungen erfüllt und die Aktie ihren neu gewonnenen Schwung halten kann.

Apple Quartal: 3 Fakten zum AI-Wendepunkt

Steht das kommende Apple Inc.-Quartal vor einem echten AI-Wendepunkt? Zwischen iPhone-Boom, Google-Gemini-Deal und steigenden Speicherpreisen fragen sich Anleger, ob der Konzern vor einem neuen Wachstumszyklus steht.

Apple Quartal mit Fokus auf iPhone-Wachstum, Services und AI-Wendepunkt am Aktienmarkt
Erwähnte Aktien
AAPL Apple
$255,00 -1.27%
Stand: 20:21 MEZ

Apple Quartal: Wie stark zieht das iPhone an?

Für das laufende Apple Quartal, also das zum Dezember abgeschlossene Fiskal-Q1, rechnen Analysten mit einem kräftigen Rebound im Kerngeschäft. Der iPhone-Umsatz soll demnach um rund 13,8 % steigen – das wäre das stärkste Plus seit mehr als vier Jahren. Treiber sind vor allem die Premium-Varianten der neuesten iPhone-17-Generation, deren überarbeitete Kamera, höherer Speicher und Pro-Features insbesondere in China und in Schwellenländern gut ankommen. Insgesamt kommt Apple Inc. laut Marktforschern inzwischen auf etwa 20 % Anteil am globalen Smartphone-Markt, nach 18 % im Vorjahr.

Beim Konzernumsatz erwartet der Markt ein Rekordniveau von etwa 138,4 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von gut 11 % entspricht. Neben den iPhones soll insbesondere das margenstarke Service-Geschäft mit einem Plus von rund 14 % zulegen. Dazu zählen die App-Ökosysteme, iCloud, Apple TV+ und neue Angebote wie das Kreativabo Creator Studio, das Final Cut Pro und Logic Pro im Paket zu einem vergleichsweise günstigen Preis bündelt und damit verstärkt semi-professionelle Creator adressiert.

Apple Inc.: Wird die AI-Offensive zum Wendepunkt?

Im Zentrum der Anlegerfragen zum Apple Quartal steht jedoch weniger die Vergangenheit als die künftige Rolle im AI-Markt. Apple Inc. hat sich entschieden, für die nächste Generation von Siri und “Apple Intelligence” auf Googles Gemini-Modelle zurückzugreifen. Der Schritt markiert die bislang größte Öffnung der Plattform für externe KI-Technologie. Goldman Sachs betont, dass dieser Ansatz es Apple erlaube, seine Basis von über zwei Milliarden Geräten zu nutzen, ohne selbst gigantische Summen in eigene Foundation-Modelle stecken zu müssen.

Auch Wedbush-Analyst Dan Ives sieht in der AI-Offensive einen möglichen Wendepunkt: Aus seiner Sicht unterschätzt der Markt, welches Erlöspotenzial sich aus KI-gestützten Diensten, personalisierten Assistenten und Upselling im Ökosystem ergeben könnte. Entscheidend wird am Donnerstag sein, wie klar das Management um CEO Tim Cook die Monetarisierungsstrategie formuliert und welche Rolle Partner wie Alphabet und die großen Cloud-Anbieter künftig spielen.

Parallel baut Apple Inc. seine Software- und Serviceangebote weiter aus. Creator Studio zielt klar auf Content-Produzenten, die bisher vor hohen Einstiegskosten professioneller Tools zurückschrecken. Damit stärkt Apple sowohl die Bindung an Mac, iPad und iPhone als auch wiederkehrende Abo-Umsätze – ein wichtiger Hebel in einem Umfeld, in dem Hardware-Zyklen volatiler werden.

Apple Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Apple Inc. (AAPL) – 252-Tage-Chart

Apple Inc.: Wie gefährlich ist der Margendruck?

Trotz des positiven Umsatzbilds ist das Apple Quartal von Risiken geprägt. Eine globale Knappheit bei Speicherchips treibt die Preise für Flash-Speicher und RAM in die Höhe. Börsenkommentatoren wie Jim Cramer verweisen darauf, dass “jeder, der Telefone oder Computer baut”, derzeit Opfer dieser Entwicklung sei, weil teure Speicherbausteine die Stückkosten erhöhen. Für einen Premiumanbieter wie Apple Inc. ist das besonders relevant: iPhone, Mac, iPad und Wearables setzen durchweg auf hohe Speicheroptionen, während Kunden zugleich aggressive Rabatte im Handel gewohnt sind.

Spannend wird deshalb, ob Apple in der Lage ist, den Margendruck über Mix-Effekte und Preissetzungsmacht zu kompensieren. Das Unternehmen ist bekannt für eine extrem effiziente Lieferkette, doch Kommentare aus dem Markt deuten darauf hin, dass die Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität anspruchsvoller wird. Zugleich könnte der anhaltende Abfluss von Erlösen an Speicherzulieferer die Bewertung in Relation zu AI-getriebenen Rivalen wie Microsoft und Alphabet erklären, deren Aktien von der KI-Rally deutlich stärker profitiert haben.

Apple Quartal: Was bringen Services und Buybacks?

Neben Hardware und AI wird das Service-Segment im Apple Quartal genau beäugt. Die Sparte gilt als Stabilitätsanker mit hohen Margen, steht aber insbesondere in Europa wegen Wettbewerbs- und Zahlungsregeln stärker unter regulatorischer Beobachtung. Rechtsstreitigkeiten wie die aktuelle Klage eines App-Entwicklers aus dem Webcam-Bereich zeigen, dass das geschlossene Ökosystem auch juristische Risiken birgt.

