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Cisco Quartal Q2 2026: Starkes KI-Wachstum und Rekordumsatz, doch Margendruck drueckt die Aktie leicht ins Minus

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 85,54$ -0,84% 11.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 79,07$ -7,57% 12.02.26 01:59 Uhr
Cisco Systems, Inc.

Das juengste Cisco Quartal liefert starke Wachstumszahlen, getrieben von KI-Infrastruktur und einem boomenden Networking-Geschäft. Dennoch reagiert die Aktie mit leichten Kursverlusten. Entscheidend sind diesmal weniger Umsatz und Gewinn, sondern vor allem die Margenentwicklung und der Ausblick auf die kommenden Quartale. Was hinter den Zahlen steckt und wie sich Cisco im KI-Wettlauf gegen NVIDIA und Broadcom positioniert, analysieren wir in diesem Artikel.

Wie stark war das Cisco Quartal operativ?

Im zweiten Geschäftsquartal 2026 steigerte Cisco Systems, Inc. den Gesamtumsatz um 10 % auf 15,3 Milliarden US-Dollar. Der Produktumsatz legte sogar um 14 % zu, angetrieben von hoher Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Campus-Netzwerklösungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) kletterte auf 1,04 US-Dollar, ein Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und leicht über den Markterwartungen.

Unter dem Strich erhöhte sich der Nettogewinn auf 3,2 Milliarden US-Dollar, was einem Sprung von rund 31 % entspricht. Besonders stark entwickelte sich das Kerngeschäft Networking: Der Bereich wuchs um 21 % auf 8,3 Milliarden US-Dollar, mit zweistelligen Zuwachsraten bei Campus- und Rechenzentrums-Switching, Wireless, Service-Provider- und Enterprise-Routing sowie Compute.

Gleichzeitig schwächelte die Sicherheits-Sparte: Security-Umsätze gingen um 4 % zurück, belastet durch rückläufige Legacy-Produkte und die Umstellung der Splunk-Angebote von On-Premise-Lizenzen auf Cloud-Abonnements. Dennoch blieb das Cisco Quartal insgesamt deutlich über den ursprünglichen Unternehmensprognosen.

Wie stark treibt KI das Cisco Quartal?

Der eigentliche Wachstumstreiber im Cisco Quartal ist klar die künstliche Intelligenz. Die KI-Infrastrukturaufträge von Hyperscalern – also den großen Cloud- und Plattformanbietern – schossen im zweiten Quartal auf 2,1 Milliarden US-Dollar nach oben, nach 1,3 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Damit hat Cisco bereits das gesamte KI-Auftragsvolumen des letzten Geschäftsjahres binnen sechs Monaten erreicht.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 peilt das Management nun KI-Aufträge von über 5 Milliarden US-Dollar an. Davon sollen mehr als 3 Milliarden US-Dollar als KI-Umsatz allein aus Hyperscaler-Projekten in die Bücher gehen. Zu den Treibern zählen Siliziumsysteme und optische Komponenten rund um die Silicon-One-Plattform. Cisco meldet die Auslieferung des einmillionsten Silicon-One-Chips und die Vorstellung des neuen G300-Chips mit 102,4 Terabit pro Sekunde, der das Unternehmen in einen exklusiven Kreis von Anbietern mit Schaltgeschwindigkeiten jenseits von 100 Terabit bringt.

Zusätzliche Fantasie weckt ein Joint Venture mit AMD und HUMAIN, das bis 2030 bis zu 1 Gigawatt an KI-Infrastruktur aufbauen soll, beginnend mit 100 Megawatt in Saudi-Arabien im Jahr 2026. Für viele Investoren ist das Cisco Quartal damit ein weiterer Beleg, dass Cisco sich als Nummer drei hinter NVIDIA und Broadcom im KI-Infrastrukturmarkt etabliert.

Cisco Systems, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warum reagiert die Cisco-Aktie trotzdem negativ?

