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Lufthansa Streik Schock: Tarifkonflikt und Kerosinpreise
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Lufthansa Streik Schock: Tarifkonflikt und Kerosinpreise

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Droht der aktuelle Lufthansa Streik zum Wendepunkt für Kosten, Image und Anlegervertrauen des Konzerns zu werden?

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Deutsche Lufthansa AG

Wie stark belastet der Lufthansa Streik?

Der Lufthansa Streik kommt für den Konzern zu einem heiklen Zeitpunkt. Nach dem Ausstand des Kabinenpersonals am Freitag hat nun auch die Pilotengewerkschaft zu einem zweitägigen Arbeitskampf ab Montag aufgerufen. Damit drohen erneut Hunderte Flugausfälle. Bereits der Streik der Flugbegleiter führte zu massiven Streichungen an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie bei Cityline an mehreren deutschen Flughäfen. Allein in Frankfurt wurden rund 580 Flüge gestrichen, betroffen waren etwa 72.000 Passagiere. Für Lufthansa ist das nicht nur ein operatives Problem, sondern auch ein Reputationsrisiko zu Beginn einer wichtigen Reisephase.

Besonders brisant ist, dass sich die Konflikte auf verschiedene Belegschaftsgruppen verteilen. Das Kabinenpersonal fordert bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter, während es bei den Piloten vor allem um die Altersabsicherung und Pensionskosten geht. Das Management bezeichnete die Forderungen als unverantwortlich und inakzeptabel. Gleichzeitig argumentieren die Gewerkschaften, dass die Arbeitgeberseite bei zentralen Themen zu wenig Bewegung gezeigt habe. Für Investoren bedeutet der Lufthansa Streik damit vorerst zusätzliche Unsicherheit bei Kosten, Planung und Ertrag.

Was bedeutet das für Deutsche Lufthansa AG?

Die Aktie der Deutsche Lufthansa AG gehört am Montag zu den schwächeren Werten im Markt. Neben den Streiks belasten vor allem die steigenden Ölpreise. Höhere Rohölnotierungen treiben die Kerosinkosten, was die Margen von Airlines typischerweise direkt unter Druck setzt. Im aktuellen Umfeld wiegt das besonders schwer, weil Lufthansa parallel Ausfälle im Flugbetrieb schultern muss. Das Zusammenspiel aus höheren Treibstoffkosten und entgangenen Erlösen aus annullierten Verbindungen ist der Kern des aktuellen Belastungsfaktors.

Hinzu kommt, dass Lufthansa ihre Kurzstreckenstruktur mit Gesellschaften wie City Airlines, Cityline, Discover und Eurowings zunehmend differenziert aufstellt, um wettbewerbsfähiger zu werden. Genau an dieser Stelle zeigen die Tarifkonflikte aber auch die Grenzen des Modells. Zwar hat Lufthansa mit Verdi bei der 2023 gegründeten Tochter City Airlines einen ersten Tarifabschluss für Cockpit- und Kabinenpersonal erreicht. Die Vereinbarung läuft bis Ende März 2029 und sieht in mehreren Stufen Gehaltssteigerungen von 20 bis 35 Prozent, zusätzliche freie Tage, mehr Urlaub und bessere Planbarkeit vor. Das schafft Stabilität bei City Airlines, löst aber den Lufthansa Streik bei der Kernmarke nicht unmittelbar.

Deutsche Lufthansa AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - April 2026

Kann Lufthansa den operativen Schaden begrenzen?

Der Konzern versucht, die Auswirkungen mit konzerninternen Ausweichlösungen abzufedern. Andere Airlines aus dem Verbund sollen nach Möglichkeit Zusatzflüge übernehmen. Trotzdem bleiben die Störungen erheblich. In München war bereits von Hunderten betroffenen Verbindungen die Rede. Jeder Ausfall kostet Umsatz, verschlechtert die Auslastung und erzeugt Zusatzaufwand in der Betreuung der Passagiere. Auch Flughafenbetreiber wie Fraport spüren die Folgen, weil weniger Starts und Landungen stattfinden.

Für Anleger ist entscheidend, ob aus dem aktuellen Konflikt eine längere Serie weiterer Arbeitskämpfe entsteht oder ob nach den laufenden Aktionen wieder Bewegung in die Gespräche kommt. Ein positives Signal ist immerhin der Abschluss bei City Airlines. Er zeigt, dass tarifliche Einigungen im Konzern grundsätzlich möglich sind. Dennoch bleibt der operative Gegenwind hoch, solange der Lufthansa Streik bei Piloten und Kabinenpersonal nicht beigelegt ist und die Kerosinpreise erhöht bleiben. Im Branchenvergleich stehen Fluggesellschaften damit stärker unter Druck als Industriewerte wie Siemens oder Technologiekonzerne wie Apple und NVIDIA.

Die Beschäftigten erhalten innerhalb der nächsten Jahre deutlich mehr Gehalt und auch die Arbeitsbedingungen werden trotz des enormen Wachstumspfades Schritt für Schritt verbessert.
— Marvin Reschinsky
Fazit

Unterm Strich ist der Lufthansa Streik derzeit der zentrale kurzfristige Belastungsfaktor für die Aktie. Anleger sollten vor allem auf den Verlauf der Tarifgespräche, die Entwicklung der Ölpreise und die Frage achten, ob Lufthansa weitere Flugausfälle begrenzen kann. Gelingt hier eine Entspannung, könnte sich auch die Aktie nach dem Rückgang auf 7,61 Dollar wieder stabilisieren.

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.