Sind die massiven Meta AI-Investitionen ein riskanter Milliarden-Fehler oder die nächste große Chance für Anleger?
Warum setzt Ackman so stark auf Meta?
Hedgefonds-Manager Bill Ackman hat über Pershing Square rund 10 % seines Portfolios in Meta investiert, ein Engagement von etwa 2 Milliarden Dollar. Dafür wurden unter anderem Positionen in Chipotle und Hilton vollständig aufgelöst – ein klares Signal für den Strategiewechsel hin zu hochdynamischen KI-Werten. Aus Sicht Ackmans ist Meta trotz eines Forward-KGV von rund 21 bis 22 ein Value-Investment, weil der Markt das Potenzial der Meta AI-Investitionen unterschätze.
Besonders hervor hebt Pershing Square das Kerngeschäft Werbung: Rechnet man die verlustreiche Sparte Reality Labs heraus, wird das Kern-Advertising laut Präsentation nur mit etwa dem 18-fachen der Gewinne bewertet. Angesichts zweistelliger Wachstumsraten und der hohen Profitabilität sieht Ackman darin eine “tief rabattierte” Bewertung für eines der stärksten Geschäftsmodelle im Digitalwerbemarkt.
Bereits 2025 legte die Aktie nach Einstieg von Pershing Square zwischenzeitlich um rund 11 % zu, auch wenn der Kurs zuletzt wieder zurückkam und aktuell bei 639,77 Dollar liegt, vorbörslich sogar leicht tiefer bei 632,99 Dollar. Von einem überhitzten Niveau ist die Bewertung gemessen an den mittelfristigen Gewinnschätzungen aus Sicht vieler Profianleger dennoch entfernt.
Meta AI-Investitionen: Chance oder Risiko?
Im Zentrum der Investmentstory stehen die Meta AI-Investitionen. Der Konzern plant, seine jährlichen Investitionsausgaben auf 115 bis 135 Milliarden Dollar hochzufahren – ein Anstieg um rund 73 % gegenüber dem Vorjahr. Ein großer Teil fließt in neue Rechenzentren, Highend-Netzwerke und die Entwicklung von KI-Superintelligenz, die sämtliche Produkte von Facebook über Instagram bis WhatsApp durchdringen soll.
Für Anleger ist dieser 135-Milliarden-Plan der sprichwörtliche Elefant im Raum: Steigende Zinsen, hohe Abschreibungen und das Risiko von Überkapazitäten könnten die Marge vorübergehend belasten. Gleichzeitig zeigen erste Zahlen, dass sich die Meta AI-Investitionen bereits operativ auszahlen. KI-gestützte Empfehlungssysteme haben die Nutzung der Apps erhöht, Ad-Impressions legten zuletzt um 18 % zu, während der durchschnittliche Anzeigenpreis um 6 % stieg – beides direkte Treiber für den Umsatz.
Zudem öffnet generative KI neue Erlösfelder: automatisierte Werbeerstellung für kleine Unternehmen, neue Werbeformate in Chatbots auf Messenger und WhatsApp sowie perspektivisch Werbeeinblendungen im eigenen Meta-AI-Chatbot. Auch smarte Brillen entwickeln sich zum Wachstumstreiber; Schätzungen zufolge wurden 2025 bereits über sieben Millionen Einheiten verkauft.

Wie robust ist Metas Bilanz wirklich?
Trotz des massiven Ausgabenprogramms gelten die Finanzen von Meta als solide. Die Kernwerbesparte generiert üppige Cashflows, die Verschuldung ist überschaubar, und die Absicherungskosten am Kreditmarkt steigen weniger stark als bei manchen Wettbewerbern aus dem Hyperscaler-Segment. Die CDS-Märkte signalisieren bislang keine akute Sorge, dass die Meta AI-Investitionen die Bilanz überlasten könnten.
Die starke Marktstellung untermauern 3,58 Milliarden täglich aktive Nutzer in der App-Familie. Kein anderer Social-Media-Anbieter erreicht eine vergleichbare Reichweite, was Meta strukturelle Preissetzungsmacht im Werbegeschäft verleiht. Genau diese Kombination aus dominanter Plattform, hohen freien Cashflows und wachsender KI-Monetarisierung ist es, die Ackman von anhaltendem Gewinnwachstum von etwa 20 % pro Jahr überzeugt.
Bewertungsseitig notiert Meta nach dem jüngsten Rücksetzer laut Schätzungen bei rund 18,5 bis 19-fachem erwarteten Gewinn für 2027, was unter dem Fünfjahresdurchschnitt der Forward-KGVs liegt. Dazu kommt, dass große Investmenthäuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Citigroup Meta mit überwiegend positiven Ratings und zweistelligen Kursziel-Aufschlägen gegenüber dem aktuellen Niveau versehen. Insgesamt empfehlen laut Auswertungen von S&P Global derzeit 62 von 67 Analysten die Aktie mit “Buy” oder “Strong Buy” – ein ungewöhnlich breiter Konsens.
Auch auf der Infrastrukturseite zeigt sich der Hebel der Meta AI-Investitionen: Zulieferer wie Corning bauen für Milliardenvolumina ihre Glasfaserproduktion aus, Netzwerkspezialisten wie Arista Networks sichern sich langfristige Aufträge für Hochgeschwindigkeits-Ethernet in Metas Rechenzentren. Diese Ökosystemeffekte unterstreichen, dass Meta sich beim KI-Ausbau nicht auf symbolische Pilotprojekte beschränkt, sondern de facto eine führende Rolle im globalen Datenzentrums- und KI-Backbone einnimmt.
Wir glauben, dass Metas aktueller Aktienkurs das langfristige Aufwärtspotenzial durch KI deutlich unterschätzt und eine tief rabattierte Bewertung für eines der besten Unternehmen der Welt darstellt.
— Pershing Square Investor-Präsentation 2026
Fazit
Die Meta AI-Investitionen sind aktuell der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Investmentstory und erklären, warum Bill Ackman eine milliardenschwere Wette auf den Konzern eingegangen ist. Für Anleger bedeutet das Spannungsfeld aus hohem Capex und attraktiver Bewertung, dass kurzfristige Volatilität der Preis für potenziell starkes langfristiges Gewinnwachstum sein kann. Wer an die nachhaltige Monetarisierung von KI in Werbung, Smart Glasses und Chatbots glaubt, findet in Meta trotz jüngster Kursdelle einen der spannendsten KI-Titel am Markt.
Weiterführende Quellen
- Meta Platforms, Inc. Kursübersicht (Yahoo Finance)
- Billionaire Bill Ackman Is Betting Big on AI — and He Just Revealed a New $2 Billion Investment (The Motley Fool)
- Billionaire Bill Ackman Just Loaded Up on This Powerhouse AI Stock. Should You? (The Motley Fool)
- Meta’s Platforms’ New Bull: Why Billionaire Bill Ackman Is Buying (MarketBeat)
- Meta Is the Winner in Smart Glasses. How Big the Business Can Get. (Barron’s)