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Arm Holdings Quartal: Wie passen Rekordumsatz, nervöse Aktie und Smartphone-Risiken für Anleger zusammen?

Die Aktie von Arm Holdings plc legt nach den juengsten Zahlen kraeftig zu und notiert aktuell rund 7,8 % im Plus bei 113,11 US‑Dollar. Hinter der Kurserholung steckt jedoch ein gemischtes Bild: Rekordumsatz und steigende Royalties treffen auf einen nur maessigen Ausblick und anhaltige Sorgen um die Abhaengigkeit vom Smartphone-Markt. Was bedeutet das aktuelle Arm Holdings Quartal für Anleger, die auf den KI-Boom setzen?

Arm Holdings Quartal mit ARM-Prozessor im Fokus zwischen KI-Rechenzentren und Smartphone-Markt
Erwähnte Aktien
ARM
Schlusskurs 113,11$ +7,82% 05.02.26 20:24 Uhr
Arm Holdings plc

Arm Holdings Quartal: Wie fielen die Zahlen aus?

Im aktuellen Arm Holdings Quartal steigerte Arm Holdings plc den Umsatz um 26 % auf 1,24 Milliarden US‑Dollar und erreichte damit einen neuen Rekord. Die Erwartungen des Marktes wurden damit leicht uebertroffen. Der Chipdesigner verdient sein Geld vor allem mit dem Verkauf von Lizenzen für seine energieeffizienten CPU-Designs sowie mit laufenden Lizenzgebuehren (Royalties), die an die Stueckzahlen der auf Arm-Architektur basierenden Chips gekoppelt sind.

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Die Lizenzerloese stiegen zwar um kraeftige 25 % auf 505 Millionen US‑Dollar, blieben aber unter den im Vorfeld eingeschaetzten rund 520 Millionen US‑Dollar. Deutlich besser sah es bei den Royalties aus: Sie legten um 27 % auf 737 Millionen US‑Dollar zu, getragen von hoeheren Lizenzsaetzen für neuere Produkte wie die Armv9-Architektur und sogenannte Compute Subsystems (CSS), die für komplexe KI-Workloads optimiert sind. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 0,39 auf 0,43 US‑Dollar und lag damit knapp über den Markterwartungen.

Auf der Kostenseite schlugen deutlich hoehere Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu Buche. Die R&D-Kosten stiegen um 46 % auf 512 Millionen US‑Dollar, was die Margen drueckte, aber die strategische Ausrichtung auf KI und Rechenzentren unterstreicht.

Arm Holdings: Warum reagiert die Aktie so nervoes?

Trotz guter Kennziffern verlief die Kursreaktion turbulent. Direkt nach Vorlage der Zahlen rutschte die Aktie nachboerslich um mehr als 8 % ab und fiel zeitweise unter 100 US‑Dollar. Ausloeser waren die schwach ausgefallenen Lizenzeinnahmen sowie ein als enttaeuschend wahrgenommener Ausblick. Gleichzeitig belasteten negative Signale von Branchenschwergewicht Qualcomm den gesamten Sektor, weil beide Unternehmen stark vom Smartphone-Markt abhaengen.

Aktuell hat sich der Kurs jedoch merklich erholt: Arm notiert mit rund 7,82 % im Plus bei 113,11 US‑Dollar und zaehlt damit zu den staerkeren Werten im Chipsektor. Marktbeobachter verweisen darauf, dass der KI-Boom und die robuste Nachfrage nach Arm-basierten Designs in Rechenzentren den ersten Schock über die Lizenzverfehlung abgefedert haben. Dennoch bleibt die Botschaft klar: In einem Umfeld, in dem viele KI-Aktien zweistellige Wachstumsraten und deutliche Uebertreffungen der Prognosen liefern, reichen knappe Beats allein nicht aus, um die hohe Bewertung dauerhaft zu rechtfertigen.

Für das laufende Arm Holdings Quartal (viertes Geschaeftsquartal) peilt das Management Umsaetze von rund 1,47 Milliarden US‑Dollar an, was etwa 18 bis 19 % Wachstum entspricht. Das bereinigte EPS soll bei etwa 0,58 US‑Dollar liegen. Das ist zwar leicht über dem bisherigen Konsens, aber weit entfernt von einem spektakulaeren Sprung.

Arm Holdings plc Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Arm Holdings: Smartphone-Risiko trotz KI-Boom

Ein zentraler Kritikpunkt am aktuellen Arm Holdings Quartal bleibt die hohe Abhaengigkeit vom Smartphone-Geschäft. Rund die Haelfte der Umsaetze stammen weiterhin aus Mobilgeraeten, obwohl Arm parallel mit Nachdruck in Bereiche wie KI-Rechenzentren und Edge-Computing expandiert. Mitbewerber und Grosskunden wie Qualcomm, Apple und Samsung stehen gleichzeitig vor Lieferschwierigkeiten bei Speicherchips. Eine anhaltende Memory-Knappheit koennte Smartphone-Hersteller zwingen, ihre Produktionsplaene zu kuerzen, was wiederum direkt auf die Lizenz- und Royalty-Einnahmen von Arm durchschlagen wuerde.

Hinzu kommt, dass mehrere Management-Stimmen im Sektor für 2026 von gedrosselten Smartphone-Stueckzahlen ausgehen. Das bremst die kurzfristige Fantasie für das Kerngeschaeft, auch wenn sich data-center-bezogene Royalties dynamisch entwickeln und langfristig die Smartphone-Einnahmen uebertreffen koennten. Genau auf diese Verschiebung hin investiert Arm Holdings plc massiv in neue Architekturen und Plattformen für KI und High-Performance-Computing.

Positiv zu werten ist, dass das Unternehmen zugleich eine wachsende Zahl langfristiger Lizenzvertraege mit hoeheren Saetzen meldet. Diese können die Volatilitaet im zyklischen Smartphone-Zyklus abmildern und die Visibilitaet der Umsaetze erhöhen.

Arm Holdings: Wie positionieren sich Analysten?

Im Nachgang an das Arm Holdings Quartal haben mehrere grosse Adressen ihre Einschaetzung aktualisiert. Die Citigroup betont das strukturelle Wachstumspotenzial im KI-Bereich und sieht weiteres Upside, bleibt jedoch sensibel für kurzfristige Rueckschlaege im Smartphone-Segment. RBC Capital Markets verweist auf die starke Position von Arm in energieeffizienten CPU-Designs für Rechenzentren und haelt an einer positiven mittelfristigen Sicht fest, mahnt aber zur Vorsicht angesichts der Memory-Knappheit und der hohen Bewertung.

Weitere Investmenthaeuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley rücken vor allem die Rolle von Arm als Schluesselzulieferer für KI-Hardware in den Vordergrund. Sie sehen das Unternehmen gut aufgestellt, vom Trend zu spezialisierter Beschleuniger- und CPU-Architektur zu profitieren, beobachten aber genau, ob die Umsatzdynamik im Datenzentrum tatsaechlich schnell genug anzieht, um die absehbare Abkuehlung im Smartphone-Bereich zu kompensieren.

Fazit

für Anleger bedeutet das: Das Arm Holdings Quartal liefert solide operative Fortschritte, ist aber kein Selbstlaeufer. Wer einsteigt, setzt darauf, dass sich der Strategiewechsel hin zu KI- und Rechenzentrumsanwendungen beschleunigt und die aktuelle Memory-Knappheit den Markt nur temporaer bremst.

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