SP500 6.857,68 +0,21%DJ30 49.394,02 -0,37%NAS100 24.770,02 +0,29%GER40 25.029,13 +0,35%EU50 6.060,54 +1,16%BTCUSD 67.132,90 +1,21%ETHUSD 1.949,62 +0,46%VIX 20,83 +0,49% SP500 6.857,68 +0,21%DJ30 49.394,02 -0,37%NAS100 24.770,02 +0,29%GER40 25.029,13 +0,35%EU50 6.060,54 +1,16%BTCUSD 67.132,90 +1,21%ETHUSD 1.949,62 +0,46%VIX 20,83 +0,49%
JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS
Start Rohstoffe Global

Nestlé Reorganisation: Gewinn bricht 17% ein und zwingt zum Umbau

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 81,56CHF +4,03% 19.02.26 16:31 Uhr
Nestlé S.A.

Reicht die Nestlé Reorganisation mit Spartenverkäufen und Stellenabbau aus, um nach Gewinnrückgang und Rückrufkrise wieder auf Wachstum zu drehen?

Nestlé Reorganisation: Was plant der neue CEO?

Nestlé S.A. stellt sich strategisch neu auf. Statt einer primären Steuerung nach Regionen bündelt der Konzern sein Geschäft künftig in vier klar fokussierten Bereichen: Kaffee, Heimtierprodukte, Nutrition & Health sowie Lebensmittel und Snacks. Damit werden unter anderem Babynahrung und Health-Science-Produkte zusammengeführt. Die bislang verantwortliche Health-Science-Chefin Anna Mohl verlässt im Zuge der Nestlé Reorganisation den Konzern.

CEO Philipp Navratil, der im Herbst das Ruder als bereits dritter Vorstandschef binnen 13 Monaten übernommen hat, will das Geschäft vereinfachen, Synergien heben und die Kultur stärker auf Leistung ausrichten. Die Ergebnisverantwortung bleibt zwar weiterhin in den Regionen, doch Investitionen und Prioritäten werden entlang der vier globalen Produktkategorien gesetzt.

Navratil betont, dass die Neuausrichtung kein kosmetischer Schritt sei, sondern klare Schwerpunkte bei Kernmarken wie Nescafé, KitKat, Purina und spezialisierter Ernährung setzen soll. Gleichzeitig sollen neue Vergütungssysteme das Management stärker auf volumengetriebenes Wachstum statt reine Preiserhöhungen ausrichten.

Wie liefen Zahlen und Kursentwicklung von Nestlé?

Operativ steckt der Konzern noch im Umbruch. Der Umsatz sank 2025 währungsbedingt um rund zwei Prozent auf etwa 89,5 Milliarden Schweizer Franken, die operative Marge fiel von 17,2 auf 16,1 Prozent. Der Gewinn brach um rund 17 Prozent auf gut neun Milliarden Franken ein, belastet von höheren Rohstoffkosten und einem groß angelegten Rückruf verunreinigter Babynahrung, dessen Gesamtkosten sich auf über eine Milliarde Euro summieren könnten.

Gleichzeitig lieferte Nestlé aber beim organischen Wachstum einen Lichtblick: Die vielbeachtete Kennziffer stieg um rund 3,5 bis 4 Prozent und lag damit über den Markterwartungen. Das reale interne Wachstum von 0,8 Prozent übertraf die Schätzungen leicht, die Preissetzung lag bei knapp drei Prozent. Für 2026 peilt der Konzern eine organische Wachstumsrate von 3 bis 4 Prozent an, trotz eines negativen Effekts von rund 20 Basispunkten aus dem Babynahrungs-Rückruf. Die bereinigte operative Marge soll sich von der Basis von 16,1 Prozent wieder verbessern.

An der Börse kommen die Maßnahmen an: Die Aktie von **Nestlé S.A. (NESN)** steigt am Donnerstag auf rund 81,56 US‑Dollar beziehungsweise um gut vier Prozent gegenüber dem Vortag. In Europa notiert sie mit etwa 89,5 Euro klar im Plus, bleibt aber unter dem 52‑Wochen-Hoch von 95,35 Euro. Nach einem Kursrückgang von etwa 40 Prozent seit dem Hoch von 2022 werten viele Anleger die aktuelle Bewegung als erste Vertrauensbekundung für die Nestlé Reorganisation.

Nestlé S.A. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Spartenverkäufe stehen bei Nestlé an?

Zentraler Baustein der Strategie ist eine weitreichende Portfolio-Bereinigung. Nestlé befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen, das verbleibende Speiseeisgeschäft vollständig an das Joint Venture Froneri mit Marken wie Häagen-Dazs und Schöller zu verkaufen. Bereits 2016 war ein Großteil des Eisgeschäfts ausgelagert worden, Nestlé hält derzeit weniger als 50 Prozent der Anteile.

Darüber hinaus hat das Management den formellen Prozess zum Verkauf des Wassergeschäfts mit Marken wie Perrier, San Pellegrino und Henniez angestoßen. Die Entkonsolidierung wird bis 2027 erwartet. Auch das US-Massengeschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln soll abgestoßen werden. Ziel ist es, Randaktivitäten mit geringer Profitabilität abzubauen, die hohe Nettoverschuldung von zuletzt rund 51,4 Milliarden Franken zu senken und Kapazitäten auf wachstumsstarke Kategorien zu konzentrieren.

Parallel dazu will Nestlé seine Markenzahl deutlich reduzieren. Von mehr als 400 Marken im Jahr 2024 sollen viele kleinere oder schwächelnde Labels gestrichen oder verkauft werden. Die freigewordenen Mittel sollen in Innovationen, Marketing und die globalen Kernmarken fließen.

Wie hart trifft der Stellenabbau bei Nestlé?

Die Nestlé Reorganisation geht mit einem der größten Stellenabbauprogramme der Konzerngeschichte einher. Innerhalb von zwei Jahren sollen weltweit rund 16.000 Arbeitsplätze wegfallen, vor allem in der Verwaltung. Das entspricht knapp sechs Prozent der global etwa 280.000 Stellen. Bis Ende 2027 sollen darüber jährlich rund eine Milliarde Franken eingespart werden, etwa 20 Prozent dieser Einsparungen gelten bereits als realisiert.

Die frei werdenden Mittel sollen gezielt in Marketing, Produktentwicklung und Digitalisierung fließen. Analysten wie die Experten von RBC Capital Markets und Bernstein werten das Maßnahmenpaket als substanziell und nicht nur symbolisch. Die Bank Vontobel spricht von einem klaren Signal für den Willen zu einem kulturellen Wandel hin zu mehr Performance-Orientierung. Zwar bleiben Umsetzungsrisiken hoch, doch die Analysten sehen erste Anzeichen, dass die **Nestlé Reorganisation** vom Markt honoriert wird.

Unsere Maßnahmen greifen, aber es gibt noch einiges zu tun.
— Philipp Navratil, CEO Nestlé S.A.

Fazit

Die Nestlé Reorganisation bündelt den Konzern auf vier wachstumsstarke Sparten, finanziert durch einen milliardenschweren Stellenabbau und die Trennung von Randgeschäften. Für Anleger ist entscheidend, dass organisches Wachstum und Margen trotz Babynahrungs-Rückruf wieder anziehen und die Aktie nach Jahren der Underperformance erste Erholungstendenzen zeigt. Gelingt es, Portfoliofokussierung und kulturellen Wandel konsequent umzusetzen, könnte Nestlé S.A. wieder zu einem verlässlichen Qualitätswert im defensiven Konsumsektor werden.

Weiterführende Quellen