Kann die Deutsche Telekom den jüngsten Kursrutsch stoppen, oder reißt die schwächelnde US-Tochter T-Mobile US die Aktie jetzt endgültig in die Tiefe?
Warum enttäuscht das jüngste Deutsche Telekom Quartal?
Für die Aktionäre der Deutsche Telekom verläuft das Börsenjahr 2026 bisher äußerst wechselhaft. Nach einem hoffnungsvollen Start im Januar und Februar geriet das Papier durch steigende Anleiherenditen massiv unter Druck. Ende Juni markierte die Aktie sogar den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren, was in der technischen Analyse als klares Verkaufssignal gewertet wurde. Zwar konnten sich die Notierungen im Anschluss wieder etwas erholen und über die wichtige Unterstützung zwischen 26,00 und 26,50 Euro klettern, doch diese Stabilisierung ist nun akut gefährdet.
Das aktuelle **Deutsche Telekom Quartal** leidet unter den durchwachsenen Signalen aus den USA. Da die Bonner rund 54 Prozent der Anteile an ihrer US-Tochter halten, schlagen die dortigen Entwicklungen direkt auf den heimischen Aktienkurs durch. Die jüngste Erholung droht nun an der 50-Tage-Linie nach unten abzuprallen und damit den jüngsten Aufwärtstrend vorerst zu beenden.
Wie schlägt sich die US-Tochter T-Mobile US?
Das laufende **Deutsche Telekom Quartal** wird maßgeblich von der US-Tochter beeinflusst, die für das abgelaufene Jahresviertel einen Umsatz von 22,8 Milliarden US-Dollar vorlegte. Dies entspricht zwar einem Zuwachs von 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, verfehlte die Konsensschätzungen jedoch um rund 150 Millionen US-Dollar. Hauptgrund für den Dämpfer war der Rückgang bei den Netto-Neuabschlüssen, die im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 277.000 zurückgingen. Immerhin konnte T-Mobile US den Umsatz pro Bestandskunden um 2 Prozent auf 152,91 US-Dollar steigern.
Auf der Ergebnisseite gab es hingegen positive Nachrichten: Der Gewinn je Aktie nach GAAP belief sich auf 2,99 US-Dollar, womit die Erwartungen der Analysten um 39 Cent übertroffen wurden. Insgesamt stand ein Nettogewinn von 3,24 Milliarden US-Dollar in den Büchern, nach 3,22 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Auch das operative Ergebnis (EBITDA) und der freie Cashflow zeigten sich verbessert.
Welche Prognosen gibt der Mobilfunkriese ab?
Trotz der Umsatzschwäche blickt das Management optimistisch in die Zukunft und hob die Prognose für das Gesamtjahr an. Der freie Cashflow soll nun eine Spanne von 18,6 Milliarden US-Dollar erreichen, nachdem zuvor 18,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Bei den Netto-Neuverträgen rechnet das Unternehmen mit 950.000 bis 1,05 Millionen Abschlüssen, während das bereinigte EBITDA zwischen 37,1 und 37,5 Milliarden US-Dollar liegen soll. Zudem sind Investitionen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar in den Netzausbau geplant.
CEO Srini Gopalan betonte die starke operative Ausführung und die Fortschritte beim Erreichen der ambitionierten Ziele für die kommenden Jahre. Dennoch reagierte der Markt verschnupft: Im vorbörslichen US-Handel verlor die Aktie von T-Mobile US zeitweise über 5 Prozent an Wert, was den Jahresverlust auf über 10 Prozent ausweitete.
Zusammenfassend zeigt das **Deutsche Telekom Quartal**, dass die Bäume im US-Geschäft nicht mehr in den Himmel wachsen und der Wettbewerb härter wird. Für langfristig orientierte Anleger bietet die moderate Bewertung von T-Mobile US mit einem KGV von 15,9 zwar eine solide Basis, doch charttechnisch bleibt die Lage bei beiden Werten vorerst extrem angespannt. Die kommenden Ergebnisse der Muttergesellschaft am 6. August werden zeigen, ob die Bonner aus eigener Kraft für einen echten Befreiungsschlag sorgen können.
Wie beeinflusst das die Deutsche Telekom-Aktie?
Q2 markierte ein weiteres Quartal mit starker Ausführung, während wir bedeutende Fortschritte machen, unsere ambitionierten Ziele für 2026 und 2027 zu erreichen.— Srini Gopalan
Während die aktuellen US-Zahlen belasten, gibt es an anderer Stelle zukunftsweisende Impulse für den Konzern. So zeigt der Bericht +5% Kurssprung: Deutsche Telekom KI-Rechenzentrum rockt, wie das Unternehmen in München mit neuer Infrastruktur Akzente setzt. Zeitgleich treibt die globale Technologie-Nachfrage auch Zulieferer an, wie die Analyse SK Hynix Chipknappheit: Aktie steigt um 3,6% nach Boom-Prognose verdeutlicht, was die Relevanz moderner Netze unterstreicht.



