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Netflix Merger über $82,7 Mrd.: Chance oder Crash-Risiko für Anleger?
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Netflix Merger über $82,7 Mrd.: Chance oder Crash-Risiko für Anleger?

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Netflix

Droht der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery zum milliardenschweren Risiko zu werden – oder steckt hier die große Chance?

Netflix Merger: Kippt der Mega-Deal?

Im Ringen um Warner Bros. Discovery (WBD) hat der Verwaltungsrat des Studios das überarbeitete Angebot von Paramount Skydance als „überlegenes Unternehmensangebot“ eingestuft. Damit startet offiziell eine vier Geschäftstage laufende Frist, in der Netflix sein eigenes Gebot nachbessern könnte. Für Anleger steht viel auf dem Spiel: Der Netflix Merger würde WBD mit einem Unternehmenswert von rund 82,7 Milliarden US-Dollar bewerten und eine zusätzliche Schuldenlast von über 50 Milliarden US-Dollar auf die Bilanz laden.

Seit Bekanntgabe der Fusionspläne am 5. Dezember hat die Aktie von Netflix, Inc. rund 24 % verloren, bevor sie sich zuletzt wieder erholte. Heute notiert Netflix bei 84,59 US-Dollar und damit 2,28 % über dem Vortag, im nachbörslichen Handel bei 85,09 US-Dollar. Charttechnisch wird über eine mögliche Umkehrformation im Monatschart spekuliert, die bei einem stabilen Schlusskurs im März einen Lauf in Richtung 100 US-Dollar eröffnen könnte.

Der Markt signalisiert damit klar: Je geringer die Wahrscheinlichkeit eines vollzogenen Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery, desto größer die Erleichterung der Investoren. Einige Trader setzen über Discount-Optionsscheine gezielt auf ein Scheitern, in der Hoffnung auf eine starke Gegenbewegung der Aktie.

Netflix unter politischem Druck im Weißen Haus

Parallel zur eskalierenden Bieterschlacht verschärft sich der politische Druck. Co-CEO Ted Sarandos wurde heute zu Gesprächen ins Weiße Haus geladen, um über den Netflix Merger und die Zukunft von Warner Bros. Discovery zu sprechen. Brisant: Präsident Trump fordert offen die Abberufung der ehemaligen US-Sicherheitsberaterin Susan Rice aus dem Netflix-Vorstand und verknüpft Personalfragen mit der Regulierungspolitik im Mediensektor.

Sarandos betont, es handle sich beim Netflix Merger um eine wirtschaftliche, nicht um eine politische Entscheidung. Dennoch zeigt die erneute Anhörung vor dem Antitrust-Unterausschuss des US-Senats am 4. März, dass der Deal erheblichen wettbewerbsrechtlichen Widerstand auslöst. Kritiker sehen in der Kombination von Netflix’ dominierendem Streaming-Geschäft mit dem umfangreichen Film- und TV-Katalog von WBD eine potenziell marktbeherrschende Stellung.

Politischer Gegenwind kommt nicht nur aus Washington: Rivalen wie Paramount-Eigner Larry Ellison signalisieren, dass sie notfalls juristisch gegen einen vollzogenen Netflix Merger vorgehen würden. Damit wachsen die rechtlichen und regulatorischen Risiken deutlich.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Netflix: Fundamentale Stärke trotz Merger-Risiko?

Operativ bleibt Netflix stark. Mit rund 325 Millionen Abonnenten und einem Jahresumsatz 2025 von 45,2 Milliarden US-Dollar (+16 % gegenüber dem Vorjahr) arbeitet das Unternehmen aus einer klaren Marktführerposition. Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg 2025 um 28 % auf 2,53 US-Dollar. Zudem wächst das Werbegeschäft dynamisch: Die Einnahmen aus dem werbefinanzierten Abo stiegen 2025 auf 1,5 Milliarden US-Dollar und sollen sich 2026 auf 3 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

Strategisch baut Netflix seine Inhalte aus – etwa mit einer ungewöhnlichen Kooperation mit Apple im Formel-1-Bereich, bei der ein Grand Prix live übertragen und die neue Staffel der Erfolgsdoku „Drive to Survive“ parallel auf beiden Plattformen verfügbar wird. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen sein Profil mit neuen Doku-Formaten und der Ausweitung auf Sport-Streaming, Gaming und Podcasts. Im Tech-Sektor zählt die Aktie heute zu den auffällig aktiven Werten im S&P 500, neben Namen wie NVIDIA und Tesla.

Bewertungsseitig ist Netflix nach dem Kursrückgang deutlich günstiger geworden: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 30 und damit mehr als 50 % unter dem Niveau vor einem Jahr. Einige Analysten, darunter Häuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley, verweisen auf die Qualität des Managements und die starke Wachstumsbasis, mahnen jedoch, dass die Unsicherheit um den Netflix Merger kurzfristig auf der Bewertung lasten dürfte.

Was bedeutet der Netflix Merger für Anleger?

Für Investoren ist die Lage ambivalent. Ein erfolgreicher Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery könnte dem Konzern zwar ein riesiges Content-Portfolio und stärkere Präsenz im Kinogeschäft sichern, würde aber die Verschuldung massiv erhöhen und die Integration eines strukturell angeschlagenen Medienhauses erzwingen. Hinzu kommen absehbare Auflagen der Wettbewerbshüter und ein langwieriger politischer Prozess.

Ein Scheitern des Deals wäre hingegen finanziell schmerzhaft, da Netflix voraussichtlich eine hohe Abbruchgebühr zahlen müsste – von Marktteilnehmern ist von nahezu 3 Milliarden US-Dollar die Rede. Gleichzeitig bliebe die Bilanz sauberer, das Geschäftsmodell fokussiert auf Streaming und werbefinanzierte Abos, und der Konzern könnte seine starke Marktstellung ohne Integrationsrisiken ausbauen. Die jüngliche Kursstärke spricht dafür, dass immer mehr Anleger dieses Szenario bevorzugen.

„Es ist ein Geschäft, kein politischer Deal“ – Netflix-Co-CEO Ted Sarandos verteidigt den Warner-Bros.-Plan gegen wachsenden Druck aus Washington.
— Ted Sarandos

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery ist zum Hochrisiko-Projekt geworden, bei dem politische Hürden, Schuldenlast und Integrationsrisiken die Vorteile eines größeren Content-Imperiums überlagern. Für Anleger bedeutet das: Die fundamentale Stärke von Netflix bleibt intakt, doch der Ausgang des Bieterkriegs dürfte kurzfristig den Kurs bestimmen. Wer an die Fortsetzung des profitablen Streaming-Wachstums glaubt, dürfte gerade dann profitieren, wenn der Netflix Merger scheitert und der Markt die Entlastung der Bilanz honoriert.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.