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Micron HBM4: 3 Rallye-Fakten trotz -2,1% Rutsch

Droht Micron Technology, Inc. nach dem NVIDIA-Samsung-Deal bei HBM4 ins Hintertreffen zu geraten – oder beginnt der nächste AI-Schub erst jetzt? Im Fokus stehen die Knappheit bei High Bandwidth Memory, volle Auftragsbücher und eine Aktie, die nach einer 260-%-Rally plötzlich korrigiert.

Hightech-Halbleiterfertigung für Micron HBM4 Speicher im AI-HBM-Markt
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Stand: 20:03 MEZ

Wie trifft der NVIDIA-Samsung-Deal Micron Technology?

Die Nachricht, dass NVIDIA Samsung offenbar als Lieferanten für neueste HBM4-Chips auswählt, sorgt zum Wochenstart für Gewinne mitnahmen bei Micron Technology, Inc.. Laut Marktberichten verliert Micron damit einen prestigeträchtigen Teilauftrag im Segment High Bandwidth Memory, was die Aktie intraday um etwa 2 % ins Minus drückt. Dennoch bleibt das übergeordnete Bild positiv: Der globale HBM-Markt wird aktuell auf rund 35 Milliarden US‑Dollar geschätzt und soll bis 2028 auf etwa 100 Milliarden US‑Dollar anwachsen – mit jährlichen Wachstumsraten um 40 %. In diesem Umfeld ist Micron HBM4 nur ein Baustein innerhalb einer deutlich breiter aufgestellten HBM- und DRAM-Strategie.

CEO Sanjay Mehrotra betont seit Monaten, dass KI-Anwendungen immer größere Kontextfenster benötigen und Speicher damit vom einfachen Systembauteil zum strategischen Leistungsfaktor werden. Für GPU-Cluster und AI-Beschleuniger sind HBM-Stacks inzwischen Pflicht, und genau hier setzt das Portfolio rund um Micron HBM4 an. Selbst wenn Samsung bei NVIDIA einen Teil des Kuchens gewinnt, bleibt die Gesamtnachfrage der Hyperscaler so groß, dass die Branche insgesamt bis über 2026 hinaus unterversorgt sein dürfte.

Warum bleibt Micron Technology bei HBM4 im Vorteil?

Micron ist einer von nur drei globalen DRAM-Schwergewichten neben Samsung und SK Hynix. Rund 80 % des Umsatzes stammen aus DRAM, 20 % aus NAND-Flash. Der AI-Boom hat beide Märkte gedreht: Nach dem Einbruch 2023, als Umsätze nahezu halbiert wurden und die Verschuldung über 13 Milliarden US‑Dollar stieg, erlebt der Konzern nun eine V-förmige Erholung. Im jüngsten Quartal kletterte der Umsatz um 57 %, die Margen ziehen kräftig an, und der Free Cashflow dreht deutlich ins Plus.

Treiber ist vor allem der Fokus auf hochmargige HBM-Lösungen. HBM erfordert drei- bis viermal so viel Waferkapazität wie Standard-DRAM, was die freie Kapazität für klassische DRAM-Produkte verknappt und dadurch zusätzlich die Preise nach oben treibt. Micron hat seine Investitionsplanung für das laufende Geschäftsjahr bereits von 18 auf 20 Milliarden US‑Dollar erhöht, um HBM- und DRAM-Kapazitäten auszubauen. Bemerkenswert: Die komplette HBM-Produktion für 2026 gilt als ausverkauft. Das zeigt, dass Kunden ihre Kontingente lange im Voraus sichern – ein starkes Signal für die Nachfrage nach Micron HBM4 und verwandten Produkten.

Micron Technology, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Micron Technology, Inc. (MU) – 252-Tage-Chart

Micron HBM4 und Bewertung: Wie weit trägt die Rallye?

Die Aktie von Micron Technology, Inc. hat in den letzten zwölf Monaten mehr als 260 % zugelegt, in den vergangenen drei Monaten nahezu 100 %. Forbes berichtet von einem Marktkapitalisierungssprung um rund 75 Milliarden US‑Dollar allein in den letzten sechs Handelstagen. Trotzdem wird das Papier an der Börse weiterhin wie ein klassischer Zykliker bepreist: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 12, die PEG-Ratio um 0,7 – Werte, die für einen strukturellen Wachstumstreiber im AI-Sektor eher moderat wirken.

Brokerhäuser bleiben überwiegend optimistisch. Laut Finviz liegt die durchschnittliche Empfehlung für MU bei 1,29 auf einer Skala von 1 (Strong Buy) bis 5 (Sell), was klar einem Kauf entspricht. Die positive Einstufung wird durch einen Zacks Rank #1 (Strong Buy) untermauert. Häuser wie Citigroup und RBC Capital Markets zählen Micron zu den Hauptprofiteuren des AI-Infrastrukturbooms; mehrere Analysten, darunter Sebastien Naji von William Blair, trauen dem Unternehmen zu, seine Gewinne in den kommenden zwei Jahren nahezu zu vervierfachen. Invezz verweist zudem darauf, dass ein Teil der Wall-Street-Schätzungen noch hinter der Kursentwicklung hinterherhinkt, was zusätzlichen Überraschungsspielraum eröffnet – gerade wenn Micron HBM4 sich als stabiles Wachstumsstandbein etabliert.

Charttechnisch ist die Bewegung parabolisch: Seit einem Rücksetzer bis an den 50‑Tage-Durchschnitt Mitte Dezember hat die Aktie in kurzer Zeit die 400‑Dollar-Marke getestet. Kurzfristig mahnen Trader zur Vorsicht und ziehen Stopps nach, zumal der NVIDIA-Samsung-Deal für Volatilität sorgen dürfte. Positiv zu werten sind jedoch Insiderkäufe: Vorstandsmitglied Techin Liu soll zuletzt knapp 8 Millionen US‑Dollar in MU-Aktien investiert haben – ein Vertrauensbeweis in die Nachhaltigkeit des AI-Superzyklus und des HBM-Geschäfts.

AI-getriebene Nachfrage ist real, sie ist da – und wir brauchen immer mehr Speicher, um sie zu bedienen.
— Sanjay Mehrotra, CEO Micron Technology
Fazit

Trotz des Wettbewerbsdrucks durch Samsung und den NVIDIA-Deal bleibt Micron mit seinem Ausbau von HBM-Kapazitäten, inklusive Micron HBM4, strategisch hervorragend im AI-Superzyklus positioniert. Für Anleger bedeutet das: Kurzfristige Schwankungen könnten eher Einstiegs- als Ausstiegschancen darstellen, solange die HBM-Knappheit anhält. Die nächsten Quartalszahlen und neue Großaufträge werden zeigen, ob Micron HBM4 die derzeit hohen Wachstumserwartungen sogar noch übertreffen kann.

Microsoft Earnings: 3 KI-Fakten als Wendepunkt

Können die kommenden Microsoft Corporation Earnings wirklich zeigen, ob der KI-Boom die massiven Cloud-Investitionen trägt? Anleger blicken gespannt auf Azure-Wachstum, Copilot-Umsätze und eigene KI-Chips – doch wie belastbar sind die Erwartungen?

Futuristisches Rechenzentrum symbolisiert Microsoft Earnings, Azure-Cloud-Wachstum und KI-Chips.
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Stand: 19:33 MEZ

Microsoft Earnings: Was preist der Markt ein?

Am Mittwoch eröffnet Microsoft Corporation die neue Berichtswelle der Big Techs und liefert mit seinen Microsoft Earnings einen wichtigen Stimmungstest für den gesamten KI-Sektor. Analysten rechnen mit einem Umsatzanstieg von etwa 15 % auf rund 80,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll von etwa 3,23 auf bis zu knapp 3,90 US-Dollar zulegen. Im Fokus steht einmal mehr die Cloud-Sparte rund um Azure, die im vergangenen Quartal ein Wachstum von bis zu 40 % verzeichnete und damit deutlich schneller wuchs als der Gesamtmarkt.

