Wie überzeugen die aktuellen Microsoft Quartalszahlen?
Microsoft Corporation (MSFT) verzeichnete im vierten Quartal 2026 einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und die Konsensschätzung von 87,72 Milliarden US-Dollar übertraf. Der Gewinn pro Aktie (EPS) erreichte beeindruckende 4,74 US-Dollar, deutlich über den erwarteten 4,25 US-Dollar. Ein erheblicher Teil dieses Gewinns, nämlich 0,27 US-Dollar pro Aktie, resultierte aus Sondereffekten, darunter ein Gewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar aus der Investition in das KI-Unternehmen Anthropic. Selbst ohne diese Sondereffekte lag das EPS mit 4,47 US-Dollar noch über den Erwartungen.
Finanzchefin Amy Hood bezeichnete das Quartal als „ein starkes Quartal zum Abschluss des Geschäftsjahres“. Die Anleger honorierten diese Leistung: Die Aktie von Microsoft Corporation stieg im nachbörslichen Handel um bis zu neun Prozent und notierte am Donnerstagvormittag bei 418,34 US-Dollar, ein Plus von 3,97 Prozent gegenüber dem Vortag. Dieser Anstieg kommt nach einem Jahresverlauf, in dem die Microsoft-Aktie zeitweise über 15 Prozent an Wert verloren hatte.
Was treibt das Cloud-Wachstum bei Microsoft an?
Ein zentraler Wachstumstreiber war erneut das Cloud-Geschäft, insbesondere die Plattform Azure. Das Wachstum von Azure und anderen Cloud-Diensten beschleunigte sich im Quartal auf 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr und war damit das schnellste seit 2022. Erstmals überschritt der Jahresumsatz von Azure die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Das gesamte Intelligent Cloud-Segment, das Azure umfasst, steigerte seinen Umsatz um 32 Prozent auf 39,3 Milliarden US-Dollar.
CEO Satya Nadella betonte, dass dieser deutliche Sprung das Vertrauen widerspiegele, das Kunden in Microsoft setzen, um ihre KI-Transformation voranzutreiben. Auch das KI-Angebot Microsoft 365 Copilot verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum und erreichte über 30 Millionen bezahlte Nutzer, ein Anstieg von 10 Millionen innerhalb von nur drei Monaten. Dieses Wachstum zeigt, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur und -Produkte Früchte tragen.
Wie geht Microsoft mit seinen KI-Investitionen um?
Die Kapitalausgaben (CapEx) von Microsoft beliefen sich im abgelaufenen Quartal auf 41 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieser hohen Investitionen signalisierte Finanzchefin Amy Hood, dass das Unternehmen seine Ausgaben für KI-Infrastruktur zügeln und nicht wie andere Tech-Konzerne weiter erhöhen wolle. Für das gesamte Kalenderjahr 2026 wurde die CapEx-Prognose von zuvor bis zu 190 Milliarden US-Dollar auf rund 175 Milliarden US-Dollar gesenkt. Dies ist hauptsächlich auf eine buchhalterische Änderung zurückzuführen, die die Nutzungsdauer von Rechenzentren von 15 auf 25 Jahre verlängert und Leasingverträge anders klassifiziert, was jedoch keine Reduzierung der zugrunde liegenden Investitionspläne bedeutet.
Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern wie Alphabet, die zuletzt negative Cashflows meldeten, blieb Microsoft Corporation weiterhin free cashflow-positiv. Dies beruhigte die Anleger, die zuletzt kritischer auf die hohen KI-Investitionen reagierten. Bryan Hayes, Investmentstratege bei Zacks Investment Research, merkte an, dass der Markt erstmals seit drei Quartalen bereit zu sein scheint, anzuerkennen, dass die Ausgaben etwas Reales bewirken.
Welche Analysten-Einschätzungen gibt es zu Microsoft?
Die positiven **Microsoft Quartalszahlen** führten zu einer Bestätigung und Anhebung von Kurszielen durch verschiedene Analysten. So behielt die kanadische Bank RBC Capital Markets ihre Einstufung für Microsoft auf „Outperform“ bei und bestätigte ein Kursziel von 640 US-Dollar. Analyst Rishi Jaluria hob hervor, dass der Softwarekonzern das Geschäftsjahr 2025/26 stark abgeschlossen habe und die Dynamik der Cloud-Computing-Plattform die Erwartungen übertroffen habe.
Auch Brent Hill von Jefferies bestätigte seine Kaufempfehlung für Microsoft mit einem Kursziel von 575 US-Dollar. Er betonte die tiefe Verankerung von Microsoft in Unternehmen. Zuvor hatte Scotiabank das Kursziel von 550 US-Dollar auf 470 US-Dollar gesenkt, aber die „bullish“ Bewertung beibehalten – ein Schritt, der sich nach den aktuellen Zahlen als zu vorsichtig erwies. Die Reaktion der Aktie unterstreicht, dass die hervorragenden Ergebnisse die Bedenken bezüglich der Investitionskosten überwiegen konnten.
Es war ein sehr starker Abschluss eines rekordverdächtigen Geschäftsjahres für uns.— Satya Nadella, CEO Microsoft Corporation
Die jüngsten **Microsoft Quartalszahlen** unterstreichen die starke Position des Unternehmens im Technologiesektor, angetrieben durch ein explosives Cloud-Wachstum und eine strategische Führung bei KI-Investitionen. Die übertroffenen Erwartungen und die disziplinierte Kapitalallokation haben das Vertrauen der Anleger gestärkt und zu einem deutlichen Kursanstieg geführt. Für Investoren könnte die anhaltende Dynamik im Cloud-Bereich und die Monetarisierung der KI-Angebote von Microsoft weiterhin attraktive Perspektiven bieten. Die nächsten Quartalsberichte werden zeigen, ob dieser positive Trend beibehalten werden kann.



