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JinkoSolar Quartal -11,9%: Verlust-Schock und Hoffnung auf Speicherboom
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JinkoSolar Quartal -11,9%: Verlust-Schock und Hoffnung auf Speicherboom

ERWÄHNTER TICKER
JinkoSolar Holding Co., Ltd. $21.34 -11.89% Stand: 16.04.26 22:00 Uhr MESZ

Kann das schwache JinkoSolar Quartal mit Milliardenverlust den Konzern ausbremsen – oder rettet das Speicherwachstum die Story?

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Wie fiel das JinkoSolar Quartal aus?

JinkoSolar Holding Co., Ltd. hat für das vierte Quartal 2025 einen bereinigten Nettoverlust von 837,7 Millionen Renminbi ausgewiesen, umgerechnet rund 119,8 Millionen Dollar. Der Umsatz lag bei 17,51 Milliarden Renminbi beziehungsweise etwa 2,5 Milliarden Dollar und damit über den Markterwartungen, im Jahresvergleich aber klar niedriger. Besonders belastend waren die anhaltend niedrigen Modulpreise, gestiegene Kosten für Polysilizium und Silber sowie Währungseffekte. Die Bruttomarge sackte im Schlussquartal auf nur 0,3 Prozent ab, nach 2,2 Prozent im Gesamtjahr 2025. An der Börse kam das schlecht an: Die Aktie fiel am Donnerstag auf 21,34 Dollar nach 24,22 Dollar am Vortag, ein Minus von 11,89 Prozent.

Warum bleibt JinkoSolar unter Druck?

Das abgelaufene JinkoSolar Quartal zeigt vor allem, wie hart die Überkapazitäten in der globalen Solarindustrie auf die Profitabilität drücken. Zwar lieferte der Konzern 2025 insgesamt 86 Gigawatt an Modulen aus und verteidigte damit nach eigenen Angaben zum siebten Mal in Folge die weltweite Spitzenposition. Doch der Preiswettbewerb entlang der gesamten Wertschöpfungskette fraß die Gewinne auf. Im Gesamtjahr entstand ein Nettoverlust von 4,45 Milliarden Renminbi, während der Umsatz um 29 Prozent auf 65,50 Milliarden Renminbi sank. Auch im vierten Quartal lagen die Auslieferungen zwar sequenziell deutlich höher, gegenüber dem Vorjahresquartal aber niedriger. Das erklärt, warum der Markt den Zahlen trotz ordentlicher Erlöse skeptisch begegnete. Im Umfeld von Tesla und NVIDIA bleibt das Thema Energieinfrastruktur zwar attraktiv, doch Solarhersteller kämpfen weiter mit schwachen Preisen.

Kann JinkoSolar mit Speicher punkten?

Ein Hoffnungsträger im JinkoSolar Quartal ist das Geschäft mit Energiespeichern. 2025 wurden hier 5,2 Gigawattstunden ausgeliefert. Das Management bezeichnet den Bereich als zweiten Wachstumsmotor neben dem klassischen Modulgeschäft und fokussiert sich auf margenstärkere Regionen wie Europa, Lateinamerika, den Nahen Osten und Asien-Pazifik. Für Speicher nannte das Unternehmen eine Bruttomarge von etwa 10 bis 15 Prozent und damit deutlich bessere Werte als im Modulbereich. Zudem laufen frühe Gespräche über Projekte für KI-Rechenzentren, was die strategische Nähe zu Trends rund um Apple-Zulieferketten, Rechenzentren und Elektrifizierung unterstreicht. Unterstützend wirkt, dass JinkoSolar im ersten Quartal 2026 bereits zum achten Mal in Folge als Tier-1-Anbieter im Speichermarkt eingestuft wurde.

Was plant JinkoSolar für 2026?

Für 2026 stellt JinkoSolar Holding Co., Ltd. Modulauslieferungen von 75 bis 85 Gigawatt in Aussicht, davon 13 bis 14 Gigawatt im ersten Quartal. Bis Ende 2026 soll die integrierte Produktionskapazität rund 100 Gigawatt erreichen. Gleichzeitig erwartet das Management eine allmähliche Erholung der Verkaufspreise und verweist auf eine Marktspanne von etwa 11,5 bis 14 Cent je Watt. Wichtig ist auch die geografische Verschiebung: Der China-Anteil am Absatz soll 2026 nur noch rund 30 Prozent betragen, der Fokus liegt stärker auf dem Ausland. Technologisch setzt der Konzern auf N-Typ-TOPCon, Perowskit-Tandemzellen und mehr als 700 TOPCon-Patente. Die Laboreffizienz erreichte 27,79 Prozent bei TOPCon-Zellen und 34,76 Prozent bei TOPCon-basierten Perowskit-Tandemzellen. Zusätzlich arbeitet JinkoSolar mit KI in der Forschung und will die Silber-beschichtete-Kupfer-Technologie 2026 hochfahren. Analystisch bleibt das Bild gemischt: Daiwa Capital stufte die Aktie zuletzt auf „Buy“ hoch und nannte 28,50 Dollar als Ziel, während der bei MarketBeat erfasste Konsens weiter eher auf „Reduce“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 24,50 Dollar hindeutet.

We focused on disciplined operations and technology leadership during a difficult year marked by persistently low module prices.
— Li Xiande
Fazit

Das JinkoSolar Quartal war operativ schwach, zeigt aber zugleich, dass Cashflow, Speicher und Technologie die Basis für eine Erholung legen könnten. Für Anleger bleibt die Aktie wegen des Margendrucks riskant, doch Fortschritte bei Preisen und Speicherprojekten könnten die Stimmung drehen. Entscheidend werden nun die nächsten Quartale sein, in denen JinkoSolar beweisen muss, dass aus Hoffnung wieder profitable Dynamik wird.

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.