Finanziell bleibt Apple Inc. dennoch ein Schwergewicht: Der Konzern erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 112 Milliarden US-Dollar und sitzt auf rund 132 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren. Neben einem großen Aktienrückkaufprogramm wird an der Börse diskutiert, ob Apple einen Teil der Liquidität alternativ einsetzen sollte – etwa für unkonventionelle Anlagen wie Bitcoin oder stärkere Investitionen in eigene AI-Infrastruktur. Solche Ideen sind bislang theoretischer Natur, zeigen aber, wie hoch der Druck ist, den Cash-Berg im Sinne der Aktionäre produktiv zu nutzen.

Apple kann dank seiner riesigen Nutzerbasis schon mit vergleichsweise moderaten AI-Investitionen attraktive Renditen erzielen – die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell das Management diesen Hebel nutzt.
— Redaktion Börsenblog
Fazit

Für Anleger dürfte das bevorstehende Update zum Apple Quartal daher mehr sein als ein reiner Zahlencheck: Es ist ein Stimmungsbarometer dafür, ob der Konzern im Spannungsfeld aus iPhone-Boom, Speicherknappheit, Regulierungsrisiken und AI-Partnerschaften Kurs auf ein neues Wachstumsjahrzehnt nimmt.

NVIDIA H200-China: 5 Fakten zum KI-Wendepunkt

Wie verändert die Freigabe der H200-Chips den KI-Machtpoker zwischen den USA und China? Anleger blicken gespannt auf die NVIDIA H200 China-Genehmigung und CoreWeave-Deal – und auf die neue Vera-CPU. Welche Chancen und Risiken ergeben sich jetzt für die Aktie?

NVIDIA H200-China als KI-Beschleuniger in Rechenzentrum mit Blick auf chinesische Megacity
Erwähnte Aktien
NVDA NVIDIA
$191,64 +1.65%
Stand: 19:16 MEZ

NVIDIA H200-China: Wie stark ist Pekings Wende?

China hat erstmals die Einfuhr von NVIDIAs H200-Beschleunigern genehmigt und damit einen strategischen Kurswechsel vollzogen. Mehrere hunderttausend Chips sollen in einer ersten Welle an große Internetkonzerne wie ByteDance und Alibaba gehen, während weitere Unternehmen bereits für spätere Tranchen anstehen. Obwohl Washington den Export der H200-Chips zuvor freigegeben hatte, hing die Umsetzung an der chinesischen Seite, die jede Lieferung einzeln absegnen musste.

Der H200 ist NVIDIAs zweitstärkster KI-Chip und liefert laut Branchenkreisen ein Vielfaches der Leistung der bisher nach China verkauften H20-Variante. Damit wird NVIDIA H200-China zu einem Schlüsselthema im geopolitischen Machtpoker um KI-Rechenleistung. Peking versucht, den akuten Bedarf an High-End-GPUs mit industriepolitischen Zielen zu verknüpfen: Diskutiert werden Auflagen, nach denen Konzerne nur dann importieren dürfen, wenn sie parallel heimische Chips einkaufen.

Die jüngste Entscheidung fällt in eine Phase, in der Chinas Internet- und Cloud-Anbieter Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren stecken, um im KI-Wettrennen mit US-Anbietern mitzuhalten. Für NVIDIA sichert der Schritt einen wichtigen, wenn auch regulierten Absatzkanal – und entschärft zugleich die Belastung aus US-Exportbeschränkungen, die 2025 zeitweise auf den Margen lasteten.

Wie schärft NVIDIA mit CoreWeave seine KI-Rolle?

Parallel zur Öffnung für NVIDIA H200-China zündet der Konzern die nächste Stufe seiner Plattformstrategie. NVIDIA investiert rund 2 Milliarden US-Dollar in zusätzliche Aktien des Cloud-Spezialisten CoreWeave und erhöht seine Beteiligung damit auf etwa 12 Prozent. CoreWeave betreibt spezialisierte KI- und High-Performance-Computing-Rechenzentren und gilt als einer der dynamischsten Abnehmer von NVIDIA-Hardware.

Die frischen Mittel sollen direkt in den Ausbau von Kapazitäten fließen: Bis 2030 planen beide Partner gemeinsam Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von bis zu 5 Gigawatt – ein massiver Hebel, um die strukturell hohe Nachfrage nach GPU-Rechenleistung von Hyperscalern, Start-ups und Industriekunden zu bedienen. Marktbeobachter werten die vertiefte Kooperation als Bestätigung für NVIDIAs Ansatz, nicht nur Chips, sondern komplette KI-Infrastruktur inklusive Software-Stack und Netzwerk anzubieten.

Gleichzeitig erweitert CEO Jensen Huang den technologischen Fußabdruck mit der neuen Vera-CPU, die als eigenständige Komponente im KI-Stack neben GPUs und Netzwerktechnik positioniert wird. Ziel ist es, NVIDIA mittelfristig auch im CPU-Markt als führenden Anbieter neben Intel und AMD zu etablieren. Die DZ Bank spricht in diesem Zusammenhang von NVIDIA als „Spinne im KI-Netz“ und vergibt ein Kauf-Rating mit einem fairen Wert von 225 US-Dollar je Aktie.

NVIDIA H200 China-Genehmigung und CoreWeave-Deal Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
NVIDIA H200 China-Genehmigung und CoreWeave-Deal (NVDA) – 252-Tage-Chart

Was bedeutet NVIDIA H200-China für NVDA-Anleger?

An der Börse wird die Freigabe der H200-Exporte nach China als klarer Rückenwind interpretiert. NVIDIA notiert aktuell bei 191,64 US-Dollar, was einem Tagesplus von rund 1,65 Prozent entspricht. Charttechnisch bleibt die Aktie im Aufwärtstrend, auch wenn die Rallye der vergangenen Jahre zuletzt in eine Seitwärtsphase übergegangen ist. Modelle zur kurzfristigen Kursprognose sehen den Titel in den kommenden Wochen in einer Spanne zwischen 165 und 209 US-Dollar, was auf eine Konsolidierung auf hohem Niveau hindeutet.

