Warum investiert GameStop-CEO Ryan Cohen erneut Millionen in die eigene Aktie, während die eBay-Pläne noch in der Schwebe sind?
Ryan Cohen baut seine Beteiligung weiter aus
Der Chairman und CEO von GameStop Corp. (GME) hat am Montag 1.150.680 Aktien der Klasse A erworben und dafür rund 26,4 Millionen Dollar ausgegeben. Das geht aus einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Form-4-Meldung hervor. Der gewichtete Durchschnittspreis der Transaktionen lag bei 22,9375 Dollar je Aktie, die Ausführungspreise bewegten sich zwischen 22,76 und 23,02 Dollar. Cohens direkte Beteiligung summiert sich damit nun auf 40.498.522 Aktien.
Bemerkenswert: Die Meldung enthält keine 10b5-1-Kennzeichnung. Das bedeutet, dass der Kauf nicht über einen vorab festgelegten Handelsplan abgewickelt wurde, sondern spontan erfolgte. Bei einem aktuellen Börsenwert von rund 10,2 Milliarden Dollar repräsentiert Cohens direkter Anteil etwa neun Prozent des Unternehmens.
Ein zweiter Millionenkauf innerhalb von elf Tagen
Der jüngste Kauf reiht sich in eine Serie von Insider-Transaktionen ein. Bereits am 10. September hatte Cohen eine Million Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 20,38 Dollar erworben. Der Preis, den er am Montag zahlte, lag damit mehr als zwölf Prozent über dem Niveau von nur elf Tagen zuvor. Auch drei weitere Direktoren – Lawrence Cheng, James Grube und Alain Attal – hatten in derselben Woche Aktien gekauft.
Die Aktie reagierte deutlich: Am Montag schloss GME bei 22,76 Dollar und legte im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent zu. Am Dienstag notiert das Papier bei 24,14 Dollar – ein Plus von 6,04 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich das Kursplus auf rund 30 Prozent.
Was hinter dem Vertrauen des CEO steckt
Cohen verfolgt parallel ein größeres strategisches Ziel. GameStop hatte ein unverbindliches Angebot vorgelegt, alle ausstehenden Aktien von eBay für 125 Dollar je Stück zu übernehmen – hälftig in bar und in GameStop-Aktien. Das entspricht einem Eigenkapitalwert von rund 55,5 Milliarden Dollar. Der Verwaltungsrat von eBay lehnte ab und nannte das Angebot “neither credible nor attractive” (weder glaubwürdig noch attraktiv).
Zuletzt verdichteten sich Berichte, wonach Cohen statt einer Übernahme auch eine Partnerschaft oder ein Joint Venture mit eBay erwägt. Dabei könnten die rund 1.600 US-Filialen von GameStop dem Online-Marktplatz als physische Präsenz für margenstarke Kategorien wie Sammelkarten und Collectibles dienen. Im Juli hatte GameStop seinen eBay-Anteil auf 9,75 Prozent erhöht und sich damit hinter Vanguard als zweitgrößter Aktionär positioniert.
Warum die Quartalszahlen Mut machen
Im zuletzt berichteten Quartal wies GameStop einen bereinigten Gewinn von 27 Cent je Aktie aus, während der Umsatz mit 790,2 Millionen Dollar um 18,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit dem Vorjahreseffekt des Nintendo Switch 2-Launches, geplanten Filialschließungen und dem Frankreich-Verkauf. Der operative Gewinn von 160,2 Millionen Dollar markierte einen neuen Höchstwert. Die Unternehmensführung hob die Prognose für das bereinigte EBITDA des Gesamtjahres auf über 650 Millionen Dollar an.
Das Collectibles-Geschäft entwickelte sich mit 356,3 Millionen Dollar Netto-Umsatz und einem Plus von 57 Prozent zum Wachstumstreiber und machte 45,1 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Die Bilanz zeigt zudem einen Barbestand von 4,85 Milliarden Dollar, der allerdings um 41,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr sank – auch wegen des eBay-Engagements.
Die nächsten Schritte der GameStop-Aktie
Für Anleger bleibt die Frage, ob Cohen seine Strategie weiter mit eigenen Mitteln untermauert. Die jüngsten Käufe senden ein klares Signal: Der CEO setzt eigenes Kapital ein und zahlt dabei bewusst höhere Preise als noch wenige Tage zuvor. Ob die eBay-Pläne in einer Übernahme, einer Partnerschaft oder einem Rückzug münden, dürfte den Kurs in den kommenden Wochen maßgeblich bestimmen.
Ryan Cohen setzt auf eigene Aktien und die eBay-Karte
Bereits Mitte September hatte der GameStop-CEO rund 20 Millionen Dollar in den eigenen Konzern investiert – ein Muster, das sich nun wiederholt. Wie sich die damalige Rallye entwickelte, zeigt der Beitrag zu den GameStop Insiderkäufe: CEO Ryan Cohen investiert 20 Millionen Dollar. Ganz anders gelagert ist der Blick auf den Technologiesektor, wo ein Analystenhaus für SanDisk ein Kurspotenzial von 35 Prozent sieht und damit eine andere Facette der aktuellen Marktdynamik beleuchtet.
Mit dem zweiten Millionenkauf innerhalb von elf Tagen untermauert Ryan Cohen sein Vertrauen in die eigene Strategie und treibt die GameStop-Aktie deutlich an. Für Anleger ist das ein starkes Signal, denn der CEO setzt eigenes Kapital ein und zahlt dabei bewusst höhere Preise als zuvor. Ob die eBay-Pläne in einer Übernahme oder Partnerschaft münden, dürfte den Kurs in den kommenden Wochen entscheidend prägen.




