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Intel: NVIDIA bremst 18A-Plaene aus – Sanofi & Novo

KURZ & KNAPP

Intel geraet unter Druck, weil NVIDIA Tests des neuen 18A-Prozesses stoppt und damit Zweifel am Turnaround in der Chipfertigung schuert. Zugleich bleibt der Wettlauf mit TSMC um High-End-KI-Chips offen. Der zweite Aufreger: Sanofi kauft Dynavax und richtet seine Impfstoffstrategie neu aus. Parallel verpasst ein MS-Mittel die FDA-Zulassung und bringt die Pipeline-Planung durcheinander.

Neben diesen Schwergewichten bewegt die Zulassung der oralen Wegovy-Variante den Kurs von Novo Nordisk, waehrend BP mit dem Milliardendeal um Castrol seine Bilanz und Strategie schaerft. ServiceNow setzt mit der Armis-Uebernahme auf KI-getriebene Cybersicherheit. Kurznews drehen sich um Tesla, Bitcoin, Edelmetalle, Palantir und weitere US-Titel.

Makroseitig stehen starke US-BIP-Daten, Arbeitslosenantraege und Anleiheauktionen im Mittelpunkt, waehrend Strategen ueber eine moegliche Neubewertung des KI-Booms und die weitere Linie der Federal Reserve streiten. In Europa und Asien ruecken vor allem KI-getriebene Produktivitaetseffekte und Lieferkettenanpassungen von Konzernen wie Mattel in den Vordergrund. Die Diskussion um Inflationsziele, Zinsen und Regulierung – etwa im Kryptobereich – duerfte die Bewertungen an den Boersen auch 2026 praegen.

AUSBLICK US-Märkte

  • Wedbush zu NVDA: Dan Ives bleibt für NVIDIA extrem bullish und geht davon aus, dass die aktuellen Konsensschätzungen für 2026 um mindestens 15–20% zu niedrig liegen, mit einem Best-Case-Kursziel von 250 Dollar bis Ende 2026. Er verweist auf die zentrale Rolle von NVIDIA-Chips in der globalen KI-Infrastruktur und die potenzielle Wiederöffnung des chinesischen Marktes als unterschätzten Katalysator.
  • Wedbush zu TSLA: Dan Ives bezeichnet 2026 als Schicksalsjahr für Tesla, in dem der Start von Robotaxis in rund 30 US-Städten den Wert der autonomen und Robotik-Initiativen freilegen soll. Im Basisszenario sieht er eine Marktkapitalisierung von etwa 2 Billionen Dollar, im Bull-Case sogar bis zu 3 Billionen Dollar.
  • Wedbush zu PLTR: Für Palantir erwartet Dan Ives eine Entwicklung in Richtung eines Software-Schwergewichts à la Salesforce oder Oracle und hält eine Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar in den nächsten zwei bis drei Jahren für möglich. Er betont die Disruption durch Palantirs KI-Plattform und das unkonventionelle Vertriebsmodell ohne klassische Sales-Teams als Vorteil gegenüber traditionellen Softwareanbietern.
  • Strategen zum Halbleitersektor: Marianne Bartels sieht Halbleiter seit 2012 in einem strukturellen Wachstumszyklus, der durch KI-getriebene Nachfrage bis Ende des Jahrzehnts anhalten dürfte. Für 2026 warnt sie jedoch vor erhöhter Volatilität und einem möglichen “Reset”, da die Gewinnerwartungen mit etwa 15% Wachstum sehr hoch sind und Enttäuschungen bei inoffiziellen “Whisper Numbers” Korrekturen auslösen könnten.
  • Strategen zu S&P 500 / KI-Blase: Michael O’Rourke von Jones Trading bezeichnet den US-Aktienmarkt angesichts eines KGV von etwa 40 bei den Top-20-Titeln im S&P 500 als Blase und warnt insbesondere vor überzogenen Erwartungen im KI-Segment. Er verweist darauf, dass Wettbewerber wie Google mit Gemini 3 gezeigt haben, dass bessere KI-Ergebnisse mit günstigeren Chips möglich sind, was den aktuellen KI-Trade anfällig für eine Neubewertung macht.
  • Makro-Strategen zur Federal Reserve: Mehrere Marktstrategen sehen das größte unterschätzte Risiko derzeit in der Zinspolitik der Federal Reserve und halten es für möglich, dass es zu keiner weiteren Zinssenkung, sondern eher zu einer erneuten Erhöhung kommt. Begründet wird dies mit robusten BIP-Daten, einer hartnäckigen Kern-PCE-Inflation von im Schnitt 2,8% und einer eher falkenhaften Zusammensetzung des FOMC im kommenden Jahr.
  • Fed-Beobachter zur Inflationsziel-Debatte: Finanzminister Scott Bessent regt an, das starre 2%-Inflationsziel der Fed künftig flexibler zu interpretieren und in eine Zielspanne zu überführen, sobald die Marke nachhaltig erreicht ist. Vor dem Hintergrund solider Wirtschaftsdaten und politischer Forderungen nach niedrigeren Zinsen könnte diese Debatte mittelfristig Einfluss auf die Geldpolitik und damit auf die Bewertung von Aktien und Anleihen gewinnen.
  • KI-Optimisten zu Europa: Führende Marktstrategen bezeichnen KI als die tiefgreifendste Technologie unserer Zeit und schätzen das freisetzbare Produktivitätswachstum allein für Europa auf rund 1,2 Billionen Euro. Sie erwarten, dass trotz möglicher Arbeitsplatzverlagerungen nur etwa 7% der Jobs verdrängt werden, während zwei Drittel der Beschäftigten KI-Tools zur Steigerung ihrer täglichen Effizienz nutzen werden.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Intel (INTC) – Wie gefährlich ist NVIDIAs Ausstieg für den 18A-Traum?

