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06.02.26 22:00 Uhr
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Meta Platforms
Meta Platforms treibt seine KI-Offensive mit Investitionsplänen von bis zu 135 Milliarden US‑Dollar bis 2026 auf ein historisches Rekordniveau. Während die Meta KI-Investitionen die Infrastruktur für Sprachmodelle, Rechenzentren und neue Werbeprodukte schaffen sollen, fragen sich Anleger, ob sich dieser CapEx-Boom im Aktienkurs und in den freien Cashflows widerspiegelt – oder ob Meta damit ein riskantes Wettrennen mit Microsoft, Alphabet und Amazon eingeht.
Wie außergewöhnlich sind die Meta KI-Investitionen?
Meta Platforms hat für 2026 Investitionsausgaben von 115 bis 135 Milliarden US‑Dollar in Aussicht gestellt – ein Anstieg um rund 87 % gegenüber dem Vorjahr. Ein Großteil dieses Budgets fließt in neue Rechenzentren, KI‑Chips und Netzwerkinfrastruktur. Zusammen mit Microsoft, Amazon und Alphabet summieren sich die geplanten CapEx der vier Hyperscaler laut aktuellen Marktanalysen auf rund 650 Milliarden US‑Dollar in einem Jahr, überwiegend für KI‑Rechenzentren.
Damit spielt Meta im obersten Investitionsliga‑Segment mit: Während Amazon über 200 Milliarden, Alphabet etwa 185 Milliarden und Microsoft ebenfalls zweistellige Milliardenbeträge für 2026 ansetzen, positioniert sich Meta mit bis zu 135 Milliarden US‑Dollar als einer der größten Einzelinvestoren in KI‑Infrastruktur weltweit. Die Meta KI-Investitionen sind damit nicht nur konzernintern, sondern auch im historischen Vergleich – Stichwort Mondprogramm – ein Rekordprojekt.
An der Börse stoßen diese Dimensionen jedoch auf gemischte Reaktionen. Nach einem jüngsten Hoch ist die Aktie seit dem 52‑Wochen‑Top bereits deutlich zurückgekommen, auch im Zuge der allgemeinen Korrektur bei KI‑Titeln, bei der über eine Billion US‑Dollar an Big‑Tech‑Marktkapitalisierung ausgelöscht wurde.
Meta: Zahlt sich der KI-CapEx schon im Kerngeschäft aus?
Operativ zeigt sich, dass die Meta KI-Investitionen erste Früchte tragen. Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz um 24 % auf 59,9 Milliarden US‑Dollar, während der Gewinn je Aktie um 11 % auf 8,88 US‑Dollar zulegte. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch effizientere, KI‑gestützte Werbealgorithmen, die relevantere Anzeigen ausspielen und höhere Preise durchsetzen.
Meta integriert fortschrittliche Sprachmodelle zunehmend in seine bestehenden Empfehlungssysteme. Ziel ist es, Feeds auf Facebook, Instagram und in Reels stärker auf konkrete Nutzerziele auszurichten und gleichzeitig Werbekunden mit automatisierten Kampagnen‑Tools und Generative‑AI‑Werkzeugen zu unterstützen. Zusätzlich testet das Unternehmen Shopping‑Agenten in WhatsApp und Messenger, um Konversationen direkt zu monetarisieren.
Auf der Kostenseite hinterlassen die Meta KI-Investitionen bereits Spuren: Die Abschreibungen sind 2025 um rund 20 % gestiegen, die Forschungs‑ und Entwicklungsausgaben im vierten Quartal um etwa 40 %. Die operative Marge sank von 48 % im Vorjahresquartal auf 41 %. Dennoch erwartet das Management für 2025 ein weiteres Wachstum des operativen Ergebnisses, weil die Erlösdynamik die steigenden Kosten aktuell überkompensiert.

Wie finanziert Meta die KI-Offensive langfristig?
Zur Absicherung der Infrastruktur setzt Meta nicht nur auf Chips und Rechenzentren, sondern auch auf Energieversorgung. Der Konzern hat 20‑jährige Lieferverträge mit den US‑Atomkraftwerksbetreibern Constellation Energy und Vistra abgeschlossen, um den Strombedarf der neuen KI‑Cluster langfristig zu decken. Parallel dazu investiert Meta über seine AI‑Superintelligence‑Einheit in Personal und Beteiligungen, darunter eine milliardenschwere Beteiligung an Scale AI.
Anleger stellen zunehmend die Frage, wann sich die Meta KI-Investitionen in freien Cashflows niederschlagen. Kurzfristig drücken CapEx und steigende Abschreibungen auf Margen und Free Cashflow, mittelfristig sollen jedoch höhere Werbeumsätze, neue Commerce‑Formate und potenziell Hardware wie Smart Glasses für Hebel sorgen. Mehrere Research‑Häuser – darunter Analysten von The Motley Fool und anderen Buy‑Side‑Investoren – sehen Meta trotz des Kursrückgangs als attraktiv bewerteten Wachstumswert.
Einige institutionelle Investoren verweisen darauf, dass Meta aktuell nur eine jährliche Rendite von rund 14 % auf seine Marktkapitalisierung benötigt, um bis 2032 in eine Bewertungsklasse von vier Billionen US‑Dollar vorzustoßen. Angesichts von 3,58 Milliarden täglich aktiven Nutzern und einer zunehmenden Monetarisierung durch KI erscheint dieses Ziel ambitioniert, aber nicht unrealistisch.
Während klassische Wall‑Street‑Häuser wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital Markets in ihren jüngsten Kommentaren vor allem auf das Spannungsfeld zwischen Margendruck und Wachstumspotenzial hinweisen, bleibt der übergeordnete Tenor konstruktiv: Solange Meta seine zweistelligen Wachstumsraten im Anzeigengeschäft hält, gelten die aggressiven Meta KI-Investitionen als vertretbares Risiko.
Meta setzt mit seinem zweistelligen Milliardenbudget auf KI-Infrastruktur alles auf eine Karte – entscheidend wird sein, ob Umsatz- und Gewinnwachstum mit diesem Tempo Schritt halten.
— Redaktion Börsenblog AI
Fazit
Für Anleger bedeutet das: Die Aktie reagiert kurzfristig stark auf Stimmungsumschwünge rund um eine mögliche KI‑Blase, der fundamentale Investment‑Case hängt jedoch daran, ob die jetzige CapEx‑Welle nachhaltig höhere Erträge generiert. Wer an eine Fortsetzung des Werbewachstums und neue KI‑Erlösquellen glaubt, sieht in den aktuellen Kursrücksetzern eher Einstiegschancen als Ausstiegssignale.
Weiterführende Quellen
- Meta Platforms, Inc. (META) bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)
- Big Tech Aims to Spend $650 Billion This Year on AI Capex (Bloomberg Markets and Finance)
- Big Tech’s quarter in four charts: AI splurge and cloud growth (Reuters)
- 3 Things Every Meta Platforms Investor Needs to Know (The Motley Fool)