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Intel Aktie: 52‑Wochen-Hoch – 3 Gründe, warum Intel jetzt wieder angreift

Die Intel Corporation meldet sich mit einem neuen 52‑Wochen-Hoch eindrucksvoll zurück. Die Intel Aktie profitiert von frischem KI-Fantasie, starken Analystenkommentaren und Spekulationen um eine mögliche Rückkehr von Apple als Partner.

Intel Zentrale bei Abendlicht, Symbolbild für die Intel Aktie auf 52‑Wochen-Hoch
Erwähnte Aktien
INTC Intel
$48,37 +0.10%
Stand: 22:46 MEZ

Warum steigt die Intel Aktie so stark?

Die Aktien von Intel Corporation (INTC) haben am Donnerstag ein neues 52‑Wochen-Hoch erreicht. Vom Tiefpunkt im Vorjahr bei rund 20 US-Dollar hat sich der Kurs zeitweise in Richtung 50 US-Dollar nahezu verdoppelt, bevor er zuletzt bei 48,37 US-Dollar schloss. Charttechnisch ist Intel damit aus einem langfristigen Abwärtstrend seit dem Hoch 2021 nach oben ausgebrochen – für viele Marktteilnehmer ein klares Signal, dass der Markt an eine nachhaltige Erholung glaubt.

Ein wesentlicher Kurstreiber ist die wiederentdeckte Rolle von Intel im KI-Zeitalter. Laut aktuellen Marktkommentaren gehört der Konzern wieder zu den Chip-Werten, die Investoren “auf alle Fälle im Auge behalten müssen”, nachdem Intel lange als abgeschlagen gegenüber Wettbewerbern wie NVIDIA, AMD und Qualcomm galt. Die Intel Aktie profitiert davon, dass der Markt die Sanierungsbemühungen zunehmend ernst nimmt.

Gleichzeitig sorgt die Neubewertung durch Analysten für zusätzliche Aufmerksamkeit: Die Citigroup hat ihr Kursziel für Intel auf 50 US-Dollar angehoben und unterstreicht damit den jüngsten Aufwärtstrend. Dies nährt die Hoffnung, dass die Intel Aktie mittelfristig weiteres Potenzial besitzt – auch wenn nicht alle Häuser so optimistisch sind.

Intel Aktie und KI-Laptop-Chip: Was steckt dahinter?

Ein zentraler Grund für die aktuelle Rally ist der neue Hochleistungs-Laptop-Chip, der auf der diesjährigen Technologie-Messe CES vorgestellt wurde und die Fantasie der Anleger anheizt. Dieser Prozessor ist der erste Chip, den Intel auf seiner neuen 18A-Plattform auf den Markt bringt – einer Schlüsseltechnologie, an der der Konzern seit Jahren arbeitet und die als Herzstück der laufenden Sanierung gilt.

Besonders hervorstechend sind die Leistungsdaten, die kommuniziert wurden: Intel spricht von bis zu 27 Stunden Akkulaufzeit in entsprechenden Geräten. Das wäre besser als das, was Nutzer derzeit typischerweise von einem MacBook Air oder MacBook Pro kennen. Apple hat das Zusammenspiel aus Performance und langer Akkulaufzeit in den vergangenen Jahren geprägt, AMD und Qualcomm haben nachgezogen – Intel hingegen galt hier als zurückgefallen.

Der neue Chip soll diese Lücke schließen. Erste Hands-on-Eindrücke beschrieben die Spieleleistung als “überwältigend” – eine Performance, die man bisher von keinem Intel-Chip und auch keinem anderen Notebook-Prozessor erwartet hätte. Parallel dazu hebt etwa eine Analyse von Zacks hervor, dass Intel seine Position bei AI-PCs mit neuen Core-Ultra-Chips und On-Device-KI-Funktionen ausbaut und so versucht, das PC-Geschäft neu zu beleben.

Kommt Apple zur Intel Corporation zurück?