Die Aktien von Intel (INTC, $35,16, -0,05%) geraten unter Druck, nachdem Berichte bekannt wurden, dass NVIDIA die Tests von Intels neuem 18A-Fertigungsprozess für hochmoderne Chips gestoppt hat. Dieser Schritt gilt als herber Rückschlag für die Strategie von Intel, sich als führender Auftragsfertiger für modernste KI-Chips zu etablieren und damit dem dominierenden Wettbewerber TSMC Marktanteile abzunehmen. Die 18A-Technologie wurde von Investoren und der US-Politik als Schlüsselbaustein gesehen, um die heimische Chipproduktion zu stärken und die Abhängigkeit von Taiwan zu verringern. Dass ausgerechnet NVIDIA – das Herzstück des globalen KI-Booms – bei diesem Testprogramm vorerst auf die Bremse tritt, untergräbt kurzfristig die Glaubwürdigkeit von Intels Turnaround-Story. Gleichzeitig bleibt unklar, ob es sich um eine endgültige Absage oder lediglich um eine taktische Pause handelt, was die Unsicherheit für Aktionäre zusätzlich erhöht.

Hintergrund der Entwicklung ist der brutale Wettbewerb um die technologische Spitze in der Halbleiterfertigung, in dem TSMC bislang klar vorne liegt und die meisten High-End-KI-Chips von NVIDIA produziert. Die US-Regierung versucht über den CHIPS Act, Intel als nationalen Champion zu fördern, doch die nun bekannt gewordenen Probleme mit der Akzeptanz des 18A-Prozesses illustrieren die technischen Hürden auf diesem Weg. Neben NVIDIA testet auch Broadcom (AVGO, $350,95, +2,30%) die neue Intel-Technologie, wobei bislang nicht klar ist, ob diese Tests unverändert weiterlaufen. Für den Markt ist entscheidend, ob Intel in der Lage ist, ein verlässliches, kosten- und leistungsseitig konkurrenzfähiges Angebot zu TSMC aufzubauen – gerade in einer Phase, in der der KI-Infrastrukturboom die Nachfrage nach modernsten Chips, Rechenzentren und damit verbundenen Industriemetallen wie Kupfer stark nach oben treibt.

Der Schritt von NVIDIA wird von Marktbeobachtern auch als Signal gewertet, dass Intel die extrem hohen Qualitäts- und Effizienzanforderungen im KI-Segment noch nicht vollständig erfüllt. Zugleich zeigt der Vorgang, wie abhängig die großen US-Tech-Konzerne weiterhin von taiwanesischen Fertigungskapazitäten bleiben, was die strategischen Sorgen in Washington verstärkt. Für Anleger verschärft sich damit die Debatte, ob Intel den Abstand zu TSMC und den führenden KI-Playern tatsächlich schließen kann – oder ob das Unternehmen trotz milliardenschwerer Subventionen in der zweiten Reihe verharrt. Kurzfristig dürften der Abbruch der NVIDIA-Tests und die Diskussion um eine mögliche KI-Blase, die einige Strategen angesichts enormer Bewertungen und spekulativer Übertreibungen anführen, die Volatilität im gesamten Chipsektor hoch halten. Langfristig bleibt der Halbleitermarkt aber strukturell getrieben, sodass jeder glaubwürdige Beweis von Intel für einen technologischen Sprung beim 18A-Prozess wieder erhebliches Aufholpotenzial bei der Aktie freisetzen könnte.

