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Delta Air Lines Zahlen für das 4. Quartal: Gewinn über Erwartungen, Ausblick enttäuscht

Delta Air Lines, Inc. legt neue Zahlen vor und verfehlt mit dem Ausblick leicht die Erwartungen. Die aktuellen Delta Air Lines Quartalszahlen zeigen starke Premium-Nachfrage, aber auch steigende Kosten und Zurückhaltung beim Gewinnziel für 2026.

Delta Air Lines Quartalszahlen: Passagierflugzeug von Delta im Abendlicht an einem Gate
Erwähnte Aktien
DAL DAL
$68.93 -2.93%
BA Boeing
$245.23 +2.26%
Stand: 19:12 MEZ

Wie fallen die Delta Air Lines Quartalszahlen aus?

Delta Air Lines, Inc. meldet für das Weihnachtsquartal einen Gewinn je Aktie von 1,55 US-Dollar und liegt damit leicht über den Markterwartungen. Der Umsatz erreichte 14,61 Milliarden US-Dollar und blieb damit knapp hinter den Prognosen zurück. Der Umsatz pro angebotener Sitzmeile ging im Jahresvergleich minimal um 0,1 % zurück, während die Kosten pro Sitzmeile um 4 % anzogen. Die operative Marge lag bei 10,1 %, leicht unter den erwarteten 10,6 %.

Unterm Strich legte der Gewinn pro Aktie im Jahresvergleich um rund 33 % zu, wobei ein wesentlicher Teil dieses Anstiegs auf Investitionsgewinne zurückzuführen ist. Damit zeigen die Delta Air Lines Quartalszahlen zwar operative Stärke, gleichzeitig aber auch, dass Sonderfaktoren eine wichtige Rolle im Ergebnissprung spielten.

An der Börse kommt das Zahlenwerk dennoch nicht gut an: Die Aktie von Delta Air Lines, Inc. (DAL) gibt auf aktuell 68,93 US-Dollar nach, ein Rückgang von 2,93 % gegenüber dem Vortagesschluss von 71,03 US-Dollar. Marktbeobachter sehen den Druck vor allem durch den verhaltenen Ausblick für das Gesamtjahr 2026.

Wie entwickelt sich das Geschäft von Delta Air Lines, Inc.?

Die Delta Air Lines Quartalszahlen unterstreichen einmal mehr die strategische Verschiebung hin zu zahlungskräftigen Kunden. Das Premium-Segment legte im vierten Quartal beim Umsatz um 9 % zu. Das internationale Geschäft wuchs um 2 %, der Inlandsumsatz immerhin noch um 0,2 %, trotz Belastungen durch den Regierungsstillstand in den USA.

Demgegenüber steht eine deutlich schwächere Entwicklung in den günstigeren Reiseklassen. Die Einnahmen in der Main Cabin (Economy) sanken im Jahresvergleich um 7 %. Mehr als die Hälfte der Passagiererlöse stammen nach wie vor aus den günstigeren Sitzplätzen, die jedoch im Jahresverlauf rückläufig waren. Das Management betont zugleich, dass künftig praktisch keinerlei Wachstum der angebotenen Sitze in der Main Cabin geplant ist – nahezu die gesamte Kapazitätserweiterung soll in den Premium-Bereich fließen.

CEO Ed Bastian verweist auf die K-förmige Wirtschaft: Der Premium-Kunde befinde sich am oberen Ende dieser Entwicklung und sei weniger von den gestiegenen Lebenshaltungskosten betroffen. Entsprechend will Delta Air Lines, Inc. das Geschäft mit wohlhabenderen Reisenden weiter ausbauen.

Was sagt der Ausblick von Delta Air Lines, Inc. für 2026?

Der entscheidende Belastungsfaktor für die Aktie sind weniger die soliden Delta Air Lines Quartalszahlen als vielmehr der neue Ausblick: Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie von 6,50 bis 7,50 US-Dollar. Der Mittelwert von rund 7 US-Dollar liegt damit unter den Konsensschätzungen von etwa 7,20 US-Dollar.

In mehreren Marktreaktionen wird darauf hingewiesen, dass die Prognose den Analystenerwartungen um rund 0,20 US-Dollar verfehlt. Zwar spricht das Unternehmen von einem Gewinnwachstum von etwa 20 % im Jahr 2026 und betont, dass das Jahr sehr stark angelaufen sei, doch reicht dies den Investoren offenbar nicht. Besonders kritisch gesehen wird auch, dass zugleich die Erwartungen für den freien Cashflow 2026 unter den Schätzungen liegen, da Delta Air Lines, Inc. stärker in das eigene Geschäft reinvestiert.

Für das erste Quartal 2026 stellt das Management einen Gewinn von 0,50 bis 0,90 US-Dollar je Aktie in Aussicht, bei einem Umsatzplus von 5 bis 7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr wird ein freier Cashflow von 3 bis 4 Milliarden US-Dollar angepeilt.

Welche Rolle spielt die Boeing-Bestellung für Delta Air Lines, Inc.?

Parallel zu den Delta Air Lines Quartalszahlen hat das Unternehmen eine bedeutende Flottenentscheidung bekanntgegeben: Erstmals bestellt Delta Air Lines, Inc. 30 Boeing 787-10 Dreamliner, mit einer Option auf weitere 30 Maschinen. Die Auslieferungen sollen ab 2030 beziehungsweise 2031 beginnen. Der Schritt ist auch vor dem Hintergrund der alternden Langstreckenflotte mit älteren Modellen wie Boeing 767 und 757 zu sehen.

Die Order stärkt nicht nur die langfristige Wettbewerbsposition von Delta, sondern sorgt auch bei Boeing (BA) für positive Impulse. Die Boeing-Aktie steigt im Umfeld der Meldung auf 245,23 US-Dollar, ein Plus von 2,26 % gegenüber 239,81 US-Dollar am Vortag. Für Delta bedeutet die Investition jedoch zunächst höhere Ausgaben und eine temporäre Belastung des freien Cashflows – ein weiterer Faktor, der zur skeptischen Reaktion der Börse auf die Delta Air Lines Quartalszahlen beigetragen haben dürfte.

Der Premium-Konsument sitzt am oberen Ende der K-förmigen Wirtschaft.
— Ed Bastian
Fazit

Die Delta Air Lines Quartalszahlen zeigen eine Airline mit robuster Premium-Nachfrage und leicht übertroffenen Gewinnerwartungen, aber mit einem Ausblick, der hinter den Hoffnungen des Marktes zurückbleibt. Die konservative Gewinnspanne von 6,50 bis 7,50 US-Dollar je Aktie für 2026, der Druck in der Main Cabin sowie der erhöhte Investitionsbedarf für neue Dreamliner drücken kurzfristig auf die Stimmung. Langfristig könnte die Fokussierung auf margenstarke Premium-Kunden und eine modernisierte Flotte jedoch genau die Weichen stellen, die aus den heutigen Delta Air Lines Quartalszahlen ein solides Fundament für weiteres Wachstum machen.