Trotz der starken Zahlen und des angehobenen Jahresausblicks geriet die Aktie von Cisco (CSCO) nachbörslich um rund 6–7 % unter Druck und notiert aktuell bei etwa 85,54 US-Dollar, rund 0,8 % unter dem Vortagesschluss. Der Markt fokussiert sich weniger auf den Umsatz- und Gewinnanstieg, sondern auf die Margenentwicklung und die bereits ambitionierte Bewertung nach dem Rekordlauf der vergangenen Monate.

Die bereinigte Bruttomarge lag im Cisco Quartal bei 67,5 % und damit unter den Erwartungen. Für das dritte Quartal stellt das Management nur 65,5 bis 66,5 % in Aussicht – klar unter dem bisherigen Street-Konsens von rund 68,2 %. Hauptgrund sind drastisch gestiegene Preise für Speicherchips, die viele Hardware-Hersteller treffen. Cisco versucht, den Druck mit Preiserhöhungen, angepassten Vertragsbedingungen und seiner Verhandlungsmacht in der Lieferkette abzufedern, doch kurzfristig bleibt die Marge belastet.

Hinzu kommt, dass die Aktie zuletzt auf Rekordniveaus gehandelt wurde und auf Basis der erhöhten Gewinnprognose von 4,13 bis 4,17 US-Dollar je Aktie für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Aufschlag auf die eigene Historie bewertet ist. In einem Umfeld, in dem Investoren bei KI-Profiteuren zunehmend auf exakte Margen- und Cashflow-Pfade achten, reichte das starke Cisco Quartal daher nicht, um Gewinnmitnahmen zu verhindern.

Wie lautet der Ausblick für Cisco Systems?

Für das Gesamtjahr 2026 hebt Cisco Systems, Inc. die Umsatzprognose auf 61,2 bis 61,7 Milliarden US-Dollar an, was einem Wachstum von rund 8,5 % entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 4,13 bis 4,17 US-Dollar liegen. Für das laufende dritte Quartal erwartet Cisco Erlöse zwischen 15,4 und 15,6 Milliarden US-Dollar sowie ein EPS von 1,02 bis 1,04 US-Dollar – jeweils im Rahmen oder leicht über dem Konsens.

Finanziell bleibt der Konzern solide aufgestellt: Rund 15 bis 16 Milliarden US-Dollar an Barmitteln, ein Rückkaufprogramm mit Restvolumen von 10,8 Milliarden US-Dollar und eine um 2 % auf 0,42 US-Dollar je Aktie erhöhte Quartalsdividende unterstreichen den Fokus auf Aktionärsrendite. Im zweiten Quartal flossen 3 Milliarden US-Dollar in Dividenden und Aktienrückkäufe.

Analystenhäuser wie Zacks Investment Research heben hervor, dass Cisco sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertroffen hat und vom KI-Infrastruktur-Boom klar profitiert. Gleichzeitig verweisen Marktbeobachter – etwa bei MarketWatch und Chartmill – auf die gesunkene Bruttomarge und den im Vergleich zur hohen Bewertung nur moderat verbesserten Ausblick als Erklärung für die Kursschwäche nach dem ansonsten starken Cisco Quartal.

„Wir sehen eine starke Nachfrage nach unseren Silicon-One-Systemen und Optiken und erwarten im Geschäftsjahr 2026 KI-Aufträge von über 5 Milliarden US-Dollar sowie mehr als 3 Milliarden US-Dollar KI-Umsatz von Hyperscalern.“
— Chuck Robbins, CEO von Cisco Systems, Inc.

Fazit

Das Cisco Quartal bestätigt den Konzern als wichtigen Profiteur des globalen KI-Ausbaus, doch steigende Speicherpreise drücken auf die Marge und sorgen trotz erhöhter Prognosen für Nervosität. Für langfristige Anleger bleiben der wachsende KI-Auftragsbestand, die starke Networking-Position und die verlässliche Dividende zentrale Argumente. Entscheidend wird sein, ob Cisco in den kommenden Quartalen die Bruttomargen stabilisieren und den KI-Boom weiter in profitables Wachstum ummünzen kann.

Weiterführende Quellen