Sanofi (SAN.PA) – Wie passt die Dynavax-Übernahme zur Impfstoffstrategie?

Sanofi (SAN.PA, $81,61, -0,74%) wagt mit der Übernahme von Dynavax Technologies einen Milliarden-Schwenk hin zu einem stärkeren Fokus auf Erwachsenen-Impfstoffe. Der französische Pharmakonzern zahlt rund 2,2 Milliarden Dollar in bar beziehungsweise 15,50 Dollar je Aktie, um sich den US-Impfstoffspezialisten und dessen etablierten Hepatitis-B-Impfstoff einzuverleiben. Die Nachricht ließ die Aktie von Dynavax im vorbörslichen Handel um 37% anspringen und unterstreicht, wie wichtig zusätzliche Umsatzquellen für Sanofi im Vakzinbereich geworden sind. Parallel traf das Unternehmen jedoch ein Rückschlag, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung eines experimentellen Multiple-Sklerose-Medikaments überraschend verweigerte.

Analysten hatten dem MS-Präparat ein mögliches jährliches Spitzenumsatzpotenzial von bis zu 1,7 Milliarden Dollar zugetraut, was die strategische Bedeutung des Projekts für das künftige Wachstum von Sanofi unterstreicht. Die Kombination aus der Dynavax-Transaktion und der MS-Absage zeigt, wie der Konzern versucht, sich gegen absehbare Einnahmeausfälle durch auslaufende Patente – etwa beim Blockbuster Dupixent – zu wappnen und sein Portfolio in weniger regulierungsanfällige, aber stetig wachsende Impfstoffmärkte zu verlagern. Für Investoren stellt sich nun die Frage, ob die Stärkung im Impfstoffsegment die verpassten Chancen im hochlukrativen MS-Markt mittel- bis langfristig kompensieren kann und wie schnell Synergien aus der Integration von Dynavax realisiert werden.

Novo Nordisk (NVO) – Wie viel Schub bringt die Wegovy-Pille im US-Markt?

Novo Nordisk (NVO, $52,64, +7,30%) profitiert kräftig von der US-Zulassung einer oralen Version seines Abnehmmedikaments Wegovy. Der dänische Pharmakonzern erhält damit grünes Licht für die erste hochwirksame Tablettenform eines GLP-1-Gewichtsverlustmittels, die nach Unternehmensangaben im Schnitt einen Gewichtsverlust von rund 17% ermöglicht – vergleichbar mit der injizierbaren Variante. Die Markteinführung in den USA ist bereits Anfang Januar geplant, wobei Novo Nordisk vor allem auf Selbstzahlerkanäle und große Einzelhandelsapotheken wie CVS und Walmart setzt.

Parallel dazu will der Konzern seine Vertriebsstrategie über eigene Plattformen und Partner wie Costco und Weight Watchers ausrollen, um die wachsende Nachfrage nach GLP-1-Präparaten möglichst breit abzuschöpfen. Die neue Darreichungsform verstärkt den Wettbewerb mit Eli Lilly im globalen Abnehm-Markt, der zu den am schnellsten wachsenden Segmenten der Pharmaindustrie gehört. Für Anleger erhöht die Wegovy-Pille die Visibilität weiterer Umsatz- und Margensteigerungen, während gleichzeitig die Frage in den Vordergrund rückt, wie nachhaltig sich der aktuelle Abnehm-Boom und die damit verbundenen Bewertungen der GLP-1-Anbieter entwickeln.

BP (BP) – Was steckt hinter dem Milliardenverkauf von Castrol?

BP (BP, $34,55, +1,29%) treibt seinen strategischen Umbau mit einem Großdeal im Schmierstoffgeschäft voran. Der britische Energiekonzern verkauft eine 65%-Mehrheitsbeteiligung an seiner Traditionsmarke Castrol an die US-Investmentfirma Stonepeak Partners und bewertet die Sparte damit mit einem Unternehmenswert von rund 10 Milliarden Dollar. BP erwartet Nettoerlöse von etwa 6 Milliarden Dollar, die vollständig in den Schuldenabbau fließen sollen. Der Schritt ist Teil eines größeren Veräußerungsprogramms über 20 Milliarden Dollar bis Ende 2027, von dem bereits 11 Milliarden Dollar realisiert wurden.