Gleichzeitig bleibt die Entwicklung rund um NVIDIA H200-China ein wichtiger Treiber für die Story einer anhaltenden KI-Investitionswelle. Chipwerte insgesamt profitieren: Starke Auftragseingänge bei ASML und eine konstruktive Prognose von Texas Instruments haben die Stimmung im Sektor zusätzlich gehoben. Forbes sieht auf Basis historischer Kursmuster Raum für neue Allzeithochs von NVIDIA in 2026, während Analysten auf die weiterhin außergewöhnlich hohen Wachstumsraten im Data-Center-Geschäft verweisen.

Zuletzt legte NVIDIA im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 57 Milliarden US-Dollar vor – ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von Rekorden im Data-Center-Bereich. Jim Cramer betont angesichts dieser Zahlen und des CoreWeave-Deals, die Kritik an angeblich „zirkulären“ Umsätzen sei „Nonsense“, und empfiehlt, die Aktie zu halten statt sie nur zu traden. Gleichzeitig mahnen skeptischere Stimmen wie Jim Chanos vor einer zunehmenden Finanzierung der KI-Infrastruktur über hoch gehebelte „GPU-Schulden“, was das Risiko zyklischer Rückschläge erhöht.

NVIDIA ist die zentrale Spinne im KI-Netz und damit für viele Kunden und Partner nahezu unverzichtbar.
— DZ Bank Research
Fazit

Die Kombination aus China-Genehmigung für H200, CoreWeave-Ausbau und Vera-CPU stärkt NVIDIAs Rolle als Taktgeber der KI-Industrie und macht NVIDIA H200-China zum Symbol für den nächsten Expansionsschub. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Hebel auf das globale KI-Wachstum, auch wenn höhere Volatilität und regulatorische Risiken einkalkuliert werden müssen. Entscheidend wird sein, ob NVIDIA die hohe Nachfrage in China und im Rest der Welt nachhaltig in Margen und Cashflows übersetzen kann.

Gold Rekordrally: +4,2% historischer Turbo

Wie konnte der Goldpreis Rally in wenigen Tagen um mehr als 4 Prozent nach oben schießen und neue Rekorde markieren? Welche Rolle spielen Zentralbanken, der schwache Dollar und Krypto-Gigant Tether in dieser beispiellosen Bewegung – und was heißt das für Anleger?

Gold Rekordrally mit glänzenden Barren im Tresor vor unscharfen grünen Kursbewegungen
Erwähnte Aktien
Gold Gold
$5.333,40 +4.16%
Stand: 17:33 MEZ

Warum explodiert der Goldpreis in der Rekordrally?

Am Mittwochnachmittag wird Gold (XAU) bei rund 5.333,40 US-Dollar je Unze gehandelt, ein Tagesplus von etwa 4,16 Prozent. Bereits in den vergangenen eineinhalb Wochen legte der Preis zeitweise um knapp 700 Dollar beziehungsweise rund 15 Prozent zu. Zuvor hatte Gold erstmals die psychologisch wichtigen Marken von 5.000 und 5.200 Dollar hinter sich gelassen und im asiatischen Handel Höchststände von über 5.260 Dollar markiert. Der aktuelle Schub setzt damit nahtlos an eine Gold Rekordrally an, die schon 2025 mit einem Preisanstieg von rund 65 Prozent begonnen hatte und seit Ende 2025 um weitere gut 22 Prozent nach oben geführt hat.

Im Zentrum steht der sogenannte Debasement-Trade: Investoren fliehen aus Staatsanleihen und Fiat-Währungen, allen voran dem US-Dollar, der auf ein Mehrjahrestief im Dollar-Index gefallen ist. Abfällige Kommentare von US-Präsident Donald Trump über die Dollar-Schwäche, Spekulationen über eine politisierte Federal Reserve sowie ein massiver Ausverkauf am japanischen Anleihemarkt verstärken die Sorge vor einer kommenden Staats- und Schuldenkrise. Weil Gold überwiegend in Dollar gehandelt wird, wirkt der schwächere Greenback wie ein Turbo – insbesondere für Anleger aus der Eurozone und den Schwellenländern.

Wie treiben Zentralbanken die Gold Rekordrally?

Ein zweiter zentraler Treiber der Gold Rekordrally sind die Zentralbanken. Von Peking bis Warschau schichten Notenbanken ihre Devisenreserven mit fast manischem Tempo in physisches Gold um. Monatlich fließen im Schnitt rund 60 Tonnen in die Tresore, zusätzlich plant etwa die polnische Notenbank allein in diesem Jahr den Zukauf von 150 Tonnen. Die chinesische Zentralbank meldet seit 14 Monaten in Folge steigende Bestände, während Marktbeobachter von deutlich höheren inoffiziellen Käufen ausgehen.

Insgesamt sollen Zentralbanken und ETF-Investoren im vergangenen Jahr mehr als 1.500 Tonnen Gold aufgenommen haben – ein historisch außergewöhnlicher Wert. Die Folgen sind sichtbar: Der Goldpreis ist seit 2025 um rund 65 Prozent gestiegen und hat sich seit Anfang 2025 in der Spitze sogar mehr als verdoppelt. Große Häuser wie Yardeni Research und die Deutsche Bank halten Goldpreise von bis zu 6.000 Dollar je Unze bereits 2026 und 10.000 Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts für möglich. Auch Citi zeigt sich für die nächsten Quartale klar bullish und verweist auf geopolitische Risiken, Angebotsengpässe und anhaltende Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed.

Goldpreis Rally Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Goldpreis Rally (XAUUSD) – 252-Tage-Chart

Welche Rolle spielt Tether in der Gold Rekordrally?

