SP500 6.774,43 -0,31%DJ30 47.429,00 -0,73%NAS100 24.961,51 -0,18%GER40 23.700,54 -0,64%EU50 5.811,94 +0,30%BTCUSD 70.513,89 +0,42%ETHUSD 2.071,20 +1,46%VIX 23,73 -4,14% SP500 6.774,43 -0,31%DJ30 47.429,00 -0,73%NAS100 24.961,51 -0,18%GER40 23.700,54 -0,64%EU50 5.811,94 +0,30%BTCUSD 70.513,89 +0,42%ETHUSD 2.071,20 +1,46%VIX 23,73 -4,14%
JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS
Oracle Quartal mit 50-Milliarden-KI-Offensive: Rekord-Chance für die Aktie?
Start Aktien USA

Oracle Quartal mit 50-Milliarden-KI-Offensive: Rekord-Chance für die Aktie?

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 149,40$ -1,43% 10.03.26 22:04 Uhr
Außerbörslich 162,40$ +8,70% 11.03.26 02:00 Uhr
Oracle Corporation

Kann das aktuelle Oracle Quartal mit KI-Boom und 50-Milliarden-Investitionsplan den Kurs nachhaltig in eine neue Liga heben?

Wie stark war das Oracle Quartal wirklich?

Oracle Corporation meldete für das dritte Fiskalquartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,79 US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 1,70 US-Dollar. Der Umsatz stieg um 22 % auf 17,19 Milliarden Dollar und lag ebenfalls über den erwarteten 16,9 Milliarden Dollar. Besonders stark war der Bereich Cloud-Infrastruktur, der seine Erlöse auf 4,9 Milliarden Dollar ausbaute – ein Plus von 84 % und klar über den zuvor veranschlagten 4,7 Milliarden Dollar. Insgesamt erzielte Oracle 8,9 Milliarden Dollar Cloud-Umsatz (IaaS und SaaS), ein Zuwachs von 44 %.

Operativ legte der Nettogewinn auf 3,72 Milliarden Dollar zu, nach 2,94 Milliarden Dollar im Vorjahr. CFO Doug Kehring sprach von dem ersten Quartal seit über 15 Jahren, in dem sowohl organischer Gesamtumsatz als auch organisches bereinigtes EPS um 20 % oder mehr wuchsen. Die Aktie schloss an der NYSE bei 149,40 US-Dollar (-1,43 %), zog aber nachbörslich bis auf rund 162,40 Dollar an – ein Plus von gut 8 %, womit ein Teil des rund 50-prozentigen Rückgangs seit dem Hoch im September aufgeholt wird.

Das Oracle Quartal zeigt zudem eine weitere Stärkung des Auftragsbestands: Die Remaining Performance Obligations (RPO) stiegen auf beeindruckende 553 Milliarden Dollar, ein Plus von 325 % im Jahresvergleich. Der sequentielle Zuwachs von 29 Milliarden Dollar stammt vor allem aus großvolumigen KI-Verträgen, unter anderem mit OpenAI und Meta, und untermauert die langfristige Visibilität der Erlöse.

Oracle Quartal: Wie aggressiv ist der KI-Investitionsplan?

Im Mittelpunkt des Oracle Quartal steht der massive Ausbau der KI-Cloud. Das Management bestätigt Investitionsausgaben von 50 Milliarden Dollar für das Geschäftsjahr 2026 – ein Wert, der den Konzern in eine Liga mit Hyperscalern wie NVIDIA-Partnern hebt. Mehr als 10 Gigawatt an Strom- und Rechenzentrumsleistung sollen in den nächsten drei Jahren ans Netz gehen, wovon über 90 % bereits über Partnerstrukturen finanziert sind.

Die Kehrseite: Der aggressive Ausbau drückt den freien Cashflow deutlich ins Negative, zuletzt lagen die zwölfmonatigen Free-Cash-Flow-Abflüsse bei über 13 Milliarden Dollar. Gleichzeitig setzt Oracle auf eine Kombination aus eigenem Kassenbestand von rund 39 Milliarden Dollar, operativem Cashflow (23,5 Milliarden Dollar) sowie kundenseitig vorfinanzierten GPUs, um die Last der CapEx-Welle zu schultern. Das Management betont, dass im laufenden Jahr keine zusätzlichen Schulden oder Anleihe-Emissionen notwendig sein sollen.