Strategisch bedeutet der Verkauf eine klare Fokussierung von BP auf das Kerngeschäft mit Öl und Gas, nachdem der Konzern zuletzt seine Übergangsstrategie weg von fossilen Energieträgern neu justiert hat. Stonepeak will Castrol eigenständig weiterentwickeln und insbesondere im Zukunftsfeld der Flüssigkeitskühlung für KI-Rechenzentren wachsen lassen, während BP einen Minderheitsanteil behält. Der Deal fällt zudem in eine Phase des Führungswechsels, da Meg O’Neill im April 2026 den CEO-Posten übernehmen soll – Investoren erhalten damit erste Hinweise, wie die künftige Chefin die Bilanz stärken und die Kapitalallokation zwischen traditionellen und neuen Energiefeldern ausbalancieren will.

ServiceNow (NOW) – Wie groß ist die Wette auf KI-Cybersicherheit mit Armis?

ServiceNow (NOW, $154,30, -1,48%) baut sein Sicherheitsgeschäft mit der größten Übernahme der Firmengeschichte massiv aus. Der Cloud-Software-Spezialist kauft das Cybersicherheitsunternehmen Armis für insgesamt 7,75 Milliarden Dollar in bar, finanziert über vorhandene Mittel und neue Schulden. Armis erzielt derzeit einen Jahresumsatz von rund 340 Millionen Dollar und ist auf den Schutz physischer und digitaler Assets spezialisiert – von vernetzten Geräten über industrielle Anlagen bis hin zu IoT-Infrastruktur. Ziel von ServiceNow ist es, die Armis-Technologien tief in die eigene Plattform zu integrieren und so eine umfassende, KI-gestützte Sicherheitsautomatisierung für Unternehmenskunden anzubieten.

Der COO von ServiceNow betont, dass Kunden damit besser auf aufkommende Risiken durch “Physical AI” und Robotik vorbereitet werden sollen, indem Sicherheitsprozesse stärker automatisiert und übergreifend gesteuert werden. Das Sicherheitssegment von ServiceNow hat bereits die Umsatzschwelle von einer Milliarde Dollar überschritten und gilt als zentraler Wachstumstreiber in den kommenden Jahren. Nach Abschluss der Armis-Transaktion plant das Unternehmen vorerst keine weiteren großen Zukäufe in diesem Bereich, was darauf hindeutet, dass der Fokus nun auf Integration, Cross-Selling und Margenhebel durch Skalierung der kombinierten Plattform liegen wird.

