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Netflix Merger und Warner-Übernahme: Warum der Bieterkampf mit Paramount trotz Kursminus von 2,8% jetzt entscheidend ist

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Schlusskurs 79,91$ -2,80% 11.02.26 20:57 Uhr
Netflix

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery entwickelt sich zum größten Bieterkampf der Streaming-Ära. Während Netflix auf einen reinen Bar-Deal setzt und dafür massiv neue Schulden aufnimmt, versucht Paramount mit einem höheren Angebot und zusätzlichen Finanzsüßungen, den Deal noch in letzter Minute zu kippen. Gleichzeitig gerät die Aktie von Netflix, Inc. unter Druck – Anleger fragen sich, ob der milliardenschwere Zukauf strategischer Befreiungsschlag oder riskante Wette ist.

Wie ist der Stand im Netflix Merger mit Warner Bros.?

Im Zentrum des Machtkampfs steht der rund 82,7 Milliarden US-Dollar schwere Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery. Netflix bietet 27,75 US-Dollar je Aktie in einem Deal, der inzwischen zu einer reinen Bartransaktion umgebaut wurde und das Studio- sowie Streaming-Geschäft von Warner umfasst. Die TV- und Kabelsparte mit Sendern wie CNN und TNT soll abgespalten werden und nicht an Netflix gehen. Der Verwaltungsrat von Warner Bros. empfiehlt seinen Aktionären weiterhin eindeutig, das Netflix-Angebot anzunehmen.

Parallel steht die Aktie von Netflix, Inc. unter Druck. Der Kurs fiel zuletzt um 2,80 % auf 79,91 US-Dollar und liegt damit rund 30 % unter dem Allzeithoch vom Juni 2025. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf etwa 12 %, obwohl Umsatz und Gewinn im Jahr 2025 deutlich zugelegt haben und das Unternehmen 13,3 Milliarden US-Dollar operativen Gewinn sowie 11 Milliarden US-Dollar Nettogewinn auf 45,2 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielte.

Warum drängt Paramount auf einen Alternativdeal?

Paramount Skydance versucht mit allen Mitteln, den Netflix Merger zu verhindern und Warner Bros. Discovery selbst zu übernehmen. Das konkurrierende Angebot liegt bei 30 US-Dollar je Aktie in bar und damit klar über dem Gebot von Netflix. Insgesamt beziffert sich der Wert des Paramount-Deals inklusive Schuldenübernahme auf rund 108,4 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als die etwa 83 Milliarden US-Dollar, die Netflix für das Studio- und Streaming-Geschäft zahlen will.

Um Warner-Aktionäre zu überzeugen, hat Paramount das Angebot zusätzlich versüßt: Der Konzern ist bereit, die fällige Kündigungsgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, die Warner Bros. an Netflix zahlen müsste, falls der bereits vereinbarte Deal scheitert. Darüber hinaus stellt Paramount weitere 1,5 Milliarden US-Dollar für eine Umschichtung von Schulden in Aussicht. Damit signalisiert das Management um CEO David Ellison, dass der Zusammenschluss für Paramount strategisch nahezu existenziell ist, während der Deal für Netflix eher als „Nice-to-have“ gilt.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielt Ancora im Netflix Merger?

Neue Dynamik erhält der Konflikt durch den Einstieg des aktivistischen Investors Ancora. Das Haus hat eine Beteiligung an Warner Bros. Discovery im Volumen von rund 200 Millionen US-Dollar aufgebaut und stellt sich offen gegen den Netflix Merger. Ancora fordert den Vorstand von Warner Bros. auf, mit Paramount in konkrete Gespräche einzutreten und das aus seiner Sicht attraktivere Barangebot von 30 US-Dollar je Aktie zu prüfen.

Ancora kritisiert, der Deal mit Netflix mute den Aktionären geringere finanzielle Gegenleistungen und hohe regulatorische Risiken zu. Insbesondere verweist der Investor auf mögliche Eingriffe des US-Justizministeriums, das bereits prüft, ob der Zusammenschluss die Marktmacht von Netflix im Streaminggeschäft zu stark ausweiten könnte. Zudem sei die geplante Abspaltung der Kabelsparte mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Ancora droht, auf der Hauptversammlung im April gegen den Netflix-Deal zu stimmen und notfalls einen eigenen Proxy Fight zu starten.

Was bedeutet der Bieterkampf für die Netflix-Aktie?

Fundamental bleibt Netflix, Inc. ein hochprofitabler Streamingriese mit globaler Reichweite und zweistelligen Margen. Gleichwohl hat der geplante Netflix Merger mit Warner Bros. das Bild an der Börse stark verändert. Um den Deal vollständig in bar zu stemmen, hat Netflix Medienberichten zufolge einen Kredit über rund 59 Milliarden US-Dollar gesichert. Das erhöht die Verschuldung deutlich und zerschlägt das bisherige Profil als Cashflow-starkes, niedrig verschuldetes Wachstumsunternehmen.

Viele institutionelle Investoren sehen dennoch strategische Chancen: Warner-IP wie Harry Potter, Game of Thrones, DC und Der Herr der Ringe könnte die Content-Basis von Netflix massiv stärken, Synergien im Streaming ermöglichen und Wettbewerber schwächen. Einige Fonds, etwa LVS Advisory, halten Netflix deshalb trotz Kursrückgang als Kernposition im Portfolio. Zugleich verweisen Marktbeobachter auf Studien, nach denen 70 bis 75 % großer M&A-Transaktionen für Aktionäre keinen Mehrwert schaffen – ein wesentlicher Grund, warum der Markt große Deals zunächst mit Skepsis bepreist.

Analystenseitig wird Netflix weiterhin überwiegend positiv eingeschätzt, auch wenn einzelne Häuser ihre Kursziele nach dem starken Lauf bis Mitte 2025 angepasst haben. Investmentbanken wie Goldman Sachs, Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen auf die starke Marktstellung, die hohe Profitabilität und die potenzielle Monetarisierung der Warner-Inhalte, mahnen aber zugleich die erheblich höhere Verschuldung und die regulatorischen Risiken an. Einige Strategen argumentieren, dass ein Scheitern des Deals den Druck vom Kurs nehmen könnte, da Netflix dann ohne Zusatzschulden weiterarbeiten würde.

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery bleibt der zentrale Kurstreiber für die Aktie – gelingt die Integration, locken enorme Content-Vorteile, scheitert der Deal, könnte eine Neubewertung nach oben einsetzen. Für Anleger ist die Entscheidung damit eine klare Wette auf die M&A-Strategie von Netflix und auf den Ausgang des Machtkampfs mit Paramount in den kommenden Monaten.

Weiterführende Quellen