Einen neuen Faktor stellt der Krypto-Gigant Tether dar. Das Unternehmen, das hinter dem Stablecoin USDT steht, hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 70 Tonnen Gold zugekauft und hält inzwischen rund 140 Tonnen in einem Schweizer Atomschutzbunker – ein Bestand im Wert von grob 23 Milliarden Dollar. Damit ist Tether der größte bekannte Goldhalter außerhalb von Zentralbanken und Staaten. Nach eigenen Angaben kommen wöchentlich ein bis zwei Tonnen hinzu, finanziert aus den Gewinnen des Stablecoin-Geschäfts.

CEO Paolo Ardoino skizziert die Vision, Tether zu einer Art „Gold-Zentralbank der Zukunft“ auszubauen: mit einem goldgedeckten Stablecoin (XAUT) als Alternativmodell zur Dollar-Dominanz. Für den physischen Markt bedeutet dies eine neue, stetige Nachfragequelle neben Notenbanken und klassischen ETF-Anlegern. Die Käufe von Tether dürften bereits einen spürbaren Beitrag zur Gold Rekordrally geleistet haben, erhöhen aber zugleich das Systemrisiko, da Verluste im Goldportfolio die Deckung von USDT schwächen könnten.

Was bedeutet die Gold Rekordrally für Anleger?

Die Rally in Edelmetallen verläuft inzwischen in einem Tempo, das an die späten 1970er Jahre erinnert. Silber notiert nahe 115 bis 117 Dollar je Unze und liegt seit Jahresbeginn fast 60 Prozent im Plus, nachdem der Preis bereits 2025 um rund 150 Prozent gestiegen war. Das Gold-Silber-Ratio war zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise gefallen, was kurzfristig wieder für Outperformance von Gold sprechen könnte. Parallel erreichen Goldminen-ETFs und Produzentenaktien neue Allzeithochs, profitieren aber von einem Umfeld, in dem physisches Metall im Vordergrund steht.

Gold sendet derzeit ein unübersehbares Warnsignal, dass sich die Vertrauenskrise im US-Dollar und in Staatsanleihen zuspitzt – und genau daraus speist sich die Gold Rekordrally.
— Redaktion
Fazit

Technisch ist Gold so überkauft wie zuletzt 2020, als im Anschluss eine Korrektur von nahezu 20 Prozent folgte. Dennoch verweisen Analysten wie Suki Cooper von Standard Chartered auf ein weiter intaktes Aufwärtspotenzial: Eine taubenhaft agierende Fed, ausufernde Staatsverschuldung und geopolitische Spannungen – vom Iran über Venezuela bis zum Streit um Grönland – halten die Nachfrage nach sicheren Häfen hoch. Für Privatanleger bedeutet das Umfeld, dass Engagements in XAU und physischem Gold zwar weiter von der Gold Rekordrally profitieren, aber zwingend mit erhöhter Volatilität und der Gefahr kräftiger Rücksetzer einhergehen.

3 Coinbase Innovation Highlights als Turbo fuer COIN

Wie weit geht Coinbase Global, Inc., wenn KI zum internen Orakel wird und eigene Stablecoins zur Plattform werden? Entdecken Sie, wie Management-Coaching per KI, Custom Stablecoins und neue Sicherheitsstrategien das Profil von Coinbase als Krypto-Infrastruktur-Anbieter verändern.

Hightech-Handelsraum mit Fokus auf Coinbase Innovation in KI, Stablecoins und Kryptosicherheit
Erwähnte Aktien
COIN Coinbase
$209,48 -0.62%
Stand: 16:48 MEZ

Wie funktioniert das KI-Orakel bei Coinbase?

Coinbase Global, Inc. treibt Coinbase Innovation im Management-Alltag ungewöhnlich weit: Brian Armstrong beschreibt ein selbst gehostetes KI-Modell, das sämtliche internen Datenströme wie Slack-Nachrichten, Google-Dokumente, Salesforce und Confluence bündelt. Die KI fungiert als zentrales “Oracle”, das nicht nur Memos schreibt, sondern Führungskräften aktiv Hinweise gibt – etwa auf strategische Meinungsunterschiede in Teams oder Abweichungen zwischen geplanter und tatsächlicher Zeiteinteilung des CEOs. Armstrong spricht von einer Art Mentor- oder Coach-Funktion, die ihm hilft, blinde Flecken zu identifizieren und Prioritäten anzupassen. Dieses Konzept des “Reverse Prompting” – die KI fragt den Menschen, worüber er nachdenken sollte – stammt nach seinen Angaben aus dem Austausch mit Shopify-Chef Tobi Lütke und könnte zum Blaupause für datengetriebene Unternehmensführung werden.

Was steckt hinter Coinbase Custom Stablecoins?

Parallel treibt Coinbase Innovation im Kerngeschäft Stablecoins voran. Unter dem Label “Coinbase Custom Stablecoins” testet die Börse im Backend derzeit USDF, einen dollarbesicherten Token des Infrastrukturpartners Flipcash. Die Idee: Unternehmen können eigene, gebrandete Stablecoins erstellen, die 1:1 durch von Coinbase verwahrte USDC-Bestände gedeckt sind und Belohnungen auf Aktivität bieten. Für Firmen eröffnet das neue Möglichkeiten in Payroll, B2B-Zahlungen, grenzüberschreitenden Transfers und Treasury-Management, während Coinbase zusätzliche Gebühren- und Zinseinnahmen generiert. Neben Flipcash arbeiten auch die Solana-Wallet Solflare und die DeFi-Plattform R2 an eigenen Lösungen auf Basis dieser Infrastruktur. Bereits heute ist das Stablecoin-Geschäft ein zentraler Profitbringer: Im vierten Quartal erzielte Coinbase rund 247 Millionen US-Dollar an Stablecoin-Umsätzen, gestützt auf die enge Partnerschaft mit Circle und die gemeinsame Förderung von USDC.