KURZNEWS

  • NVDA – NVIDIA: Analyst Dan Ives sieht NVIDIA als zentralen Treiber der KI-Revolution und rechnet damit, dass die Markterwartungen für 2026 um mindestens 15 bis 20 Prozent zu niedrig sind. Im Best-Case-Szenario verortet er ein Kursziel von 250 Dollar bis Ende 2026 und verweist auf den potenziell wieder öffnenden chinesischen Markt sowie die führende Stellung von NVIDIA-Chips in KI-Rechenzentren.
  • TSLA – Tesla: Dan Ives beschreibt das Jahr 2026 als das wichtigste in der Geschichte von Tesla, da dann das Kapitel vollautonomer Robotaxis in rund 30 US-Städten beginnen soll. Er erwartet, dass innerhalb von drei bis vier Jahren etwa 20% der Fahrzeuge autonom unterwegs sein könnten und bewertet Teslas Robotik-Initiativen konservativ mit rund 1 Billion Dollar, was einen Börsenwert von bis zu 3 Billionen Dollar im Bullenszenario stützen könnte.
  • TSLA – Tesla: In China gewinnt Tesla mit dem familienorientierten Modell YL wieder Marktanteile zurück, steht aber unter starkem Preisdruck durch lokale Anbieter wie BYD und Xiaomi, die E-Autos zu etwa einem Drittel des Tesla-Preises anbieten. Analysten kritisieren zudem die vergleichsweise langsame Einführung neuer Modelle speziell für den chinesischen Markt.
  • 1810.HK – Xiaomi: Xiaomi hat sich in kurzer Zeit zu einer der meistverkauften E-Auto-Marken in China entwickelt, indem der Konzern seine Stärke in Software und Benutzeroberflächen konsequent in den Fahrzeugbereich überträgt. Durch das Smartphone-ähnliche Nutzererlebnis differenziert sich Xiaomi von klassischen Autoherstellern und erzielt damit höhere Margen als viele reine Hardware-Wettbewerber.
  • BTC – Bitcoin: Europäische Banken bauen ihre Krypto-Angebote massiv aus und bieten zunehmend Spot-Handel in Bitcoin, Ethereum und Solana an, um Kundenabwanderungen zu reinen Krypto-Plattformen zu verhindern. Institutionelle Investoren planen derweil Allokationen von 1–5% in Bitcoin als Teil des sogenannten “Debasement Trades”, also der Flucht aus dem US-Dollar in alternative Sachwerte.
  • BRK.A – Berkshire Hathaway: Anfang 2026 übernimmt Greg Abel den CEO-Posten von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway, während Buffett als Chairman an Bord bleibt. Mit einem Bargeldberg von über 380 Milliarden Dollar richten Investoren ihren Blick darauf, ob Abel eher auf große Übernahmen, verstärkte Aktienrückkäufe oder möglicherweise erstmals eine Dividende setzt und wie sich der Wegfall der sogenannten “Buffett-Prämie” auf die Bewertung auswirkt.
  • BRK.A – Berkshire Hathaway: Beobachter verweisen auf die gefestigte Unternehmenskultur bei Berkshire Hathaway, warnen aber zugleich, dass der Kultstatus von Warren Buffett ein eigenes Bewertungsprämium geschaffen hat. Nach dem Tod von Charlie Munger und dem absehbaren Rückzug Buffetts fragen sich viele Kernaktionäre, ob sie eher in die Person Buffett oder in die Fundamentaldaten des Konglomerats investiert sind, zumal die Aktie zuletzt nur rund zwei Drittel der Marktperformance erreichte.
  • GOLD – Goldpreis: Gold hat erstmals die Marke von 4.500 Dollar je Feinunze durchbrochen und verzeichnet im laufenden Jahr ein Plus von mehr als 70%, während Silber über 150% zugelegt hat – die beste jährliche Performance beider Metalle seit 1979. Getrieben wird die Rallye von einem schwächeren US-Dollar, Erwartungen auf weitere Zinssenkungen der Federal Reserve sowie geopolitischen Spannungen, etwa in Venezuela und der Ukraine.
  • GOLD – Gold/Silber: Mehrere Analysten sehen Gold und Silber in einem neuen säkularen Bullenmarkt, der durch anhaltende Zentralbankkäufe und industrielle Nachfrage – insbesondere aus KI-Infrastruktur und grünen Energieprojekten – unterstützt wird. Zugleich warnen sie vor der Gefahr eines Rücksetzers, sollte Gold die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Dollar erreichen und Gewinnmitnahmen einsetzen.
  • COPPER – Kupfer: Die Preise für Kupfer sind auf über 12.000 Dollar je Tonne gestiegen, angetrieben durch den weltweit boomenden Ausbau von KI-Rechenzentren und die Energiewende außerhalb der USA. Zusätzlich verschärfen Minenausfälle in Chile und Indonesien sowie Spekulationen über mögliche US-Zölle die Angebotsknappheit und führen zu Lageraufbauten entlang der Lieferkette.
