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PayPal Übernahme treibt Aktie +17%: Stripe bietet Milliarden
PYPL
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PayPal Übernahme treibt Aktie +17%: Stripe bietet Milliarden

PYPL PayPal Holdings, Inc.
$55.47 +8.15 (+17.20%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
Yield
52W High
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Kann das spektakuläre Milliarden-Gebot von Stripe die schwer angeschlagene PayPal-Aktie dauerhaft aus dem Keller holen oder speisen die Käufer die Aktionäre viel zu günstig ab?

Erwähnte Aktien
PYPL
Aktuell 55,55$ +17,43% 15.07.26 20:34 Uhr MESZ
PayPal Holdings, Inc.

Wie reagiert die Aktie auf das Angebot zur PayPal Übernahme?

Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel am Mittwoch extrem dynamisch aus. Die Aktie von PayPal Holdings, Inc. (PYPL) schoss im heutigen Intraday-Handel um 17,43 Prozent nach oben und notiert aktuell bei 55,55 US-Dollar. Am Vortag lag der Schlusskurs noch bei 47,37 US-Dollar. Das Handelsvolumen explodierte förmlich und überschritt bereits in den ersten Stunden die Marke von 50 Millionen gehandelten Anteilen. Auch an den Terminmärkten zeigte sich die Euphorie: Die PayPal-Perpetual-Futures legten zeitweise um knapp 17 Prozent zu.

Das gemeinsame Übernahmeangebot von Stripe und Advent International beläuft sich laut Kreisen auf 60,50 US-Dollar je Aktie in bar und Aktien. Dies entspricht einem satten Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag. Um die gigantische Transaktion zu stemmen, sollen bereits rund 50 Milliarden US-Dollar an Bankfinanzierungen fest zugesagt sein. Stripe und Advent planen demnach, das Unternehmen zu gleichen Teilen zu besitzen und als Ganzes weiterzuführen, anstatt eine Aufspaltung der verschiedenen Geschäftsbereiche anzustreben.

Warum ist die PayPal Übernahme für Stripe so attraktiv?

Aus strategischer Sicht würde der Zusammenschluss der beiden Payment-Giganten die Machtverhältnisse im digitalen Zahlungsverkehr völlig neu ordnen. Während Stripe extrem stark im B2B-Bereich aufgestellt ist und eine führende Rolle bei Entwickler-Schnittstellen und Krypto-Infrastrukturen einnimmt, bringt PayPal die entscheidende Schnittstelle zum Endverbraucher mit. Das zweiseitige Netzwerk von PayPal umfasst rund 439 Millionen aktive Konten, während die US-Tochter Venmo über 60 Millionen aktive Nutzer zählt.

Zudem verfügt PayPal über den hauseigenen Stablecoin PYUSD, der im ersten Quartal 2026 grenzüberschreitende Transaktionen im Wert von 8,2 Milliarden US-Dollar abwickelte. Für Stripe, das zuletzt im Juni dem neuen Open-USD-Konsortium beigetreten ist, wäre die Übernahme der fehlende Baustein, um die gesamte Zahlungskette vom Unternehmenskonto bis zur Wallet des Endverbrauchers lückenlos abzudecken. Analysten von Jefferies betonten in einer ersten Einschätzung, dass der Deal das Endkundengeschäft von Stripe massiv stärken würde, da deren eigene Consumer-Sparte namens Link derzeit nur rund 250 Millionen Nutzer weltweit aufweist.

Ist das Angebot für die Aktionäre attraktiv genug?

