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PayPal Quartal: -18% Absturz nach Zahlen-Schock

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Die Aktie von PayPal Holdings, Inc. bricht nach dem aktuellen PayPal Quartal zweistellig ein. Verfehlte Gewinnerwartungen, ein überraschender CEO-Wechsel und ein schwacher Ausblick verunsichern Anleger. Wie ernst ist die Lage für den einstigen Fintech-Marktführer – und wo liegen jetzt die entscheidenden Stellschrauben für eine mögliche Erholung?

Handelsraum mit fallender PayPal-Aktie nach schwachem PayPal Quartal und Kurssturz um 18 Prozent
Erwähnte Aktien
PYPL
Schlusskurs 43,15$ -18,11% 03.02.26 16:04 Uhr
PayPal Holdings, Inc.

PayPal Quartal: Wie schwach fielen die Zahlen aus?

Im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete PayPal Holdings, Inc. einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,23 US-Dollar und blieb damit klar unter den vom Markt erwarteten 1,28 bis 1,29 US-Dollar. Der Umsatz legte zwar um rund 3,6 bis 4 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar zu, verfehlte aber ebenfalls die Konsensschätzung von etwa 8,8 Milliarden US-Dollar. Die sogenannten Transaction Margin Dollars stiegen um drei Prozent auf 4,0 Milliarden US-Dollar, bereinigt um Zinsen auf Kundenguthaben um vier Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar – solide, aber angesichts des Bewertungsdrucks zu wenig für die Börse.

Operativ wächst das Zahlungsvolumen weiter: Das gesamte TPV kletterte im PayPal Quartal um neun Prozent auf 475,1 Milliarden US-Dollar, auf Jahressicht auf 1,79 Billionen US-Dollar. Doch die Qualität des Wachstums sorgt für Stirnrunzeln: Die Zahl der Transaktionen legte im Quartal nur um zwei Prozent zu, im Gesamtjahr gingen sie um vier Prozent zurück. Besonders kritisch: Die Transaktionen pro aktivem Konto sanken um fünf Prozent auf 57,7 – ein klares Signal, dass Nutzer PayPal weniger intensiv einsetzen.

PayPal Holdings, Inc.: Branded Checkout im Gegenwind

Im Fokus der Investoren steht das margenstarke Kerngeschäft, der klassische „Branded Checkout“ rund um den PayPal-Button. Genau hier offenbart das aktuelle PayPal Quartal die größten Schwächen. Währungsbereinigt stieg das Volumen im Online-Branded-Checkout nur noch um ein Prozent, nach rund sechs Prozent im Vorjahreszeitraum. Belastend wirken eine schwächere US-Konsumnachfrage, internationale Gegenwinde – etwa in Europa – sowie zäheres Wachstum in Reise-, Ticket-, Krypto- und Gaming-Segmenten.

Andere Bereiche liefern dagegen ordentliche Zuwächse: Venmo-Umsätze und Buy-Now-Pay-Later-Volumina wachsen im zweistelligen Prozentbereich, das unmarkierte Zahlungsabwicklungsgeschäft (PSP/Enterprise Payments) kehrt zu zweistelligem Volumenwachstum zurück. Dennoch reicht das nicht aus, um die Flaute im Kerngeschäft zu kompensieren. Parallel ist die Take Rate auf einen neuen Tiefstand um etwa 1,83 Prozent gesunken; das Verhältnis von Ertrag zu Zahlungsvolumen erodiert, obwohl das Unternehmen betont, stärker auf profitables Wachstum und Kosteneffizienz zu setzen.

PayPal Holdings, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

PayPal Holdings, Inc.: CEO-Wechsel als harter Schnitt

Als Reaktion auf das schwache PayPal Quartal zieht der Verwaltungsrat die Reißleine: CEO Alex Chriss muss gehen. Interimsmäßig übernimmt Finanzchefin Jamie Miller, bevor am 1. März HP-Chef Enrique Lores das Ruder übernimmt. Das Kontrollgremium begründet den Schritt bemerkenswert deutlich mit einem zu langsamen Tempo bei Veränderung und Umsetzung – strategisch sieht man sich im Grundsatz offenbar nicht falsch aufgestellt, doch Execution und Marktanteilsgewinne im Kerngeschäft blieben hinter den Erwartungen zurück.

Lores, seit Jahren erfolgreich an der Spitze von HP, soll nun den Turnaround forcieren. Er kündigt an, das Wachstum in Bereichen wie Venmo und „Buy Now, Pay Later“ zu sichern und vor allem den Anteil im Branded Checkout wieder auszubauen. Parallel setzt PayPal auf verstärkte Technologie- und KI-Investitionen, biometrische Authentifizierung, digitale Rewards-Programme sowie Debitkartenangebote, um Conversion-Raten zu steigern und Kunden stärker an das Ökosystem zu binden.

PayPal Quartal: Enttäuschender Ausblick drückt Bewertung

Zusätzlich zum schwachen PayPal Quartal sorgen die Perspektiven für 2026 für Ernüchterung. Das Management erwartet beim bereinigten Gewinn je Aktie nur einen niedrigen einstelligen Rückgang bis maximal leichtes Plus – deutlich unter den bisher vom Markt eingepreisten rund acht Prozent Wachstum. Transaction Margin Dollars sollen 2026 leicht rückläufig bis etwa stabil sein, da höhere Investitionen in Checkout, BNPL und neue Produkte die Profitabilität kurzfristig dämpfen.

Der Markt reagiert gnadenlos: Die Aktie fällt am Dienstag auf 43,15 US-Dollar, ein Minus von gut 18 Prozent gegenüber dem Vortag und nahe am Mehrjahrestief. Bewertungskennzahlen wie ein einstelliger Forward-KGV, ein EV/EBIT um 8 und eine Free-Cashflow-Rendite von über 10 Prozent spiegeln inzwischen fast Junk-ähnliche Skepsis wider – trotz hoher Markenbekanntheit und nach wie vor dominanter Stellung im Online-Zahlungsverkehr.

Analystenseitig bleibt der Ton abwartend. BTIG etwa bestätigt vor den Zahlen lediglich ein neutrales Rating und verweist darauf, dass sich die strategischen Investitionen in Agentic Commerce, Buy-Now-Pay-Later und Produktengagement wohl erst ab 2027 deutlicher im Ergebnis niederschlagen dürften. Für Anleger bedeutet das: Der Turnaround von PayPal Holdings, Inc. wird eher ein Marathon als ein Sprint.

Fazit

Das aktuelle PayPal Quartal offenbart strukturelle Schwächen im Kerngeschäft und erzwingt mit dem CEO-Wechsel einen harten Neustart. Für Investoren bleibt die Aktie nach dem Kurseinbruch ein Hochrisiko-Titel mit potenziell attraktiver Bewertung, aber unklarer Ertragsdynamik. Die kommenden Quartale und insbesondere das nächste PayPal Quartal werden zeigen, ob Enrique Lores den Zahlungsriesen wieder auf einen verlässlichen Wachstumspfad führen kann.