Strategisch will Oracle den „Halo-Effekt“ der KI-Infrastruktur nutzen: Kunden, die KI-Modelle auf Oracle Cloud Infrastructure trainieren, sollen verstärkt Datenbanken, Souveränitätslösungen und SaaS-Anwendungen aus dem gleichen Ökosystem beziehen. Im Datenbankgeschäft wachsen Multi-Cloud-Datenbanken um 531 %, KI-Infrastruktur-Umsätze um 243 % – Margen im Bereich von 30 bis 40 % auf GPU-Clusters, ergänzt durch höhermargige Services wie Compute, Storage und Security.

Oracle Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Maerz 2026

Wie geht Oracle mit dem Risiko rund um OpenAI um?

Das Oracle Quartal kommt in einer Phase, in der der OpenAI-Deal vom anfänglichen „Heiligenschein“ zur Risikoquelle geworden war. Anleger zweifelten sowohl an der Stabilität des mehrere hundert Milliarden Dollar schweren Cloud-Deals als auch an der Frage, ob sich die KI-Rechenzentren jemals voll amortisieren. Diskussionen um das Rechenzentrumsprojekt „Stargate“ und Berichte über angebliche Planänderungen beim Ausbau hatten diese Unsicherheit verstärkt.

Oracle verweist nun darauf, dass viele Großkunden – darunter OpenAI sowie finanzstarke Partner wie NVIDIA – ihre Bilanzen gestärkt haben und einen Teil der Hardware vorfinanzieren oder eigene GPUs bereitstellen. Damit sollen zusätzliche Kapitalaufnahmen reduziert und das Finanzierungsrisiko entschärft werden. Dennoch bleibt Oracle im Vergleich zu Schwergewichten wie Apple oder Tesla eine deutlich riskantere KI-Wette: Der Konzern akzeptiert temporär negative Cashflows und höheren Verschuldungsgrad, um Marktanteile in der KI-Cloud zu gewinnen.

Parallel dazu rationalisiert Oracle seine Kostenstruktur. Tausende Stellen sollen entfallen, da KI-gestützte Codegenerierung kleinere, effizientere Entwicklungsteams ermöglicht. CEO Larry Ellison sieht das Unternehmen klar in der Rolle des Disruptors: KI werde nicht das Ende von SaaS sein, sondern durch tief integrierte KI-Agenten in Fusion- und Branchensuiten sogar die eigene Position stärken. Er spricht explizit davon, eine befürchtete „SaaS-Apokalypse“ eher bei Wettbewerbern als bei Oracle zu sehen.

Was bedeutet das Oracle Quartal für die Bewertung der Aktie?

An der Börse signalisiert die nachbörsliche Kurserholung auf rund 162 Dollar, dass das Oracle Quartal viele kurzfristige Sorgen adressiert hat. Gleichzeitig bleibt die Aktie trotz des Sprungs deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch, was Raum für eine Neubewertung eröffnet, falls der KI-Wachstumspfad hält. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis im mittleren 20er- bis hohen 20er-Bereich preist der Markt kräftiges Wachstum ein, aber auch erhebliche Ausführungsrisiken.

Analysten verweisen vor allem auf den rekordhohen Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar als Argument für langfristige Visibilität. Das Umsatzziel von 90 Milliarden Dollar für das Geschäftsjahr 2027 liegt klar über früheren Annahmen und stützt optimistische Szenarien mit hohem zweistelligem Wachstum. Zugleich warnen Strategen davor, die Belastungen aus Abschreibungen, Zinskosten und potenziellen Projektverzögerungen zu unterschätzen – besonders, wenn sich der KI-Zyklus abkühlen sollte oder Wettbewerber wie NVIDIA-getriebene Hyperscaler aggressiver in eigene Angebote investieren.

„Wir denken, dass die SaaS-Apokalypse für andere gilt, aber nicht für uns.“
— Larry Ellison, Executive Chairman von Oracle

Fazit

Für Anleger bleibt Oracle damit eine klassische High-Risk-High-Reward-Story im KI-Sektor. Erfolgskritisch wird sein, dass der Konzern die enorme Pipeline in reale Umsätze verwandelt, die Profitabilität der KI-Rechenzentren kontinuierlich verbessert und es schafft, jenseits von OpenAI ein breites, diversifiziertes Kundenportfolio aufzubauen.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.