Coinbase Global, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Coinbase Global, Inc. (COIN) – 252-Tage-Chart

Wie positioniert sich Coinbase im Kryptomarkt?

Die Marktkapitalisierung von Coinbase Global, Inc. liegt bei rund 56,6 Milliarden US-Dollar, der Kurs deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von etwa 444,64 US-Dollar. Trotz einer 1-Jahres-Performance von rund minus 25 % stützen Investorenbewertungen mit einem Trailing-KGV im niedrigen 20er-Bereich die Erwartung weiterer Ertragszuwächse. Zacks Investment Research verweist darauf, dass Coinbase derzeit zu den am häufigsten gesuchten Werten auf der eigenen Plattform zählt und damit stark im Fokus von Privatanlegern steht. Forbes sieht die Aktie in einer Unterstützungszone zwischen gut 202 und 224 US-Dollar, aus der der Wert in der Vergangenheit mehrfach nach oben gedreht hat. Gleichzeitig warnt Investor’s Business Daily vor einer technisch angeschlagenen Chartstruktur mit einem sogenannten Death Cross vor dem Hintergrund fallender Bitcoin-Notierungen und erneuter “Krypto-Winter”-Sorgen.

Wie beeinflussen Analysten Coinbase Global, Inc.?

Analystenseitig wird Coinbase überwiegend als moderater Kauf eingestuft: 13 von 25 Experten führen die Aktie im Buy-Lager, zehn votieren für Halten, nur zwei für Verkaufen. Häuser wie Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley sehen in der Kombination aus Marktführerstatus im US-Kryptohandel, wachsendem Stablecoin-Geschäft und institutionellen Partnerschaften ein strukturelles Wachstumsthema, warnen aber zugleich vor hoher Abhängigkeit von Bitcoin- und Ethereum-Zyklen. 24/7 Wall St. verweist auf Einschätzungen einzelner Wall-Street-Profis, die dem Papier mittelfristig Kurspotenziale von bis zu 106 % zutrauen, falls Handelsvolumina und Margen wieder anziehen. Auf der Investorenseite nutzt Cathie Woods ARK Invest die Kursrückgänge, um Positionen in Coinbase aufzustocken – im Vertrauen darauf, dass der gesamte Digital-Asset-Markt langfristig stark wächst.

Wie begegnet Coinbase Sicherheits- und Regulierungsdruck?

Ein kritischer Prüfstein für jede Coinbase Innovation bleibt die Sicherheit. Nach Rekorddiebstählen im Kryptobereich 2025, die branchenweit das Vertrauen in zentrale Handelsplätze belasteten, verstärkt Coinbase seine Abwehrlinien. Das Unternehmen erweitert seine Kooperation mit der Crypto ISAC, um automatisiert, in Echtzeit und exklusiv mit Mitgliedern der Finanzbranche Bedrohungsinformationen zu teilen. Ziel ist es, staatlich gestützte Angriffe und komplexe Kampagnen schneller zu erkennen und abzuwehren. Parallel treibt Coinbase die Diversifikation voran: Neben Krypto-Assets rückt der Handel mit Metall-Futures wie Gold, Silber, Kupfer und Platin stärker in den Fokus – ein Versuch, zusätzliche, weniger korrelierte Ertragsströme aufzubauen.

In der Zukunft promptest du nicht mehr die KI – die KI promptet dich.
— Brian Armstrong, CEO von Coinbase Global, Inc.
Fazit

Im Fazit zeigt sich: Coinbase Innovation reicht von KI-gesteuerter Unternehmensführung über Custom Stablecoins bis zu neuen Sicherheits- und Produktinitiativen. Für Anleger bedeutet das ein Geschäftsmodell, das sich schrittweise von reinen Handelsgebühren hin zu wiederkehrenden, stabileren Erlösen entwickelt. Ob sich diese Strategie auch im Aktienkurs widerspiegelt, werden die nächsten Quartale zeigen – wer an das langfristige Wachstum des Kryptomarktes glaubt, dürfte Coinbase Innovation genau im Blick behalten.

Meta KI-Investitionen: 600 Mrd. als Turbo-Wende

Können die aggressiven Meta KI-Investitionen den nächsten Wachstumsschub auslösen – oder droht ein Margen-Knick? Vor den Q4-Zahlen von Meta Platforms, Inc. fragen sich Anleger, ob die Milliarden-CapEx am Ende Rendite oder Risiko bedeuten.

Futuristisches Rechenzentrum von Meta mit Servern und Glasfassaden, Symbol für massive Meta KI-Investitionen in Infrastruktur.
Erwähnte Aktien
META Meta Platforms
$670,70 -0.34%
Stand: 16:45 MEZ

Was treibt Meta Platforms vor den Q4-Zahlen an?

Meta gehört heute zu den wichtigsten Terminen der laufenden US-Berichtssaison: Gemeinsam mit Microsoft und Tesla wird der Konzern am Abend seine Quartalszahlen präsentieren. Für das vierte Quartal wird ein Umsatzsprung von rund 20 bis 21 % auf etwa 58,4 Milliarden US-Dollar erwartet, beim Gewinn je Aktie liegen die Prognosen um 8,1 bis 8,2 US-Dollar. Trotz dieses kräftigen Wachstums stand die Aktie zuletzt unter Druck, weil die geplanten Meta KI-Investitionen deutlich aggressiver ausfallen als bisher angenommen.

