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Porsche Absatz: 3 Risiken und eine Schock-Warnung

Droht dem Luxusautobauer Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG eine längere Durststrecke beim Absatz? Neue Zahlen, China-Schwäche und Zollrisiken stellen die bisherige Erfolgsstory auf die Probe – und könnten den Kursverlauf entscheidend praegen.

Monochrome Küstenstraße mit rotem Porsche 911 als Symbolbild für schwächere Porsche Auslieferungen
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€41.08 -2.68%
Stand: 17:35 MEZ

Wie entwickelt sich der Porsche Absatz 2025?

Der Porsche Absatz ist 2025 um rund 10 Prozent auf 279.449 ausgelieferte Fahrzeuge eingebrochen, nach 310.718 Einheiten im Jahr 2024. Maßgeblich verantwortlich sind die schwächere Nachfrage nach Luxusgütern in China sowie die Einstellung der Modelle 718 Boxster und 718 Cayman. Während Nordamerika mit 86.229 Fahrzeugen nahezu stabil blieb, zeigte sich in den übrigen Kernmärkten ein deutliches Minus. Der Markt quittiert die Zahlen mit Abgabedruck: Die Aktie von Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG verliert heute rund 2,7 Prozent auf 41,08 Euro und hat bereits spürbar Abstand zur 200-Tage-Linie aufgebaut.

Besonders kritisch sehen Anleger, dass das Management mehrfach die Prognosen kürzen musste, da der Gegenwind aus Zöllen, Investitionen in neue Antriebe und dem zähen Elektrohochlauf stärker ausfiel als erwartet. Charttechnisch rückt nun die Zone um 40 Euro in den Fokus, die als wichtige Unterstützung gilt. Ein nachhaltiger Bruch könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen, zumal der allgemeine Sektor der Premium- und Luxusfahrzeuge an der Börse derzeit gemieden wird.

Wie stark bremst China den Porsche Absatz?

Der größte Bremsklotz für den Porsche Absatz ist aktuell der chinesische Markt. Die Auslieferungen in China sanken 2025 um 26 Prozent auf 41.938 Fahrzeuge. In dem einstigen Wachstumsmotor treffen gleich mehrere Negativfaktoren zusammen: ein scharfer Preiskrieg, besonders bei vollelektrischen Fahrzeugen, ein schwächelnder Immobilienmarkt und wachsende Sorgen um das Wirtschaftswachstum. All das führt dazu, dass Kunden ihre Ausgaben für Luxusprodukte zurückfahren – ein direktes Problem für die Positionierung von Porsche im oberen Preissegment.

Auch andere deutsche Premiumhersteller wie Audi, BMW und Mercedes-Benz spüren denselben Druck. Für Porsche kommt erschwerend hinzu, dass die Marke im Elektrosegment von einem extrem intensiven Wettbewerb chinesischer Anbieter herausgefordert wird. Das Unternehmen begründet den Rückgang deshalb mit schwierigen Marktbedingungen im Luxussegment sowie dem hohen Konkurrenzdruck bei vollelektrischen Modellen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die bisherige Wachstumsstory in China vorerst ausgereizt ist und neue Impulse aus anderen Regionen nötig werden.

Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG (P911) – 252-Tage-Chart

Porsche Absatz: Hilft die Verbrenner-Strategie?

Die Unternehmensführung reagiert mit einer klaren strategischen Verschiebung: Statt einer aggressiven Forcierung reiner Elektrofahrzeuge wird das Portfolio stärker in Richtung Benzin- und Plug-in-Hybridmodelle erweitert. In Europa wurden 2025 zwar erstmals mehr elektrifizierte Fahrzeuge als reine Verbrenner ausgeliefert, doch die schleppende Akzeptanz von Vollstromern in wichtigen Märkten zwingt zu Anpassungen. Der Porsche Absatz soll über ein breiteres Antriebsangebot stabilisiert werden, während neue Modelle wie der Macan, der 2025 die Auslieferungsstatistik anführte, zusätzliche Nachfrage generieren.

Gleichzeitig bleibt der Sportwagenklassiker 911 ein Lichtblick: Mit 51.583 ausgelieferten 911 weltweit erzielte Porsche in diesem Segment einen Rekordwert, was die Preissetzungsmacht im Kernprodukt unterstreicht. Dennoch reichen diese Erfolge bislang nicht, um die Schwäche in China und die Delle durch ausgelaufene Baureihen vollständig zu kompensieren. Investitionen in neue Verbrenner- und Hybridantriebe belasten zudem kurzfristig die Marge, obwohl sie mittelfristig die Abhängigkeit von reinen Elektrotrends reduzieren sollen.

Wie gefährlich sind Zollrisiken für Porsche Aktie?

Zusätzlichen Druck auf den Porsche Absatz und die Ertragslage erzeugen die drohenden US-Importzölle. Porsche gilt als besonders anfällig, weil das Unternehmen im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern über keine lokale Produktion in den USA verfügt und diese auch nicht kurzfristig aufbauen kann. Damit wäre der Sportwagenhersteller ein potenzieller Hauptleidtragender neuer Handelsbarrieren – höhere Zölle würden direkt in höheren Endpreisen oder sinkenden Margen münden. Marktbeobachter sprechen bereits von einer „sitzenden Ente“, solange es keine belastbare Lokalisierungsstrategie gibt.

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus schwächerem Porsche Absatz, China-Risiken und Zollangst im Kursverlauf wider: Nach einem erneuten Rückgang von gut 3 Prozent in der Vorwoche und dem aktuellen Minus von rund 2,7 Prozent testen die Papiere die 40-Euro-Marke. Häuser wie Berenberg verweisen zwar auf positive Impulse durch neue Produkte, betonen aber zugleich das anhaltend herausfordernde Umfeld im Premium- und Luxussegment in China. Das von Berenberg genannte Kursziel liegt rund 10 Prozent über dem aktuellen Niveau, was zwar moderates Aufwärtspotenzial signalisiert, aber keinen Freifahrtschein für eine schnelle Trendwende darstellt.

Fazit

Im Fazit bleibt der Porsche Absatz unter Druck, doch starke Modelle wie Macan und 911 sowie die breitere Antriebsstrategie geben dem Konzern Werkzeuge für eine Stabilisierung an die Hand. Für Anleger bedeutet das eine klassische Bewährungsprobe: Hält die 40-Euro-Marke und entspannen sich Zolldebatte und China-Situation, könnte die Aktie wiederentdeckt werden. Die nächsten Monate mit konkreteren Signalen zu Nachfrage, Zöllen und Produktmix dürften entscheidend dafür sein, ob P911 vom Sorgenkind zum Comeback-Kandidaten an der Börse wird.