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LVMH Jahreszahlen: -7,9% Kursrutsch als Wendepunkt?

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Wie konnte die Aktie von LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE nach den neuen Jahreszahlen fast 8 Prozent verlieren? Welche Signale senden Umsatz, Gewinn und Ausblick jetzt an Anleger – und wo liegen die Chancen im Luxussegment?

Luxusaktien im Fokus nach LVMH Jahreszahlen und Kursrutsch an der Börse
Erwähnte Aktien
MC.PA MC.PA
€542,80 -7.89%
Stand: 17:39 MEZ

LVMH Jahreszahlen: Warum brechen Umsatz und Gewinn ein?

LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE hat für das Geschäftsjahr 2025 einen spürbaren Dämpfer hinnehmen müssen. Der Umsatz sank um rund fünf Prozent auf knapp 81 Milliarden Euro. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, ergibt sich ein Minus von einem Prozent. Besonders der starke Euro und die schwächelnde Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten drückten auf die Bilanz. Das bereinigte operative Ergebnis fiel um neun Prozent auf etwa 17,8 Milliarden Euro, die operative Marge blieb mit rund 22 Prozent aber auf hohem Niveau. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von fast 10,9 Milliarden Euro – ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die LVMH Jahreszahlen zeigen damit klar, wie stark geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und eine eingetrübte Konsumstimmung den Luxuskonzern belasten.

Louis Vuitton & Dior: Wie schwach ist das Kerngeschäft?

Im Kerngeschäft Mode und Lederwaren mit Marken wie Louis Vuitton und Dior verzeichnete LVMH 2025 rückläufige Umsätze und prozentual zweistellige Ergebnisrückgänge. Vor allem im zweiten Halbjahr brach die Nachfrage in Europa spürbar ein. Auch das Wein- und Spirituosensegment, traditionell ein Profitbringer, litt deutlich: Cognac und andere Premium-Spirituosen fanden in Kernmärkten wie China und den USA weniger Abnehmer, viele Kunden ließen die teuren Flaschen im Regal stehen. Im vierten Quartal gelang dem Konzern organisch zwar ein leichtes Umsatzplus von einem Prozent, doch gerade im Mode- und Ledergeschäft fielen die Zahlen schwächer aus als erhofft. Positiv stach dagegen das Geschäft mit Uhren und Schmuck hervor, das besser abschnitt als von Branchenexperten erwartet. Insgesamt unterstreichen die LVMH Jahreszahlen jedoch, dass das bisherige Erholungsmomentum im Luxussegment ins Stocken geraten ist.

LVMH Management: Welche Strategie folgt auf den Dämpfer?

Konzernchef Bernard Arnault sprach von einem weiterhin schwierigen operativen Umfeld. Handelskonflikte, volatile Nachfrage und ungünstige Währungseffekte dürften LVMH auch 2026 begleiten. Konkrete Prognosen für das laufende Jahr vermeidet das Management, kündigt aber an, die Ausgaben diszipliniert zu begrenzen. Das soll die Profitabilität stabilisieren, auch wenn das Wachstum schwächelt. Trotz des Gewinnrückgangs sollen die Anteilseigner insgesamt 13 Euro Dividende je Aktie erhalten, inklusive bereits gezahlter Zwischendividende von 5,50 Euro. Für Einkommensinvestoren bleibt die Aktie damit attraktiv, auch wenn der aktuelle Kurseinbruch einen Teil der Dividendenrendite optisch erhöht. Die zurückhaltenden Kommentare des Managements verstärken allerdings die Nervosität am Markt und verstärken den Druck auf den Kurs.

LVMH Bewertung: Wie reagieren Analysten jetzt?

Die Reaktionen der Analysten auf die LVMH Jahreszahlen fallen gemischt aus. Chiara Battistini von JPMorgan lobt die strikte Kostenkontrolle, die das operative Ergebnis leicht über ihre Erwartungen gehoben hat, spricht insgesamt aber von einer „durchwachsenen“ Bilanz. James Grzinic von Jefferies betont, das Zahlenwerk sei für den Luxussektor kein „Erweckungserlebnis“ und warnt vor anhaltend hoher Nachfragevolatilität sowie Gegenwind durch Währungen. Die aktuelle Bewertung der Branche biete neuen Käufern aus seiner Sicht wenig Anlass zum Einstieg. Etwas optimistischer zeigt sich Charles-Louis Scotti von Kepler Cheuvreux: Er sieht LVMH als wichtigen Gradmesser für eine mögliche sektorweite Erholung, senkt aber sein Kursziel wegen höherer Steuern, finanzieller Aufwendungen und negativer Währungseinflüsse leicht ab, hält jedoch an seiner Kaufempfehlung fest. Auch andere Häuser wie Citigroup und RBC Capital Markets beobachten die zunehmenden Risiken im Luxussegment und passen ihre Modelle vorsichtiger an, ohne den Qualitätsstatus von LVMH grundsätzlich infrage zu stellen.

Aktuell notiert die Aktie bei rund 542,80 Euro und liegt damit fast acht Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn hat das Papier etwa 100 Euro eingebüßt und bereits einen großen Teil der Erholungsgewinne des Vorjahres wieder abgegeben. Die gesamte Branche steht nach den LVMH Jahreszahlen unter Druck, wie parallele Kursabschläge bei Wettbewerbern wie Kering zeigen.

Das schwächere Wachstum im vierten Quartal hat die Sorge geweckt, dass es mit dem ganzen Erholungs-Momentum schon wieder vorbei ist.
— ein Händler aus dem EuroStoxx-Umfeld
Fazit

Die LVMH Jahreszahlen signalisieren klar, dass selbst Marktführer im Luxussegment in einem Umfeld aus Handelskonflikten, schwacher Konsumlaune und Währungseffekten an Grenzen stoßen. Für Anleger bleibt die Aktie ein Qualitätswert, doch die nächsten Quartale müssen beweisen, dass sich Nachfrage und Margen wieder stabilisieren. Wer einsteigt, setzt auf die langfristige Markenstärke von LVMH und wartet auf den Moment, in dem eine nachhaltige Erholung der Luxusnachfrage den aktuellen Kursdruck in neue Chancen verwandelt.