Für zusätzliche Spekulationen rund um die Intel Aktie sorgen Berichte über eine potenzielle Wiederannäherung an Apple. Intel war früher Zulieferer für die MacBook-Prozessoren, verlor diesen prestigeträchtigen Auftrag jedoch, weil Apple mehr Kontrolle über das Chip-Design wollte und auf eigene M‑Chips wechselte. Nun wird darüber berichtet, dass Intel und Apple wieder im Gespräch sein könnten.

Hintergrund ist die Kombination aus Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz des neuen Intel-Chips, die Apple theoretisch wieder attraktiv finden könnte – sei es als Kunde oder sogar in Form einer strategischen Beteiligung. Ergänzt werden diese Gerüchte durch eine beiläufige Bemerkung des früheren US-Präsidenten Donald Trump bei einem Medienauftritt, wonach Intel Apple helfen könnte. Konkrete Vereinbarungen sind bislang nicht bekannt, doch allein die Möglichkeit eines Apple-Comebacks wird vom Markt als gewaltiger Hebel für das Image und die Auftragslage von Intel interpretiert.

Hinzu kommt: Ein aktueller Beitrag von Invezz argumentiert, dass eine jüngste Warnung von TSMC gegenüber Großkunden wie NVIDIA und Broadcom die strategische Attraktivität von Intel als alternativen Fertiger unterstreicht. Vor diesem Hintergrund könnte eine Rückkehr von Apple zu Intel über den PC-Bereich hinaus Signalwirkung für weitere Großkunden haben – ein Szenario, das die Intel Aktie zusätzlich befeuert.

Wie bewerten Analysten die Intel Aktie aktuell?

Die Analystenlage zu Intel ist allerdings gespalten. Auf der einen Seite steht die Citigroup, die das Kursziel jüngst auf 50 US-Dollar angehoben hat und damit das aktuelle Kursniveau faktisch bestätigt. Die Citigroup verweist auf den laufenden Turnaround und den Ausbruch aus dem Abwärtstrend, der aus Bewertungssicht weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen könnte.

Auf der anderen Seite bleibt RBC Capital Markets trotz der operativen Fortschritte skeptisch. Analyst Srini Pajjuri argumentiert, dass sich das Geschäft von Intel zwar verbessere und die Aktie auf einem Zwei-Jahres-Hoch notiere, die aktuelle Bewertung aber zu ambitioniert sei. Aus Sicht von RBC Capital Markets sollten Anleger trotz 18A-Ausbau und Ambitionen im Foundry-Geschäft vorerst an der Seitenlinie bleiben.

Zusätzliche Unterstützung erhält die optimistische Fraktion durch Zacks Research, das Intel im Kontext von AI-Infrastruktur und AI-PCs betrachtet und dem Konzern Chancen bei Rechenzentrums- und PC-KI-Chips attestiert – auch wenn im direkten Vergleich etwa Broadcom oder Qualcomm in einigen Analysen derzeit als attraktivere Investments bezeichnet werden. Für kurzfristig orientierte Trader steht damit fest: Die Intel Aktie bleibt ein heiß diskutierter Titel zwischen Turnaround-Fantasie und Bewertungsrisiko.

Vom Tief von letztem Jahr bei 20 US-Dollar jetzt auf 50 – eine wirkliche Auferstehung, verbunden mit dem Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend seit dem Hoch 2021.
— Marktkommentar zu Intel
Fazit

Unterm Strich ist der Aufschwung der Intel Aktie auf das neue 52‑Wochen-Hoch auf drei Kerngründe zurückzuführen: Erstens der technologische Sprung mit dem neuen KI-Laptop-Chip auf Basis der 18A-Plattform, zweitens die Spekulationen um ein mögliches Apple-Comeback, und drittens die wieder zunehmende Aufmerksamkeit großer Analystenhäuser wie Citigroup und RBC Capital Markets, die den Titel in den Fokus institutioneller Investoren rücken.