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Deutsche Bank Geldwaesche: -2,3% Risiko-Alarm

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Droht der Deutsche Bank AG neuer Ärger wegen mutmaßlicher Geldwäsche-Verstöße – ausgerechnet kurz vor den Zahlen? Ermittler durchsuchen die Zentrale, die Aktie rutscht um 2,3 % ab. Was steckt hinter der Razzia und wie groß ist das Risiko für Anleger?

Deutsche Bank Geldwaesche: Ermittler bei Razzia an der Frankfurter Zentrale
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€32,77 -2.30%
Stand: 16:41 MEZ

Deutsche Bank Geldwaesche: Was steckt hinter der Razzia?

Am Mittwochmorgen gegen 10 Uhr erschienen rund 30 Ermittler in Zivil in den Frankfurter Zwillingstürmen der Deutsche Bank AG. Parallel wurden auch Räumlichkeiten in Berlin durchsucht. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt führt das Verfahren gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA). Gegenstand der Ermittlungen ist der Verdacht, dass Verantwortliche und Mitarbeiter des Instituts ihre Pflichten bei der Prävention von Geldwäsche verletzt haben. Konkret geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die selbst im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

Im Zentrum steht laut Ermittlern die Frage, ob verdächtige Transaktionen rechtzeitig als Geldwäscheverdachtsfälle gemeldet wurden. Hier setzt der Vorwurf im aktuellen Komplex rund um Deutsche Bank Geldwaesche an: Banken müssen verdächtige Geldströme unverzüglich anzeigen, insbesondere wenn sie Hinweise auf kriminelle Herkunft oder Sanktionsverstöße erkennen.

Welche Rolle spielt das Abramowitsch-Geflecht?

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen richtet sich das Verfahren auf Geschäfte im Firmengeflecht des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch aus den Jahren 2013 bis 2018. Der frühere Besitzer des FC Chelsea steht seit März 2022 auf der Sanktionsliste der EU. Die Deutsche Bank AG soll eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen im Umfeld seiner Unternehmenskonstrukte verspätet abgegeben haben. Ob daraus ein strafrechtlich relevanter Verstoß wird, müssen die nun sichergestellten Unterlagen und Daten zeigen.

Die Bank selbst bestätigt die Durchsuchungen und betont, man arbeite „vollumfänglich“ mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Zu Details über betroffene Konten, Transaktionsvolumina oder konkrete Mitarbeiter äußert sich das Institut mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Für CEO Christian Sewing ist der Zeitpunkt heikel: Eigentlich wollte er am Donnerstag mit einem deutlich gesteigerten Vorsteuergewinn und einer höheren Dividende die jüngste Erfolgsstory unterstreichen.

Deutsche Bank AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Deutsche Bank AG (DBK) – 252-Tage-Chart

Wie reagiert die Deutsche Bank Aktie vor den Zahlen?

An der Börse reagierten Anleger prompt. Die Aktie der Deutsche Bank AG fällt im Xetra-Handel am Mittwochnachmittag um rund 2,3 Prozent auf etwa 32,77 Euro und gehört damit zu den schwächeren Werten im DAX. Zwischenzeitlich summierten sich die Verluste auf knapp drei Prozent. Damit wird die zuletzt starke Kursentwicklung abrupt ausgebremst: 2025 war die Aktie um rund 75 Prozent gestiegen und hatte Wettbewerber wie JP Morgan und Barclays deutlich hinter sich gelassen.

Fundamental bleibt das Bild zunächst intakt. Für 2025 wird ein Vorsteuergewinn nahe 10 Milliarden Euro erwartet, zudem soll das von Sewing 2022 ausgegebene Renditeziel von mindestens zehn Prozent Eigenkapitalrendite erreicht worden sein. Analysten rechnen außerdem mit einer deutlich höheren Dividende von etwa einem Euro je Aktie nach 0,68 Euro im Vorjahr. Doch Deutsche Bank Geldwaesche-Ermittlungen überschatten diese positiven Signale und schüren Sorgen, dass erneut Rechtsrisiken und mögliche Bußgelder auf die Bilanz durchschlagen könnten.

Altlast bei Deutsche Bank Geldwaesche oder neues Risiko?

Für Investoren stellt sich nun die Frage, ob es sich bei dem Verdacht um eine begrenzte Altlast oder um den Beginn eines größeren Rechtskomplexes handelt. Die Deutsche Bank AG stand in der Vergangenheit mehrfach wegen verspäteter oder unzureichender Geldwäschekontrollen in der Kritik. 2022 hatten Staatsanwaltschaft, BKA und Finanzaufsicht Bafin bereits die Frankfurter Zentrale durchsucht; die Bafin installierte sogar zeitweise einen Sonderbeauftragten, um Fortschritte im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu überwachen.

Strategisch will der designierte Finanzvorstand Raja Akram, der im Mai offiziell das Ressort übernehmen soll, den Fokus eigentlich auf Rendite und Kapitalrückführungen legen. Das Management strebt bis 2028 eine Eigenkapitalrendite von mindestens 13 Prozent an. Bisher hat dieses Ziel jedoch kaum zusätzliche Kursfantasie ausgelöst. Kommt es im Zuge der aktuellen Deutsche Bank Geldwaesche-Ermittlungen zu neuen Auflagen oder Strafzahlungen, könnte Akram gezwungen sein, Kapitalpläne und Renditeziele nachzuschärfen – ein Szenario, das institutionelle Anleger nun genau beobachten werden.

Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens dürfte die Finanzaufsicht die Bank erneut enger begleiten. Für Investoren bleibt entscheidend, ob die Deutsche Bank ihre Compliance-Systeme inzwischen so robust aufgestellt hat, dass künftige Risiken begrenzt bleiben. Die morgige Bilanzpressekonferenz wird daher nicht nur zur Zahlen-, sondern vor allem zur Vertrauensfrage.

Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird. Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen.
— Sprecher der Deutsche Bank AG
Fazit

Die Ermittlungen wegen Deutsche Bank Geldwaesche treffen das Institut in einer Phase operativer Stärke, lenken den Blick der Märkte aber erneut auf Altlasten und Compliance-Risiken. Für Anleger bleibt die Aktie trotz solider Gewinnentwicklung und geplanter höherer Dividende zunächst von juristischen Unsicherheiten überlagert. Entscheidend wird sein, ob Vorstand und Aufsicht zeitnah Transparenz schaffen und damit die Grundlage für eine Fortsetzung der Erholung von Kurs und Bewertung legen.