Wie weit kann MicroStrategy Incorporated seine radikale Bitcoin-Wette noch treiben? Nach einem neuen Milliardenkauf und frischem Analysten-Feedback steht die Aktie erneut im Fokus. Was bedeutet das für Risiko und Chance der Anleger?

MicroStrategy Bitcoin-Strategie: Wie extrem ist der Milliardenkauf?
MicroStrategy Incorporated treibt seine radikale Ausrichtung auf Bitcoin weiter voran. Nach einer Kapitalaufnahme von rund 1,25 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen nahezu den gesamten Betrag in den Kauf von 13.627 Bitcoin gesteckt. Zusammen mit Zukäufen von Anfang Januar summieren sich die jüngsten Transaktionen auf 14.910 Bitcoin und heben den Bestand auf etwa 687.410 Coins. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei rund 75.353 US-Dollar je Bitcoin.
Damit kontrolliert MicroStrategy inzwischen gut 3,27 Prozent des maximalen Bitcoin-Angebots von 21 Millionen Einheiten und bleibt der größte börsennotierte Unternehmenshalter der Kryptowährung. Die MicroStrategy Bitcoin-Strategie basiert weiter klar darauf, neue Eigenkapital- und Fremdkapitalinstrumente – vor allem wandelbare Anleihen – zur Finanzierung weiterer Käufe zu nutzen. Kurzfristig senkt das die Liquiditätsbelastung, erhöht aber den Verschuldungsgrad und verschärft den Hebel auf den Bitcoin-Preis.
An der Börse wird MicroStrategy Incorporated derzeit nur noch mit einem geringen Aufschlag von rund 5 Prozent auf den Wert seiner Bitcoin-Bestände gehandelt – nach zeitweise etwa 100 Prozent Aufschlag im Sommer. Der Kurs notiert aktuell bei 170,91 US-Dollar, was einem Tagesplus von 1,64 Prozent entspricht, bleibt aber auf Sechsmonatssicht rund 61 Prozent im Minus.
MicroStrategy Incorporated: Wie reagieren die Analysten?
Die Dynamik der MicroStrategy Bitcoin-Strategie zwingt auch die Analysten zu Anpassungen. Das Analysehaus TD Cowen hat das Kursziel für die Aktie von zuvor 500 auf 440 US-Dollar gesenkt, die Einstufung aber klar auf „Kaufen“ belassen. Analyst Lance Vitanza bezeichnet das Vorgehen des Unternehmens als „gewagt“, betont jedoch, MicroStrategy habe die jüngste Phase der Preiskompression nicht nur überstanden, sondern aktiv genutzt, um die Position deutlich auszubauen.
TD Cowen rechnet nun damit, dass MicroStrategy insgesamt rund 155.000 zusätzliche Bitcoin erwerben wird – deutlich mehr als die zuvor erwarteten 90.000. Parallel haben die Analysten einen ambitionierten Bitcoin-Ausblick skizziert: Für Ende Dezember wird ein Basisziel von 177.000 US-Dollar je Coin genannt, im bullischen Szenario sogar 225.000 US-Dollar, im Negativfall 60.000 US-Dollar. Dieser Rahmen verdeutlicht, wie stark die Bewertung von MicroStrategy Incorporated am künftigen Bitcoin-Kurs hängt.
Daneben verweisen mehrere Research-Häuser auf die enorme Volatilität der Aktie. Zacks Investment Research hebt in einer Analyse die optimistische Grundhaltung vieler Wall-Street-Analysten hervor, warnt aber zugleich, dass die laufenden Kapitalerhöhungen und Kursrückgänge die Verwässerung für Aktionäre verstärken können, falls Bitcoin über längere Zeit seitwärts läuft. The Motley Fool argumentiert ähnlich und sieht das Chance-Risiko-Profil stark asymmetrisch: Übertrifft Bitcoin andere Anlageklassen klar, kann der Hebel von MicroStrategy die Kryptowährung deutlich outperformen – bleibt der Markt flach oder fällt, drohen weitere Kursverluste.

MicroStrategy Incorporated: Was bedeuten Insiderkauf und Risiko?
Für zusätzliche Spannung rund um die MicroStrategy Bitcoin-Strategie sorgt ein seltener Insiderkauf. Auf Direktorenebene hat Carl Rickertsen 5.000 Stammaktien zu rund 155,88 US-Dollar je Stück erworben – ein Volumen von etwa 780.000 US-Dollar. Es ist der erste dokumentierte Insiderkauf von Stammaktien seit 2022 und erfolgt in einer Phase, in der der Kurs massiv unter Druck steht. Viele Marktteilnehmer werten diesen Schritt als Vertrauenssignal in die eigene Balance-Sheet-Strategie.
Gleichzeitig bleibt das Risiko der aggressiven Ausrichtung hoch. Die Aktie hat auf Jahressicht mehr als die Hälfte ihres Werts verloren, während Bitcoin zuletzt bei knapp 93.000 US-Dollar notierte und rund 26 Prozent unter seinem Allzeithoch liegt. Belastend wirken Befürchtungen, dass weitere Aktienemissionen und kurzfristige Schuldtitel nötig sein könnten, um Zinsverpflichtungen und Vorzugsdividenden zu bedienen. Schon jetzt hat MicroStrategy Incorporated zusätzliche Mittel in Milliardenhöhe aufgenommen, um die nächsten Kaufwellen zu finanzieren.
Die MicroStrategy Bitcoin-Strategie bleibt damit ein Hochrisiko-Hebel auf die Leitwährung des Kryptomarkts. Langfristig überzeugte Bitcoin-Bullen erhalten ein Vehikel, das im Falle eines starken BTC-Bullenmarkts deutliche Outperformance verspricht. Wer dagegen von nur moderaten Kurssteigerungen oder anhaltender Volatilität ausgeht, muss das erheblich erhöhte Rückschlagpotenzial der Aktie einkalkulieren.
Strategy wird unserer Meinung nach Bitcoin deutlich übertreffen, sofern Bitcoin die meisten anderen Anlageklassen übertrifft.— Lance Vitanza, TD Cowen
Im Fazit zeigt sich: Die MicroStrategy Bitcoin-Strategie bleibt die wohl extremste börsennotierte Wette auf Bitcoin. Für konsequente Krypto-Optimisten kann die Aktie ein spekulativer Hebel auf einen möglichen nächsten Superzyklus sein, vorsichtige Anleger dürften dagegen direkte Bitcoin-Investments oder konservativere Vehikel bevorzugen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der aktuelle Milliardenkauf und die positive Analystenstimmung die Trendwende im Kurs einleiten – oder ob MicroStrategy noch länger im Schatten der eigenen Bitcoin-Risiken stehen wird.