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MercadoLibre Quartal -8,1%: Wachstum boomt, Margen brechen ein
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MercadoLibre Quartal -8,1%: Wachstum boomt, Margen brechen ein

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 1.767,71$ -8,05% 25.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 1.772,00$ +0,24% 26.02.26 01:59 Uhr
MercadoLibre, Inc.

Wie kann MercadoLibre beim Umsatz glänzen und trotzdem einen Kursrutsch von über acht Prozent auslösen?

MercadoLibre Quartal: Wie fielen Umsatz und Gewinn aus?

Im vierten Quartal 2025 legte MercadoLibre, Inc. kräftig zu: Der Nettoumsatz stieg währungsbereinigt um rund 45 % auf etwa 8,8 Milliarden US‑Dollar und lag damit über den Konsensschätzungen von gut 8,5 Milliarden US‑Dollar. Das Unternehmen profitierte von einem anhaltenden Boom im Onlinehandel und im Zahlungsverkehr, wobei das E‑Commerce-Geschäft um rund 37 % und die Fintech-Sparte sogar um mehr als 60 % wuchsen.

Auf der Ergebnisseite fiel das MercadoLibre Quartal jedoch schwächer aus. Das operative Ergebnis kletterte zwar auf rund 889 Millionen US‑Dollar, doch der Nettogewinn stagnierte bei etwa 494 Millionen US‑Dollar. Je Aktie resultierte ein Gewinn von rund 9,7 bis 11 US‑Dollar – klar unter den Analystenerwartungen, die je nach Schätzung bei über 11 bis knapp 12 US‑Dollar gelegen hatten. Sowohl Zacks als auch Benzinga betonen, dass das EPS die Konsensschätzungen verfehlte, obwohl die Umsätze über Plan lagen. Entsprechend stark fiel die Reaktion an der Börse aus: Die Aktie verzeichnete den größten Intraday-Rückgang seit 2024 und verlor zeitweise bis zu 14 %.

MercadoLibre: Was drückt die Margen?

Das MercadoLibre Quartal zeigt insbesondere eine deutliche Margenkompression. Die EBIT-Marge lag unter dem Vorjahreswert, weil der Konzern die Schwelle für kostenlosen Versand absenkte, seine Logistikinfrastruktur weiter ausbaute und das Kredit- sowie Kreditkartengeschäft stark skalierte. Das Management spricht von einem Margenrückgang um etwa fünf bis sechs Prozentpunkte, der gezielt in Kauf genommen wurde, um neue Nutzer zu gewinnen und bestehende Kunden tiefer in das Ökosystem einzubinden.

Zusätzlichen Druck verursacht die KI-Offensive: MercadoLibre, Inc. investiert massiv in agentenbasierte KI-Tools – sowohl zur Verbesserung der Produktsuche und Werbung als auch zur Steuerung des Kreditrisikos bei Mercado Credito. Gleichzeitig entließ das Unternehmen in Brasilien 119 Mitarbeitende im Zuge der Neuaufstellung rund um KI. Der Markt fürchtet nun, dass die steigenden Technologie- und Entwicklungskosten kurz- bis mittelfristig eine Phase dauerhaft niedrigerer Margen einläuten könnten, während der Wettbewerb mit Amazon, lokalen E‑Commerce-Anbietern und Fintech-Rivalen weiter zunimmt.

MercadoLibre, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

MercadoLibre: Wie stark wächst das Ökosystem?

Trotz der Gewinnenttäuschung bleibt das strukturelle Wachstum beeindruckend. Im MercadoLibre Quartal 4/2025 stieg das Bruttowarenvolumen (GMV) auf knapp 20 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von rund 37 % in lokalen Währungen. Die Zahl der aktiven Käufer kletterte auf etwa 83 Millionen, was einem Zuwachs von 24 % entspricht. Beim Zahlungsvolumen erreichte Mercado Pago rund 83,7 Milliarden US‑Dollar, ein Zuwachs von mehr als 50 %.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Werbegeschäft Mercado Libre Ads, das – gestützt durch KI-basierte Ausspielung – um rund 70 % zulegte. In Brasilien und Mexiko gewinnt der Marktplatz weiter Marktanteile, während die Fintech-Angebote in einer Region mit niedriger finanzieller Inklusion enorme Wachstumsspielräume bieten. Auf Investorenseite sorgte zudem der Einstieg von SQUADRA Investments für Aufmerksamkeit: Der brasilianische Vermögensverwalter baute eine neue Position von 89.656 Aktien auf, was rund 33,8 % seines verwalteten Vermögens entspricht und ein deutliches Langfristvertrauen in das Geschäftsmodell signalisiert.

MercadoLibre: Wie reagieren Analysten und Investoren?

Analystenhäuser wie Zacks und Seeking Alpha-gestützte Researchanbieter sprechen trotz der Kurskorrektur überwiegend von einer Kaufgelegenheit. Weitz Investment Management und andere institutionelle Investoren nutzten bereits das schwächere Kursniveau für Aufstockungen; insgesamt halten Institutionelle inzwischen deutlich über 80 % der ausstehenden Aktien. Laut MarketBeat liegt das durchschnittliche Kursziel der von dort erfassten Analysten derzeit bei rund 2.800 bis 2.900 US‑Dollar, was im Vergleich zum aktuellen Kurs von 1.767,71 US‑Dollar einen erheblichen Bewertungsabschlag signalisiert.

In vielen Studien wird betont, dass MercadoLibre, Inc. mit einem Forward-KGV von teils unter 30 so günstig bewertet ist wie seit Jahren nicht mehr, während das erwartete Gewinnwachstum für 2026 laut mehreren Modellen bei über 50 % liegen könnte. Morgan Stanley, Goldman Sachs, die Citigroup und RBC Capital Markets sehen in ihren Lateinamerika-Analysen vor allem das Fintech- und Werbegeschäft als langfristige Treiber, warnen aber zugleich vor einem Umfeld mit strukturell höherem Wettbewerb und potenziell dauerhaft niedrigeren Margen.

Wir sind uns des kurzfristigen Margendrucks bewusst, investieren aber gezielt in Wachstumstreiber, die den langfristigen Wert für unsere Aktionäre maximieren sollen.
— Martin de los Santos, CFO von MercadoLibre

Fazit

Für Anleger steht damit ein klassisches Chancen-Risiko-Profil im Fokus: Wer dem MercadoLibre Quartal vor allem die Margenschwäche ankreidet, bleibt an der Seitenlinie. Langfristig orientierte Investoren könnten die aktuelle Schwächephase dagegen als Einstiegschance in einen regional dominierenden E‑Commerce- und Fintech-Player mit starker KI-Pipeline interpretieren.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.