Im Fokus steht vor allem der Werbekern: Das Anzeigen-Geschäft wächst weiterhin mit mehr als 20 % pro Jahr, unterstützt durch KI-gestützte Optimierung von Targeting und Ausspielung. Steigende Ad-Preise von zuletzt gut 9 % unterstreichen die Preismacht der Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp. Gleichzeitig steigen die Erwartungen daran, dass generative KI künftig Kampagnen automatisiert entwirft, testet und optimiert – ein Hebel, der vor allem Kleinkunden und Agenturen zusätzliche Budgeteffizienz bringen soll.

Wie hoch sind die Meta KI-Investitionen wirklich?

Das beherrschende Thema bei den anstehenden Zahlen sind die massiven Meta KI-Investitionen. CEO Mark Zuckerberg hat die geplanten Kapitalausgaben (CapEx) für 2025 bereits auf 70 bis 72 Milliarden US-Dollar nach oben geschraubt. Für 2026 rechnen Analysten inzwischen mit einem weiteren Sprung auf über 100 bis 110 Milliarden US-Dollar, wovon ein Großteil in KI-Rechenzentren, Server, Netzwerktechnik und Dateninfrastruktur fließen soll. Über das Jahrzehnt hinweg stellt Zuckerberg Investitionen von bis zu 600 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Diese Dimensionen sorgen für Nervosität: Seit den letzten Zahlen ist die Aktie zwischenzeitlich um rund 12 % gefallen, weil Investoren fürchten, dass die Margen unter den hohen Abschreibungen leiden. Zugleich schließt Meta langfristige Zulieferverträge wie den jüngsten Deal über rund 6 Milliarden US-Dollar mit Corning für Glasfasern und Kabel ab, um den Ausbau seiner Rechenzentren abzusichern. Der Markt will nun konkrete Signale sehen, wie schnell sich diese CapEx-Welle in höherem Umsatz und Cashflow niederschlägt.

Meta Platforms, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Meta Platforms, Inc. (META) – 252-Tage-Chart

Wie bewerten Markt und Analysten Meta Platforms?

Technisch hat sich das Bild zuletzt aufgehellt. Nach einer Phase relativer Schwäche gegenüber anderen Mega-Caps wie Alphabet zeigen Relative-Stärke-Indikatoren wieder nach oben, und der Nasdaq 100 wird maßgeblich von KI-getriebenen Tech-Werten wie Meta gestützt. Mehrere Marktkommentare verweisen darauf, dass Meta nach dem jüngsten Rücksetzer wieder positives Alpha gegenüber dem Gesamtmarkt generieren könnte, sofern die anstehenden Zahlen die hohen Erwartungen an Wachstum und Profitabilität erfüllen.

Analystenhäuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und RBC Capital Markets betonen in ihren Einschätzungen immer wieder die Hebelwirkung der Meta KI-Investitionen auf das Werbegeschäft. Entscheidend sei, ob das Management belegen kann, dass KI-Funktionen in Werbung, Reels und Messaging die Monetarisierung beschleunigen und so den CapEx-Schub rechtfertigen. Bewertungsseitig wird Meta mit einem Forward-KGV um die niedrigen 20er gehandelt – für ein Unternehmen mit über 20 % Umsatzwachstum ist das für viele Analysten weiterhin attraktiv.

Welche Chancen bieten Meta KI-Investitionen Anlegern?

Über den Werbemarkt hinaus setzt Meta stark auf KI, um die Nutzung seiner Plattformen zu intensivieren. Generative Modelle sollen Creatorn helfen, Inhalte schneller zu produzieren und individueller auf Nutzer zuzuschneiden. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, KI-Assistenten in diversen Apps zu verankern und neue Interaktionsformen für Augmented- und Virtual-Reality-Geräte zu schaffen. Gerade im Wettbewerb mit Rivalen wie Snap, das seine Smart-Glasses-Aktivitäten ausbaut, will Meta bei Wearables und Mixed Reality mit KI-basierten Benutzeroberflächen die Standards setzen.

Fazit

Die Meta KI-Investitionen sind damit mehr als ein vorübergehender CapEx-Zyklus: Sie zielen auf eine Infrastruktur, die Werbeplattform, Messaging, Metaverse-Geräte und neue Geschäftsmodelle zugleich tragen soll. Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob der Konzern den Spagat zwischen kurzfristigem Margendruck und langfristigem Wachstumsversprechen überzeugend verkauft.

Deutsche Bank Geldwaesche: -2,3% Risiko-Alarm

Droht der Deutsche Bank AG neuer Ärger wegen mutmaßlicher Geldwäsche-Verstöße – ausgerechnet kurz vor den Zahlen? Ermittler durchsuchen die Zentrale, die Aktie rutscht um 2,3 % ab. Was steckt hinter der Razzia und wie groß ist das Risiko für Anleger?

Deutsche Bank Geldwaesche: Ermittler bei Razzia an der Frankfurter Zentrale
Erwähnte Aktien
DBK DBK.DE
€32,77 -2.30%
Stand: 16:41 MEZ

Deutsche Bank Geldwaesche: Was steckt hinter der Razzia?

Am Mittwochmorgen gegen 10 Uhr erschienen rund 30 Ermittler in Zivil in den Frankfurter Zwillingstürmen der Deutsche Bank AG. Parallel wurden auch Räumlichkeiten in Berlin durchsucht. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt führt das Verfahren gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA). Gegenstand der Ermittlungen ist der Verdacht, dass Verantwortliche und Mitarbeiter des Instituts ihre Pflichten bei der Prävention von Geldwäsche verletzt haben. Konkret geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die selbst im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

Im Zentrum steht laut Ermittlern die Frage, ob verdächtige Transaktionen rechtzeitig als Geldwäscheverdachtsfälle gemeldet wurden. Hier setzt der Vorwurf im aktuellen Komplex rund um Deutsche Bank Geldwaesche an: Banken müssen verdächtige Geldströme unverzüglich anzeigen, insbesondere wenn sie Hinweise auf kriminelle Herkunft oder Sanktionsverstöße erkennen.

