Wie schafft es die General Motors Company, trotz Milliardenabschreibungen einen Kursrekord und eine zweistellige Gewinnprognose zu liefern? Im neuen General Motors Quartal treffen EV-Bremse, Buyback-Offensive und Margenstärke direkt aufeinander.

General Motors Quartal: Wie stark sind die Zahlen?
Im jüngsten General Motors Quartal für Q4 2025 meldet der US-Autobauer einen bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) von 2,51 US‑Dollar und übertrifft damit die Konsensschätzungen von rund 2,20 bis 2,28 Dollar klar. Der Umsatz liegt mit 45,29 Milliarden Dollar leicht unter den Erwartungen und rund 5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf operativer Ebene erwirtschaftet General Motors Company ein bereinigtes EBIT von 2,84 Milliarden Dollar und liegt damit über den Markterwartungen.
Unterm Strich steht im General Motors Quartal jedoch ein Nettoverlust von 3,3 Milliarden Dollar. Verantwortlich sind hohe Sonderbelastungen von insgesamt rund 7,6 Milliarden Dollar aus der Neuausrichtung des Elektroautogeschäfts und dem Umbau in China. Ein Großteil dieser Belastungen entfällt auf Abschreibungen, Vertragsauflösungen und Lieferantenabfindungen rund um die EV-Produktionskapazitäten, inklusive der Einstellung des elektrischen Lieferwagens BrightDrop.
Auf Jahressicht erwirtschaftet General Motors 2025 einen Umsatz von knapp 185 Milliarden Dollar (−1,3 % gegenüber dem Vorjahr) und einen Nettogewinn von 2,7 Milliarden Dollar. Das operative Geschäft zeigt sich deutlich robuster: Das bereinigte EBIT erreicht 12,7 Milliarden Dollar und liegt damit am oberen Ende der vorherigen Prognose.
General Motors Company: Treibt der 6-Mrd.-Buyback die Rallye?
Trotz des gemeldeten Verlusts überzeugt die Qualität des General Motors Quartal die Börse, weil der Cashflow stark bleibt und der Ausblick anzieht. 2025 generiert das Unternehmen einen bereinigten Automotive Free Cashflow von 10,6 Milliarden Dollar und beendet das Jahr mit 21,7 Milliarden Dollar Barmitteln. Auf dieser Basis beschließt der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm über 6 Milliarden Dollar; bereits 2025 hatte General Motors 6 Milliarden Dollar für Buybacks eingesetzt und die verwässerte Aktienzahl seit Ende 2023 um rund 35 Prozent reduziert.
Parallel erhöht das Management die Quartalsdividende um 20 Prozent auf 0,18 Dollar je Aktie. Damit setzt General Motors ein klares Signal, dass die hohen EV-Abschreibungen als einmalige Bereinigung verstanden werden sollen und der Schwerpunkt wieder stärker auf der Ausschüttung an die Aktionäre liegt. Der Kurs reagiert entsprechend: Die Aktie springt im US-Handel um mehr als 7 bis 8 Prozent nach oben und erreicht bei rund 86 Dollar ein Allzeithoch.
Treiber dieser Entwicklung ist vor allem das hochprofitable SUV- und Pickup-Geschäft in Nordamerika. Hier meldet General Motors Company für 2025 den höchsten US-Marktanteil seit einem Jahrzehnt und das vierte Jahr in Folge mit Marktanteilsgewinnen. Modelle wie Chevrolet Silverado, GMC Sierra und große SUVs sowie erfolgreiche, günstige Crossover wie Chevrolet Trax und Buick Envista sichern hohe Margen und starke Cashflows.

General Motors Quartal: Was bedeutet die EV-Wende für die Guidance?
Im Ausblick auf 2026 zeigt sich das Management trotz der EV-Dämpfer optimistisch. General Motors erwartet ein bereinigtes EBIT von 13 bis 15 Milliarden Dollar, ein bereinigtes EPS von 11 bis 13 Dollar und einen Automotive Free Cashflow von 9 bis 11 Milliarden Dollar. In Nordamerika sollen die EBIT-Margen wieder in den Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent zurückkehren. Das General Motors Quartal markiert damit aus Unternehmenssicht den Übergang von einer Bereinigungsphase im EV-Bereich hin zu einem wieder stärker wachstumsorientierten Jahr 2026.
Gleichzeitig bleibt der EV-Bereich die größte Baustelle. Insgesamt summieren sich die EV-bezogenen Restrukturierungsaufwendungen in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf 7,6 Milliarden Dollar, wovon rund 4,6 Milliarden Dollar mittelfristig in bar abfließen sollen. Durch die Reduktion der EV-Produktionsvolumina und Fokus auf margenstarke Varianten erwartet General Motors jedoch, die Verluste der EV-Sparte 2026 um 1 bis 1,5 Milliarden Dollar zu verringern. Wegfallende Strafzahlungen für Emissionszertifikate und eine gelockerte Verbrauchsregulierung in den USA stützen zusätzlich das Verbrennergeschäft.
Auf der Kostenseite stehen dem allerdings erhebliche Zollbelastungen von 3 bis 4 Milliarden Dollar sowie Gegenwind durch Rohstoffe und Wechselkurse von jeweils bis zu 1,5 Milliarden Dollar gegenüber. General Motors begegnet dem mit verstärkter Onshoring-Strategie: Rund 5 Milliarden Dollar an Investitionen sind für den Ausbau der US-Produktion geplant, das jährliche Investitionsvolumen soll 2026/2027 bei 10 bis 12 Milliarden Dollar liegen.
General Motors Company: Wie reagieren Analysten auf das Quartal?
Die Analystenstimmung zum General Motors Quartal fällt überwiegend positiv bis konstruktiv aus. Häuser wie Citigroup und RBC Capital Markets verweisen auf die starke Free-Cash-Flow-Rendite und das hohe Tempo bei den Aktienrückkäufen. Entscheidend sei, dass General Motors trotz der EV-Sonderbelastungen den bereinigten Ausblick für 2026 über den bisherigen Markterwartungen ansetzt und die Kapitalrückführung an die Aktionäre forciert. Auch andere Häuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley heben die Rückkehr zu hohen einstelligen bis zweistelligen EBIT-Margen in Nordamerika sowie die zunehmende Bedeutung margenstarker Software- und Serviceerlöse rund um OnStar und Super Cruise hervor.
Wir erwarten, dass 2026 ein noch besseres Jahr für GM wird – mit einem starken US-Markt, disziplinierter Kostenkontrolle und klarer Kapitalallokation zugunsten unserer Aktionäre.— Mary Barra, CEO von General Motors
Das jüngste General Motors Quartal verbindet einen bilanziellen Milliardenverlust mit operativ starken Zahlen, kräftigem Cashflow und einem optimistischen Ausblick. Für Anleger steht damit weniger der einmalige EV-Haircut im Vordergrund, sondern vielmehr das Zusammenspiel aus Rekordmargen im Verbrennergeschäft, 6-Milliarden-Buyback und höherer Dividende. Hält General Motors Company den eingeschlagenen Kurs, könnte das General Motors Quartal den Startpunkt für eine längere Outperformance der Aktie markieren.