Für das jetzt anstehende Quartal taxiert der Markt das Azure-Wachstum auf etwa 36 bis 37 %. Investmenthäuser verweisen auf robuste Nachfrage nach KI-Workloads: UBS hat seine Prognose für das konstante Azure-Wachstum auf rund 37 % angehoben, gestützt durch neue KI-Rechenzentrumsprojekte. Parallel dazu mehren sich Einschätzungen, dass Copilot-Integrationen in Office, Windows und Entwickler-Tools zunehmend zu einem spürbaren Umsatztreiber werden.

Microsoft: Trägt das KI-gestützte Cloud-Wachstum?

Die zentrale Frage der Microsoft Earnings lautet: Reicht das KI-getriebene Wachstum von Azure aus, um die massiven Investitionen in Infrastruktur zu rechtfertigen? Im ersten Geschäftsquartal bis September kletterten die Azure-Umsätze um 39 bis 40 %, stark unterstützt durch generative KI-Dienste. Unternehmen mieten vermehrt Rechenleistung, um Modelle wie Copilot-Anwendungen, Chatbots oder Analytik-Workloads zu betreiben. Das macht Microsoft zu einem frühen Profiteur des KI-Booms auf Unternehmensebene.

Zugleich drücken die Ausgaben: Die Investitionsausgaben (CapEx) über alle großen Tech-Konzerne – inklusive Microsoft – könnten bis 2026 auf insgesamt rund 475 Milliarden US-Dollar anschwellen. Allein Microsoft plant laut Finanzchefin Amy Hood, im kommenden Jahr mehr als die bereits enormen 88,2 Milliarden US-Dollar des Vorjahres zu investieren. Anleger wollen jetzt einen klaren Beweis, dass jeder zusätzliche Dollar für Rechenzentren, Netzwerke und Software langfristig überproportionalen Cashflow generiert.

Entscheidend ist zudem, wie schnell die Kapazitätsengpässe im Cloud-Geschäft abgebaut werden. Das Management hatte wiederholt betont, dass Azure trotz laufender Ausbauprojekte kapazitätsbeschränkt ist und das Wachstum dadurch künstlich gedeckelt wird. Neue KI-Rechenzentren wie die Fairwater-Standorte sowie stärker spezialisierte Chips sollen diese Hürden mittelfristig senken und die Bruttomargen stabil halten.

Microsoft Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Microsoft Corporation (MSFT) – 252-Tage-Chart

Microsoft: Wie stark sind eigene KI-Chips für Azure?

Parallel zu den Microsoft Earnings sorgt die Chipstrategie von Microsoft Corporation für Aufmerksamkeit. Das Unternehmen hat mit Maia 100 und nun Maia 200 eigene KI-Beschleuniger vorgestellt, die in Rechenzentren in Iowa und perspektivisch in der Region Phoenix zum Einsatz kommen. Ziel ist es, die strategische Abhängigkeit von Nvidia-Hardware zu reduzieren, Betriebskosten zu senken und Hardware und Software enger aufeinander abzustimmen.

Maia 200 ist auf sogenannte „Reasoning Models“ optimiert, also Modelle mit komplexen, mehrstufigen Rechenketten, die besonders rechenintensiv sind. Durch höhere Effizienz pro Watt verspricht sich Microsoft, mehr Rechenleistung aus jedem Rechenzentrum herauszuholen und damit die Rendite auf die rekordhohen CapEx zu verbessern. Ein weiterer Chip unter dem Codenamen „Clea“ (Maia 300) soll künftig in den USA gefertigt werden, um die Lieferkette regional breiter abzusichern.

Diese vertikale Integration – vom Chip bis zur Cloud-Plattform – ist ein zentrales Argument vieler Analysten, die Microsoft als einen der am besten positionierten Profiteure des KI-Zeitalters sehen. Gleichzeitig bleibt die milliardenschwere Beteiligung an OpenAI ein zweischneidiges Schwert: Während sie Microsoft einen frühen Technologievorsprung verschafft hat, wächst die Skepsis am Markt bezüglich Cashburn und steigender Konkurrenz etwa durch Alphabet.

Microsoft Earnings: Wie positionieren sich Analysten?

Rund um die anstehenden Microsoft Earnings haben mehrere große Häuser ihre Einstufungen aktualisiert. Mizuho hält an einem „Outperform“-Rating fest, hat das Kursziel jedoch von 640 auf 620 US-Dollar reduziert. Begründung: Starke Kanalchecks und sehr hohe KI-Adoption, aber Bewertungsdruck für den gesamten Softwaresektor. Die Citigroup bleibt bei „Buy“ und passte ihr Kursziel von 690 auf 660 US-Dollar an, verweist aber auf ein gemischteres Bild in Nicht-Cloud-Segmenten wegen schwächerer PC-Nachfrage.

Auf der bullishen Seite hat ein Analyst auf Seeking Alpha seine Einschätzung von „Hold“ auf „Buy“ angehoben und sieht mittelfristig Potenzial bis etwa 575 US-Dollar, getrieben von Azure-Expansion und Copilot-Monetarisierung. Ein weiterer Beitrag stuft die Aktie sogar auf „Strong Buy“ hoch und nennt ein mögliches Kursziel von rund 624 US-Dollar, was einen Aufschlag von über 30 % auf den aktuellen Kurs von etwa 474 US-Dollar impliziert. Übergreifend erwartet der Markt, dass Microsoft mit den kommenden Zahlen seine Rolle als Taktgeber für KI- und Cloud-Wachstum bestätigt.

Fazit

Die bevorstehenden Microsoft Earnings könnten zum Wendepunkt für die Aktie werden, indem sie zeigen, ob Azure-Wachstum, Copilot-Umsätze und eigene KI-Chips die massiven Investitionen tragen. Für Anleger bleibt Microsoft damit ein zentraler Gradmesser dafür, wie profitabel der KI-Boom wirklich ist. Wer auf langfristiges Wachstum in Cloud und künstlicher Intelligenz setzt, dürfte die nächsten Quartalsberichte des Softwaregiganten besonders genau verfolgen.

Apple Quartal: 3 entscheidende Fakten vor dem Rekordsprung

Steht Apple Inc. vor einem historischen Rekordsprung im kommenden Quartal – oder sind die Erwartungen bereits zu hoch? Anleger blicken auf iPhone‑17-Zyklus, KI-Strategie und frische Kursziele. Welche Signale wirklich kursentscheidend sind, lesen Sie hier.

Apple Quartal mit fokussiertem Aktienchart und iPhone als Symbol für erwarteten Umsatzrekord
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Stand: 19:09 MEZ

Apple Quartal: Kommt jetzt der Rekordsprung?

Für das anstehende Apple Quartal rechnen Marktbeobachter mit einem neuen Umsatzrekord. Der Konzern dürfte demnach Erlöse von rund 138 Milliarden US‑Dollar ausweisen, was einem Wachstum von gut 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Treiber sind ein starkes Weihnachtsgeschäft, robuste iPhone‑17-Verkäufe sowie weiter steigende Erlöse im Services-Segment. Beim Gewinn je Aktie werden etwa 2,67 bis 2,68 US‑Dollar erwartet – ebenfalls ein Plus von rund 11 bis 12 Prozent, unterstützt durch anhaltende Aktienrückkäufe.

