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Sind die aggressiven Meta KI-Investitionen am Rekordhoch Chance oder Klagerisiko für Anleger?

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Meta Platforms treibt seine KI-Offensive mit nie dagewesenen Investitionen voran – und erreicht gleichzeitig ein neues Rekordhoch an der Börse. Während Milliarden in Rechenzentren, eigene Chips und KI-Modelle fließen, wächst in Europa der Druck durch Datenschutzklagen. Für Anleger stellt sich die Frage: Überwiegt der KI-Turbo im Kerngeschäft oder das wachsende Milliardenrisiko auf der Regulierungsseite?

Meta KI-Investitionen treiben Konzernzentrale und Rechenzentren trotz europäischem Milliardenrisiko voran
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META
Schlusskurs 677,58$ +1,28% 05.02.26 19:22 Uhr
Meta Platforms

Wie aggressiv erhöht Meta seine KI-Ausgaben?

Meta Platforms Inc. setzt 2026 eine neue Messlatte für Investitionsbereitschaft im KI-Rennen. Nach rund 72 Milliarden Dollar Capex im Jahr 2025 plant der Konzern nun Ausgaben von 115 bis 135 Milliarden Dollar – eine Steigerung von gut 74 % zur Mitte der Spanne. Kern der Meta KI-Investitionen sind massive Rechenzentren unter dem Programm „Meta Compute“ sowie eigene, maßgeschneiderte Chips für KI-Lasten.

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Damit reiht sich Meta in den Club der Tech-Giganten ein, die gemeinsam für 2026 über 400 Milliarden Dollar in Infrastruktur für künstliche Intelligenz stellen. Alphabet will bis zu 185 Milliarden Dollar ausgeben, liegt damit zwar vor Meta, doch die Wachstumsdynamik der Ausgaben ist bei Mark Zuckerberg besonders drastisch: Seit 2021 haben sich die Investitionen vom niedrigen zweistelligen Milliardenbereich auf dreistellige Milliardenbeträge vervielfacht.

Finanziell kann sich Meta diese Offensive leisten. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 fast 201 Milliarden Dollar Umsatz, knapp 98 % davon aus Werbung, und schloss das Jahr mit über 81 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln ab. Diese Kombination aus Cash-Maschine und starker Bilanz macht es möglich, Meta KI-Investitionen in dieser Größenordnung zu stemmen, ohne die Kontrolle über die eigene Kapitalstruktur zu verlieren.

Wie zahlt sich KI im Kerngeschäft von Meta aus?

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Meta KI-Investitionen im Kerngeschäft bereits Wirkung entfalten. Im vierten Quartal 2025 legte der Umsatz um 24 % zu, die Gewinne je Aktie übertrafen die Erwartungen. Die „Family of Apps“ – darunter Facebook, Instagram, WhatsApp, Threads und Messenger – erreichte im Dezember im Schnitt 3,58 Milliarden tägliche Nutzer, ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahr.

Entscheidend ist dabei, dass KI-Modelle zunehmend den Werbemotor antreiben. Ad Impressions stiegen um 18 %, während gleichzeitig die Preise pro Anzeige um etwa 6 % zulegen konnten. Moderne Empfehlungs- und Sequenzmodelle optimieren, welche Inhalte und Spots Nutzer sehen; generative KI-Tools erstellen automatisch Bild- und Videoanzeigen, was die Klickrate erhöht und die Monetarisierung pro Nutzer nach oben treibt. Externe Analysen bescheinigen Meta, dass KI die Werbeerlöse je Nutzer (ARPP) in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt hat.

Zudem entstehen neue Umsatzquellen: Bezahlte WhatsApp-Nachrichten überschreiten bereits eine annualisierte Marke von 2 Milliarden Dollar. KI-gestützte Personas in Messenger und WhatsApp sollen zusätzliche Interaktionen und Werbeflächen schaffen – ein weiterer Hebel, mit dem Meta KI-Investitionen in tatsächlichen Cashflow verwandeln will.

