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ServiceNow KI-Strategie nach -2,3%: Crash-Risiko oder KI-Chance?
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ServiceNow KI-Strategie nach -2,3%: Crash-Risiko oder KI-Chance?

ERWÄHNTER TICKER
Aktuell 106,82$ -2,27% 27.02.26 18:24 Uhr
ServiceNow, Inc.

Wird die ServiceNow KI-Strategie im aktuellen Software-Selloff zum Sicherheitsnetz oder zum Risiko für Anleger?

ServiceNow: Wie reagiert der Kurs auf KI-Sorgen?

Die Aktie von ServiceNow, Inc. (NOW) notiert aktuell bei 106,81 US‑Dollar und damit 2,27 % unter dem Vortagesschluss von 109,30 US‑Dollar. Der Rückgang reiht sich in einen breiten Abverkauf im Softwaresektor ein, ausgelöst durch die Sorge, KI könne viele etablierte Anbieter verdrängen. Trotz dieser kurzfristigen Schwäche verweisen Beobachter darauf, dass ServiceNow im Vergleich zu anderen Titeln weniger stark eingebrochen ist und von mehreren Häusern weiterhin mit positiven Langfristperspektiven versehen wird.

Parallel zur Kursvolatilität bleib die operative Entwicklung robust. 2025 steigerte ServiceNow den Umsatz um 21 % auf 13,3 Milliarden US‑Dollar, der Nettogewinn kletterte von 1,4 auf 1,7 Milliarden US‑Dollar. Für das erste Quartal 2026 stellt das Management ein Wachstum der Subscription-Umsätze um 22 % auf rund 3,7 Milliarden US‑Dollar in Aussicht. Damit signalisiert die ServiceNow KI-Strategie, dass KI bislang eher zusätzliche Nachfrage schafft statt bestehendes Geschäft zu kannibalisieren.

ServiceNow KI-Strategie: Bedrohung oder Wachstumsmotor?

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob KI die Plattform von ServiceNow überflüssig macht oder verstärkt. CEO Bill McDermott hält klar dagegen: „AI doesn’t replace enterprise orchestration. It depends on it.“ KI brauche definierte Prozesse, Governance und Datenzugriff – genau hier setzt die ServiceNow KI-Strategie an. Statt KI als Konkurrenz zu sehen, will das Unternehmen sie tief in seine Workflow-Plattform integrieren und als Orchestrierungs-Layer in großen Unternehmen etablieren.

Bereits heute nutzt ServiceNow KI zur Automatisierung von Workflows, was ein wichtiger Indikator für Kundennachfrage ist. Unternehmen scheinen zu bevorzugen, dass ServiceNow die komplexe KI-Integration übernimmt, statt selbst isolierte KI-Tools zu bauen. Dennoch gibt es kritische Stimmen: Analysten weisen darauf hin, dass Kunden Budgets von traditionellen Modulen hin zu KI-Lösungen verschieben und das Gesamtwachstum trotz geplanter rund 1 Milliarde US‑Dollar KI-ARR eher moderat bleibt. Für Investoren bleibt entscheidend, ob die ServiceNow KI-Strategie mittelfristig zu einer Rebeschleunigung des Umsatzwachstums führt.

ServiceNow, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

ServiceNow: Neue KI-Produkte und Governance im Fokus

Um diese Wachstumsstory zu unterfüttern, hat ServiceNow jüngst zwei zentrale KI-Produkte vorgestellt: Autonomous Workforce und EmployeeWorks. Autonomous Workforce startet mit einem Level‑1 Service Desk AI Specialist, der IT-Support-Anfragen vollständig automatisiert abwickeln soll, perspektivisch auch in Bereichen wie Projektmanagement. Laut Unternehmensangaben können interne Agenten bereits über 90 % der IT-Anfragen autonom in einem Bruchteil der bisherigen Zeit lösen.

EmployeeWorks basiert maßgeblich auf Technologie aus der Übernahme von Moveworks und ermöglicht Mitarbeitern, per natürlicher Sprache Daten zu durchsuchen, Grafiken zu erstellen und wiederkehrende Aufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg zu automatisieren. Ein Kernelement der ServiceNow KI-Strategie ist dabei das Thema Governance: Unternehmen können Eskalationsregeln definieren, KI-Agenten schalten bei Unsicherheit automatisiert menschliche Mitarbeiter ein. Damit adressiert ServiceNow verbreitete Bedenken rund um Halluzinationen und Kontrollverlust – ein wichtiger Differenzierungsfaktor gegenüber generischen KI-Stacks von Hyperscalern wie NVIDIA-basierten Lösungen.

ServiceNow: Wie sehen Analysten das KI-Potenzial?

Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt die Analystengemeinde überwiegend konstruktiv. Investmenthäuser wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und die Citigroup betonen vor allem das strukturelle Abo-Modell, den hohen Enterprise-Lock-in und die Chance, über KI-Add-ons den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde zu steigern. Während einige Häuser ihre Kursziele im Zuge des allgemeinen Software-Sentimentrückgangs leicht reduziert haben, stufen die meisten ServiceNow weiterhin mit Kauf- oder Übergewichten-Empfehlungen ein. Auch RBC Capital Markets verweist in seinen Kommentaren wiederholt auf die starke Position im Markt für Workflow-Orchestrierung.

Portfolio-Manager heben zudem die Rolle von CEO Bill McDermott hervor, der als einer der stärksten Vertriebler im Silicon Valley gilt und ServiceNow konsequent in Richtung vertikal integrierter KI-Plattform entwickelt. Die jüngste Übernahme eines agentischen KI-Cyber-Spezialisten unterstreicht diesen Kurs. Im direkten Vergleich zu klassischen CRM-Anbietern wie Salesforce und zu Consumer-orientierten Plattformen wie Apple oder wachstumsstarken Innovatoren wie Tesla wird ServiceNow zunehmend als spezialisierte Infrastruktur für Unternehmens-KI gesehen – mit entsprechendem Margenpotenzial, sollte die ServiceNow KI-Strategie auf breiter Front bei Großkunden durchschlagen.

AI doesn’t replace enterprise orchestration. It depends on it.
— Bill McDermott, CEO von ServiceNow

Fazit

Unterm Strich zeigt sich, dass die ServiceNow KI-Strategie bislang eher Rückenwind als Gegenwind erzeugt: Wachstum, Margen und Prognosen bleiben trotz Software-Selloff solide. Für Anleger bedeutet das, dass Kursschwächen bei 106,81 US‑Dollar vor allem Bewertungs- und Sentimentfragen widerspiegeln, weniger ein fundamental angeschlagenes Geschäftsmodell. Die nächsten Quartale mit weiterer KI-Monetarisierung, neuen Autonomous-Workforce-Modulen und zusätzlichen Kundenreferenzen werden zeigen, ob die ServiceNow KI-Strategie tatsächlich den Weg zu einem beschleunigten langfristigen Wachstum ebnet.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.