Die Intel KI-Strategie nimmt im aktuellen KI-Boom deutlich an Fahrt auf. Während die Aktie rund 5,9 % zulegt, kämpft der Konzern mit CPU-Engpässen, baut ein dediziertes GPU-Geschäft für Rechenzentren auf und positioniert Intel Foundry als Fertigungspartner für externe KI-Chips. Der Artikel ordnet ein, wie diese Bausteine zusammenwirken und was das für die weitere Kursentwicklung von Intel bedeuten kann.
Wie passt der CPU-Mangel in die Intel KI-Strategie?
Intel Corporation profitiert kurzfristig von einer überraschend engen Versorgungslage: In China informiert der Konzern Großkunden über Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten für Server-Prozessoren, vor allem bei den Xeon-Chips der vierten und fünften Generation. Die Knappheit erlaubt Preisaufschläge von im Schnitt mehr als zehn Prozent, abhängig von individuellen Verträgen. China steht für über 20 % des Umsatzes – entsprechend sensibel ist die Lage.
Die Engpässe sind kein klassisches Nachfragetief, sondern das Gegenteil: Die rasante Einführung von KI-Workloads erhöht den Bedarf an „klassischer“ Rechenleistung, etwa für Steuerungs- und Agentenfunktionen von KI-Systemen. Gleichzeitig nimmt Intel ältere PC-Fertigungslinien vom Netz und rüstet sie auf die Produktion von Tiles für Server-Chips um. Das führt zu einem temporären Angebotsloch, das den vorsichtigen Ausblick für Q1 2026 erklärt.
Parallel deutet sich ein breiter Refresh-Zyklus im traditionellen Servermarkt an. Cloud-Anbieter müssen ihre Basisinfrastruktur modernisieren, während CPUs als Kopfknoten in KI-Servern und für kleinere, lokal laufende Modelle wieder an Bedeutung gewinnen. In diese Gemengelage fügt sich die Intel KI-Strategie, die klassische CPUs, spezialisierte KI-Beschleuniger und künftig eine stärkere GPU-Präsenz verzahnen will.
Setzt Intel mit GPUs die KI-Offensive um?
Ein Kernstück der Intel KI-Strategie ist der Aufbau eines dedizierten GPU-Geschäfts für Rechenzentren. CEO Lip-Bu Tan hat auf einem Branchen-Event bestätigt, dass Intel eine eigene GPU-Sparte in der Data-Center-Division etabliert und dazu den früheren Qualcomm-Manager Eric Demers als Chief GPU Architect verpflichtet. Er berichtet an Kevork Kechichian und soll die technische Roadmap definieren.
Der Fokus liegt klar auf KI- und HPC-Workloads, wo bisher vor allem Nvidia den Ton angibt. Erste Gespräche mit Rechenzentrums-Kunden laufen, um Produkte eng an konkrete Workloads anzupassen – entscheidend, um sich im umkämpften Markt der KI-Beschleuniger zu positionieren. Branchenbeobachter sehen in der Kombination aus staatlicher Unterstützung in den USA und der Bereitschaft von Nvidia, zusätzliche Fertigungskapazitäten bei Intel zu nutzen, ein Signal, dass der Konzern als strategischer Fertigungspartner „gesetzt“ ist.
Die Börse honoriert diese Neuausrichtung: Chipwerte insgesamt ziehen nach gewaltigen Investitionsplänen der Hyperscaler an, insbesondere nach Amazons angekündigten 200 Milliarden US‑Dollar Capex für 2026. Davon dürfte ein Teil in maßgeschneiderte Xeon-6-CPUs und potenziell in künftige GPU- und Beschleunigerlösungen von Intel fließen, was die Intel KI-Strategie zusätzlich stützt.

Welche Rolle spielt Intel Foundry in der Intel KI-Strategie?
Mit der Foundry-Sparte versucht Intel, eine zweite Wachstumssäule aufzubauen. Im Fokus steht der 14A-Prozess, den mehrere große Technologiekonzerne für Produktionen um 2028 evaluieren. Diskutiert werden unter anderem GPU-Plattformen eines großen KI-Chip-Players sowie mögliche Einsteiger-Varianten von ARM-basierten Prozessoren eines führenden Geräteherstellers. Für Intel wäre dies ein wichtiger Beweis, dass der Konzern nicht nur eigene, sondern auch fremde Hochleistungschips zuverlässig fertigen kann.
Hinzu kommen technologische Projekte wie Z-Angle Memory (ZAM) zusammen mit Softbank-Tochter SAIMEMORY, das perspektivisch als Alternative oder Ergänzung zu High Bandwidth Memory im KI-Bereich dienen könnte. Auf der Prozessseite meldet Intel verbesserte Ausbeuten beim 18A-Knoten und bereitet die Roadmap für 14A mit Blick auf Ende der Dekade vor. Die Intel KI-Strategie zielt klar darauf ab, Design- und Fertigungskompetenz zu bündeln und KI-Kunden künftig als Service über Intel Foundry zu bedienen.
Finanziell zeigt sich das Bild gemischt: Im Q4 2025 lag der Umsatz mit 13,7 Mrd. US‑Dollar zwar 4 % unter Vorjahr, das Non-GAAP-EPS stieg aber um 15 % auf 0,15 US‑Dollar. Besonders die Bereiche Data Center & AI (+9 % auf 4,7 Mrd. US‑Dollar) sowie Intel Foundry (+4 % auf 4,5 Mrd. US‑Dollar) unterfüttern die Intel KI-Strategie, während das Client-Geschäft mit −7 % schwächelt.
Für Q1 2026 erwartet der Konzern 11,7 bis 12,7 Mrd. US‑Dollar Umsatz und ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie um die Nulllinie – belastet durch die beschriebenen Angebotsengpässe. Operativ will Intel die Non-GAAP-Opex bis 2026 auf 16,0 Mrd. US‑Dollar senken (2025: 16,5 Mrd. US‑Dollar) und gleichzeitig die Kapazitäten für Server- und KI-Produkte hochfahren.
Fazit
Die Intel KI-Strategie kombiniert knappe, aber teurer verkaufte CPUs, eine neue GPU-Offensive und den Ausbau des Foundry-Geschäfts zu einem ehrgeizigen Turnaround-Plan. Für Anleger bedeutet das höhere Schwankungen, aber auch die Chance, dass ab der zweiten Jahreshälfte 2026 mit steigender Kapazität und margenstarken 18A-Produkten ein deutlicher Gewinnschub einsetzt. Entscheidend wird sein, ob Intel die Lieferprobleme wie angekündigt ab Q2 entschärft und auf dem April-Zahlenwerk konkrete Kundenvereinbarungen für GPUs und 14A-Foundry präsentiert – dann könnte die Intel KI-Strategie an der Börse weiteren Rückenwind erhalten.
Weiterführende Quellen
- Intel Corporation – Quote & Key Data (Yahoo Finance)
- Why Intel Was Rallying Today (The Motley Fool)
- Here is What to Know Beyond Why Intel Corporation (INTC) is a Trending Stock (Zacks Investment Research)
- Exclusive: Intel, AMD notify customers in China of lengthy waits for CPUs (Reuters)