Am Optionsmarkt spiegelt sich die hohe Spannung wider: Die eingepreiste Kursreaktion liegt bei rund 4,4 Prozent, mit einer deutlichen Dominanz von Calls. Historisch mahnt jedoch Vorsicht: In den vergangenen fünf Quartalen ist die Aktie nach den Zahlen jedes Mal gefallen – selbst bei soliden Ergebnissen. Anleger werden daher genau prüfen, ob der erwartete Rekordsprung im Apple Quartal bereits im Kurs enthalten ist oder noch positive Überraschungen liefern kann.

Apple Inc.: Wird der iPhone‑17-Zyklus zum Kurstreiber?

Die zentrale operative Frage bleibt, ob das iPhone 17 tatsächlich den erhofften Upgrade-Zyklus auslöst. Erste Indikationen sprechen für eine besser als erwartete Nachfrage, insbesondere in wichtigen Märkten wie China, wo Apple Marktanteile hinzugewinnt. Gleichzeitig hellt sich der Smartphone-Gesamtmarkt nicht spürbar auf – einige Zulieferer wie Qualcomm und Skyworks sehen für 2026 eher rückläufige Stückzahlen. Apple profitiert damit vor allem von relativen Marktanteilsgewinnen und seinem Premium-Positionierung.

JPMorgan rechnet mit einem spürbar besseren iPhone‑17-Geschäft als bislang am Markt eingepreist und verweist zugleich auf niedrigere operative Kosten. Die Bank bekräftigt ihr Übergewichten-Rating, hebt das Kursziel von 305 auf 315 US‑Dollar an und sieht damit rund 27 Prozent Potenzial gegenüber dem aktuellen Kurs. Trotz einer Jahresperformance von nur etwa plus elf Prozent – und damit unter dem S&P 500 – wird die jüngste Schwächephase als Einstiegsgelegenheit betrachtet.

Apple Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Apple Inc. (AAPL) – 252-Tage-Chart

Apple und KI: Reicht die aktuelle Strategie aus?

Im Vergleich zu anderen Big-Tech-Schwergewichten gilt Apple Inc. im KI-Rennen als Nachzügler. Während Microsoft, Nvidia und Meta massiv in Infrastruktur investieren, verfolgt Apple einen deutlich vorsichtigeren, cash-starken Ansatz. Kritiker monieren, dass bisher weder die KI-Offensive noch das Projekt Apple Intelligence den Aktienkurs so beflügeln wie die Konkurrenz. Gleichzeitig schätzen viele Investoren, dass Apple seine Bilanz nicht mit einer „All-in“-Wette auf KI riskiert.

Der Markt blickt im aktuellen Apple Quartal daher weniger auf kurzfristige KI-Umsätze als auf strategische Signale. Im Fokus steht insbesondere die Integration von Google Gemini in eine deutlich aufgewertete Siri-Version, die künftig Apps steuern, Flüge buchen oder Restaurantreservierungen automatisiert vornehmen könnte. Verbraucherumfragen deuten darauf hin, dass Kunden für solche KI-Funktionen kaum Aufpreis zahlen wollen. Dennoch könnten sie einen neuen Hardware-Upgrade-Zyklus auslösen, wenn KI-Features ältere Geräte klar abhängen und das Ökosystem noch stärker binden.

Apple Inc.: Wie attraktiv sind Bewertung und Analysten?

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis um 30 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von rund 10 Prozent ist Apple Inc. nicht günstig, bewegt sich aber unter früheren Spitzenbewertungen früherer iPhone-Zyklen. Auf EBITDA-Basis liegt das Multiple um das 22‑Fache und damit über dem historischen Schnitt. Charttechnisch hat die Aktie zuletzt wichtige Unterstützungen um 257 und kurzfristig auch 250 US‑Dollar unterschritten und damit ein Muster tieferer Hochs und Tiefs etabliert. Einige Marktteilnehmer halten einen Test des 200‑Tage-Durchschnitts im Bereich um 235 US‑Dollar für möglich, sollte das Apple Quartal die hohen Erwartungen verfehlen.

Neben dem klar optimistischen Votum von JPMorgan bleibt Jefferies deutlich nüchterner. Analyst Edison Lee bekräftigt ein „Neutral“-Rating und senkt das Kursziel moderat von 283,36 auf 276,47 US‑Dollar. Damit signalisiert Jefferies begrenztes Aufwärtspotenzial auf dem aktuellen Bewertungsniveau. Andere Research-Häuser betonen, dass die Services-Sparte und das gigantische Ökosystem mit mehr als 2,4 Milliarden aktiven Geräten eine gewisse Resilienz bieten, falls die Hardware-Nachfrage temporär schwächer ausfällt.

Für das anstehende Weihnachtsquartal trauen viele dem iPhone‑17-Zyklus mehr zu, als derzeit im Kurs von Apple eingepreist ist.
— Redaktion Börsenblog
Fazit

Zusätzlich zum Apple Quartal achten Anleger auf mögliche Hinweise zu den anhaltenden Gerüchten um einen Rücktritt von CEO Tim Cook in den kommenden Jahren. Der Earnings-Call dürfte daher nicht nur zu Zahlen, sondern auch zu Strategie, Nachfolgeplanung und der Verankerung von KI im gesamten Produktportfolio wichtige Signale liefern.

Novo Nordisk Wegovy-Pille: 40% Potenzial‑Turbo

Kann die Novo Nordisk Wegovy-Pille und Rechtsstreit den Kurs trotz US-Sammelklage weiter antreiben? Die Aktie legt wieder zu, Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial – doch ein brisantes Verfahren in den USA könnte zum Spielverderber werden.

Novo Nordisk Wegovy-Pille als moderne orale GLP-1-Therapie mit Tabletten und Wasserglas
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Stand: 18:41 MEZ

Wie stark treibt die Novo Nordisk Wegovy-Pille das Wachstum?

Nach einem drastischen Absturz von zeitweise über 1.000 auf unter 300 dänische Kronen in 2025 hat sich die Aktie von Novo Nordisk zuletzt deutlich erholt. In Kopenhagen notiert das Papier aktuell umgerechnet bei rund 53 Euro beziehungsweise 63,71 US-Dollar und liegt damit gut 2 % im Plus. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus bereits auf rund 20 %, womit Novo Nordisk 2026 zu den stärkeren Werten im europäischen Pharmasektor zählt.

Treiber der Erholung ist vor allem die neu eingeführte Novo Nordisk Wegovy-Pille. Bisher musste der Wirkstoff zur Adipositasbehandlung subkutan injiziert werden, was für viele Patienten eine Einstiegshürde darstellte. Mit der oralen Formulierung bietet der Konzern nun eine deutlich bequemere Therapieoption an, die auf demselben GLP‑1-Wirkmechanismus basiert wie das bekannte Injektionspräparat Wegovy.

Die Markteinführung der Novo Nordisk Wegovy-Pille in den USA erfolgte Anfang Januar und wurde von einem aggressiven Vertriebsansatz begleitet. Der neue CEO positioniert das Produkt über breite Kanäle, darunter Amazon und Costco, um die Verfügbarkeit im Massenmarkt sicherzustellen. Bereits in der ersten Woche wurden rund 3.100 Rezepte eingelöst, in der zweiten Woche stieg die Zahl auf etwa 8.000. Angesichts der Tatsache, dass es derzeit keine andere vergleichbare orale GLP‑1-Abnehmtherapie auf dem Markt gibt, könnte sich das Produkt für Novo Nordisk zu einem wichtigen Wachstumstreiber entwickeln.

Welches Kurspotenzial hat die Novo Nordisk Aktie jetzt?

