Wie schlagen sich die Continental AG vorlaeufige Jahreszahlen 2025 und ContiTech-Schwäche im aktuellen Continental Quartal wirklich nieder? Anleger blicken auf starke Reifen, schwaches ContiTech und einen soliden Cashflow – doch was bedeutet das für die Bewertung?

Wie lief das Continental Quartal im Konzern?
Continental AG vorlaeufige Jahreszahlen 2025 und ContiTech-Schwäche zeigen: Operativ blieb der Konzern im Rahmen seiner Ziele. Der Umsatz lag 2025 bei rund 19,7 Milliarden Euro und damit innerhalb der Prognose von 19,5 bis 21,0 Milliarden Euro, wenn auch unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von etwa 20,2 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte rund 10,2 % und damit die untere Haelfte der anvisierten Spanne von 10,0 bis 11,0 %.
Im vierten Continental Quartal 2025 setzte der Konzern etwa 5,0 Milliarden Euro um, bei einer bereinigten EBIT-Marge von rund 10,9 %. Wichtig für den Kapitalmarkt: Der bereinigte Free Cashflow lag mit knapp 1,0 Milliarden Euro am oberen Ende der Prognose (0,6 bis 1,0 Milliarden Euro). Damit untermauert Continental seine Fähigkeit, trotz Gegenwinds stabil Cash zu generieren – ein zentraler Punkt für Dividenden- und Bewertungssphantasien.
Die Börse reagierte dennoch verhalten: Die Aktie notierte am Mittwoch auf Xetra zeitweise um die 63 bis 64 Euro und gab im Tagesverlauf rund 2 bis knapp 3 Prozent nach. Zuletzt lag der Kurs um 64,42 Euro, was angesichts der jüngsten Rückgänge weiterhin einen respektablen Abschlag zum Jahreshoch von 69,90 Euro bedeutet.
Warum belastet ContiTech das Continental Quartal?
Der eigentliche Belastungsfaktor im Continental Quartal ist die Sparte ContiTech, die verkauft werden soll. Der Umsatz lag 2025 bei rund 6,0 Milliarden Euro und damit nur am unteren Ende der Zielspanne von 6,0 bis 6,5 Milliarden Euro. Deutlich kritischer ist die Profitabilitaet: Die bereinigte EBIT-Marge vor Anwendung von IFRS 5 erreichte für das Gesamtjahr nur etwa 4,9 %, weit unter der angepeilten Bandbreite von 6,0 bis 7,0 %.
Im vierten Quartal verschärfte sich das Bild: Bei rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz lag die bereinigte Marge nur bei etwa 2,0 %. Als Gründe nennt Continental die ausbleibende Markterholung im abgelaufenen Continental Quartal, Transformationsaufwendungen, Waehrungs- und Bewertungseffekte sowie die Verschiebung von Ergebnissicherungs-Massnahmen in Folgequartale. Angesichts des anstehenden Verkaufsprozesses für ContiTech fuerchten Investoren, dass die schwache Marge den erzielbaren Preis druecken könnte.
Genau hier setzt die Skepsis im Markt an: Ein strukturell mäßig profitables, konjunkturanfaelliges Geschäft mit kurzfristig Belastungen könnte weniger Bieterinteresse oder niedrigere Multiples nach sich ziehen. Gleichzeitig würde ein erfolgreicher Verkauf den Konzern strategisch klarer aufstellen und Kapital für Wachstum im Kerngeschaeft freisetzen.

Wie stark stützt das Reifengeschaeft Continental?
Im Gegensatz zu ContiTech praesentiert sich das Reifengeschaeft im Continental Quartal als klare Stuetze. Der Unternehmensbereich Tires erzielte 2025 einen Umsatz von rund 13,8 Milliarden Euro und traf damit komfortabel die Prognose von 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro. Besonders wichtig: Die bereinigte EBIT-Marge lag mit etwa 13,6 % am oberen Ende der Zielspanne (12,5 bis 14,0 %).
Im vierten Quartal profitierte Tires von positiven Mix-Effekten und weiteren Kostenoptimierungen, was zu einer bereinigten EBIT-Marge von rund 14,3 % führte. Analysten heben hervor, dass dieses Segment kuenftig den Kern von Continental darstellen wird, nachdem ContiTech veraeussert ist. Damit rueckt die Qualitaet des Reifengeschaefts beim Continental Quartal noch stärker in den Fokus der Bewertung.
Der Investmentbanker Michael Aspinall von Jefferies bestaetigte seine Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 75 Euro. Aus seiner Sicht ist ContiTech zwar der Schwachpunkt, doch das starke Reifengeschaeft und der hohe Free Cashflow stützen das Anlageargument. Auch JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bleibt mit einem Kursziel von 76 Euro und dem Rating „Overweight“ optimistisch und führt die Aktie zudem auf der „Analyst Focus List“ der US-Bank.
Aus Anlegersicht ergibt sich damit ein Bild, in dem die kurzfristigen Unsicherheiten bei ContiTech dem strukturell profitablen Reifengeschaeft gegenueberstehen. Ob die Aktie den von den Analysten Jefferies und JPMorgan skizzierten Spielraum nach oben ausnutzt, dürfte massgeblich vom Fortschritt im Verkaufsprozess und der nächsten Detailvorlage am 4. und 19. März abhaengen.
Die Tochtergesellschaft ContiTech ist im Zahlenwerk der Schwachpunkt, stark hat dagegen das Reifengeschäft abgeschnitten.— Michael Aspinall, Jefferies
Das Continental Quartal bestaetigt auf Konzernebene solide Zielerreichung, während ContiTech als Bremsklotz bleibt und das Sentiment kurzfristig belastet. Für Anleger bleibt die Continental-Aktie trotz Kursruckgang interessant, weil das Reifengeschaeft starke Margen liefert und der Free Cashflow am oberen Ende der Erwartungen liegt. Entscheidend wird sein, zu welchen Konditionen ContiTech verkauft wird und ob die kommenden Berichte den positiven Trend im Continental Quartal beim Kerngeschaeft bestaetigen.