Trotz des deutlichen Kursaufschlags regt sich an der Wall Street auch Skepsis bezüglich der Bewertung. Obwohl die Aktie nach einer langen Durststrecke auf Sicht von einem Jahr rund 35 Prozent verloren hat und weit unter ihrem Allzeithoch aus dem Jahr 2021 von über 300 US-Dollar notiert, halten einige Marktteilnehmer die Offerte für zu niedrig. Der bekannte Investor Michael Burry äußerte sich kritisch und betonte, dass ein Preis von 60,50 US-Dollar den intrinsischen Wert des Unternehmens nicht widerspiegele. Seiner Ansicht nach sei PayPal eines der günstigsten Qualitätsunternehmen am Markt und eine faire Bewertung müsse eher im Bereich zwischen 75 und 115 US-Dollar je Aktie liegen.

Auch Thomas Hayes, Vorsitzender der Investmentgesellschaft Great Hill Capital, die eine kleine Beteiligung an PayPal hält, erklärte, dass das Angebot den starken freien Cashflow und die sich verbessernden operativen Margen des Konzerns unterschätze. Selbst ein Gebot von über 80 US-Dollar pro Aktie würde laut Hayes immer noch einen deutlichen Abschlag zum langfristigen Potenzial darstellen. Das Management unter dem neuen CEO Enrique Lores, der erst kürzlich ein Sparprogramm zur Senkung der Kosten um 1,5 Milliarden US-Dollar initiiert hat, steht nun vor einer schwierigen Entscheidung. Der Verwaltungsrat von PayPal wird voraussichtlich am 20. Juli zusammenkommen, um das Angebot offiziell zu prüfen.

Wie bewerten Analysten die Situation?

Unter den Finanzhäusern herrscht ein gemischtes Bild. Sanjay Sakhrani, Analyst bei Keefe, Bruyette & Woods, erklärte, dass die Nachricht die Ansicht stütze, dass die Aktie auf dem aktuellen Niveau schlichtweg zu günstig sei, um sie zu ignorieren. Dennoch bleibe es fraglich, ob das Board einem Verkauf zu diesen Konditionen zustimmen wird. Diksha Gera von Bloomberg Intelligence wies darauf hin, dass das Gebot von Stripe Raum für Nachbesserungen oder ein konkurrierendes Angebot lässt. Vor dem Bekanntwerden der Gerüchte war die Stimmung unter den Experten verhalten: Der Konsens lag bei 31 “Hold”-Ratings, 8 “Buy”-Ratings und 4 “Sell”-Ratings, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 51,38 US-Dollar.

Eine erfolgreiche PayPal Übernahme könnte zudem weitreichende Folgen für die Konkurrenz haben. Insbesondere Circle, der Herausgeber des Stablecoins USDC, gerät dadurch weiter unter Druck. Die Circle-Aktie verlor im vergangenen Monat bereits über 40 Prozent an Wert. Sollte Stripe den Deal abschließen, stünde Circle einer übermächtigen Allianz aus Open USD, PYUSD und Venmo gegenüber.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Übernahmeangebot den Fintech-Sektor in helle Aufregung versetzt hat. Ob es tatsächlich zu einem Abschluss kommt, hängt nun maßgeblich von der Reaktion des PayPal-Verwaltungsrats in den kommenden Tagen und den anschließenden kartellrechtlichen Prüfungen ab.

Wie beeinflusst das die PayPal Holdings, Inc.-Aktie?

60,50 Dollar sind einfach zu wenig. Ich verkaufe nicht, und ich glaube, dass es sich nur um ein Eröffnungsangebot handelt.
— Michael Burry
Fazit

Die aktuellen Übernahmespekulationen werfen ein völlig neues Licht auf die langfristige Entwicklung des Zahlungsdienstleisters. Wer die fundamentale Ausgangslage des Konzerns besser verstehen möchte, sollte einen Blick auf die detaillierte PayPal Bewertung werfen, die trotz des anhaltenden Drucks auf Gewinn und Wachstum spannende Chancen aufzeigt. Gleichzeitig zeigt sich im gesamten Technologiesektor eine hohe Dynamik, wie auch die jüngste Oracle Partnerschaft im Bereich der Cloud-Offensive beweist, die trotz hoher KI-Schulden für neue Impulse am Markt sorgt.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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