Trotz starker Auftragseingänge und positiver Analystenstimmen gibt der Nordex-Kurs nach – was steckt hinter dieser Diskrepanz?
Was umfassen die neuen Bestellungen?
Die Nordex Group soll die Anlagen liefern und errichten; die Namen der Kunden und Projekte bleiben unveröffentlicht. Zum Einsatz kommen die Turbinentypen N175/6.X, N163/6.X und N149/4.X. Sie sind nach Unternehmensangaben auf die Windbedingungen der jeweiligen Standorte abgestimmt. Die Kombination aus Anlagenverkauf, Errichtung und langjähriger Betreuung erweitert neben dem Neuanlagengeschäft auch die Servicebasis des Konzerns.
Ein Teil der Turbinen wird in einer Kaltklima-Ausführung geliefert und mit dem Nordex Advanced Anti-Icing System (AIS) ausgestattet. Das System soll Vereisung entgegenwirken und dadurch verursachte Produktionsverluste um bis zu 80 Prozent reduzieren. So können die Anlagen auch unter winterlichen Bedingungen weiter Strom erzeugen.
Analysten bestätigen positive Einschätzungen
Goldman Sachs hob das Kursziel leicht von 52,60 auf 52,80 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Analyst Ajay Patel erwartet, dass ein wachsender Auftragsbestand und bessere Verkaufspreise die Margen weiter erholen lassen könnten. Auch Deutsche Bank Research erhöhte das Kursziel, von 58 auf 59 Euro, und beließ die Einstufung bei „Buy“. Analyst John Kim verwies mit Blick auf den für den 5. November erwarteten Quartalsbericht auf Projektverzögerungen, die eine Anhebung der Jahresziele erschweren könnten; zugleich rechnet er mit starken Margen.
Die positive Auftragsmeldung stand am Dienstagmorgen einer schwächeren Kursnotierung gegenüber: Nordex lag bei 36,77 Euro, nach 37,16 Euro am Vortag. Die Auftragseingänge und Analystenkommentare sind damit positive Signale, während die Kursentwicklung aktuell nachgibt.
Ein österreichischer Auftrag ergänzt die europäische Expansion
Bereits Anfang Oktober sicherte sich Nordex ein Großprojekt in Österreich: Im Bericht zum österreichischen Auftrag steht ein neues Turbinenmodell im Mittelpunkt. Die jüngsten Bestellungen über mehrere europäische Märkte zeigen nun die breitere regionale Auftragsentwicklung des Konzerns.
Nordex meldet 35 neue Windenergieanlagen mit zusammen 228 Megawatt und Serviceverträgen von bis zu 25 Jahren; Goldman Sachs und Deutsche Bank Research bekräftigen positive Einschätzungen. Für Anleger stehen damit zusätzliche Bestellungen und langfristige Serviceerlöse einer zuletzt schwächeren Kursnotierung gegenüber. Der Quartalsbericht am 5. November wird zeigen, wie sich Projektverzögerungen und Margen auf die Jahresziele auswirken – die Auftragsentwicklung bleibt ein wichtiger Prüfstein.



