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Gold Rekordrallye über 5.000 Dollar: Zölle, Schulden, Fed
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Gold Rekordrallye über 5.000 Dollar: Zölle, Schulden, Fed

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 5.215,70$ +0,76% 25.02.26 16:52 Uhr
Gold

Kann die aktuelle Gold Rekordrallye über 5.000 Dollar trotz Zöllen, Schuldenexplosion und Fed-Signalen wirklich weiterlaufen?

Gold Rekordrallye: Wie stark ist der aktuelle Anstieg?

Am Spotmarkt legt Gold (XAUUSD) zur Sitzung am Mittwoch um rund 0,76 % auf 5.215,70 US‑Dollar je Unze zu, nachdem am Morgen bereits Niveaus um 5.190 Dollar erreicht wurden. Damit macht das Edelmetall einen weiteren Teil der Verluste wett, die es während eines historischen zweitägigen Ausverkaufs zum Monatswechsel hinnehmen musste, als die Notierung von einem Zwischenhoch nahe 5.600 Dollar bis in die Region um 4.400 Dollar zurückfiel. In den vergangenen Tagen stabilisierte sich der Preis klar über 5.000 Dollar und bestätigte damit den übergeordneten Aufwärtstrend, der 2025 mit einem Plus von rund 64 % und weiteren circa 18 % seit Jahresbeginn 2026 bereits eine ausgeprägte Gold Rekordrallye markiert.

Auch technisch bleiben die Bullen am Steuer: Der Kurs notiert komfortabel über den gleitenden Durchschnitten der letzten zehn (5.036 Dollar) und zwanzig Handelstage (5.021 Dollar). Intraday fanden Käufer am Dienstag bei 5.140 bis 5.150 Dollar, was in etwa dem 61,8‑Prozent‑Fibonacci‑Retracement der jüngsten Aufwärtsbewegung entspricht. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 5.170 Dollar würde aus charttechnischer Sicht den Weg in Richtung des kurzfristigen Widerstandsbereichs um 5.250 Dollar freimachen.

Welche Rolle spielen Zölle und Iran-Konflikt?

Auf der fundamentalen Seite speist sich die Gold Rekordrallye derzeit aus mehreren gleichzeitig wirkenden Krisenherden. In den USA ist ein breit angelegter Importzoll von 10 % in Kraft getreten, nachdem ein zuvor eingeführtes, reziprokes Zollregime vom Supreme Court gestoppt worden war. Präsident Donald Trump droht bereits mit einer Anhebung auf 15 %, konkrete Beschlüsse stehen jedoch noch aus. Die Unsicherheit über die künftige Handelspolitik und mögliche zusätzliche Zölle auf strategische Güter wie Batterien oder Industriechemikalien schürt Rezessions- und Inflationsängste – typische Treiber für Fluchtbewegungen in Gold.

Parallel bleibt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ein zentraler Faktor für die Entwicklung am Gold Rohstoffmarkt. Ein US‑Militäraufbau vor der nächsten Runde der Atomgespräche verstärkt die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten. Marktteilnehmer preisen dieses Risiko in Form höherer Sicherheitsprämien ein, wovon neben Gold auch andere Edelmetalle profitieren: Silber kletterte zeitweise über 91 Dollar je Unze, Platin stieg in der Spitze um 8 % auf 2.285 Dollar, während Palladium ebenfalls zulegen konnte.

Gold Rohstoffmarkt Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Schulden, Debasement-Trade und Fed – was treibt XAUUSD?

Ein struktureller Treiber der Gold Rekordrallye ist der sogenannte Debasement-Trade. Angesichts eines US‑Haushaltsdefizits von rund 1,8 Billionen Dollar im Fiskaljahr 2025 und einer Staatsverschuldung von etwa 38 Billionen Dollar fürchten Investoren eine schleichende Entwertung des US‑Dollars. Rohstoffstrategen verweisen darauf, dass mögliche Rückerstattungen bereits gezahlter Zölle das Defizit zusätzlich belasten und damit Druck auf den Dollar und US‑Staatsanleihen ausüben könnten. In diesem Umfeld schichten Anleger zunehmend Kapital aus Anleihen und Währungen in Sachwerte wie Gold um.

Prominente Investoren wie Ray Dalio und Paul Tudor Jones empfehlen, Gold mit einer Quote von bis zu 15 % im Portfolio zu halten, um sich gegen die Kombination aus hoher Staatsverschuldung, steigender Geldmenge und politischer Unsicherheit abzusichern. Institutionelle Anleger bleiben über Terminbörsen und ETFs wie den SPDR Gold Shares engagiert, auch wenn es kurzfristig zu Abflüssen – etwa 4,5 Tonnen an einem Handelstag – kommt, die als Gewinnmitnahmen im Kontext der laufenden Gold Rekordrallye zu werten sind.

Bremsen stabile Zinsen den weiteren Anstieg?

Gegenwind kommt von der US‑Notenbank. Boston‑Fed‑Präsidentin Susan Collins betonte zuletzt, dass die Leitzinsen angesichts robuster Arbeitsmarktdaten vorerst unverändert bleiben dürften. Der Terminmarkt preist mit über 90 % Wahrscheinlichkeit ein, dass der Leitzins im März in der Spanne von 3,50 bis 3,75 % verharren wird. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, mindern stabile oder sogar steigende Zinsen tendenziell seine Attraktivität gegenüber Anleihen.

J.P. Morgan zeigt sich dennoch klar optimistisch und hat den Hausausblick für 2026 jüngst auf eine Spanne von 6.000 bis 6.300 US‑Dollar je Unze angehoben. Auch andere große Häuser wie Goldman Sachs, Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Strategien auf die Bedeutung von Gold als Absicherungsbaustein im aktuellen Umfeld aus hohen Schulden, geopolitischen Spannungen und moderater Dollarschwäche. Für Anleger bedeutet das: Solange die Marke von 5.000 Dollar technisch verteidigt wird, bleibt der Aufwärtstrend intakt, auch wenn zwischenzeitliche Rücksetzer im Rahmen der übergeordneten Gold Rekordrallye jederzeit einkalkuliert werden müssen.

Wir bleiben für Gold im Jahr 2026 fest optimistisch und haben unseren Ausblick kürzlich auf eine Spanne von 6.000 bis 6.300 US‑Dollar pro Unze angehoben.
— J.P. Morgan Research

Fazit

Die aktuelle Gold Rekordrallye speist sich aus einem seltenen Zusammenspiel von Zöllen, Schuldenangst und geopolitischer Unsicherheit, das den Goldpreis stabil über 5.000 Dollar hält. Für Anleger bleibt Gold damit ein zentrales Instrument zur Absicherung gegen Währungs- und Marktrisiken im ohnehin nervösen Umfeld an den Kapitalmärkten. Wer den Einstieg sucht, sollte Rücksetzer in Richtung der Unterstützungszonen eher als Chance im laufenden Aufwärtstrend des Gold Rohstoffmarkts verstehen, statt das Ende der Rekordrallye auszurufen.

Weiterführende Quellen