Wie passt ein verfehltes EBITDA-Ziel zu einem überraschend starken Cashflow bei BASF SE? Im aktuellen BASF Quartal prallen schwächere Margen, Sparprogramm und China-Großprojekt aufeinander. Was das für Bewertung und Dividende bedeuten könnte, lesen Sie hier.

BASF Quartal: Wie groß ist die Ergebnislücke?
BASF SE hat für 2025 ein um Sondereffekte bereinigtes EBITDA von 6,6 Milliarden Euro gemeldet. Damit verfehlte der Konzern sowohl die eigene Zielspanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro als auch den Analystenkonsens von etwa 6,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 7,2 Milliarden Euro. Verantwortlich macht das Management vor allem niedrigere Margen, rückläufige Verkaufspreise und belastende Währungseffekte.
Der Umsatz sank 2025 von 61,4 auf 59,7 Milliarden Euro und entsprach damit in etwa den Schätzungen. Während die Absatzmengen leicht zulegten, drückten ungünstige Wechselkurse und etwas niedrigere Preise auf die Erlöse. Unter dem Strich konnte BASF SE den auf Aktionäre entfallenden Gewinn dennoch von 1,3 auf 1,6 Milliarden Euro steigern – unter anderem dank eines Sonderertrags aus dem Verkauf des Bautenanstrichmittelgeschäfts an Sherwin-Williams sowie höherer Ergebnisbeiträge der Beteiligung Wintershall Dea.
Warum überzeugt der Cashflow von BASF SE?
Ein Lichtblick im aktuellen BASF Quartal ist der deutlich stärkere freie Mittelzufluss. Der Free Cashflow stieg auf 1,3 Milliarden Euro, nach 700 Millionen Euro im Vorjahr, und übertraf damit sowohl die eigenen Planungen als auch die Erwartungen der Analysten klar. Gestützt wurde der Barmittelzufluss vor allem durch geringere Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.
Hintergrund ist die von Konzernchef Markus Kamieth bereits im Oktober eingeleitete Drosselung der Investitionen. Besonders sichtbar wird dies am Großprojekt im chinesischen Zhanjiang: Statt ursprünglich geplanter 10,0 Milliarden Euro veranschlagt BASF SE nun 8,7 Milliarden Euro. Analysten wie Geoff Haire von UBS heben den starken Cashflow positiv hervor, da er die Entschuldung unterstützt und Dividenden sowie mögliche Aktienrückkäufe absichert, selbst in einem schwierigen Branchenumfeld.

Wie bewerten Analysten das BASF Quartal?
Das aktuelle BASF Quartal hat eine Welle an Neubewertungen ausgelöst. Die DZ Bank mit Analyst Peter Spengler stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und senkte den fairen Wert von 55 auf 50 Euro. Er spricht von Ernüchterung und erwartet sinkende Konsensschätzungen. JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi belässt BASF bei „Underweight“ mit einem Kursziel von 40 Euro und rechnet nach dem schwachen vierten Quartal mit weiterem Kostendruck und strukturellem Gegenwind.
UBS-Analyst Geoff Haire bleibt bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 48 Euro und verweist ebenfalls auf ein operatives Ergebnis unter der Zielspanne, aber einen deutlich besseren Barmittelzufluss. Warburg Research mit Oliver Schwarz bestätigt seine Kaufempfehlung („Buy“) und ein Kursziel von 53 Euro, erwartet jedoch eine spürbare Verbesserung erst im zweiten Halbjahr 2026, wenn Sparmaßnahmen greifen und die Vergleichsbasis leichter wird. Auch Bernstein Research bleibt mit „Outperform“ und 53 Euro Kursziel konstruktiv und sieht die starke Barmittelgenerierung als Puffer, bis sich die Chemiebranche erholt.
Was bedeutet das Umfeld für das nächste BASF Quartal?
Das Bild rund um das BASF Quartal wird zusätzlich durch die Branche eingetrübt: Der Chemieverband VCI warnt vor „Alarmstufe Rot“ für die deutsche Chemieindustrie. Hohe Energiekosten, regulatorische Belastungen und der laufende Stellenabbau am Standort Ludwigshafen drücken auf die Stimmung. Gleichzeitig laufen am neuen Verbundstandort in China hohe Anlaufkosten in einem Umfeld globaler Überkapazitäten.
Struktureller sowie zyklischer Gegenwind lässt die aktuelle Bewertung der BASF-Aktie anfällig erscheinen.— Chetan Udeshi, JPMorgan
Als Reaktion beschleunigt BASF SE sein Sparprogramm und will die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um 2,1 Milliarden Euro senken. Die endgültigen Zahlen und der Ausblick sollen am 27. Februar folgen und damit auch mehr Klarheit bringen, welche Sparten besonders unter Druck stehen. Für Anleger wird dieses Datum entscheidend sein, um das BASF Quartal einzuordnen und abzuschätzen, ob der jüngste Kursrückgang bei 46,10 Euro bereits eine schwächere Ertragslage ausreichend widerspiegelt oder weitere Abwärtsrisiken bestehen.