Können die mit Spannung erwarteten MicroStrategy Quartalszahlen die Aktie trotz massiver Bitcoin-Buchverluste wieder auf Rekordkurs bringen?
Wie beeinflussen die MicroStrategy Quartalszahlen die Aktie?
Die Aktie von MicroStrategy Incorporated (MSTR) verzeichnete zuletzt eine volatile Phase und versucht derzeit, im Bereich zwischen 90 und 100 US-Dollar eine stabile Bodenbildung zu vollziehen. Am Montag kletterte das Papier im Intraday-Handel um 5,79 Prozent auf 96,58 US-Dollar, nachdem es am Freitag noch bei 91,67 US-Dollar geschlossen hatte. Ein nachhaltiger Wochenschlusskurs über der Marke von 105 US-Dollar könnte laut Händlern den Weg für Kurssteigerungen in Richtung 120 bis 135 US-Dollar ebnen.
Dennoch lastet die jüngste Schwächephase des Kryptomarktes schwer auf dem Unternehmen. Da der Bitcoin im zweiten Quartal um über 14 Prozent nachgab, rechnen Analysten mit spürbaren Auswirkungen auf die Profitabilität. Im Konsens erwarten Experten für das abgelaufene Quartal einen Verlust von 2,19 US-Dollar je Aktie. Beim Umsatz wird hingegen mit einem Zuwachs von 6,40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 121,88 Millionen US-Dollar gerechnet. Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass die operativen Software-Erlöse zunehmend von den enormen Wertschwankungen der Krypto-Bestände überlagert werden.
Welche Rolle spielt die Bitcoin-Strategie in der Bilanz?
Mit einem Bestand von 843.775 Bitcoin im Wert von über 55 Milliarden US-Dollar ist das Schicksal von MicroStrategy Incorporated untrennbar mit der ältesten Kryptowährung verbunden. Durch den jüngsten Preisverfall sitzt der Konzern auf Buchverlusten von mehr als 8 Milliarden US-Dollar, da der Anschaffungswert der Token bei rund 63,69 Milliarden US-Dollar lag. Um die Liquidität in dieser anspruchsvollen Marktphase zu sichern, hat das Management die Bitcoin-Käufe in den vergangenen fünf Wochen vorübergehend ausgesetzt.
Stattdessen konzentrierte sich das Unternehmen auf den Ausbau seiner Cash-Reserven. Durch den Verkauf von rund 5,4 Millionen MSTR-Stammaktien im Rahmen eines laufenden Programms wurden in der Woche vom 20. bis 26. Juli Nettoerlöse in Höhe von 544,5 Millionen US-Dollar erzielt. Die Barreserven kletterten dadurch auf 3,75 Milliarden US-Dollar. Laut Michael Saylor reicht diese Summe aus, um die fälligen Vorzugsdividenden und Zinsverpflichtungen für die kommenden 2,1 Jahre vollständig zu decken. Zudem nutzte der Konzern 25 Millionen US-Dollar, um eigene Vorzugsaktien zurückzukaufen.
Wie bewerten Analysten die Aktie vor den Zahlen?
Trotz der kurzfristigen Belastungen durch den Bitcoin-Kurs zeigen sich viele Wall-Street-Häuser langfristig optimistisch. Die Analysten von Barclays haben erst kürzlich die Beobachtung der Aktie aufgenommen und vergeben ein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 130 US-Dollar. Sie betonen, dass das Unternehmen seine Branchenkollegen und den breiteren Markt outperformen dürfte. Der allgemeine Konsens der Analysten liegt sogar bei einem durchschnittlichen Kursziel von 360 US-Dollar mit einer klaren Kaufempfehlung, was ein theoretisches Aufwärtspotenzial von fast 300 Prozent impliziert.
Gleichzeitig wächst jedoch auch die Skepsis im Lager der Bären. Das Short-Interest an der Aktie stieg zuletzt auf 42,80 Millionen US-Dollar an, was etwa 12,70 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes entspricht. Technische Indikatoren wie der Relative-Strength-Index (RSI) bewegen sich mit einem Wert von knapp unter 40 im neutralen Bereich, während der MACD-Indikator ein leichtes Kaufsignal generiert. Die kommenden MicroStrategy Quartalszahlen werden zeigen, ob die optimistischen Kursziele der Analysten gerechtfertigt sind oder ob die Leerverkäufer die Oberhand gewinnen.
We’re gonna need another color.— Michael Saylor
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die MicroStrategy Quartalszahlen am Donnerstag weit mehr als nur ein klassischer Finanzbericht sein werden. Sie fungieren als Gradmesser für das Vertrauen der Anleger in eine Unternehmensstrategie, die voll und ganz auf die Digitalisierung der Treasury-Reserven setzt. Ob Michael Saylor bald wieder auf der Käuferseite aktiv wird, bleibt abzuwarten.