Bewertungsseitig erscheint die Aktie trotz der jüngsten Erholung aus Anlegersicht weiterhin moderat. Historisch wurde Novo Nordisk über die vergangenen zehn Jahre im Schnitt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 27 gehandelt. Nach dem Absturz 2025 liegt das aktuelle Multiple laut Konsensschätzungen jedoch nur bei etwa 18. Sollte es dem Management gelingen, das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen und die Wachstumsstory der Novo Nordisk Wegovy-Pille zu untermauern, wäre eine Rückkehr in Richtung des langjährigen Bewertungsdurchschnitts denkbar.

Auf Basis eines konserviv angesetzten KGV von 25 und einem erwarteten Gewinn je Aktie von 3,49 US-Dollar für 2026 ergäbe sich ein theoretischer fairer Wert von rund 87,25 US-Dollar. Von den aktuellen 63,71 US-Dollar aus entspricht das einem Aufwärtspotenzial von etwa 40 %. Investmentbanken wie die Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen regelmäßig auf die zentrale Bedeutung der GLP‑1-Pipeline und der neuen oralen Darreichungsformen für die mittelfristige Gewinnentwicklung des Konzerns.

Für Anleger bleibt entscheidend, ob Novo Nordisk die hohe Anfangsdynamik bei Verschreibungen der Novo Nordisk Wegovy-Pille halten und gleichzeitig die Lieferketten stabil managen kann. Zudem muss das Unternehmen dem intensiver werdenden Wettbewerb durch Eli Lilly und Anbieter generischer Telemedizin-Konzepte standhalten.

Wie riskant ist die US-Sammelklage zu Victoza?

Während der Markt beim Thema Adipositas auf weiteres Wachstum setzt, sorgt eine US-Sammelklage rund um das Diabetesmedikament Victoza für Unruhe. In New York hat der Arzneimittelgroßhändler Smith Drug aus South Carolina Klage gegen Novo Nordisk eingereicht. Der Vorwurf: Der Konzern soll Patente missbraucht und ein sogenanntes Pay‑for‑Delay-Modell genutzt haben, um kostengünstige Generika vom Markt fernzuhalten.

Konkret steht ein Vergleich mit Teva Pharmaceutical aus dem Jahr 2019 im Mittelpunkt, mit dem ein damals laufender Patentstreit beigelegt wurde. Nach Darstellung der Kläger habe Novo Nordisk dafür gezahlt, dass der Generikakonkurrent den Markteintritt einer Victoza-Kopie verzögert. Ohne diese Vereinbarung hätte ein günstigeres Produkt bereits 2023 auf den US-Markt kommen können; tatsächlich brachte Teva sein Victoza-Generikum erst 2024. Teva selbst ist in dem Verfahren nicht beklagt.

Victoza war lange Zeit ein Milliardenbringer: In den USA lag der Umsatz 2018 bei über 5 Milliarden US-Dollar, bevor er durch den Aufstieg des Nachfolgeprodukts Ozempic zurückging. Smith Drug fordert nun Schadenersatz in nicht genannter Höhe für eine ganze Gruppe von Käufern, darunter Großhändler und Apotheken. Das zuständige Gericht muss klären, ob die Patentstrategie von Novo Nordisk gegen Wettbewerbsrecht verstoßen hat und ob Abnehmer überhöhte Preise zahlen mussten.

Auf die ersten Meldungen reagierte der Markt zunächst zurückhaltend, die Aktie gab zwischenzeitlich um gut 1 % nach. Weder Novo Nordisk noch Smith Drug oder Teva wollten sich bislang öffentlich zu den Vorwürfen äußern. Für Investoren bleibt damit unklar, ob am Ende nur ein überschaubarer Vergleich oder doch ein potenziell spürbarer finanzieller Schaden droht.

Fazit

Die Novo Nordisk Wegovy-Pille eröffnet dem Konzern im boomenden Markt für Adipositastherapien erhebliches zusätzliches Wachstumspotenzial und stützt die jüngste Kurserholung. Gleichzeitig erhöht die US-Sammelklage zu Victoza den regulatorischen und finanziellen Risikoaufschlag, den Anleger einkalkulieren müssen. Wer auf die langfristige GLP‑1-Story und den Erfolg der neuen oralen Produkte setzt, sollte die weitere Entwicklung des Verfahrens genau verfolgen und bei Rücksetzern selektiv Chancen prüfen.

3 NVIDIA CoreWeave-Fakten mit KI-Revolution

Wie verändert der Milliarden-Deal zwischen NVIDIA Corporation und CoreWeave die Machtverhältnisse im KI-Zeitalter? Der Ausbau von KI-Fabriken und der Start der Vera-CPU könnten den Markt für Rechenzentren und Halbleiter grundlegend verschieben.

Hochmodernes KI-Rechenzentrum symbolisiert NVIDIA CoreWeave AI-Factories und massive GPU-Infrastruktur.
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Stand: 18:22 MEZ

Was steckt hinter dem NVIDIA CoreWeave-Deal?

NVIDIA Corporation investiert weitere 2 Milliarden US‑Dollar in den Spezialisten für KI-Rechenzentren CoreWeave, indem sie Stammaktien der Klasse A zu 87,20 US‑Dollar je Anteil erwirbt. Das Volumen verdoppelt den bisherigen Anteil nahezu und macht NVIDIA zum zweitgrößten Einzelaktionär. Ziel ist es, den Ausbau von mehr als 5 Gigawatt zusätzlicher KI-Rechenleistung – intern als „AI-Factories“ bezeichnet – bis 2030 zu finanzieren. Dieses Leistungsvolumen entspricht etwa fünf großen Kernkraftwerken und zeigt, in welchen Dimensionen der KI-Infrastruktur-Boom inzwischen spielt.

CoreWeave gilt als Vorreiter im Bereich „Neocloud“, also auf KI optimierten Cloud-Angeboten, die speziell auf GPU-intensive Workloads zugeschnitten sind. Bereits bestehende Abnahmeverpflichtungen von Dienstleistungen im Milliardenbereich werden durch den neuen Schritt vertieft. Kritiker verweisen zwar auf eine mögliche Zirkularität – NVIDIA investiert in Kunden, die im Gegenzug NVIDIA-Chips kaufen –, doch CEO Jensen Huang betont, der NVIDIA CoreWeave-Deal stelle lediglich einen kleinen Teil der insgesamt geplanten CoreWeave-Investitionen dar und sei vor allem ein Vertrauensbeweis in Management und Geschäftsmodell.

Wie treibt NVIDIA CoreWeave die KI-Fabriken voran?

Die erweiterte Zusammenarbeit soll sowohl Hardware- als auch Softwareebene adressieren. CoreWeave verpflichtet sich, „mehrere Generationen“ von NVIDIA-Systemen in seinen Rechenzentren einzusetzen, darunter künftige Plattformen wie Rubin, neue Speichersysteme und BlueField-basierte Lösungen für Datenzugriff und Storage. Zudem wird CoreWeaves KI-native Software in Referenzarchitekturen von NVIDIA integriert, um Kunden den Aufbau eigener KI-Fabriken zu erleichtern.

NVIDIA-CEO Jensen Huang spricht von der „größten Infrastruktur-Offensive in der Geschichte der Menschheit“ und verweist darauf, dass KI-Rechenzentren zunehmend zur Basis einer neuen industriellen Revolution werden. Parallel dazu zeigen andere Initiativen, wie die Earth‑2-Klimamodelle für Wetter- und Klima-Simulationen, wie breit die Anwendungspalette der NVIDIA-Plattform bereits ist. Während der Kurs von NVIDIA zuletzt mit 186,73 US‑Dollar leicht um rund 0,5 % korrigierte, sprangen CoreWeave-Aktien im vorbörslichen Handel zweistellig an – ein Indiz dafür, dass der Markt die Kapitalzufuhr als Entlastung für das hochinvestive Geschäftsmodell wertet.

