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IBM KI-Disruption -13,1%: Wie hart trifft der Mainframe-Schock?
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IBM KI-Disruption -13,1%: Wie hart trifft der Mainframe-Schock?

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 223,35$ -13,15% 23.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 225,81$ +1,10% 24.02.26 01:59 Uhr
International Business Machines Corporation

Droht IBM durch die aktuelle KI-Disruption sein lukratives Mainframe- und COBOL-Servicegeschäft dauerhaft zu verlieren?

IBM: Wie heftig trifft die KI-Attacke?

Im regulären Handel schloss IBM bei 223,35 US-Dollar, ein Minus von 13,15 % gegenüber dem Vortagesschluss von 257,16 Dollar. Nachbörslich erholte sich die Aktie leicht auf 225,81 Dollar (+1,10 %), bleibt damit aber deutlich unter den Niveaus, die noch Anfang Februar nahe am Rekordhoch gelegen hatten. Der Kursrutsch markiert den größten Ein-Tages-Verlust seit dem Jahr 2000 und drückt die Jahresbilanz auf ein Minus von rund 22 %.

Auslöser der IBM KI-Disruption ist die Ankündigung von Anthropic, dass sein Tool „Claude Code“ große COBOL-Codebasen automatisch analysieren, Abhängigkeiten kartieren, Workflows dokumentieren und Risiken identifizieren kann. COBOL treibt nach Schätzungen etwa 95 % der US-Geldautomaten-Transaktionen an und steckt in hunderten Milliarden Zeilen Code, die unter anderem auf IBM-Mainframes in Finanzinstituten, Airlines und Behörden laufen.

Genau in diesem Bereich verdient IBM seit Jahrzehnten an Beratung, Wartung und Modernisierungsprojekten für geschäftskritische Legacy-Systeme. Wenn KI nun einen Großteil der bislang teuren Analyse- und Dokumentationsarbeit übernimmt, drohen Margen- und Preisdruck auf einem entscheidenden Servicebaustein.

IBM KI-Disruption: Ist das Mainframe-Monopol in Gefahr?

Die Sorge der Märkte: Die IBM KI-Disruption könnte das traditionelle Modell „COBOL-Code auf IBM-Systemen, dazu teure Consulting-Verträge“ aushebeln. Bisher galt die Modernisierung alter COBOL-Landschaften als extrem aufwendig, weil erfahrene Entwickler in Rente gehen und Dokumentation oft lückenhaft ist. Anthropic argumentiert, dass KI dieses Verhältnis umdreht: Statt jahrelanger Analyse durch externe Berater könne ein Großteil der Vorarbeit nun in deutlich kürzerer Zeit automatisiert werden.

Für IBM kommt hinzu, dass ein großer Teil der COBOL-Systeme in stark regulierten Bereichen wie Sozialversicherung, öffentlicher Verwaltung und Finanzsektor läuft – Bereiche, in denen der Konzern traditionell überproportional präsent ist. Dass Claude nun offenbar in der Lage ist, COBOL-Code aktiv neu zu schreiben oder in modernere Architekturen zu überführen, heizt die Fantasie an, dass Kunden sich schrittweise vom Mainframe lösen könnten.

Gleichzeitig relativisieren einige Beobachter die Panik. IBM selbst bietet bereits KI-gestützte Tools zur Analyse und teilweisen Übersetzung von COBOL, etwa in Java, an und positioniert sich seit Jahren als Partner für Mainframe-Modernisierung – inklusive Cloud-Anbindung und Hybrid-Architekturen. Die aktuelle IBM KI-Disruption bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass der Konzern in diesem Feld komplett verdrängt wird, wohl aber, dass der Wettbewerb intensiver und preissensibler werden dürfte.

International Business Machines Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

IBM: Was sagen Analysten zum Kurseinbruch?

Obwohl der historische Tagesverlust viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischte, verfallen nicht alle Häuser in Alarmstimmung. Analysten von Jefferies verweisen darauf, dass das langfristige Wachstum von IBM stärker von übergreifender Nachfrage nach Cloud, Automatisierung und generativer KI abhängt als von reinen COBOL-Modernisierungsprojekten. Jefferies hält deshalb an einem positiven Votum fest und sieht den Rücksetzer eher als Überreaktion.

Auch andere Research-Häuser betonen, dass IBM zuletzt solide Quartalszahlen, einen stabilen Cashflow und eine attraktive Dividendenrendite geliefert hat. Dennoch haben mehrere Analysten ihre Kursziele angepasst und die KI-Risiken in Legacy-Services stärker in ihre Modelle eingepreist. Der Markt spiegelt diese Unsicherheit wider: Institutionelle Investoren zeigen laut aktuellen Daten ein gespaltenes Bild, einige bauen Positionen aggressiv auf, andere fahren ihr Engagement zurück.

Für die Debatte um IBM KI-Disruption bleibt entscheidend, ob IBM es schafft, sich als Anbieter von Modernisierungs-Tools und -Services rund um Claude-ähnliche Fähigkeiten zu positionieren – statt allein vom Schutz der eigenen Mainframe-Burg zu leben.

IBM: Wie geht es für Anleger weiter?

Die IBM KI-Disruption trifft auf einen ohnehin nervösen Markt, in dem bereits zahlreiche Software- und Cybersecurity-Werte nach KI-Ankündigungen anderer Anbieter zweistellig verloren haben. IBM ist nun das prominenteste Beispiel dafür, wie schnell sich der Blick auf etablierte IT-Dienstleister drehen kann, wenn neue Modelle konkrete Use Cases in lukrativen Nischen adressieren.

Für langfristig orientierte Anleger stellen sich zwei Fragen: Wie groß ist der tatsächliche Umsatzanteil der stark betroffenen COBOL- und Mainframe-Modernisierung im Vergleich zum Gesamtgeschäft? Und gelingt es IBM, die eigene KI-Strategie so auszubauen, dass das Unternehmen von der Disruption mitprofitiert, statt nur darunter zu leiden?

„Legacy-Code-Modernisierung war jahrelang teurer als ein kompletter Neubau – KI dreht diese Gleichung um.“
— Anthropic-Blog zu Claude Code

Fazit

Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben, da Trader auf weitere Schlagzeilen zur IBM KI-Disruption und neue Produktankündigungen aus dem KI-Sektor reagieren. Mittel- bis langfristig wird entscheidend sein, ob IBM beweisen kann, dass das Mainframe-Geschäft nicht nur von Legacy-Systemen lebt, sondern sich aktiv in eine KI-gestützte Hybrid-Cloud-Welt transformiert.

Weiterführende Quellen