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Delivery Hero Quartal -5,6%: Margenrekord, aber Kurs-Crash
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Delivery Hero Quartal -5,6%: Margenrekord, aber Kurs-Crash

ERWÄHNTER TICKER
Aktuell 19,41€ -5,55% 27.02.26 10:25 Uhr
Delivery Hero SE

Wie kann ein Delivery Hero Quartal mit Margenrekord an der Börse im Kurs-Crash enden?

Wie lief das Delivery Hero Quartal operativ?

Im vierten Delivery Hero Quartal 2025 steigerte Delivery Hero SE den Bruttowarenwert (GMV) auf Like-for-Like-Basis um 8 % auf 12,4 Mrd. Euro. Der Segmentumsatz legte im gleichen Zeitraum auf Like-for-Like-Basis um 21 % auf 3,9 Mrd. Euro zu. Besonders positiv sticht die Profitabilität hervor: Die Bruttogewinnmarge kletterte im Schlussviertel 2025 auf einen neuen Höchstwert von 8,3 %. Auf Gesamtjahressicht wuchs der GMV von rund 48,8 auf knapp 49,2 Mrd. Euro, während der um Gutscheine bereinigte Gesamtumsatz aller Segmente von 12,8 auf 14,8 Mrd. Euro zulegte. Das bereinigte EBITDA für 2025 übertraf 900 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 692 Mio. Euro. Zudem erreichte das Segment Integrated Verticals im Gesamtjahr die Gewinnschwelle auf EBITDA-Basis – ein wichtiger Meilenstein für das Plattformmodell, das sich zunehmend in Richtung Alltags-App entwickelt.

Der Free Cash Flow überstieg 200 Mio. Euro und unterstreicht die stärkere Fokussierung des Managements auf finanzielle Disziplin. CEO Niklas Östberg betonte, dass man das Asiengeschäft zurück auf Wachstumskurs geführt und das Wachstum in Saudi-Arabien trotz harter Konkurrenz behauptet habe. CFO Marie-Anne Popp verwies auf den Anspruch, Profitabilität und Free-Cash-Flow-Generierung auch 2026 weiter zu verbessern.

Warum reagiert der Markt auf Delivery Hero SE so kritisch?

Trotz der operativen Verbesserungen hinterließ das aktuelle Delivery Hero Quartal an der Börse einen faden Beigeschmack, da mehrere Kennzahlen die Konsensschätzungen leicht verfehlten. Im Q4 2025 lag der GMV von 12,4 Mrd. Euro klar unter den erwarteten 12,74 Mrd. Euro. In Berichtswährung entspricht dies sogar einem Rückgang von 3,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal – ein deutlicher Dämpfer für Anleger, die auf wieder anziehende Dynamik gesetzt hatten. Der Segmentumsatz von 3,9 Mrd. Euro blieb zudem knapp unter der Prognose von 3,97 Mrd. Euro.

Auch im Gesamtjahr bewegte sich Delivery Hero leicht unter dem Analystenkonsens: Der GMV von 49,2 Mrd. Euro verfehlte die erwarteten 49,5 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA von „mehr als 900 Mio. Euro“ lag ebenfalls unter der Markterwartung von 911 Mio. Euro. An der Börse werden solche Abweichungen, auch wenn sie absolut betrachtet gering erscheinen, häufig hart abgestraft – insbesondere bei Werten, die wie Delivery Hero bereits in der Vergangenheit hohe Wachstumsfantasien eingepreist hatten. Entsprechend rutscht die Aktie heute auf etwa 19,41 Euro ab und verliert damit rund 5,55 % gegenüber dem Vortag, deutlich entfernt vom 52‑Wochen-Hoch von 30,19 Euro.

Delivery Hero SE Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielt Quick Commerce für Delivery Hero?

Ein wichtiger Wachstumstreiber im aktuellen Delivery Hero Quartal und im Gesamtjahr 2025 ist das Quick-Commerce-Geschäft. Hier stieg der GMV um mehr als 30 % auf über 7,5 Mrd. Euro. Delivery Hero SE weitet sein Angebot dabei konsequent über klassische Lebensmittel hinaus auf Kategorien wie Health & Beauty, Tierbedarf und weitere Alltagsprodukte aus. Für 2026 peilt das Management einen GMV von rund 10 Mrd. Euro in diesem Bereich an.

Die Strategie zielt darauf ab, die Plattform zur Alltags-App zu entwickeln, die Kunden über den gesamten Tages- und Wochenverlauf hinweg nutzen – vom Frühstückseinkauf bis zum abendlichen Genussartikel. Dieses Multi-Vertical-Modell erinnert an Ökosysteme großer Tech-Konzerne wie Apple oder NVIDIA, die ebenfalls auf wiederkehrende Nutzung und starke Kundenbindung setzen, wenn auch in anderen Branchen. Je stärker es gelingt, Bestellhäufigkeit und Warenkorbgrößen zu steigern, desto mehr sollte sich dies in nachhaltig höheren Margen und stabileren Cashflows niederschlagen.

Wie ordnen Analysten das Delivery Hero Quartal ein?

Für die detaillierte Bewertung des aktuellen Delivery Hero Quartal und einen formellen Ausblick auf 2026 will das Management den Geschäftsbericht Ende März vorlegen. Banken wie Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und RBC Capital Markets dürften dann ihre Modelle anpassen und Kursziele aktualisieren – im Fokus stehen dabei vor allem die Nachhaltigkeit des Margenanstiegs und die Wachstumsdynamik im Quick-Commerce-Segment. Der heutige Kursrückgang zeigt, dass Investoren vor allem die leichten Verfehlungen gegenüber dem Konsens und den anhaltenden Wettbewerbsdruck in Asien und im MENA-Raum gewichten.

Gleichzeitig rückt die Bilanzqualität stärker in den Vordergrund: Der positive Free Cash Flow von über 200 Mio. Euro und das EBITDA von mehr als 900 Mio. Euro liefern Argumente für Anleger, die auf eine fortgesetzte Transformation vom reinen Wachstumswert hin zu einem profitableren Plattformunternehmen setzen – vergleichbar mit der Entwicklung von Firmen wie Tesla in früheren Phasen ihres Reifeprozesses.

Im Jahr 2025 hat Delivery Hero seine Resilienz trotz wettbewerbsbedingtem und makroökonomischem Gegenwind gezeigt.
— Niklas Östberg, CEO von Delivery Hero SE

Fazit

Das aktuelle Delivery Hero Quartal zeigt ein Spannungsfeld aus solider operativer Entwicklung, Rekordmargen und leicht verfehlten Erwartungen, was kurzfristig auf den Kurs drückt. Für Anleger bleibt Delivery Hero SE ein Wert zwischen Turnaround-Story und Wachstumsaktie, bei dem Profitabilität und Cashflow inzwischen klar im Fokus stehen. Entscheidend wird sein, ob die kommenden Quartale und der Jahresausblick 2026 den margenträchtigen Kurs bestätigen und dem Markt neue Impulse für eine nachhaltige Trendwende nach oben liefern.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.