Welche Rolle spielt das Abramowitsch-Geflecht?

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen richtet sich das Verfahren auf Geschäfte im Firmengeflecht des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch aus den Jahren 2013 bis 2018. Der frühere Besitzer des FC Chelsea steht seit März 2022 auf der Sanktionsliste der EU. Die Deutsche Bank AG soll eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen im Umfeld seiner Unternehmenskonstrukte verspätet abgegeben haben. Ob daraus ein strafrechtlich relevanter Verstoß wird, müssen die nun sichergestellten Unterlagen und Daten zeigen.

Die Bank selbst bestätigt die Durchsuchungen und betont, man arbeite „vollumfänglich“ mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Zu Details über betroffene Konten, Transaktionsvolumina oder konkrete Mitarbeiter äußert sich das Institut mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Für CEO Christian Sewing ist der Zeitpunkt heikel: Eigentlich wollte er am Donnerstag mit einem deutlich gesteigerten Vorsteuergewinn und einer höheren Dividende die jüngste Erfolgsstory unterstreichen.

Deutsche Bank AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Deutsche Bank AG (DBK) – 252-Tage-Chart

Wie reagiert die Deutsche Bank Aktie vor den Zahlen?

An der Börse reagierten Anleger prompt. Die Aktie der Deutsche Bank AG fällt im Xetra-Handel am Mittwochnachmittag um rund 2,3 Prozent auf etwa 32,77 Euro und gehört damit zu den schwächeren Werten im DAX. Zwischenzeitlich summierten sich die Verluste auf knapp drei Prozent. Damit wird die zuletzt starke Kursentwicklung abrupt ausgebremst: 2025 war die Aktie um rund 75 Prozent gestiegen und hatte Wettbewerber wie JP Morgan und Barclays deutlich hinter sich gelassen.

Fundamental bleibt das Bild zunächst intakt. Für 2025 wird ein Vorsteuergewinn nahe 10 Milliarden Euro erwartet, zudem soll das von Sewing 2022 ausgegebene Renditeziel von mindestens zehn Prozent Eigenkapitalrendite erreicht worden sein. Analysten rechnen außerdem mit einer deutlich höheren Dividende von etwa einem Euro je Aktie nach 0,68 Euro im Vorjahr. Doch Deutsche Bank Geldwaesche-Ermittlungen überschatten diese positiven Signale und schüren Sorgen, dass erneut Rechtsrisiken und mögliche Bußgelder auf die Bilanz durchschlagen könnten.

Altlast bei Deutsche Bank Geldwaesche oder neues Risiko?

Für Investoren stellt sich nun die Frage, ob es sich bei dem Verdacht um eine begrenzte Altlast oder um den Beginn eines größeren Rechtskomplexes handelt. Die Deutsche Bank AG stand in der Vergangenheit mehrfach wegen verspäteter oder unzureichender Geldwäschekontrollen in der Kritik. 2022 hatten Staatsanwaltschaft, BKA und Finanzaufsicht Bafin bereits die Frankfurter Zentrale durchsucht; die Bafin installierte sogar zeitweise einen Sonderbeauftragten, um Fortschritte im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu überwachen.

Strategisch will der designierte Finanzvorstand Raja Akram, der im Mai offiziell das Ressort übernehmen soll, den Fokus eigentlich auf Rendite und Kapitalrückführungen legen. Das Management strebt bis 2028 eine Eigenkapitalrendite von mindestens 13 Prozent an. Bisher hat dieses Ziel jedoch kaum zusätzliche Kursfantasie ausgelöst. Kommt es im Zuge der aktuellen Deutsche Bank Geldwaesche-Ermittlungen zu neuen Auflagen oder Strafzahlungen, könnte Akram gezwungen sein, Kapitalpläne und Renditeziele nachzuschärfen – ein Szenario, das institutionelle Anleger nun genau beobachten werden.

Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens dürfte die Finanzaufsicht die Bank erneut enger begleiten. Für Investoren bleibt entscheidend, ob die Deutsche Bank ihre Compliance-Systeme inzwischen so robust aufgestellt hat, dass künftige Risiken begrenzt bleiben. Die morgige Bilanzpressekonferenz wird daher nicht nur zur Zahlen-, sondern vor allem zur Vertrauensfrage.

Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird. Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen.
— Sprecher der Deutsche Bank AG
Fazit

Die Ermittlungen wegen Deutsche Bank Geldwaesche treffen das Institut in einer Phase operativer Stärke, lenken den Blick der Märkte aber erneut auf Altlasten und Compliance-Risiken. Für Anleger bleibt die Aktie trotz solider Gewinnentwicklung und geplanter höherer Dividende zunächst von juristischen Unsicherheiten überlagert. Entscheidend wird sein, ob Vorstand und Aufsicht zeitnah Transparenz schaffen und damit die Grundlage für eine Fortsetzung der Erholung von Kurs und Bewertung legen.

Tesla Earnings Q4: 3 harte Fakten zum Wendepunkt

Stehen die Tesla, Inc. Earnings vor einem echten Wendepunkt – weg vom Autogeschaeft hin zu Software, Robotaxis und Robotik? Anleger fragen sich, ob schwache Margen und sinkende Auslieferungen bereits eingepreist sind oder ob Musk heute Abend eine neue Wachstumsstory zündet.

Tesla Earnings mit Fokus auf schwachem Autogeschäft, Robotaxis und Energiespeicher in futuristischer Werksszene
Erwähnte Aktien
TSLA Tesla
$434,16 +0.76%
Stand: 16:36 MEZ

Was erwarten Analysten von den Tesla Earnings?

