Kann das starke Home Depot Quartal die maue Konsumlaune und den schwachen US-Wohnungsmarkt wirklich ausgleichen?
Wie lief das Home Depot Quartal im Detail?
Home Depot, Inc. erzielte im vierten Geschäftsquartal einen Gewinn von 2,57 Milliarden US‑Dollar nach 3,0 Milliarden US‑Dollar im Vorjahr. Auf bereinigter Basis lag der Gewinn je Aktie bei 2,72 US‑Dollar und damit klar über den von Analysten erwarteten 2,53 US‑Dollar. Der Vorjahreszeitraum profitierte von einer zusätzlichen Kalenderwoche, die den Vergleich erschwert und rund 0,30 US‑Dollar je Aktie zum damaligen Ergebnis beisteuerte.
Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr von 39,7 auf 38,2 Milliarden US‑Dollar. Bereinigt um die zusätzliche Woche im Vorjahr übertraf Home Depot damit dennoch die Konsensschätzung von rund 38,09 Milliarden US‑Dollar. Flächenbereinigt, also bei den sogenannten Comparable Sales, legten die Erlöse um 0,4 % zu, in den USA um 0,3 %. Damit gelang es dem Konzern, nach mehreren schwächeren Perioden wieder leichtes Wachstum im Bestandsgeschäft zu erzielen.
CEO Ted Decker sprach von Ergebnissen im Rahmen der eigenen Erwartungen. Das Home Depot Quartal sei von ausbleibenden Stürmen im dritten Quartal und anhaltender Unsicherheit der Verbraucher geprägt gewesen, die vor allem vom schwachen US‑Immobilienmarkt und hohen Finanzierungskosten belastet werden. Unter der Oberfläche sei die Nachfrage jedoch relativ stabil geblieben.
Was bremst Home Depot aktuell?
Die Detaildaten des Home Depot Quartal zeigen, dass die Konsumflaute weiterhin Spuren hinterlässt. Die Zahl der Kundenbesuche ging im vierten Quartal um 1,6 % zurück. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Kassenbon von 89,11 auf 91,28 US‑Dollar. Kunden kommen also seltener in die Märkte, geben dann aber etwas mehr pro Einkauf aus – ein typisches Muster in Phasen erhöhter Preissensibilität.
Belastend wirkt vor allem der US‑Wohnungsmarkt, der seit 2022 in einer deutlichen Schwächephase steckt. Hohe Hypothekenzinsen und gestiegene Hauspreise bremsen den Eigentümerwechsel, was die Nachfrage nach größeren Renovierungsprojekten dämpft. Viele Verbraucher verschieben größere Investitionen, während kleinere Reparaturen und Instandhaltungen weiterlaufen.
Vor diesem Hintergrund betont der CFO, dass sich zwar vieles langsam in die richtige Richtung bewege, es aber noch keinen klaren Katalysator für eine deutlich höhere Nachfrage im Heimwerkergeschäft gebe. Entsprechend vorsichtig fällt auch der Ausblick aus, obwohl das Home Depot Quartal die Erwartungen übertroffen hat.

Wie sieht der Ausblick von Home Depot aus?
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Home Depot, Inc. mit einem bereinigten Gewinn, der in einer Spanne von etwa unverändert bis zu plus 4 % gegenüber den 14,69 US‑Dollar je Aktie des Vorjahres liegt. Beim Umsatz stellt das Management ein Wachstum von rund 2,5 bis 4,5 % in Aussicht, die vergleichbaren Umsätze sollen zwischen stabil und plus 2 % liegen. Von einem dynamischen Rebound ist also noch keine Rede.
Dennoch zeigen sich Teile des Marktes optimistischer. Bernstein hatte bereits vor den Zahlen das Kursziel für Home Depot von 362 auf 381 US‑Dollar angehoben und ein „Market Perform“-Rating bestätigt. Ausschlaggebend waren die Erwartung eines soliden Quartals sowie die mittelfristigen Chancen aus der strategischen Neuausrichtung auf professionelle Kunden („Pro“-Segment) und die Rolle als zentrale Bezugsquelle für Bauunternehmen.
Weitere Analysten heben insbesondere technologische Initiativen wie KI-gestützte „Blueprint Takeoffs“ hervor, mit denen Home Depot die Planung großer Projekte für Profikunden beschleunigen will. Diese Maßnahmen sollen die Kundenbindung im Profi-Segment stärken und langfristig für stabilere, margenstarke Umsätze sorgen.
Was bedeutet das Home Depot Quartal für die Aktie?
Mit einem Schlusskurs von 376,99 US‑Dollar und einem vorbörslichen Plus auf 386,88 US‑Dollar reagiert der Markt positiv auf das Home Depot Quartal. Der Kurs spiegelt damit die Mischung aus kurzfristiger Erleichterung über den Earnings‑Beat und dem Bewusstsein wider, dass die Erholung im Heimwerkermarkt nur schrittweise vorankommt.
Bullische Stimmen verweisen darauf, dass Home Depot trotz rückläufigem Gesamtumsatz erneut seine hohe Profitabilität unter Beweis stellt und über robuste Cashflows verfügt, die Dividenden und Investitionen in Technologie sowie Logistik absichern. Skeptischere Beobachter betonen hingegen, dass Gewinnrückgänge und eine nachlassende Dynamik im Do‑it‑yourself‑Segment noch kein klares Wachstumsnarrativ zulassen.
„Unter der Oberfläche war die Nachfrage über das Jahr hinweg relativ stabil – trotz Gegenwind durch Wohnungsmarkt und Konsumzurückhaltung.“
— Ted Decker, CEO von Home Depot
Fazit
Für Anleger bleibt Home Depot damit ein Qualitätswert, dessen kurzfristige Kursentwicklung stark von Zinsentwicklung, Immobilienmarkt und der weiteren Konsumstimmung in den USA abhängt. Entscheidend wird sein, ob kommende Berichte den leichten Aufwärtstrend bei den vergleichbaren Umsätzen bestätigen und das Pro‑Geschäft weiter an Fahrt gewinnt.