NVIDIA Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
NVIDIA Corporation (NVDA) – 252-Tage-Chart

Wie greift die Vera-CPU Intel und AMD an?

Strategisch noch spannender als das frische Kapital ist der technologische Hebel der Partnerschaft: CoreWeave wird Erstkunde für die neue Vera-CPU, mit der NVIDIA Corporation erstmals einen Hauptprozessor als eigenständiges Produkt anbietet. Bislang wurden NVIDIA-CPUs fast ausschließlich in integrierten Systemen gemeinsam mit GPUs verkauft. Mit Vera greift das Unternehmen nun direkt die Domänen von Intel und AMD an – ebenso wie Eigenentwicklungen großer Hyperscaler wie Amazons Graviton.

Im Rahmen der NVIDIA CoreWeave-Kooperation erhält der Neocloud-Anbieter frühzeitigen Zugang zu Vera und kann die CPU in großskaligen KI-Workloads testen und optimieren. Huang bezeichnet Vera als „revolutionär“ und positioniert sie als Baustein, um komplexe KI-Stacks effizienter und energieärmer zu betreiben. Der Schritt passt in ein breiteres Bild: Parallel baut NVIDIA seine Lieferkette aus, unter anderem mit neuen HBM4-Speicherchips von Samsung, während Kunden wie Microsoft und andere Hyperscaler an eigenen Beschleunigern arbeiten, um zumindest Teile ihrer Abhängigkeit von NVIDIA-Hardware zu reduzieren.

Wie bewerten Analysten NVIDIA und CoreWeave?

An der Wall Street bleibt NVIDIA Corporation der zentrale Stimmungsindikator für den KI-Boom. Die Aktie hat sich seit Ende 2022 mehr als verzehnfacht, wird aktuell aber „nur“ mit dem 24‑Fachen der erwarteten Gewinne bewertet – leicht über dem KGV des S&P 500. Große Häuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen auf den massiven Investitionszyklus der Hyperscaler und die dominante Marktstellung von NVIDIA im Bereich der KI-GPUs.

Während einige Strategen vor Übertreibungen und einer möglichen „AI-Bubble“ warnen, betonen andere, dass die jetzt aufgesetzte Infrastruktur – von KI-Fabriken wie bei NVIDIA CoreWeave bis hin zu spezialisierten Supercomputern für Branchenriesen wie Eli Lilly – erst den Grundstein für künftige Produktivitätsgewinne lege. Kurzfristig könnte die Aktie durch Gewinnmitnahmen und die anstehende Zahlenvorlage am 25. Februar volatil bleiben, strukturell bleibt NVIDIA für viele Analysten jedoch eines der Kernassets im KI-Ökosystem.

AI ist in der nächsten Phase angekommen und treibt den größten Infrastrukturaufbau in der Geschichte der Menschheit.
— Jensen Huang, CEO NVIDIA
Fazit

Jensen Huang verweist zudem auf die makroökonomische Dimension: KI-Fabriken benötigen enorme Mengen günstiger Energie und treiben damit Investitionen in Netzausbau und Erzeugung an. Zugleich erwartet er erhebliche Beschäftigungseffekte – auch im Blue-Collar-Segment –, da neue Rechenzentren gebaut, betrieben und gewartet werden müssen.

Meta Regulierungen: 3 Risiken und KI-Turbo

Drohen Meta Platforms, Inc. durch neue Regulierungen und Klagen ein Bewertungs-Stopp – oder zündet der KI-Turbo trotz DSA-Auflagen? Anleger blicken vor den Quartalszahlen gespannt auf Kosten, Rechtsrisiken und die nächste Wachstumsphase.

Meta Regulierungen und KI-Infrastruktur mit Rechenzentrum und Social-Media-Kanälen
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META Meta Platforms
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Stand: 18:18 MEZ

Wie treffen Meta Regulierungen WhatsApp-Kanäle?

Die Brüsseler Wettbewerbshüter stellen WhatsApp-Kanäle, über die Regierungen, Medienhäuser oder Unternehmen breite Nutzergruppen erreichen, künftig unter den strengen DSA-Regelrahmen. Private Chats bleiben ausgenommen, doch die öffentlichen Kanäle werden nun ähnlich wie Social-Media-Plattformen behandelt. Für Meta bedeutet das zusätzliche Pflichten bei der Entfernung illegaler Inhalte, Transparenzanforderungen im Umgang mit Werbung und erhöhte Verantwortung beim Schutz vor Wahlmanipulation.

Meta Regulierungen in Europa verschärfen damit den Kurs, den die EU bereits gegen Facebook und Instagram eingeschlagen hat. Gegen den Konzern laufen Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Datentransparenz und den Umgang mit rechtswidrigen Inhalten, die in hohe Geldbußen münden könnten. CEO Mark Zuckerberg kritisierte die Digitalgesetze als „institutionalisierte Zensur“, während politische Verbündete von US-Präsident Donald Trump die Regelwerke als wettbewerbsfeindlich einordnen. Dennoch steigt der Druck, die internen Compliance-Strukturen weiter aufzurüsten – ein zusätzlicher Kostenfaktor, der neben den massiven KI-Investitionen einpreist werden muss.

Wie wirken KI-Milliarden auf Meta und den Kurs?

Im Vorfeld der Q4-Zahlen am Mittwoch dreht sich an der Wall Street nahezu alles um zwei Themen: Wie stark steigen die Ausgaben für KI-Infrastruktur bis 2026 – und wann beginnt sich das zu rechnen? Finanzchefin Susan Li hatte die Spanne für die Konzernkosten zuletzt auf 70 bis 72 Milliarden US-Dollar angehoben. Für die kommenden Jahre werden CapEx von über 100 Milliarden Dollar diskutiert, obwohl Meta im Gegensatz zu Microsoft oder Alphabet kein klassisches Cloud-Geschäft betreibt.

Analysten erwarten im abgelaufenen Quartal ein Umsatzwachstum von rund 20 bis 21 Prozent und nur einen leichten Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie auf etwas über 8 US-Dollar. Nach dem Kursrückgang von gut 11 Prozent nach der letzten Zahlenvorlage gilt die Hürde für eine positive Reaktion als relativ niedrig – vorausgesetzt, Meta liefert eine nachvollziehbare Kostenprognose und zeigt klar auf, wie KI-Investitionen das Werbegeschäft, also Metas zentrale „Nachfrage-Maschine“, weiter monetarisieren sollen.

Rothschild & Co Redburn setzt dabei klar auf die Bullen-These: Analyst James Cordwell stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und schraubte das Kursziel von 740 auf 900 US-Dollar. Bank of America bleibt ebenfalls bei „Buy“ und einem Kursziel um 810 Dollar. Raymond James Financial korrigierte sein Ziel zwar von 825 auf 800 Dollar nach unten, hält aber am „strong-buy“-Votum fest. Insgesamt liegt der Konsens der Kursziele weiter deutlich über dem aktuellen Kurs, obwohl Meta Regulierungen und Rechtsrisiken mittlerweile prominent in fast jedem Research-Bericht auftauchen.

Meta Platforms, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Meta Platforms, Inc. (META) – 252-Tage-Chart

Welche Meta Regulierungen und Klagen drohen noch?

Zusätzlich zu den europäischen Meta Regulierungen rücken in den USA neue Klagerisiken in den Vordergrund. In Kalifornien startet ein richtungsweisender Prozess, in dem eine junge Nutzerin Meta, TikTok und YouTube vorwirft, ihre Plattformen hätten durch suchterzeugende Design-Elemente ihre psychische Gesundheit geschädigt. Die Jury muss klären, ob die Unternehmen fahrlässig gehandelt haben und ob die Nutzung der Apps ein wesentlicher Faktor für Depressionen der Klägerin war. Mark Zuckerberg soll persönlich aussagen; der Konzern bestreitet einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seinen Produkten und der Erkrankung.

