SP500 6.849,73 -1,50%DJ30 49.516,00 -1,52%NAS100 24.784,10 -1,59%GER40 24.933,38 -0,29%EU50 6.017,44 -0,50%BTCUSD 66.424,85 +0,89%ETHUSD 1.948,73 +1,37%VIX 20,43 +11,01% SP500 6.849,73 -1,50%DJ30 49.516,00 -1,52%NAS100 24.784,10 -1,59%GER40 24.933,38 -0,29%EU50 6.017,44 -0,50%BTCUSD 66.424,85 +0,89%ETHUSD 1.948,73 +1,37%VIX 20,43 +11,01%
JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS

Mercedes-Benz Quartal mit Gewinneinbruch von 44%: Was hinter den schwachen Zahlen steckt und wie das Sparprogramm die Aktie veraendert

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs
57,25€
-1,21%
12.02.26 11:01 Uhr

Mercedes-Benz

Das juengste Mercedes-Benz Quartal hat Anleger aufgeschreckt: Umsatz- und Gewinnrückgaenge, eine spuerbar gekappte Dividende und ein massiv ausgeweitetes Sparprogramm stellen die bisherige Investment-Story der Mercedes-Benz Group AG in Frage. Vor allem die Schwäche in China, hoeheren Zoelle in den USA und negative Waehrungseffekte haben das Ergebnis deutlich unter die Erwartungen der Analysten gedrueckt. Gleichzeitig versucht das Management, mit Kostensenkungen und Kapazitaetsanpassungen gegenzusteuern. Wie ernst ist die Lage wirklich – und was bedeutet das für die Aktie?

Mercedes-Benz Quartal: Wie stark ist der Gewinneinbruch?

Im jüngsten Mercedes-Benz Quartal setzte sich die bereits 2024 begonnene Schwächephase ungebremst fort. Der Umsatz im Schlussviertel 2025 sank von 38,45 auf 33,69 Milliarden Euro, ein Rückgang um 12,4 Prozent. Noch deutlicher traf es den Nettoertrag: Der Quartalsgewinn fiel von 2,60 auf 1,45 Milliarden Euro, ein Einbruch um 44 Prozent. Regional zeigte sich ein klares Gefälle – während sich Europa relativ stabil hielt, brach der Umsatz in Nordamerika um 18 Prozent und in China sogar um 33,6 Prozent ein.

Im Gesamtjahr ging der Konzernumsatz der Mercedes-Benz Group AG um rund neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, das berichtete operative Ergebnis sogar um rund 57 Prozent auf etwa 5,8 Milliarden Euro. Damit verfehlte Mercedes-Benz den von Analysten erwarteten Ebit-Konsens von 6,6 Milliarden Euro deutlich. Laut Stephen Reitman von Bernstein Research lag das bereinigte operative Ergebnis rund 29 Prozent unter den Markterwartungen – ein seltener, drastischer Rückschlag für einen DAX-Schwergewicht.

Mercedes-Benz: Was steckt hinter den schwachen Zahlen?

Hinter den schwachen Ergebnissen des Mercedes-Benz Quartal stehen mehrere Belastungsfaktoren. Besonders schmerzhaft sind die erhöhten US-Zölle, die den Gewinn um rund eine Milliarde Euro schmälerten. Hinzu kamen negative Wechselkurseffekte, die allein in der Pkw-Sparte mit etwa 1,5 Milliarden Euro zu Buche schlugen. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Verkaufspreis je Pkw von 71.000 auf 68.100 Euro, wodurch die bereinigte operative Marge der Sparte um 3,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent abrutschte.

In China, dem wichtigsten Einzelmarkt, gingen die Auslieferungen 2025 um rund 19 bis 20 Prozent zurück. Insgesamt setzte Mercedes weltweit rund 2,16 Millionen Pkw und Vans ab, davon etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw – neun Prozent weniger als 2024. Der harte Wettbewerb lokaler Hersteller wie BYD und Xiaomi im Elektroautosegment drückt zusätzlich auf Preise und Margen. Trotz Einsparungen von mehr als 3,5 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte reichte der Gegenwind aus Zöllen, Währung und China-Schwäche aus, um das Ergebnis nahezu zu halbieren.

Mercedes-Benz Group AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Mercedes-Benz Group AG: Dividende und Sparprogramm im Fokus

Für Anleger besonders brisant: Nach dem schwachen Mercedes-Benz Quartal wird die Dividende spürbar gekürzt. Vorgeschlagen sind 3,50 Euro je Aktie nach 4,30 Euro im Vorjahr. Damit verliert die Aktie einen Teil ihres Charakters als verlässlicher Dividendenwert. Beim freien Cashflow im Industriegeschäft rutschte der Wert von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro ab, auch belastet durch Rückstellungen von rund 1,6 Milliarden Euro für ein umfangreiches Abfindungs- und Stellenabbauprogramm.

Das bereits 2024 gestartete Sparprogramm wird weiter forciert. Bis 2027 sollen die Produktions- und Fixkosten jeweils um zehn Prozent sinken, weltweit sollen die Produktionskapazitäten um mehr als zehn Prozent auf 2,2 Millionen Einheiten reduziert werden. In Deutschland stößt der Konzern dabei auf Grenzen, weil Tarifverträge die Jobs in den Werken bis 2035 absichern. Entsprechend setzt das Management stärker auf natürliche Fluktuation und Kapazitätsanpassungen im Ausland.

Mercedes-Benz Quartal: Wie fällt der Ausblick der Analysten aus?

Mit Blick nach vorn rechnet die Mercedes-Benz Group AG 2026 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau, erwartet aber ein deutlich höheres Ebit. In der Autosparte prognostiziert das Management eine bereinigte Rendite von nur noch 3 bis 5 Prozent, nach rund 5 Prozent im Jahr 2025. Das obere Ende dieser Spanne liegt unter den bisherigen Markterwartungen von etwa 5,7 Prozent, worauf Bernstein-Analyst Stephen Reitman hinweist. Die Entwicklung setzt den gesamten europäischen Automobilsektor unter Druck; auch die Aktien von BMW und Volkswagen gaben im Frühhandel nach.

Investmentbanken wie Citigroup und RBC Capital Markets dürften die jüngsten Zahlen und den vorsichtigen Ausblick nun in ihre Bewertungsmodelle einarbeiten und bestehende Kursziele für die Aktie von Mercedes-Benz (MBG.DE) auf den Prüfstand stellen. Entscheidend wird, ob der Konzern seine Margenziele durch weitere Kostensenkungen und neue Modelle – etwa eine Langversion der elektrischen CLA-Limousine oder ein überarbeitetes S-Klasse-Flaggschiff für China – untermauern kann. Für Anleger bleibt das Mercedes-Benz Quartal damit ein Lackmustest, ob die Premiumstrategie in einem von Elektromobilität und Preiskampf geprägten Markt trägt.

Wir sind bereit für das Jahr 2026 – mit einem klaren Plan, Kostendisziplin und einem wettbewerbsfähigen Produktportfolio.
— Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender Mercedes-Benz Group AG

Fazit

Zusammengefasst signalisiert das jüngste Mercedes-Benz Quartal einen harten Übergang: massiv sinkende Gewinne, eine gekappte Dividende und ein verschärftes Sparprogramm treffen auf einen nur verhalten positiven Ausblick. Für Investoren rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob das aktuelle Kursniveau das schwächere Renditeprofil und die Risiken in China ausreichend widerspiegelt. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Mercedes-Benz die versprochene Ergebnisverbesserung liefern und das Vertrauen des Marktes zurückgewinnen kann.

Weiterführende Quellen