Kann die radikale Strategy Bitcoin-Strategie mit Schuldenumbau zum Turbo für den Kurs werden oder kippt das Risiko zurück?
Strategy: Wie radikal ist die Bitcoin-Strategie?
Strategy hat sich vollständig vom früheren Software-Schwerpunkt gelöst und agiert heute als einer der größten Bitcoin-Treasury-Player weltweit. Das Herzstück der Strategy Bitcoin-Strategie ist der fortlaufende Aufbau eines gigantischen BTC-Bestands: Zuletzt meldete das Unternehmen rund 714.644 BTC mit einem Marktwert von etwa 49 Milliarden US-Dollar. Allein am 9. Februar kamen 1.142 BTC für mehr als 90 Millionen US-Dollar hinzu – der zwölfte Kauf in Folge, obwohl der Bitcoin-Preis seit seinem Allzeithoch über 125.000 US-Dollar zeitweise um mehr als 50 % eingebrochen ist.
Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei rund 76.000 US-Dollar je BTC, damit notiert Strategy aktuell etwa 10 % unter Einstand, da Bitcoin um 68.400 US-Dollar gehandelt wird. Dennoch betont Mitgründer Michael Saylor, man werde nicht verkaufen, sondern langfristig weiter akkumulieren. Die Aktie reagiert hochsensibel auf diese Strategie: Nach dem Q4-Verlust von 12,4 Milliarden US-Dollar war der Kurs zunächst um etwa 17 % eingebrochen, erholte sich zuletzt aber wieder auf 133,88 US-Dollar, während er rund 70 % unter dem Allzeithoch von 456 US-Dollar bleibt.
Strategy Bitcoin-Strategie: Wie riskant ist die Bilanz?
Die Kehrseite der aggressiven Strategy Bitcoin-Strategie ist eine stark gehebelte Bilanz. Strategy arbeitet umfangreich mit Fremdkapital, vor allem in Form von Wandelanleihen. Der Konzern verzeichnet aktuell Wandelanleihen von rund 6 Milliarden US-Dollar, die maßgeblich zur Finanzierung der Bitcoin-Käufe dienten. Kritiker verweisen darauf, dass die Aktie im Bereich des Break-even gehandelt habe und ein länger anhaltender BTC-Bärenmarkt den Schuldendienst erschweren könnte.
Das zentrale Risiko: Fällt der Bitcoin-Preis dauerhaft unter den durchschnittlichen Einkaufspreis, könnte Strategy theoretisch gezwungen sein, BTC zu verkaufen, um Gläubiger zu bedienen – ein Szenario, das eine negative Kettenreaktion im Kryptomarkt auslösen könnte. Bisher wehrt sich das Management gegen diese Befürchtungen. Es verweist darauf, dass der Bestand selbst bei einem Rückgang von BTC auf 8.000 US-Dollar noch ausreichen würde, um die Verbindlichkeiten zu decken. Analysten sehen in der Aktie daher einen hoch gehebelten Proxy auf den Bitcoin-Preis, mit entsprechend extremer Volatilität.

Strategy: Was bedeutet der geplante Schuldenumbau?
Um den Druck auf die Bilanz zu verringern, plant Strategy, die Wandelanleihen über 6 Milliarden US-Dollar in Eigenkapital zu tauschen. Die Umwandlung soll über die nächsten drei bis sechs Jahre erfolgen. Damit würden Anleihegläubiger zu Aktionären, was die Zinslast reduziert und die Flexibilität für weitere Bitcoin-Käufe erhöht. Gleichzeitig bedeutet dieser Schritt eine potenzielle Verwässerung für bestehende Aktionäre, da neue Aktien ausgegeben werden.
Die Unternehmensführung argumentiert, dass die Strategy Bitcoin-Strategie langfristig nur mit einer robusten, weniger fremdkapitalgetriebenen Bilanz voll ausgespielt werden kann. Indem Schulden in Eigenkapital transformiert werden, nähert sich Strategy einem Modell, das eher einem „Bitcoin-Investmentfonds mit Operating Business“ gleicht. Zugleich bleibt das Geschäftsmodell hochsensibel gegenüber Marktschwankungen: Der starke Rückgang des Multiplikators auf den Nettovermögenswert (mNAV) im Krypto-Treasury-Sektor zeigt, wie schnell Investoren Unternehmen unter Buchwert abstrafen, wenn Zweifel an der Tragfähigkeit der Strategie aufkommen.
Strategy: Wie sehen Analysten und Anleger die Aktie?
Am Markt gilt Strategy inzwischen klar als Hebel auf den Bitcoin-Preis. In Analysen wird hervorgehoben, dass der Titel überproportional von einem erneuten BTC-Bullenmarkt profitieren könnte, während Rückgänge hart durchschlagen. So wird unter anderem darauf hingewiesen, dass ein Investment von 10.000 US-Dollar in Strategy bei einer extrem positiven Bitcoin-Entwicklung theoretisch ein siebenstelliges Niveau erreichen könnte. Zacks Investment Research führt Strategy in der Gruppe der aussichtsreichen Krypto- und Blockchain-Aktien, die von hoher Volatilität, aber auch starken Aufwärtschancen geprägt sind.
Gleichzeitig warnen mehrere Research-Häuser für den gesamten Krypto-Treasury-Sektor vor Szenarien, in denen Unternehmen bei weiter fallenden Kursen zu Verkäufen gezwungen werden könnten. Während klassische Analystenhäuser wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital in den vorliegenden Informationen keine expliziten neuen Ratings oder Kursziele zu Strategy veröffentlicht haben, verweisen Marktbeobachter auf die enge Kopplung der Aktie an Bitcoin, ETF-Zuflüsse und das Risiko erzwungener Liquidationen. Für Anleger bedeutet das: Die Strategy Bitcoin-Strategie bietet außergewöhnliches Upside – aber nur für Investoren mit hoher Risikotoleranz.
Strategy kann einen Rückgang des BTC-Preises auf 8.000 US-Dollar verkraften und verfügt dennoch über ausreichende Vermögenswerte, um unsere Schulden vollständig zu decken.
— Michael Saylor
Fazit
Strategy bleibt mit seiner kompromisslosen Strategy Bitcoin-Strategie ein Hochrisiko-Hochchancen-Investment, das stärker als fast jede andere Aktie am Markt von der Entwicklung des Bitcoin-Preises abhängt. Der geplante Tausch von 6 Milliarden US-Dollar Schulden in Eigenkapital entschärft den Bilanzdruck, geht aber mit Verwässerungsrisiken für Aktionäre einher. Für spekulative Anleger, die langfristig an deutlich höhere BTC-Preise glauben, könnte die Aktie trotz der jüngsten Milliardenverluste interessant bleiben, während defensivere Investoren das extreme Profil der Strategy Bitcoin-Strategie eher meiden dürften.
Weiterführende Quellen
- Strategy (MSTR) Aktienkurs und Kennzahlen (Yahoo Finance)
- Strategy (MSTR) plans to swap $6B convertible debt for equity (Invezz)
- This $130 Stock Could Be Your Ticket to Millionaire Status (The Motley Fool)
- Strategy’s Michael Saylor Says ‘We Are Not Going To Be Selling’ as Company Buys More Bitcoin (Investopedia)