Das Verfahren könnte Blaupause für zahlreiche ähnliche Klagen werden, die sich auf „Social-Media-Sucht“ bei Minderjährigen beziehen. Für Investoren ist entscheidend, ob es bei Einzelfällen bleibt oder ob sich daraus ein breiter Rechts- und Regulierungsrahmen entwickelt, der Produktdesign, Empfehlungs-Algorithmen und Werbemodelle tangiert. Angesichts der ohnehin hohen Compliance-Anforderungen in Europa verstärken diese US-Risiken den Druck, Risikomanagement, Moderation und Transparenz offensiv auszubauen.

Wie bewerten Analysten Meta zwischen Wachstum und Risiko?

Zwischen KI-Euphorie, Meta Regulierungen und Rechtsrisiken bleibt der Blick der Analysten erstaunlich konstruktiv. Bank of America sieht die massiven KI- und Infrastrukturinvestitionen bereits weitgehend im Bewertungsniveau reflektiert und rechnet mit einer moderaten Ergebnis-Überraschung im Q4. Zacks Investment Research hebt hervor, dass sich die Berichtswoche der „Magnificent Seven“ – mit Meta, Microsoft, Apple und Tesla – zum Stimmungsbarometer für den gesamten KI-Handel entwickeln dürfte.

MarketBeat verweist darauf, dass die letzte Enttäuschung beim Ausblick für 2026-CapEx einen Kurssturz von über 11 Prozent auslöste, der Bewertungsdruck inzwischen aber zu einer attraktiven PEG-Ratio um 1,3 geführt hat. Die Einstufung „Moderate Buy“ dominiert weiter, während Häuser wie Raymond James Financial, Bank of America und Rothschild & Co Redburn Kursziele deutlich oberhalb von 800 Dollar vertreten. Kurzfristig bleiben die Q4-Zahlen und der neue Ausblick auf die KI-Strategie jedoch der entscheidende Katalysator.

Fazit

Für Anleger bedeutet das: Die Story bleibt binär. Gelingt es Meta, die Balance zwischen aggressiver KI-Offensive, strengeren Meta Regulierungen und steigenden Rechtsrisiken zu halten, könnte der aktuelle Rücksetzer eine Einstiegsgelegenheit sein. Scheitert die Kommunikation am Mittwoch jedoch erneut an der Kostenseite, droht eine weitere Bewertungs-Korrektur.

Friedrich Vorwerk Jahreszahlen: +4,5% Rallye

Wie stark überraschen die neuen Friedrich Vorwerk Jahreszahlen den Markt wirklich? Umsatzsprung, Margenboost und prall gefüllte Kasse sorgen für Gesprächsstoff – doch was steckt hinter dem Kurssprung der Aktie?

Energieinfrastruktur-Baustelle mit Pipelines und Stromtrassen von Friedrich Vorwerk
Erwähnte Aktien
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€92,70 +4.51%
Stand: 12:49 MEZ

Friedrich Vorwerk Jahreszahlen: Wie stark ist das Wachstum?

Friedrich Vorwerk hat ein außergewöhnlich starkes Geschäftsjahr 2025 hinter sich. Auf Basis vorläufiger Zahlen stieg der Umsatz um gut 41 Prozent auf 704,3 Millionen Euro. Anvisiert hatte das Management zuvor lediglich 650 bis 680 Millionen Euro. Damit liegen die publizierten Friedrich Vorwerk Jahreszahlen spürbar über der eigenen Zielspanne und signalisieren eine deutlich höhere Nachfrage nach Energieinfrastrukturprojekten in Deutschland und Europa.

Beim operativen Ergebnis legte der Pipeline- und Anlagenbauer noch kräftiger zu: Das EBITDA verdoppelte sich mehr als von 80,5 auf 163,3 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge kletterte auf 23,2 Prozent und übertraf damit die angepeilte Bandbreite von 20 bis 22 Prozent. Das Management verweist vor allem auf ein sehr starkes Schlussquartal mit hohen Ergebnisbeiträgen aus laufenden Projektgemeinschaften und vorteilhaften Witterungsbedingungen.

Zwischen Oktober und Dezember 2025 erzielte Friedrich Vorwerk einen Umsatz von 199,3 Millionen Euro, ein Plus von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das EBITDA im vierten Quartal sprang auf 57,5 Millionen Euro, die Marge erreichte beeindruckende 28,9 Prozent. Damit unterstreichen die Friedrich Vorwerk Jahreszahlen die operative Hebelwirkung des Geschäftsmodells in Hochlastphasen.

Friedrich Vorwerk: Wie robust ist die Finanzbasis?

Neben Umsatz und Ergebnis sticht vor allem die deutlich verbesserte Kapitalausstattung hervor. Der Bestand an liquiden Mitteln erhöhte sich binnen Jahresfrist um mehr als 100 Millionen Euro auf 279,7 Millionen Euro. Die Nettoliquidität erreichte mit 261,9 Millionen Euro einen historischen Höchststand. Das Unternehmen spricht von einer „historisch starken Kapitalausstattung“, die eine hervorragende Basis für weitere Wachstumsschritte bildet.

Der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei gut einer Milliarde Euro. Zwar befindet sich dieser Wert leicht unter dem Vorjahresniveau, gleichzeitig zog das neu akquirierte Projektvolumen jedoch spürbar an. Parallel dazu wurde die organisatorische Basis verbreitert: Die Mitarbeiterzahl stieg auf 2.243. Zusammen mit der hohen Nettoliquidität verschafft dies Friedrich Vorwerk Flexibilität für größere Infrastrukturprojekte rund um die Energiewende.

Für Anleger besonders interessant: Aus den starken Friedrich Vorwerk Jahreszahlen lässt sich ein deutlich höherer Gewinn je Aktie ableiten. Marktbeobachter rechnen für 2025 mit einem Ergebnis, das in Richtung vier Euro je Aktie tendiert, nach 1,79 Euro im Vorjahr. Damit wächst der Ertrag je Anteilsschein wesentlich schneller als der Umsatz.

Friedrich Vorwerk Aktie: Wie reagiert der Kurs auf die Zahlen?

Die Börse honoriert die vorgelegten Kennzahlen mit deutlichen Kursaufschlägen. Die im SDAX notierten Papiere von Friedrich Vorwerk steigen am Montagvormittag zeitweise um rund fünf bis sieben Prozent und notieren mit etwa 93 Euro auf dem höchsten Niveau seit November. Zwischenzeitlich wurden auf Xetra 92,80 Euro und im Frankfurter Handel 91,50 Euro bezahlt, was Tagesgewinnen von bis zu gut fünf Prozent entspricht.

Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate hat sich der Kurs der Aktie nahezu verdreifacht. Das Jahreshoch liegt mit rund 109 Euro allerdings noch ein Stück entfernt. Angesichts der starken Friedrich Vorwerk Jahreszahlen spekulieren Marktteilnehmer darauf, dass frühere Analystenschätzungen für 2026 zu konservativ sein könnten. Der vollständige Geschäftsbericht für 2025 soll am 31. März veröffentlicht werden und dürfte dann detailliertere Hinweise auf die mittelfristige Ergebnisentwicklung liefern.

Auch der Großaktionär MBB profitiert deutlich von der Dynamik: Die Beteiligungsgesellschaft meldete ein bereinigtes EBITDA von 211 Millionen Euro und eine auf rund 18 Prozent gestiegene Marge. Ein wesentlicher Treiber waren dabei die starken Beiträge von Friedrich Vorwerk, Aumann und Delignit.

