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Lucid Group Turnaround: Produktion +104% und Saudi-Chance

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Schlusskurs 9,55$ -2,05% 20.02.26 22:00 Uhr
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Lucid Group, Inc.

Schafft der Lucid Group Turnaround mit verdoppelter Produktion und saudischer Milliarden-Stützungsleine endlich den Weg in die Profitabilitaet?

Lucid Group: Wie stark ist das Wachstum wirklich?

Lucid Group, Inc. (LCID) hat 2025 operativ deutlich zugelegt: Die Produktion sprang auf 18.378 Fahrzeuge, ein Plus von 104 % gegenüber dem Vorjahr. Ausgeliefert wurden 15.841 Fahrzeuge, was einem Wachstum von 55 % entspricht. Im vierten Quartal produzierte Lucid 8.412 Fahrzeuge und lieferte 5.345 Einheiten aus – ein wichtiger Baustein im angestrebten Lucid Group Turnaround.

Besonders auffällig ist die Dynamik im Schlussquartal: Die Auslieferungen stiegen im Jahresvergleich um 72 % und gegenüber dem dritten Quartal um 31 %. Während Wettbewerber wie Tesla und Rivian im vierten Quartal Rückgänge bei den Auslieferungen verbuchten, hielt Lucid seine Wachstumsstory aufrecht – trotz dem Wegfall von US‑EV-Steuergutschriften, der die Branche belastet. Ein Grund: Die Premium-Modelle Lucid Air und Gravity lagen preislich meist ohnehin über den Schwellen für Förderungen.

Beim Blick auf die Börse fällt der Kontrast auf: Die Aktie handelt mit 9,55 US‑Dollar weiterhin weit unter früheren SPAC-Höchstständen, nachdem der Kurs seit 2020 um etwa 90 % eingebrochen ist. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von deutlich über dem traditioneller Autohersteller bleibt LCID ambitioniert bewertet – ein Risiko, falls der Lucid Group Turnaround langsamer verläuft als erhofft.

Lucid Group Turnaround: Reicht die Saudi-Rettungsleine?

Der vielleicht wichtigste Stabilitätsanker für Lucid Group, Inc. ist der saudische Staatsfonds PIF. Dieser hält laut öffentlichen Unterlagen rund 64 % der Anteile und hat Lucid jüngst über ein sogenanntes „delayed draw term loan“-Kreditprogramm zusätzliche 2 Milliarden US‑Dollar an Liquidität zugesagt. Zudem besteht eine Vereinbarung, nach der Saudi-Arabien bis zu 100.000 Fahrzeuge über zehn Jahre abnehmen will; 1.000 davon wurden im dritten Quartal bereits geliefert.

Diese ungewöhnlich starke staatliche Rückendeckung ist zentral für den Lucid Group Turnaround, denn operativ verbrennt der Konzern weiter massiv Geld. Im dritten Quartal lag der operative Verlust bei rund 942 Millionen US‑Dollar, während die Marktkapitalisierung nur etwa 3,3 Milliarden US‑Dollar betrug. Über die letzten vier Quartale summierten sich die Barmittelabflüsse auf rund 3,4 Milliarden US‑Dollar bei nur etwas über 1 Milliarde US‑Dollar Umsatz.

Die Kehrseite des Saudi-Schutzschirms ist eine zunehmende Verwässerung: Zur Finanzierung des Wachstums hat Lucid die Aktienzahl seit dem Börsenstart um rund 90 % erhöht. Für bestehende Aktionäre bedeutet das, dass selbst bei operativem Fortschritt pro Aktie weniger Wert hängen bleibt – ein Kernrisiko im Investment-Case.

Lucid Group, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Lucid Group: Neuer Supply-Chain-Chef, Stellenabbau, neue Modelle

Auf der operativen Seite stellt Lucid Group, Inc. die Weichen neu. Anfang Februar wurde Neil Marsons, früher Group Chief Procurement Officer bei Rolls-Royce, zum Senior Vice President Supply Chain ernannt. Er soll die globale Lieferkette ausbauen und die Werke in Arizona und Saudi-Arabien effizienter machen. Marsons berichtet an Interim-CEO Marc Winterhoff und hatte Lucid bereits ein halbes Jahr beratend begleitet. Parallel verlässt Strategiechefin Claudia Gast das Unternehmen.

Nur wenige Wochen zuvor wurde zudem ein harter Sparkurs eingeleitet: Lucid baut laut mehreren Medienberichten rund 12 % der US‑Belegschaft ab, um die Bruttomargen zu verbessern und Ressourcen zu fokussieren. Der Schritt passt zur Botschaft des Managements, die „Pfad-zur-Profitabilität“-Story zu beschleunigen.

Wachstumstreiber auf der Umsatzseite sollen neue Modelle werden: Neben dem Luxus-SUV Gravity plant Lucid mit dem mittelgroßen SUV und der angekündigten, günstigeren Limousine Lucid Earth (Startpreis um 48.000 US‑Dollar) den Einstieg in den breiteren Massenmarkt. Diese Fahrzeuge sollen Skaleneffekte bringen – ähnlich wie Teslas Model 3 in der Vergangenheit – und sind damit ein zentrales Element des Lucid Group Turnaround.

Lucid Group: Was sagen die Analysten?

Die Analystengilde zeigt sich beim Lucid Group Turnaround gespalten. Die Investmentbank Baird hat Anfang Januar ihr Kursziel von 17 auf 14 US‑Dollar gesenkt und bleibt bei einer neutralen Einstufung. Begründung: zwar überzeugte das Produktionswachstum, doch die Auslieferungen im vierten Quartal fielen schwankungsanfällig aus und die Cash-Burn-Dynamik bleibt hoch.

Deutlich optimistischer ist Benchmark: Die Analysten um Mickey Legg bestätigten jüngst ein Buy-Rating mit einem Kursziel von 30 US‑Dollar. Sie verweisen auf das starke Auslieferungswachstum von 55 % im Jahr 2025, die anstehenden Modellanläufe sowie Kostensenkungsprogramme und sehen die Profitabilität eher in den Jahren 2026/2027 am Horizont.

Goldman Sachs führt Lucid Group, Inc. weiterhin in seinen Listen relevanter EV- und Batteriewerte, verweist aber ebenso auf das Spannungsfeld zwischen großem adressierbarem Markt und strukturell hohem Kapitalbedarf. Klar ist: In der aktuellen Phase reagieren Investoren sensibel auf jede Nachricht zu Cash, Kapazitätsausbau und Nachfrage – und damit auf jede neue Etappe im Lucid Group Turnaround.

Fazit

Produktionssprung, Saudi-Geld und ein erfahrener Supply-Chain-Chef geben dem Lucid Group Turnaround Rückenwind, doch hoher Cashburn und Verwässerung bleiben Bremsklötze. Für spekulative Anleger bleibt Lucid Group, Inc. ein Hebel auf ein mögliches EV-Comeback, während vorsichtige Investoren eher die Umsetzung der Sparprogramme und den Start der günstigeren Modelle abwarten dürften. Die nächsten Quartalszahlen und der Investorentag werden entscheidend zeigen, ob der Turnaround-Kurs trägt.

Weiterführende Quellen