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Lockheed Martin +8%! Was hat Trump mit der Kursexplosion zu tun ?

Lockheed Martin Corporation profitiert von den Plänen zur Erhöhung des US-Militärbudgets auf 1,5 Billionen US-Dollar. Die Aktie zeigt bereits erste Reaktionen auf die Ankündigungen.

Lockheed Martin Corporation: Wie reagiert die Aktie?
Erwähnte Aktien
LMT akt. $538.00 +$41.13 (+8.28%) 13:19
Lockheed Martin gestern $496.87 -$25.17 (-4.82%)

Was plant Trump beim US-Militärbudget?

US-Präsident Donald Trump stellt eine deutliche Ausweitung der Verteidigungsausgaben in Aussicht. Das derzeitige Militärbudget von rund 1 Billion US-Dollar soll demnach im kommenden Budgetzyklus auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen. Für das Jahr 2027 steht explizit ein Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen US-Dollar im Raum, was einer Erhöhung um 500 Milliarden US-Dollar entspricht. Begründet wird dieser Vorstoß mit dem Anspruch der USA, militärisch Weltmacht Nummer eins zu bleiben.

Die geplante Aufstockung bedeutet einen Anstieg um rund 50 Prozent gegenüber dem bisherigen Budgetniveau. In ersten Reaktionen bewerteten Marktteilnehmer dies als potenziell massiven Nachfrageimpuls für US-Rüstungsunternehmen wie die Lockheed Martin Corporation, die bereits heute einen erheblichen Teil ihrer Umsätze über US-Verteidigungsaufträge erzielt.

Wie reagiert die Aktie von Lockheed Martin?

An den Börsen kam es zu heftigen Ausschlägen. Zunächst standen die Aktien der Lockheed Martin Corporation zusammen mit anderen US-Rüstungswerten deutlich unter Druck. Kursverluste von rund 4 bis 7 Prozent wurden verzeichnet, nachdem Trump öffentlich angekündigt hatte, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe von Verteidigungsunternehmen zu blockieren. In einem Fall wurde ein Rückgang von nahezu 5 Prozent sichtbar, während Lockheed Martin in einem anderen Handelsverlauf intraday um etwa 7 Prozent nachgab.

Mit der anschließenden Konkretisierung der Budgetpläne drehte die Stimmung jedoch. Nach den Aussagen zur Anhebung des Militärbudgets auf 1,5 Billionen US-Dollar legte die Aktie der Lockheed Martin Corporation im nachbörslichen Handel zeitweise um rund 3,8 Prozent zu. Im vorbörslichen Handel kam es in einem weiteren Handelstag sogar zu einem Sprung von fast 8 Prozent, nachdem mehr Details zur geplanten Erhöhung von 1 Billion auf 1,5 Billionen US-Dollar bekannt wurden. Aktuell notiert die Aktie bei 538,00 US-Dollar nach 522,04 US-Dollar am Vortag, ein Tagesplus von 8,28 Prozent.

Welche Auflagen treffen Rüstungsunternehmen?

Parallel zur Budgetdebatte übt Trump erheblichen Druck auf die US-Rüstungsindustrie aus. Er kündigte an, Dividenden und Aktienrückkäufe von Verteidigungsunternehmen zu untersagen, solange diese seine Erwartungen an Produktionsgeschwindigkeit, Liefertermine und Investitionen nicht erfüllen. Konkret sollen Rüstungsfirmen stärker in Fabriken, Forschung und eine zügigere Auslieferung von Rüstungsgütern investieren, bevor Kapital an Aktionäre zurückfließt.

In einem Dekret wurde festgehalten, dass Unternehmen aus dem Verteidigungssektor zunächst auf Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen verzichten müssen, bis sie die gewünschten Standards bei Lieferterminen und Produktionsleistung erreichen. Zudem steht die Vergütung des Managements im Fokus: Führungskräfte von Rüstungsunternehmen sollen demnach nicht mehr als 5 Millionen US-Dollar verdienen dürfen, solange die geforderten Verbesserungen nicht umgesetzt sind. Diese Eingriffe gelten als unüblich, da die direkte Verknüpfung von staatlicher Beschaffungspolitik mit unternehmensinternen Kapitalentscheidungen und Vergütungen bisher so nicht vorgenommen wurde.

Welche Rolle spielt Lockheed im US-Rüstungssektor?

Die Lockheed Martin Corporation zählt zu den größten Empfängern von US-Verteidigungsausgaben. Bei den nicht klassifizierten Ausgaben für Raketenabwehr über das Pentagon in den Jahren 2017 bis Mitte des vergangenen Jahres entfiel ein beträchtlicher Anteil auf Lockheed Martin. Von einem Volumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar gingen rund 50 Prozent an das Unternehmen. Ein weiterer erheblicher Teil der Mittel floss an andere große US-Rüstungskonzerne wie Raytheon.

Auch im aktuellen Umfeld bewegen sich die Aktien großer Verteidigungsunternehmen häufig im Gleichklang. Neben Lockheed Martin verzeichneten auch Northrop Grumman und General Dynamics zwischenzeitlich Kursrückgänge von mehr als 4 Prozent, bevor die Ankündigung eines höheren Militärbudgets zu spürbaren Erholungen in der nachbörslichen Sitzung führte.

Für Anleger entsteht damit ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite locken Perspektiven eines deutlich erhöhten Verteidigungsetats und zusätzlicher Aufträge. Auf der anderen Seite steht der politische Druck auf Ausschüttungen, Aktienrückkäufe und Managervergütungen, der das bisherige Vertrauensverhältnis zwischen Regierung, Kapitalmarkt und Verteidigungsindustrie auf die Probe stellt.

Fazit

Die Lockheed Martin Corporation profitiert kurzfristig sichtbar von den Plänen für ein auf 1,5 Billionen US-Dollar wachsendes US-Militärbudget, wie der deutliche Kursanstieg auf 538,00 US-Dollar zeigt. Gleichzeitig erhöhen die angedrohten Beschränkungen bei Dividenden, Aktienrückkäufen und Vorstandsvergütungen die Unsicherheit über die künftige Kapitalpolitik im Rüstungssektor. Der weitere Kursverlauf dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die politischen Vorgaben konkret umgesetzt werden und welche Prioritäten Lockheed Martin bei Investitionen, Produktion und Ausschüttungen setzt.