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Salesforce Quartal: -4,6% nachbörslich trotz Rekordzahlen und 50-Mrd.-Rückkauf
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Salesforce Quartal: -4,6% nachbörslich trotz Rekordzahlen und 50-Mrd.-Rückkauf

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 191,75$ +3,41% 25.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 183,01$ -4,56% 26.02.26 02:00 Uhr
Salesforce, Inc.

Warum straft die Börse Salesforce nach Rekordquartal und Mega-Rückkaufprogramm dennoch mit einem deutlichen Kursrutsch ab?

Salesforce Quartal: Wie stark waren Umsatz und Gewinn?

Salesforce Inc. hat im jüngsten Salesforce Quartal ein neues Rekordniveau erreicht. Der Umsatz stieg im vierten Geschäftsquartal um 12 % auf 11,2 Milliarden US‑Dollar und lag damit leicht über den Markterwartungen. Auf Gesamtjahressicht verbuchte der Konzern Erlöse von 41,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 10 %. Noch beeindruckender fiel die Profitabilität aus: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,81 Dollar und übertraf die Konsensschätzungen von rund 3,05–3,04 Dollar deutlich. Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn im Quartal um knapp 14 % auf etwa 1,9 Milliarden Dollar, während das Jahresergebnis um rund 20 % auf etwa 7,5 Milliarden Dollar zulegte – trotz höherer Steuerlast.

Auch die Kennzahlen für wiederkehrende Umsätze zeigen ein robustes Bild. Die verbliebenen Leistungsverpflichtungen (RPO) summieren sich inzwischen auf 72 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 14 % gegenüber dem Vorjahr. Der Current-RPO-Wert lag bei 35,1 Milliarden Dollar und wuchs um 16 %. Damit signalisiert das Salesforce Quartal weiterhin eine solide Nachfragebasis, obwohl der gesamte SaaS-Sektor seit Monaten unter strukturellen KI-Sorgen leidet.

Salesforce: Wie läuft das AI- und AgentForce-Geschäft?

Im Mittelpunkt des Narrativs steht die AI-Offensive. Das AgentForce-Ökosystem entwickelte sich im Salesforce Quartal zum Wachstumstreiber. Die AI-Agenten und Data-360-Angebote kommen inzwischen auf einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von 800 Millionen Dollar, was einem Wachstum von 169 % entspricht. Zusammen mit Data 360 und der Informatica-Partnerschaft liegt die entsprechende ARR bei rund 2,9 Milliarden Dollar – ein Plus von etwa 200 %.

Operativ konnte Salesforce Inc. im Schlussquartal rund 29.000 AgentForce-Deals abschließen, 50 % mehr als im Vorquartal. Größere Kundenabschlüsse über 10 Millionen Dollar legten um 33 % zu. Zu den Leuchtturmmandaten zählt ein bis zu 5,6 Milliarden Dollar schwerer Zehnjahresvertrag mit der US-Armee, der die Rolle der Plattform im öffentlichen Sektor unterstreicht. Das Management betont zudem, dass KI-Agenten auf der Salesforce-Plattform bereits Milliarden sogenannter „agentic work units“ verarbeiten und man über Flex-Credits und neue Seats mehrere Hebel zur Monetarisierung hat.

Salesforce Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Salesforce: Warum reagiert die Aktie trotz 50-Mrd.-Rückkauf negativ?

An der Börse überwogen nach den Zahlen dennoch die Bedenken. Die Aktie von Salesforce Inc. schloss an der NYSE bei 191,75 Dollar, ein Plus von 3,41 % gegenüber dem Vortag. Im nachbörslichen Handel drehte der Kurs jedoch auf etwa 183 Dollar ins Minus und verlor damit rund 4–5 %. Damit bleibt die Aktie klar unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 313,67 Dollar; von neuen Höchstständen ist sie weit entfernt.

Auslöser der Kursreaktion ist weniger das abgelaufene Salesforce Quartal, sondern die Ausblicke. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Management Umsätze von 45,8 bis 46,2 Milliarden Dollar in Aussicht – im Mittel also ziemlich exakt auf Höhe der bisherigen Analystenerwartungen, nicht darüber. Zudem soll der operative Cashflow im kommenden Jahr um 9–10 % schrumpfen, ebenso der freie Cashflow. In einem Umfeld, in dem Softwarewerte durch KI-Ängste massiv unter Druck stehen, reicht „in line“ offenbar nicht aus, um die Bewertungsabschläge abzubauen.

Gleichzeitig verkündet Salesforce Inc. eines der größten Rückkaufprogramme im Tech-Sektor. Die Ermächtigung für Aktienrückkäufe wird auf 50 Milliarden Dollar aufgestockt; im vergangenen Geschäftsjahr flossen bereits rund 14 Milliarden Dollar beziehungsweise 99 % des Free Cashflows an die Aktionäre zurück. Zusätzlich erhöht der Konzern die Quartalsdividende um 5,8 % auf 0,44 Dollar je Aktie. Dennoch dominieren derzeit Sorgen, dass Hyperscaler und Modellanbieter mit eigenen KI-Agenten mittelfristig Teile des klassischen SaaS-Geschäfts angreifen könnten.

Salesforce: Wie positionieren sich Analysten jetzt?

Auf der Analystenseite zeigt sich ein gemischtes, aber insgesamt konstruktives Bild. Die KeyBanc Capital Markets hatte sich bereits im Vorfeld der Zahlen positiv geäußert, stuft die Aktie mit „Übergewichten“ ein und sieht ein Kursziel von 300 Dollar. Die Bank verweist vor allem auf die beschleunigte Dynamik von AgentForce und die wachsende AI-Umsatzbasis. Andere Häuser wie Zacks Investment Research heben hervor, dass Umsatz und Ergebnis im Salesforce Quartal klar über den Konsensschätzungen lagen, bleiben aber beim Ausblick vorsichtig.

„Das ist nicht unsere erste SaaSpocalypse“, betont Marc Benioff und verweist auf frühere Technologiewellen, die Salesforce auch überstanden und genutzt habe.
— Marc Benioff, CEO von Salesforce Inc.

Fazit

Gleichzeitig verweisen eher skeptische Stimmen – etwa bei MarketWatch und Investor’s Business Daily – darauf, dass die Guidance für das Fiskaljahr 2027 die Fantasie vieler Wachstumsinvestoren enttäuscht und die Angst vor einer „SaaSpocalypse“ durch KI-Wettbewerber nicht wirklich zerstreut. Dennoch betont CEO Marc Benioff, man liege auf Kurs, bis 2030 einen Jahresumsatz von 63 Milliarden Dollar zu erreichen – mehr, als viele Experten derzeit modellieren. Ob sich diese Zuversicht bereits im nächsten Salesforce Quartal in einer sichtbaren Beschleunigung des organischen Wachstums widerspiegelt, bleibt der zentrale Prüfstein.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.