Kann die Ripple Tokenisierung mit Milliardenpotenzial den XRP-Kurs trotz Chartdruck und Whale-Verkäufen langfristig nach oben ziehen?
Wie positioniert sich Ripple bei der Tokenisierung?
Im Zentrum der Investmentstory steht zunehmend die Ripple Tokenisierung realer Vermögenswerte. Laut Entwicklungsplan für 2026 erweitert Ripple den Funktionsumfang des XRP Ledger deutlich, um institutionellen Investoren ein regulierungskonformes Umfeld zu bieten. Geplant sind neue Identitätsprüfungen direkt auf der integrierten DEX, um sogenannte walled gardens – also abgeschirmte, erlaubnispflichtige Märkte – aufzubauen. Dort sollen insbesondere tokenisierte Aktien, Rohstoffe und andere Finanzinstrumente gehandelt werden können.
Tokenisierte Assets sind dabei nichts anderes als digital verbriefte Eigentumsrechte, die als Token auf einer Blockchain geführt werden. Auf dem XRPL sind bereits rund 449 Millionen US‑Dollar an tokenisierten Vermögenswerten im Umlauf, der Wert ist binnen 30 Tagen um etwa 50 % gestiegen. Gleichzeitig lag das Handelsvolumen in diesem Zeitraum bei rund 150 Millionen US‑Dollar. Diese Dynamik deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer die neuen Möglichkeiten der Ripple Tokenisierung zunehmend testen – lange bevor alle geplanten Funktionen live sind.
Welche Rolle spielt Ripple für institutionelle Investoren?
Neben der Tokenisierung zielt Ripple mit weiteren Upgrades klar auf professionelle Marktteilnehmer. Geplant ist ein neues Lending-Feature, das Zugang zu festverzinslichen, nicht-besicherten Krediten direkt auf der Chain ermöglicht. Die Kreditprüfung übernehmen dabei die beteiligten Parteien selbst. Parallel soll eine erweiterte Smart-Escrow-Funktion eingeführt werden, die bestehende Escrow-Mechanismen um programmierbare Bedingungen ergänzt und damit ein Stück weit Smart-Contract-Funktionalität ins XRPL bringt.
Ein weiterer Baustein ist die Einführung vertraulicher Transaktionen. Institutionelle Händler wollen ihre Positionen häufig nicht in Echtzeit offenlegen, um keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden. Durch Privacy-Funktionen lassen sich Orders und Positionen besser verschleiern, ohne auf die Vorteile einer öffentlichen Blockchain zu verzichten. Zusammengenommen könnten diese Schritte die Nutzung des XRPL für professionelle Kredit-, Handels- und Abwicklungsprozesse deutlich attraktiver machen – ein Kernargument für Anleger, die auf die Ripple Tokenisierung als strukturellen Trend setzen.

Wie stark boomt die On-Chain-Aktivität bei Ripple?
Parallel zu den technischen Upgrades zieht die Aktivität auf der Chain an. Täglich erfolgreiche Transaktionen auf dem XRP Ledger sind zuletzt um etwa 40 % gestiegen und nähern sich der Marke von 2,5 Millionen pro Tag. Solche On-Chain-Kennzahlen gelten am Kryptomarkt oft als Frühindikator für wachsende Real-World-Utility, auch wenn sich dies nicht sofort im Kurs widerspiegeln muss.
Gleichzeitig bleibt das kurzfristige Chartbild angespannt. Nach dem Rückgang auf die Zone um 1,12 US‑Dollar hat sich bei Ripple (XRP) eine bärische Pennant-Formation herausgebildet. Technische Analysten sehen bei einem Bruch der Unterstützungen um 1,22 bis 1,20 US‑Dollar und darunter 1,11 US‑Dollar weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 1,00 bis 0,80 US‑Dollar. Verstärkt wird der Druck durch hohe Zuflüsse großer XRP-Bestände („Whales“) auf die Börse Binance, zuletzt knapp 31 Millionen Token – ein mögliches Signal für zusätzlichen Verkaufsdruck.
Welche Bedeutung hat Arizona für die Ripple Tokenisierung?
Rückenwind erhält die Ripple Tokenisierung von regulatorischer Seite. In Arizona wurde ein Gesetzesentwurf für einen „Digital Assets Strategic Reserve Fund“ vorangetrieben, der explizit auch XRP als zulässigen digitalen Vermögenswert nennt. Der Fonds soll aus beschlagnahmten oder an den Staat übertragenen digitalen Assets sowie aus Haushaltsmitteln gespeist werden und getrennt vom allgemeinen Staatshaushalt agieren. Die zuständige Staatskasse dürfte die Bestände aktiv managen und inklusive Verleihgeschäften Renditen erwirtschaften.
Auch wenn der Entwurf noch nicht endgültig beschlossen ist, sendet er ein wichtiges Signal: XRP wird auf staatlicher Ebene als potenzieller Bestandteil institutioneller Reserven betrachtet. Für Anleger, die auf eine wachsende Akzeptanz von Tokenisierungs-Plattformen setzen, könnte dies als Blaupause für andere Bundesstaaten oder Länder dienen.
Größere Häuser wie Citigroup, RBC Capital Markets oder Goldman Sachs haben in der Vergangenheit immer wieder das Potenzial von Asset-Tokenisierung im Allgemeinen betont, ohne sich dabei konkret auf XRP festzulegen. Ihre Studien verweisen jedoch regelmäßig darauf, dass regulatorische Klarheit und institutionelle Strukturen entscheidend sind – genau an diesen beiden Punkten setzt die aktuelle Entwicklung bei Ripple (XRP) an.
Fazit
Ungeachtet des kurzfristig schwachen Kurses und der 34‑prozentigen Korrektur in drei Monaten bleibt damit die strategische Story intakt: Gelingt es Ripple, seine Roadmap umzusetzen und dauerhaft Kapital in tokenisierte Vermögenswerte auf dem XRPL zu ziehen, könnte die Ripple Tokenisierung sich als wichtiger Baustein im institutionellen Kryptomarkt etablieren.
Weiterführende Quellen
- XRP Ledger Tokenization Metrics (XRPL Foundation)
- Arizona Digital Assets Strategic Reserve Bill (Arizona Legislature)
- XRP Market Data (CoinMarketCap)
- Ripple (XRP) bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)