  • META – Meta Platforms (indirekt): Große Tech-Unternehmen wie Meta, XAI und CoreWeave haben rund 120 Milliarden Dollar an Schulden für KI-Rechenzentren in spezielle Zweckgesellschaften (SPVs) ausgelagert, um ihre Bilanzen zu entlasten. Experten warnen jedoch, dass diese Strukturen die tatsächlichen Risiken verschleiern könnten, falls das Wachstum der KI-Nachfrage hinter den extrem hohen Erwartungen zurückbleibt.
  • ASTS – AST SpaceMobile: AST SpaceMobile hat seinen bisher größten Satelliten erfolgreich von Indien aus gestartet und geht damit in direkte Konkurrenz zu Starlink von SpaceX. Das Unternehmen will weltraumgestützte Mobilfunkverbindungen direkt für Standard-Smartphones anbieten und plant, 2026 weitere 60 Satelliten der nächsten Generation zu starten, um eine nahezu globale Abdeckung zu erreichen.
  • BAC – Bank of America: Brian Moynihan, CEO der Bank of America, zeigt sich für 2026 optimistisch und erwartet ein US-BIP-Wachstum von rund 2,4%, getrieben insbesondere durch KI-Investitionen und positive Effekte der Steuergesetzgebung. Die Kartendaten der Bank zeigen, dass die Konsumausgaben der 70 Millionen Kunden im laufenden Quartal um 4–4,5% steigen, während die Kreditqualität trotz leicht nachlassenden Lohnwachstums solide bleibt.
  • PLTR – Palantir: Dan Ives sieht Palantir als extrem disruptiven Player im Unternehmenssoftwaremarkt und traut der Firma zu, in zwei bis drei Jahren in Richtung einer Billion Dollar Bewertung vorzustoßen. Er vergleicht Palantirs Rolle im KI-Zeitalter mit der von Salesforce oder Oracle in früheren Softwarezyklen und betont, dass das unkonventionelle Vertriebsmodell ohne klassische Sales-Teams traditionelle Anbieter wie Salesforce oder ServiceNow unter Druck setzen könnte.
  • CRYPTO – Digital Assets: Für 2026 richtet sich der Blick im Kryptobereich auf den geplanten US-“Market Structure Bill“, der die Regulierung digitaler Vermögenswerte neu ordnen soll. Experten erwarten, dass ein klarer regulatorischer Rahmen den Ton für die Weiterentwicklung des Kryptomarktes vorgibt und die Grundlage für breitere institutionelle Adoption schaffen könnte, auch wenn viele Blockchain-Initiativen bisher langsamer vorankommen als erhofft.
  • AAL – American Airlines: Robert Isom, CEO von American Airlines, zeigt sich optimistisch für das Weihnachtsgeschäft und das erste Quartal 2026 und verteidigt die Premium-Strategie der Airline gegenüber Kritik von Wettbewerbern wie United und Delta. Zugleich kritisiert er die Nutzung der Luftverkehrskontrolle als politisches Druckmittel in Haushaltsverhandlungen und fordert eine verlässliche Finanzierung der Flugsicherung.
  • MAT – Mattel: Mattel-CEO Ynon Kreiz treibt eine breite Diversifizierung der Lieferketten voran und will bis Ende 2027 sicherstellen, dass kein einzelnes Land mehr als 25% der weltweiten Produktion stellt, während China derzeit noch bei etwa 35% liegt. Damit reagiert das Unternehmen auf drohende Zölle und geopolitische Risiken und erwartet trotz dieser Umstellungen eine starke Weihnachtssaison.
  • H1B – US-Tech-Sektor (Meta, Microsoft, Amazon, Tesla): Ein US-Bundesrichter hat die von der Trump-Administration eingeführte Gebühr von 100.000 Dollar pro Antrag für neue H-1B-Visa bestätigt, was als schwerer Schlag für Tech-Giganten wie Meta, Microsoft, Amazon und Tesla gilt. Die US-Handelskammer warnt, dass die drastisch erhöhten Kosten das Programm faktisch zum Erliegen bringen könnten, während die Regierung dies als Erfolg im Bemühen sieht, Zuwanderung zu begrenzen und mehr Jobs für US-Arbeitskräfte zu sichern.
  • SPACE – Sammler/Alternatives: Alternative Anlagen wie seltene Pokémon-Karten und Sport-Memorabilia gewinnen an Bedeutung, da erste spezialisierte Fonds diese illiquiden, aber renditestarken Sachwerte bündeln. Langfristige Analysen zeigen, dass bestimmte Pokémon-Serien in den vergangenen 20 Jahren Renditen erzielt haben, die den Aktienmarkt um ein Vielfaches übertreffen, was das Segment als Diversifikationsbaustein für wohlhabende Investoren attraktiv macht.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

    • USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe: Wöchentliche Jobless Claims wurden mit 214.000 gemeldet, nach 224.000 in der Vorwoche und unter der Konsensschätzung von 225.000.
    • USA – 7-jährige US-Staatsanleihe: Auktion einer neuen Tranche 7-jähriger Treasuries um 11:30 Uhr ET.
    • USA – Baker Hughes Rig Count: Wöchentliche Daten zur Zahl der aktiven Bohrplattformen in Nordamerika und den USA um 13:00 Uhr ET, nach zuletzt 727 Rigs in Nordamerika und 542 in den USA.
    • USA – BIP Q3 2025: Das US-Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal 2025 um 4,3% und damit so schnell wie seit zwei Jahren nicht mehr, getragen von starkem privaten Konsum und Exporten.

    IM BLICKPUNKT

    • Wedbush zu NVDA: Dan Ives bleibt für NVIDIA extrem bullish und geht davon aus, dass die aktuellen Konsensschätzungen für 2026 um mindestens 15–20% zu niedrig liegen, mit einem Best-Case-Kursziel von 250 Dollar bis Ende 2026. Er verweist auf die zentrale Rolle von NVIDIA-Chips in der globalen KI-Infrastruktur und die potenzielle Wiederöffnung des chinesischen Marktes als unterschätzten Katalysator.
    • Wedbush zu TSLA: Dan Ives bezeichnet 2026 als Schicksalsjahr für Tesla, in dem der Start von Robotaxis in rund 30 US-Städten den Wert der autonomen und Robotik-Initiativen freilegen soll. Im Basisszenario sieht er eine Marktkapitalisierung von etwa 2 Billionen Dollar, im Bull-Case sogar bis zu 3 Billionen Dollar.
    • Wedbush zu PLTR: Für Palantir erwartet Dan Ives eine Entwicklung in Richtung eines Software-Schwergewichts à la Salesforce oder Oracle und hält eine Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar in den nächsten zwei bis drei Jahren für möglich. Er betont die Disruption durch Palantirs KI-Plattform und das unkonventionelle Vertriebsmodell ohne klassische Sales-Teams als Vorteil gegenüber traditionellen Softwareanbietern.
    • Strategen zum Halbleitersektor: Marianne Bartels sieht Halbleiter seit 2012 in einem strukturellen Wachstumszyklus, der durch KI-getriebene Nachfrage bis Ende des Jahrzehnts anhalten dürfte. Für 2026 warnt sie jedoch vor erhöhter Volatilität und einem möglichen “Reset”, da die Gewinnerwartungen mit etwa 15% Wachstum sehr hoch sind und Enttäuschungen bei inoffiziellen “Whisper Numbers” Korrekturen auslösen könnten.
    • Strategen zu S&P 500 / KI-Blase: Michael O’Rourke von Jones Trading bezeichnet den US-Aktienmarkt angesichts eines KGV von etwa 40 bei den Top-20-Titeln im S&P 500 als Blase und warnt insbesondere vor überzogenen Erwartungen im KI-Segment. Er verweist darauf, dass Wettbewerber wie Google mit Gemini 3 gezeigt haben, dass bessere KI-Ergebnisse mit günstigeren Chips möglich sind, was den aktuellen KI-Trade anfällig für eine Neubewertung macht.
    • Makro-Strategen zur Federal Reserve: Mehrere Marktstrategen sehen das größte unterschätzte Risiko derzeit in der Zinspolitik der Federal Reserve und halten es für möglich, dass es zu keiner weiteren Zinssenkung, sondern eher zu einer erneuten Erhöhung kommt. Begründet wird dies mit robusten BIP-Daten, einer hartnäckigen Kern-PCE-Inflation von im Schnitt 2,8% und einer eher falkenhaften Zusammensetzung des FOMC im kommenden Jahr.
    • Fed-Beobachter zur Inflationsziel-Debatte: Finanzminister Scott Bessent regt an, das starre 2%-Inflationsziel der Fed künftig flexibler zu interpretieren und in eine Zielspanne zu überführen, sobald die Marke nachhaltig erreicht ist. Vor dem Hintergrund solider Wirtschaftsdaten und politischer Forderungen nach niedrigeren Zinsen könnte diese Debatte mittelfristig Einfluss auf die Geldpolitik und damit auf die Bewertung von Aktien und Anleihen gewinnen.
    • KI-Optimisten zu Europa: Führende Marktstrategen bezeichnen KI als die tiefgreifendste Technologie unserer Zeit und schätzen das freisetzbare Produktivitätswachstum allein für Europa auf rund 1,2 Billionen Euro. Sie erwarten, dass trotz möglicher Arbeitsplatzverlagerungen nur etwa 7% der Jobs verdrängt werden, während zwei Drittel der Beschäftigten KI-Tools zur Steigerung ihrer täglichen Effizienz nutzen werden.

    Trump Media entfacht Kursfeuerwerk! – BP und Lululemon bewegen

    KURZ & KNAPP

    Trump Media sorgt mit der geplanten Fusion mit TAE Technologies und dem Einstieg in die Fusionsenergie für Schlagzeilen. Die Bewertung von über 6 Milliarden Dollar befeuert Spekulationen rund um den Energiehunger von KI-Rechenzentren. Gleichzeitig stellt BP mit der Berufung von Meg O’Neill die Weichen zurück in Richtung Öl und Gas. Der Modetitel Lululemon gerät durch den aktivistischen Investor Elliott Management und CEO-Wechsel in die Schlagzeilen.

