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Evonik Übernahme: BASF sondiert Milliarden-Deal – Was Anleger wissen müssen
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Evonik Übernahme: BASF sondiert Milliarden-Deal – Was Anleger wissen müssen

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Quelle: Yahoo Finance

Steht die Chemiebranche vor einem Mega-Deal, der die Kräfteverhältnisse neu ordnet – oder sind die Hürden für eine Evonik-Übernahme durch BASF zu hoch?

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Was bislang bestätigt ist

Die Chemiebranche steht vor einem möglichen Milliarden-Deal: BASF hat in der vergangenen Woche Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung bestätigt. Der Essener Spezialchemiekonzern erklärte, es liege eine unverbindliche Ansprache für ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an sämtliche Aktionäre vor. Zugleich stellte das Unternehmen klar, dass derzeit keine Gespräche stattfinden. BASF formulierte es offener: “Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen.”

Eine Schlüsselrolle kommt der RAG-Stiftung zu, die knapp 44 Prozent an Evonik hält. Ohne ihre Unterstützung dürfte eine vollständige Übernahme kaum umsetzbar sein – zumal die Stiftung ihre Beteiligung langfristig auf 25,1 Prozent senken will. Die Evonik-Aktie (EVK) notierte am Montag bei 19,89 Euro und lag damit 2,53 Prozent über dem Vortagesschluss.

Die Argumente für einen Zusammenschluss

Ein Zusammenschluss würde BASFs globale Infrastruktur, Einkaufs- und Produktionsnetzwerke mit Evoniks Spezialchemie-Portfolio verbinden. Während BASF stark in Basischemikalien, Polymeren und Verbundstandorten ist, verfügt Evonik über Additive, Spezialpolymere sowie Produkte für Ernährung, Pflege und Pharma. Gemeinsame Forschung, eine bessere Auslastung und Kostensynergien wären möglich. Zudem könnte ein größerer Konzern im Wettbewerb mit chinesischen und US-Anbietern schlagkräftiger auftreten.

Evonik Industries AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - September 2026

Analysten sehen Chancen und Risiken

Die Analystenzunft ist gespalten. JPMorgan beließ die Einstufung für BASF bei “Underweight mit einem Kursziel von 40 Euro. Analyst Chetan Udeshi hält BASF und Evonik nicht für die naheliegendste Kombination – BASF könnte anderswo mit weniger Risiko mehr Ertrag erzielen. Bernstein Research senkte das Kursziel von 63 auf 61 Euro, beließ die Einstufung aber auf Outperform”: Rechnerisch ergebe die Kombination Sinn, die Anlagestory werde jedoch komplexer. Die Deutsche Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 60 Euro. Bei einem unterstellten Übernahmepreis von 25 Euro je Evonik-Aktie würde BASF ein Äquivalent von rund 35 Prozent des eigenen Marktwertes aufwenden.

Wie reagiert die Belegschaft?

Die Chemiegewerkschaft IGBCE äußerte sich skeptisch. Ihr Vorsitzender Michael Vassiliadis erklärte: Eine Übernahme eines erfolgreichen Unternehmens durch ein anderes erfolgreiches Unternehmen wird für ihre Standorte und Beschäftigten nicht allein dadurch zu einer Zukunftsgeschichte, dass das neue Gebilde größer wird. Was Aktionären und Börsenhändlern schlüssig erscheine, müsse mit Blick auf Mitarbeitende, Standorte und heimische Wertschöpfung noch lange nicht sinnvoll sein. In beiden Unternehmen liefen ohnehin schon harte Restrukturierungs- und Personalabbauprogramme. “Beide Konzerne sollten sich hüten, diese Schraube zu überdrehen”, warnte Vassiliadis.

Was gegen den Deal spricht

Dem Zusammenschluss stehen erhebliche Risiken gegenüber. BASF müsste vermutlich eine hohe Übernahmeprämie zahlen und den Deal in einem schwierigen Branchenumfeld finanzieren. Eine höhere Verschuldung könnte den Spielraum für Investitionen und Dividenden einengen. Hinzu kommen Überschneidungen bei Additiven, Materialien und Nutrition & Care – Kartellbehörden könnten deshalb Verkäufe von Geschäftsbereichen verlangen. Die Integration zweier komplexer Konzerne wäre zudem teuer und langwierig. Die kombinierte Gruppe würde eine hohe Europa-Exponierung beibehalten, wo schwache Nachfrage und strukturell hohe Kosten die Wettbewerbsfähigkeit belasten.

Wie geht es weiter?

Entschieden ist nichts. Die Sondierungen laufen, ein konkretes Angebot liegt nicht vor. Entscheidend für die Wertschöpfung werden die endgültige Übernahmeprämie, die Finanzierungsstruktur und die tatsächlich realisierten Synergien sein. Die BASF-Aktie gab im XETRA-Handel zuletzt nach und notierte bei rund 49,55 Euro.

Fazit

Unterm Strich steht die Chemiebranche vor einem möglichen Milliarden-Deal, doch die Sondierungen zwischen BASF und Evonik sind offen und keineswegs entschieden. Für Anleger bedeutet das erhebliche Fantasie, aber auch hohe Unsicherheit – die Analystenhäuser kommen zu völlig unterschiedlichen Einschätzungen. Ob der Deal zustande kommt, hängt maßgeblich von der RAG-Stiftung und der Frage der Übernahmeprämie ab.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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