Meta Platforms Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie groß ist das europäische Milliardenrisiko für Meta?

Parallel zum KI-Ausbau wächst der regulatorische Gegenwind. Zwei deutsche Oberlandesgerichte haben in dieser Woche entschieden, dass Meta wegen illegaler Nutzerüberwachung über die „Meta Business Tools“ Schadenersatz leisten und das Verhalten unterlassen muss. Das OLG Dresden sprach einem Kläger 1.500 Euro zu und ließ keine Revision zu – ein rechtskräftiger Präzedenzfall.

Im Kern geht es um die jahrelange Verfolgung von Millionen Facebook- und Instagram-Nutzern über Drittwebseiten hinweg, ohne wirksame Einwilligung. Diese Praxis verstoße gegen die Datenschutz-Grundverordnung und verletze grundlegende Persönlichkeitsrechte. Eine vom österreichischen Verbraucherschutzverein getragene Verbandsklage, finanziert von Padronus, will nun für Nutzer in Deutschland und Österreich flächendeckend Schadenersatz durchsetzen. Bisher haben sich bereits über 200.000 Personen angeschlossen.

Bei potenziell 50 Millionen Betroffenen in Deutschland und 6 Millionen in Österreich könnten sich selbst bei moderaten Beteiligungsquoten zweistellige Milliardenbeträge an Forderungen ergeben. Damit entwickelt sich die europäische Datenschutzfront zu einem realen Gegengewicht gegen die aggressiven Meta KI-Investitionen – sowohl finanziell als auch reputationsseitig.

Wie bewerten Analysten die Meta KI-Investitionen?

Trotz der extremen Capex-Planung bleiben zahlreiche Analysten positiv. Mehrere Research-Häuser stufen Meta als Kernprofiteur des KI-Booms ein, weil die Investitionen unmittelbar in höhere Werbeerlöse und operative Hebel münden. Studien zeigen, dass Meta mit KI-basierten Anzeigenverteilungssystemen wie Lattice und GEM die Engagement-Zeiten – etwa bei Instagram Reels in den USA um rund 30 % – ausbauen konnte, was die Werbefläche pro Nutzer steigert.

Auch wenn konkrete Kurszielanpassungen von Häusern wie Citigroup oder RBC Capital in den vorliegenden Informationen nicht genannt werden, wird Meta von Research-Plattformen häufig als „Top Pick“ im Tech-Sektor geführt. Argumente sind die hohe Kapitalrendite der Projekte (ROIIC über 20 %), eine Cash-Rendite auf das eingesetzte Kapital (CROIC) von über 50 % und die im Branchenvergleich moderate Bewertung mit einem erwarteten KGV von knapp 25, obwohl die Aktie in den letzten drei Jahren um 387 % gestiegen ist. Gleichzeitig warnen manche Marktbeobachter vor einem möglichen Rücksetzer 2026, da frühere Kursmuster nach starken Rallys zu deutlichen Korrekturen führten und die enormen Meta KI-Investitionen das Enttäuschungsrisiko erhöhen.

Nur wer die Macht über die KI bekommt, hat die Macht über die Welt in den nächsten Jahren.
— Marktbeobachter zur KI-Investitionsoffensive der Big Tech
Fazit

Unterm Strich stehen Anleger vor einem klassischen High-Risk-High-Reward-Szenario: Auf der einen Seite ein Konzern, der mit Meta KI-Investitionen sein Werbeimperium zur personalisierten „Superintelligenz“-Plattform ausbauen will; auf der anderen Seite europäische Gerichte, Milliardenklagerisiken und die Frage, wie lange sich dreistellige Milliarden-Capex rechtfertigen lassen. Wer an die Skalierbarkeit des KI-Werbemodells glaubt und regulatorische Risiken in Kauf nimmt, findet bei Meta Platforms Inc. weiterhin eine wachstumsstarke, cashreiche Tech-Aktie mit erheblichem Hebel auf den globalen KI-Trend.

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