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3 PPG Earnings-Fakten: Margen mit Turbo

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Wie schafft es PPG Industries, Inc., trotz schwacher Konjunktur die Margen zu steigern und gleichzeitig das Portfolio radikal zu verschlanken? Die aktuellen PPG Earnings geben spannende Einblicke in Strategie, Wachstumstreiber und Kapitalrückflüsse – doch was steckt wirklich dahinter?

Hochmoderne Autolackierwerkstatt symbolisiert starke PPG Earnings im Refinish- und Automotive-Geschäft
Erwähnte Aktien
PPG PPG
$112,64 +0.32%
Stand: 23:38 MEZ

Wie stark waren die letzten PPG Earnings wirklich?

PPG Industries, Inc. hat für das Gesamtjahr 2024 ein adjustiertes Ergebnis je Aktie von 7,87 US‑Dollar aus fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Organisch lagen die Umsätze zwar im niedrigen einstelligen Minusbereich, doch das Unternehmen verbesserte seine Profitabilität deutlich: Die Segment-EBITDA-Margen der Bereiche Global Architectural Coatings und Performance Coatings erreichten 2024 Niveaus von rund oder über 20 Prozent, während Industrial Coatings trotz schwacher Konjunktur bei 16 Prozent lag. Im ersten Quartal 2025 setzten sich diese positiven PPG Earnings‑Trends fort. Bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden US‑Dollar, belastet durch Währungseffekte und Desinvestitionen, erzielte PPG eine Segment-EBITDA-Marge von 19,4 Prozent und ein adjustiertes EPS von 1,72 US‑Dollar. Gleichzeitig nutzte das Management die starke Bilanz, um rund 400 Millionen US‑Dollar in eigenen Aktien zurückzukaufen.

Wie verändert PPG Industries seine Portfolio-Strategie?

Ein Kern der aktuellen PPG Earnings‑Story ist die Portfoliobereinigung. 2024 trennte sich PPG sowohl vom Silicas-Geschäft als auch vom margenschwachen Geschäft mit Architectural Coatings in den USA und Kanada. Diese Bereiche werden nun als aufgegebene Geschäftsaktivitäten geführt. Das Management um CEO Tim Knavish betont, dass diese Schritte die operative Marge anheben und das Unternehmen fokussierter machen. Pro forma wären die Volumenentwicklung sowie die Margen in den verbleibenden Segmenten über die vergangenen Jahre sichtbar besser ausgefallen. Parallel laufen ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm mit vorgesehenen Einsparungen von rund 175 Millionen US‑Dollar und strukturelle Anpassungen in Europa. Das Ziel: nachhaltige organische Wachstumsfähigkeit bei gleichzeitig „Top‑Tier“-EBITDA-Margen. Für 2025 peilt PPG einen adjustierten Gewinn je Aktie von 7,75 bis 8,05 US‑Dollar an, wobei ein Großteil des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte erwartet wird.

PPG Earnings: Wo entstehen die wichtigsten Wachstumsfelder?

Hinter den PPG Earnings stehen deutliche Unterschiede nach Regionen und Segmenten. In Q1 2025 legten die organischen Umsätze weltweit zu, getragen von steigenden Volumina und Preisen. Besonders dynamisch entwickelte sich Asien mit kräftigem Wachstum in China, Indien und Vietnam. In den USA gelang nach sechs schwachen Quartalen ein organisches Plus von 4 Prozent, vor allem dank Marktanteilsgewinnen und besserer Industrieproduktion. Lateinamerika zeigte leichtes Wachstum, gebremst durch eine Projektpause in Mexiko, während Europa mit minus 1 Prozent zwar noch schrumpfte, aber eine klare Stabilisierungstendenz aufwies. Auf Segmentebene bleibt Performance Coatings der Wachstumstreiber: Aerospace lieferte zweistellige organische Zuwächse und Rekordumsätze bei einem stabilen Auftragsbestand von rund 300 Millionen US‑Dollar, Protective & Marine Coatings verbuchte bereits das achte Quartal in Folge zweistellige organische Zuwächse. Refinish profitierte in den USA von mittleren einstelligen Volumensteigerungen, und im Traffic‑Solutions‑Geschäft sorgten Infrastrukturprogramme für Umsatzplus.

Welche neuen Partnerschaften treiben PPG Industries an?

Die jüngsten Nachrichten unterstreichen, dass die PPG Earnings zunehmend von strukturellem Wachstum in Kernmärkten getragen werden. So wurde PPG als alleiniger Lieferant von Autoreparaturlacken für das Netzwerk von Quality Collision Group mit mehr als 95 Karosserie- und Lackierbetrieben in 13 US‑Bundesstaaten ausgewählt. Neben Premium-Lacken liefert PPG digitale Tools, technisches Know‑how und Schulungen, was die Position im margenstarken Refinish-Geschäft festigt. Ergänzend bringt die Tochter SEM Products gemeinsam mit 4PLASTIC ein neues System zur Texturaufbereitung von Kunststoffoberflächen auf den Markt, das Werkstätten eine schnellere, OEM‑gerechte Reparatur ermöglicht. Solche Initiativen stärken die Preissetzungsmacht und stützen damit künftige PPG Earnings. Auf Investorenseite bleibt das Bild gemischt: Während neue Investoren wie Rakuten Investment Management Positionen im dreistelligen Millionenbereich aufbauen, reduzieren andere Adressen und auch CFO Vincent Morales durch Aktienverkäufe ihre Exponierung geringfügig – ein Hinweis auf selektive, aber keineswegs panische Umschichtungen.

Fazit

Insgesamt zeigen die jüngsten PPG Earnings eine Kombination aus steigenden Margen, fokussiertem Portfolio und gezielten Wachstumsinvestitionen. Für Anleger bleibt PPG Industries, Inc. damit ein klassischer Qualitätswert, bei dem stabile Dividenden und Aktienrückkäufe die Seitwärtsphasen der Aktie abfedern. Die nächsten PPG Earnings werden entscheidend sein, ob organisches Wachstum und Margen auf dem hohen Niveau gehalten oder sogar ausgebaut werden – wer auf defensive Industrie-Exposure mit Dividendenschwerpunkt setzt, sollte den Titel aufmerksam weiterverfolgen.