Friedrich Vorwerk Jahreszahlen: Was heißt das für Anleger?

Die Kombination aus hohem Auftragsbestand, Rekordliquidität und zweistelligem Margensprung unterstreicht die starke Positionierung von Friedrich Vorwerk im Markt für Energieinfrastruktur. Die nun vorliegenden Friedrich Vorwerk Jahreszahlen zeigen, dass das Unternehmen von den massiven Investitionsprogrammen in Gas-, Strom- und Wasserstoffnetze operativ wie finanziell profitiert. Gleichzeitig sorgt der Rekord-Cashbestand für zusätzlichen Spielraum bei Ausschreibungen und möglichen Kooperationen.

Die hervorragende Geschäftsentwicklung spiegelt sich auch in einer historisch starken Kapitalausstattung wider.
— Unternehmensführung von Friedrich Vorwerk
Fazit

Obwohl große Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs oder Morgan Stanley aktuell noch keine frischen öffentlichen Einstufungen zu Friedrich Vorwerk vorgelegt haben, dürften die starken Jahreskennzahlen und der Kursanstieg den Wert verstärkt auf die Radarlisten internationaler Analysten rücken. Für Investoren bleibt entscheidend, ob das Unternehmen das hohe Margenniveau halten und den Auftragsbestand weiter dynamisch ausbauen kann.

3 Tesla Earnings Fakten: Bewertung im Drama-Modus

Stehen die Tesla, Inc. Earnings vor einem gefährlichen Spagat zwischen schwachem Autogeschäft und hochfliegenden KI-Träumen? Anleger fragen sich, ob Robotaxis und Optimus die ambitionierte Bewertung wirklich tragen können – oder ob die Story erste Risse zeigt.

Tesla Earnings im Fokus: Elektroautos bei Nacht, Robotaxi-Szene mit KI-Fantasie und Finanzdistrikt im Hintergrund.
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TSLA Tesla
$444,84 -0.07%
Stand: 11:46 MEZ

Wie schwach sind die Tesla Earnings im Kerngeschäft?

Im Vorfeld der Tesla Earnings für das Schlussquartal 2025 rechnen Analysten mit einem spürbaren Rückgang im klassischen Autogeschäft. Gegenüber dem Vorjahresquartal wird mit einem Umsatzminus von rund 3 % auf knapp 25 Milliarden US‑Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie liegt die Konsensschätzung bei etwa 0,40 bis 0,45 US‑Dollar – ein Rückgang um rund 40 % im Jahresvergleich. Hintergrund sind vor allem schwächere Auslieferungen, aggressive Preissenkungen sowie steigende Anreize, etwa Rabatte von zeitweise bis zu 13 % auf das Model Y.

Bereits 2025 sind die weltweiten Fahrzeugauslieferungen von Tesla um rund 9 % gefallen, während die Automobilumsätze in den ersten neun Monaten des Jahres im selben Umfang zurückgingen. Gleichzeitig verliert das Unternehmen in vielen internationalen Märkten Marktanteile, obwohl Tesla in den USA nach wie vor etwa 50 % des Elektroautomarkts dominiert. Die Tesla Earnings müssen daher Antworten liefern, wie das Management den Margendruck und den wachsenden Wettbewerb abfedern will.

Wie trägt die Tesla Bewertung die aktuelle Schwäche?

Trotz der operativen Schwäche bleibt die Bewertung der Aktie außergewöhnlich hoch. Verschiedene Kennzahlen wie das erwartete KGV 2026 von deutlich über 200 und ein Kurs-Gewinn-Wachstum, das ein Mehrfaches des Branchendurchschnitts beträgt, machen Tesla zu einem typischen “Story-Stock”. Kritiker verweisen darauf, dass die aktuelle Bewertung kaum noch vom heutigen Geschäft mit Elektroautos getragen wird, sondern fast vollständig von Hoffnungen auf künftige Erlösquellen abhängt.

Genau deshalb werden die kommenden Tesla Earnings stärker als sonst auf den Ausblick und weniger auf die rückwärtsgewandten Zahlen fokussiert sein. Entscheidend wird, ob Elon Musk einen glaubhaften Pfad aufzeigt, wie Tesla von einem zyklischen Autohersteller zu einem Anbieter hochmargiger KI-Dienstleistungen rund um autonomes Fahren, Robotaxis und humanoide Roboter werden kann. Bleiben konkrete Meilensteine und Zeithorizonte vage, dürfte es für die Aktie schwierig werden, die hohe Bewertung zu verteidigen.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Tesla, Inc. (TSLA) – 252-Tage-Chart

Was erwarten Anleger von Tesla Earnings bei Robotaxis?

Ein zentrales Thema der Tesla Earnings ist das Robotaxi-Programm. Musk spricht seit Jahren davon, eine globale Flotte autonomer Fahrzeuge aufzubauen, die “quasi unendliche” Nachfrage bedienen soll. In ersten Städten wie Austin und im Raum San Francisco sind bereits Robotaxi-Fahrten ohne Sicherheitsfahrer möglich, was den technologischen Fortschritt unterstreicht. Dennoch liegt Tesla bei gefahrenen vollautonomen Meilen im Vergleich zu einigen Wettbewerbern weiterhin zurück, während regulatorische und sicherheitsrelevante Hürden bestehen.

Die Börse erwartet nun klarere Aussagen zu Skalierungsplänen, Kosten pro Meile und den Zeitzielen für eine breitere Einführung des Robotaxi-Angebots. Zudem beobachten Investoren, wie sich die Abkehr vom klassischen Autopilot hin zu stärker monetarisierbaren Software-Paketen wie “Full Self-Driving” in den Zahlen niederschlägt. Die Tesla Earnings könnten hier erste Hinweise liefern, ob die Strategie, weniger Hardware-Margen und mehr Software-Umsätze, bereits anfängt zu tragen oder noch weitgehend Zukunftsmusik bleibt.

Welche Rolle spielt Tesla Optimus für die Story?

Neben Robotaxis ist der humanoide Roboter Optimus die zweite grosse Wette, mit der Musk Tesla zu einem führenden Player in “physischer KI” machen will. Nach Unternehmensangaben sind bereits erste Optimus-Einheiten in den eigenen Fabriken im Einsatz, weitere interne Aufgaben sollen bis Ende des Jahres folgen. Perspektivisch stellt Musk in Aussicht, Optimus ab Ende 2025 an externe Kunden zu verkaufen.

Auch wenn Optimus in den aktuellen Tesla Earnings nur marginale finanzielle Beiträge liefert, ist das Projekt zentral für die langfristige Investmentstory. Gelingt es Tesla, die bei Fahrzeugen erprobten Fertigungstechniken wie Mega- oder Gigacasting auch in der Robotik zu nutzen, könnten Kostenvorteile entstehen, die einen frühen Markteintritt ermöglichen. Für Anleger bleibt jedoch das Risiko hoch, dass sich diese Vision deutlich verzögert oder regulatorische und sicherheitstechnische Anforderungen den Rollout bremsen.

Wie reagiert Tesla auf Konkurrenz und Handelspolitik?

Parallel zu den Tesla Earnings steht der globale EV-Markt unter dem Eindruck zunehmender Konkurrenz aus China und einer zunehmend fragmentierten Handelspolitik. Elon Musk warnt selbst, dass westliche Hersteller ohne Handelsbarrieren von chinesischen Anbietern überrollt werden könnten, die Elektroautos teilweise günstiger als Verbrenner anbieten. Zugleich könnten neue Handelsabkommen Chancen eröffnen: Eine geplante Senkung der Importzölle Indiens auf aus der EU eingeführte Fahrzeuge würde es Tesla etwa erlauben, den Subkontinent von der Gigafactory in Berlin aus besser zu bedienen – auch wenn Elektroautos dort zunächst noch ausgespart sind.

