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MicroStrategy Quartal mit Milliardenverlust: Warum die Aktie trotzdem um 15% steigt und wie riskant das Bitcoin-Modell ist

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Aktuell 132,28$ +23,64% 06.02.26 18:27 Uhr
MicroStrategy

Das aktuelle MicroStrategy Quartal sorgt für Schlagzeilen: Ein historischer Milliardenverlust durch Bitcoin-Bewertungen trifft auf eine zweistellige Kurserholung der Aktie. Anleger fragen sich, wie stabil das hoch gehebelte Bitcoin-Modell wirklich ist, ob die Bilanz den nächsten Krypto-Abschwung übersteht und welche Rolle das klassische Softwaregeschäft überhaupt noch spielt. Der folgende Überblick ordnet Zahlen, Risiken und Chancen für Investoren ein.

MicroStrategy Quartal: Wie kam es zum Rekordverlust?

MicroStrategy Inc. hat für das vierte Quartal 2025 einen Nettoverlust von rund 12,6 Milliarden US‑Dollar ausgewiesen. Der operative Verlust lag sogar bei etwa 17,4 Milliarden US‑Dollar. Auslöser sind fast ausschließlich nicht realisierte Bewertungsverluste auf die gigantischen Bitcoin‑Bestände, die nach Mark-to-Market-Regeln zum aktuellen Kurs angesetzt werden müssen. Bitcoin war im Zuge einer Vertrauenskrise zum Jahresbeginn zeitweise auf knapp 60.000 US‑Dollar gefallen und pendelte sich zuletzt um etwa 65.000 bis 66.000 US‑Dollar ein.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als der Verlust noch bei rund 671 Millionen US‑Dollar lag, hat sich das Minus damit nahezu verzwanzigfacht. Das operative Kerngeschäft als Software- und Analytics-Anbieter spielt im MicroStrategy Quartal zahlenmäßig kaum noch die Hauptrolle, auch wenn der Umsatz von etwa 123 Millionen US‑Dollar leicht über Markterwartungen lag und im niedrigen einstelligen Prozentbereich wuchs.

Mit dem jüngsten Kursrutsch ist ein zuvor gewaltiger Buchgewinn vollständig verschwunden: Noch vor wenigen Monaten saß MicroStrategy auf mehr als 30 Milliarden US‑Dollar unrealisierten Bitcoin-Gewinnen, nun notieren die Bestände deutlich unter Einstand.

MicroStrategy: Bilanzhebel über Bitcoin auf die Probe gestellt

MicroStrategy hält laut Quartalsbericht 713.502 Bitcoin in der Bilanz. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei rund 76.000 US‑Dollar je Coin. Auf dem aktuellen Kursniveau ergibt sich damit ein Buchverlust im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Milliardenbereich. In Summe zählt der Q4-Abschlag zu den größten jemals von einem US‑Unternehmen ausgewiesenen Quartalsverlusten.

Das Geschäftsmodell der vergangenen Jahre beruhte darauf, das Bewertungs-Premium der Aktie zu nutzen, um über Kapitalerhöhungen und Wandelanleihen Mittel einzuwerben und damit weitere Bitcoin zu kaufen. Dieses Konstrukt steht nach dem Einbruch jedoch unter Druck: Die Aktie ist innerhalb eines Jahres um rund 70 % gefallen, vom Hoch sogar um etwa 80 %, und notierte nach den Zahlen zunächst um die 107 US‑Dollar, bevor sie sich am Freitag wieder auf 132,28 US‑Dollar erholte – ein Tagesplus von rund 23,6 % gegenüber dem Vortagsschluss von 106,99 US‑Dollar.

Im jüngsten MicroStrategy Quartal verzichtete das Management auf neue Kapitalmaßnahmen: Weder frische Aktienemissionen noch zusätzliche Fremdfinanzierungen oder neue Vehikel für Bitcoin-Käufe wurden angekündigt. Das deutet darauf hin, dass der Spielraum, weiteres Eigenkapital über ein hohes Kurs-Premium zu beschaffen, vorerst begrenzt ist.

MicroStrategy Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

MicroStrategy Inc.: Wie groß ist das Existenzrisiko?

CEO Phong Le bemühte sich im Earnings-Call, die Sorgen um die Bilanz zu dämpfen. Demnach müsste Bitcoin über Jahre hinweg auf etwa 8.000 US‑Dollar fallen, bevor die Bedienung der Wandelanleihen ernsthaft in Frage stünde. Erst in einem solchen Extremszenario entsprächen die Bitcoin-Reserven in etwa der Nettoverschuldung. Zudem verweist das Management auf ausreichende US‑Dollar-Reserven, um Zinsen und Dividenden auf Sicht von rund 30 Monaten zu bedienen.

Unterstützung erhält MicroStrategy von Teilen der Analystengemeinde: Das Brokerhaus BTIG bekräftigte seine Kaufempfehlung und ein Kursziel von rund 630 US‑Dollar und argumentiert, die Wandelanleihen seien stark überkapitalisiert, solange Bitcoin nicht deutlich tiefer abstürzt. Gleichzeitig warnen andere Research-Häuser davor, dass die extreme Korrelation zum Kryptomarkt MSTR faktisch zu einem hoch gehebelten Bitcoin-Produkt mache und die Volatilität entsprechend überproportional sei.

Hinzu kommt das Risiko, dass MicroStrategy in einem länger anhaltenden Bärenmarkt gezwungen sein könnte, Teile der Bestände zu liquidieren, um Schulden zu bedienen. Marktbeobachter sehen darin eine potenzielle Abwärtsspirale: Größere Verkäufe würden zusätzlichen Druck auf den Bitcoin-Preis ausüben, was die Buchverluste im nächsten MicroStrategy Quartal weiter anschwellen lassen könnte.

MicroStrategy Quartal und Bitcoin-Markt: Was bedeutet das für Anleger?

Die aktuelle Entwicklung fällt in eine Phase, in der Bitcoin gegenüber seinen Höchstständen in etwa halbiert hat und Anleger zunehmend die langfristige Nutzbarkeit der Kryptowährung hinterfragen. Während die Softwareumsätze von MicroStrategy im Q4 leicht wuchsen und höhere Margen im Abo- und Lizenzgeschäft erkennen lassen, dominiert in der Wahrnehmung klar die Rolle als „Bitcoin-Treasury-Vehikel“.

Unsere Strategie ist darauf ausgelegt, selbst extreme kurzfristige Volatilität bei Bitcoin auszusitzen.
— Michael Saylor, Executive Chairman von MicroStrategy

Fazit

Für Investoren ist die Aktie damit ein Hebel auf die Kryptomarktentwicklung – mit allen Chancen und Risiken. Steigt Bitcoin deutlich über den durchschnittlichen Einstandspreis, könnten die massiven aktuellen Buchverluste in künftigen MicroStrategy Quartalen ebenso schnell wieder in Buchgewinne drehen. Bleibt der Coin jedoch länger schwach oder fällt noch weiter, drohen neue Rekordverluste und zunehmender Refinanzierungsdruck.

Weiterführende Quellen