Warum verstärkt Starinvestor Michael Burry seine Oracle Short-Position, obwohl der Technologiesektor boomt?
Warum Michael Burry seine Oracle Short-Position verstärkt
Der prominente „Big Short“-Investor Michael Burry hat seine Oracle Short-Position am 13. August bei einem Kurs von rund 152 US-Dollar weiter aufgestockt. Burry warnt davor, dass der aktuelle Boom der KI-Infrastruktur letztendlich zu einer Überkapazität an Rechenleistung führen könnte. Er sieht das Jahr 2028 als Basisszenario für den Zeitpunkt, an dem „Rechenleistung zu viel wird“, glaubt aber, dass die Märkte dieses Risiko bereits früher einpreisen könnten. Seine Skepsis ist nicht unbegründet, denn Oracle erwartet für das Geschäftsjahr 2027 Investitionsausgaben von bis zu 95 Milliarden US-Dollar. Zudem sind die zukünftigen Verpflichtungen für Rechenzentrumsanmietungen auf rund 260 Milliarden US-Dollar gestiegen, während der freie Cashflow negativ geworden ist. Burry argumentiert, dass diese Verpflichtungen schwer zu rechtfertigen sein könnten, sollte die KI-Kapazität die Nachfrage übersteigen.Herausforderungen im KI-Infrastruktur-Ausbau
Medienberichte über eine mögliche sechsmonatige Verzögerung eines Gas-Pipelines in New Mexico, das das „Project Jupiter“ unterstützen soll, haben zusätzliche Bedenken aufgeworfen. Obwohl Oracle am Freitag bestätigte, dass das Rechenzentrumsprojekt zusammen mit seinen Partnern im Zeitplan liegt, bleiben die Sorgen der Investoren bestehen. Die massive Expansion der KI-Infrastruktur von Oracle wird von den Märkten genau beobachtet, da sie erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringt. Die Entwicklung erinnert an die Diskussion um die Kommerzialisierung von KI-Modellen, die ein großes Fragezeichen für Anleger darstellt, insbesondere angesichts der Abhängigkeit von Hyperscalern wie Oracle vom Erfolg von Unternehmen wie OpenAI und Anthropic.Technische Analyse und Analystenmeinungen
Technisch gesehen notiert die Oracle-Aktie etwa 1,5 % unter ihrem 50-Tage-SMA von 150,61 US-Dollar und 15,5 % unter dem 200-Tage-SMA von 175,47 US-Dollar. Sie liegt jedoch noch über dem 20-Tage-SMA von 136,53 US-Dollar. Ein „Death Cross“ im Januar, bei dem der 50-Tage-SMA den 200-Tage-SMA unterschritt, deutet auf ein längerfristig bärisches Bild hin, solange Oracle die wichtigen gleitenden Durchschnitte nicht zurückerobern kann. Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 52,07, was eine neutrale Bewertung darstellt. Widerstand wird bei etwa 149 US-Dollar und dem 50-Tage-SMA erwartet, während Unterstützung bei rund 135 US-Dollar, nahe dem 20-Tage-SMA, liegt.Analysten behalten ihre positive Einschätzung bei: Oracle hat eine Konsensempfehlung „Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 258,50 US-Dollar. UBS bestätigte am 6. August ein „Buy“-Rating, senkte das Kursziel jedoch auf 245 US-Dollar. CLSA startete am 20. Juli die Berichterstattung mit einem „Hold“-Rating und einem Kursziel von 145 US-Dollar. Bernstein bestätigte am 11. Juni ein „Outperform“-Rating und erhöhte das Kursziel auf 325 US-Dollar. Die nächsten Quartalszahlen werden für den 8. September erwartet, wobei ein Gewinn von 1,67 US-Dollar pro Aktie und ein Umsatz von 19,13 Milliarden US-Dollar prognostiziert werden.Oracle und Microsoft kämpfen mit Cloud-Herausforderungen
Trotz des anhaltenden KI-Booms stehen Tech-Giganten wie Oracle und Microsoft vor ähnlichen Herausforderungen. Während Oracle versucht, mit seiner ambitionierten Cloud-Strategie den jüngsten Kursrückgang aufzuhalten, musste auch Microsoft einen Cloud-Schock von -3.1% hinnehmen, trotz beeindruckender Wachstumszahlen im Azure-Geschäft und starker KI-Initiativen.
Die Oracle Corporation steht aufgrund massiver Investitionen in die KI-Infrastruktur und der erhöhten Oracle Short-Position von Michael Burry unter erheblichem Druck, trotz positiver Analystenprognosen.Für Anleger bedeutet dies, die hohen Kapitalausgaben und die Entwicklung des freien Cashflows genau zu beobachten, da diese Faktoren die zukünftige Performance maßgeblich beeinflussen werden.Die nächsten Quartalszahlen im September werden entscheidend sein, um zu beurteilen, ob Oracle seine ambitionierten Wachstumsziele erreichen und die Bedenken der Investoren zerstreuen kann.