In den USA belasten zusätzlich politische Risiken und das Ende von Steueranreizen die Nachfrage. Wettbewerber wie Lucid setzen derweil stärker auf lokale Fertigung in Märkten wie Saudi-Arabien, um sich langfristig zu positionieren. Für Tesla wird es entscheidend sein, die eigene Lieferkette – etwa über Nickel-Lieferverträge aus den USA – weiter zu diversifizieren und die Kostenbasis zu senken, um im anhaltenden Preiswettbewerb bestehen zu können.

Fazit

Im Fazit lassen sich die anstehenden Tesla Earnings als Stresstest für eine ambitionierte Zukunftsvision lesen: Kurzfristig schwache Zahlen treffen auf eine extrem hohe Bewertung, die grosse Wetten auf Robotaxis und Optimus voraussetzt. Für Anleger bleibt Tesla damit ein polarisierender Titel, bei dem sich Skepsis gegenüber dem Kerngeschäft und Vertrauen in Musks KI- und Robotik-Agenda scharf gegenüberstehen. Die kommenden Quartalsberichte und Updates zu Tesla Earnings werden zeigen, ob das Unternehmen den Spagat zwischen Gegenwart und Zukunft glaubhaft meistern kann.

Gold Rekordhoch: +2,1% Rallye auf 5.086 $

Steht der Goldpreis auf Rekordhoch erst am Anfang einer noch größeren Rallye? XAU überspringt klar die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze – doch welche Kräfte treiben den Kurs wirklich und wie weit sehen Top-Banken jetzt Luft nach oben?

Gold Rekordhoch mit dynamischer Rallye, Goldbarren und steigender Kursentwicklung im Handelsraum
Erwähnte Aktien
Gold Gold
$5.086,10 +2.14%
Stand: 10:26 MEZ

Gold Rekordhoch: Welche Kräfte treiben den Sprung?

Der jüngste Kurssprung auf ein Gold Rekordhoch ist das Ergebnis mehrerer sich überlagernder Krisen. Zum Wochenbeginn überschritt der Goldpreis erneut klar die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze und notierte zeitweise sogar über 5.092 Dollar. In Euro gerechnet markierte das Edelmetall mit rund 4.296 Euro je Unze ebenfalls ein Allzeithoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf etwa 17 bis 18 Prozent, nachdem Gold bereits im Vorjahr um mehr als 60 Prozent zugelegt hatte – die stärkste Jahresperformance seit Ende der 1970er Jahre.

Marktbeobachter verweisen auf eine Mischung aus geopolitischen Konflikten, wachsenden Haushaltsdefiziten und einem schwächeren US-Dollar. Militärische Spannungen in Venezuela, Proteste im Iran und der anhaltende Konflikt rund um Grönland haben den Charakter von Gold als Krisenwährung geschärft. Parallel dazu sorgen Streitigkeiten um Straffzölle und die erratische Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump für zusätzliche Nervosität.

Goldman Sachs & Bank of America: Wie hoch kann Gold steigen?

Investmentbanken haben ihre Modelle an das Gold Rekordhoch angepasst. Goldman Sachs erhöhte ihr Preisziel für Gold zuletzt auf 5.400 US-Dollar je Unze und begründet dies mit strukturell höheren Risikoaufschlägen im Finanzsystem und anhaltenden Käufen von Zentralbanken. Die Analysten verweisen darauf, dass viele Marktteilnehmer den Sprung über 5.000 Dollar zwar erwartet, aber nicht so früh im Jahr einkalkuliert hatten.

Noch optimistischer zeigt sich die Bank of America. Chefstratege Michael Hartnett hält einen Goldpreis von 6.000 US-Dollar bis zum Frühjahr für möglich. Metallexperte Michael Widmer sieht bei Minengesellschaften sinkendes Angebot, steigende Förderkosten und dennoch deutliches Gewinnpotenzial. Sein Szenario: Ein moderater Anstieg der Investmentnachfrage um etwa 14 Prozent könnte reichen, um die 6.000-Dollar-Marke zu erreichen, zumal Gold in vielen Portfolios nach wie vor untergewichtet ist.

Auch andere Häuser wie Citigroup und RBC Capital Markets stufen Gold beziehungsweise Goldproduzenten konstruktiv ein und verweisen auf das veränderte Zinsumfeld sowie die Rolle von Gold als langfristige Absicherung gegen Währungs- und Schuldenrisiken.

Goldpreis auf Rekordhoch Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Goldpreis auf Rekordhoch (XAUUSD) – 252-Tage-Chart

Vertrauenskrise: Warum Anleger Gold Staatsanleihen vorziehen

Der Höhenflug von XAU ist zugleich ein Misstrauensvotum gegenüber klassischen Sicherheiten wie Staatsanleihen. In den vergangenen Monaten haben massive Verkäufe an einzelnen Anleihemärkten – etwa in Japan – die Sorge vor ausufernder Staatsverschuldung verdeutlicht. Zugleich mehren sich Befürchtungen, Regierungen könnten ihre Schulden über höhere Inflation entwerten. Dieser sogenannte Debasement-Trade treibt Anleger aus Papierwährungen in reale Werte.

Hinzu kommt die politische Dimension: Wiederholte Attacken von Donald Trump auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve verunsichern Investoren. Die Aussicht auf einen eher „taubenhaften“ Fed-Chef und weitere Zinssenkungen reduziert die Opportunitätskosten von Gold, das selbst keine laufenden Erträge abwirft. Ein schwächerer Dollar verstärkt den Effekt, weil Edelmetalle für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger werden.

Ein weiterer struktureller Treiber sind die Zentralbanken. Vor allem Schwellenländer wie China bauen ihre Goldreserven deutlich aus, um sich unabhängiger vom US-Dollar zu machen. Ihre monatlichen Käufe liegen klar über dem langjährigen Durchschnitt und verleihen der Rally eine fundamentale Basis, die über kurzfristige Spekulation hinausgeht.

Silber, Platin & Co.: Was bedeutet das Rekordhoch für andere Metalle?

Neben dem Gold Rekordhoch verzeichnen auch andere Edelmetalle neue Bestmarken. Silber stieg erstmals über 100 US-Dollar je Unze und kletterte zuletzt auf rund 107 bis 109 Dollar. Auf Jahressicht summiert sich das Plus damit auf knapp 50 Prozent. Platin erreichte mit etwa 2.867 Dollar ebenfalls ein Rekordniveau. Silber profitiert zusätzlich zu seinem Krisenschutz-Image von einer robusten industriellen Nachfrage, insbesondere aus Zukunftssektoren wie KI, Robotik und erneuerbaren Energien.

Die Parallelen zwischen Gold- und Silberrally verdeutlichen, dass Investoren nicht nur ein einzelnes Asset suchen, sondern breit in materielle Werte diversifizieren. Für physische Halter von Barren und Münzen schaffen die Rekordstände starke Verkaufsanreize, zumal Ankäufer derzeit nur wenige Prozent unter dem Spotpreis zahlen. Zugleich wächst das Interesse an börsengehandelten Produkten mit physischem Auslieferungsanspruch, die in einigen Jurisdiktionen nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei veräußert werden können.

Unterm Strich signalisiert der Goldpreis weniger Euphorie als Alarm – in einer Welt schwindenden Vertrauens werden physische Werte zum letzten Anker.
— Marktstratege eines europäischen Family Office
Fazit

Für Anleger signalisiert das Gold Rekordhoch weniger Euphorie als Alarm: In einer Welt steigender Schulden und wachsender geopolitischer Risiken etabliert sich Gold erneut als zentraler Baustein der strategischen Vermögenssicherung.