Analysten rechnen für das Schlussquartal 2025 mit einem Rückgang des Umsatzes um rund 3,7 Prozent auf etwa 24,8 Milliarden US‑Dollar. Der Gewinn je Aktie duempelt den Prognosen zufolge bei 44 bis 45 Cent, nach 66 Cent im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2025 sank der bereinigte Gewinn je Aktie auf geschaetzte 1,61 Dollar, nach 2,42 Dollar 2024 – ein deutlicher Rückgang trotz weiterhin hoher Bewertung.

Operativ spürt Tesla, Inc. die Abkuehlung des US‑EV‑Marktes. Nach dem Auslaufen wichtiger Steueranreize Ende September sind die landesweiten Stromer-Neuzulassungen im vierten Quartal um rund 31 Prozent gegenueber dem Vorjahr eingebrochen. Tesla lieferte 2025 nur noch etwa 1,64 Millionen Fahrzeuge aus, ein Minus von 8 bis 8,6 Prozent. Die Marge im Autogeschaeft steht deshalb besonders im Fokus der heutigen Tesla Earnings.

Wie schwach ist das Autogeschaeft von Tesla wirklich?

Der Rückgang der Auslieferungen trifft Tesla in einer Phase, in der die Konkurrenz aggressiv auf den Markt draengt. Vor allem günstige Modelle asiatischer Hersteller haben Druck auf Preise und Marktanteile erzeugt. In Europa wurden zuletzt erhebliche Rückgänge bei den Verkaeufen gemeldet, während globale EV‑Verkäufe insgesamt weiter waechsen. Tesla verliert also nicht nur wegen des Marktumfelds, sondern auch an relativer Schlagkraft.

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Wettbewerber ihre EV‑Strategie nur mit hohen Verlusten aufrechterhalten können. Ford etwa schreibt im Elektrosegment Milliardenverluste und musste seine Pläne zur Ausweitung der Produktion zurueckfahren. Tesla bleibt trotz Rückgang weiterhin profitabel und profitiert von Skaleneffekten sowie vom hauseigenen Supercharger‑Netzwerk, das sich als wichtiger Wettbewerbsvorteil erweist. Dennoch ist klar: Die aktuellen Tesla Earnings werden vor allem bestaetigen, dass das reine Autogeschaeft seinen Zenit zunächst überschritten hat.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Tesla, Inc. (TSLA) – 252-Tage-Chart

Werden Robotaxis zur neuen Tesla Earnings Story?

Mit Blick nach vorn verschiebt CEO Elon Musk die Erzaehlung konsequent weg vom Auto hin zu autonomem Fahren und Robotik. In Austin betreibt Tesla bereits einen Robotaxi‑Dienst, der kürzlich die ersten Fahrten ganz ohne Sicherheitsfahrer im Fahrzeug aufgenommen hat – ein wichtiger technologischer Meilenstein. Parallel laeuft ein begrenzter Betrieb in der Bay Area, weitere US‑Märkte wie Las Vegas, Phoenix, Dallas, Houston und Miami sollen folgen.

Die Full‑Self‑Driving‑Software FSD (Supervised) könnte zudem bald in Europa starten. Die niederlaendische Zulassungsbehoerde prüft derzeit eine Freigabe, die innerhalb der EU als Blaupause dienen könnte. Auch ein Start in China steht auf der Agenda, auch wenn die politischen Rahmenbedingungen hier unsicher bleiben. Sollte FSD tatsaechlich in mehreren Regionen als Abo-Dienst ausgerollt werden, könnte das mittelfristig ein hochmargiges Software‑Revenue-Modell etablieren, das weit über die heutigen Tesla Earnings hinausreicht.

Wie wichtig werden Optimus und Energiespeicher für Tesla?

Neben Robotaxis spielt der humanoide Roboter Optimus eine immer größere Rolle in Musks Vision. Erste Prototypen arbeiten bereits in Tesla‑Fabriken, und bis Ende 2027 soll Optimus auch für externe Kunden verfügbar sein. Musk spricht davon, dass Robotik kuenftig bis zu 80 Prozent des Unternehmenswertes ausmachen könnte – Aussagen, die Anleger faszinieren, aber auch hohe Erwartungen schuehren.

Nahe am Hier und Jetzt ist dagegen das Energiespeichergeschaeft. Teslas Megapack‑ und Powerwall‑Lösungen verzeichnen starkes Wachstum, die ausgelieferten Megawattstunden steigen deutlich. Besonders bemerkenswert: Die operativen Margen in diesem Segment liegen inzwischen nahe 30 Prozent und haben sich zuletzt weiter verbessert. Waechst dieser Bereich in aehnlichem Tempo weiter, könnte er einen immer größeren Beitrag zu kuenftigen Tesla Earnings leisten und die Schwankungen im Autogeschaeft abfedern.

Am Markt schwankt die Aktie aktuell in einer Spanne zwischen rund 420 und 455 US‑Dollar. Der Kurs von 434,16 US‑Dollar signalisiert eine abwartende Haltung; die Notierung über den mittelfristigen gleitenden Durchschnitten zeigt jedoch, dass der übergeordnete Aufwaertstrend intakt bleibt. Optionenhaendler verweisen auf ein technisches “Cluster” wichtiger Durchschnitte – ein Hinweis auf potenziell starke Bewegungen nach der Zahlenvorlage.

Fazit

Die heutigen Tesla Earnings werden vor allem bestaetigen, wie stark das klassische Autogeschaeft unter Druck steht – entscheidend für Anleger ist aber, ob Musk auf der Konferenz belastbare Perspektiven für Robotaxis, Optimus und Energiespeicher liefert. Gelingt es, diese Wachstumsstory glaubhaft zu untermauern, könnte Tesla trotz schwacher Gegenwart bei EV‑Verkaeufen seine Bewertungsstory verteidigen. Für investierte und potenzielle Aktionäre bleibt der Call heute Abend damit ein Schluesseltermin für die nächste Kursrichtung.