    Die US-Indizes wie S&P 500 und Nasdaq 100 setzten ihre Jahresendrally fort, während Bitcoin und Ethereum leicht nachgaben. Der Boom rund um KI-Rechenzentren treibt Deals von Blackstone, Hut 8 und anderen Infrastruktur-Akteuren. Zugleich sorgt der jüngste US-CPI-Bericht für Diskussionen über Datenqualität und die künftige Zinspolitik der Federal Reserve.

    In Europa legte der DAX kräftig zu, während Airbus mit neuen Helikopter- und Flugzeugaufträgen aus Spanien und China punktet. Asiatische Börsen wie der japanische Nikkei 225 und der Hang Seng profitieren von KI- und Exportfantasie. Makroseitig bleiben Inflationsdaten und mögliche fiskalische Impulse ab 2026 wichtige Faktoren für die mittelfristige Marktstimmung.

    RÜCKBLICK Handelstag

    Die US-Börsen setzten ihre Jahresendrally fort: Der S&P 500 legte um +0,55% auf 6.779 Punkte zu, der technologielastige Nasdaq 100 stieg um +1,00% auf 25.018 Punkte. Wachstums- und KI-Werte lagen vorne, während einzelne Konsumtitel im Vorfeld von Quartalszahlen nur moderat zulegten. Im Kryptobereich korrigierten große Coins leicht, was die Stimmung an den Aktienmärkten jedoch kaum belastete.

    In Europa schloss der DAX 40 mit einem Plus von +1,09% bei 24.171 Punkten und folgte damit der positiven Wall-Street-Vorgabe. Zyklische Werte und Industriewerte profitierten vom anhaltenden Optimismus rund um Infrastruktur- und KI-Investitionen. Der chinesische Hang Seng kletterte um +1,52% auf 25.642 Punkte, der China A50 gewann +0,35% auf 15.209 Punkte, was auf eine leichte Entspannungssignale aus der zweitgrößten Volkswirtschaft hindeutet.

    In Asien zog der japanische Nikkei 225 um +0,61% auf 49.347 Punkte an und profitierte weiter vom globalen KI- und Exportboom. Am Kryptomarkt gaben Bitcoin (85.084,85, -1,04%) und Ethereum (2.805,37, -0,47%) moderat nach, bleiben aber nahe ihren jüngsten Hochs, was weiterhin reichlich Kapital für risikoreiche Anlagen signalisiert.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    Trump Media (DJT) – Wie real ist die KI-Fusionsfantasie?

    Die Aktie von Trump Media and Technology Group (DJT, $14,71, +41,93%) ist nachbörslich regelrecht explodiert, nachdem das Unternehmen eine Fusion mit dem Fusionsenergie-Spezialisten TAE Technologies angekündigt hat. Der Deal bewertet die kombinierte Gesellschaft mit über 6 Milliarden Dollar und sieht vor, dass die bisherigen Anteilseigner beider Firmen jeweils 50% am neuen Unternehmen halten. TAE Technologies, das seit 1998 an Kernfusionslösungen arbeitet und unter anderem von Google und Goldman Sachs unterstützt wird, will über den Börsenmantel von Trump Media Zugang zu frischem Kapital erhalten. An der Börse wird die Story als High-Beta-Wette auf die künftige Stromversorgung der KI-Infrastruktur gespielt, was die hohen prozentualen Kursausschläge erklärt.

    Strategisch positioniert sich das fusionierte Unternehmen mit einem klaren Narrativ: Es will den massiven Energiehunger von KI-Rechenzentren mit langfristig günstiger und sauberer Fusionsenergie stillen. Laut den Plänen soll bereits 2026 mit dem Bau eines ersten Fusionskraftwerks mit 50 Megawatt Leistung begonnen werden, der erste Strom wird für 2031 in Aussicht gestellt. Experten betonen den Vorteil der Fusion gegenüber klassischer Spaltung: Es entstehen keine langlebigen hochradioaktiven Abfälle, und die Technologie könnte regulatorisch weniger Hürden haben. Gleichzeitig warnen Fachleute, dass die tatsächliche Kommerzialisierung von Kernfusion nach wie vor als extrem herausfordernd gilt und Zeiträume von Jahren bis Jahrzehnten realistisch sind.

    Für Anleger bedeutet der Einstieg von DJT in die Fusionsenergie zweierlei: Kurzfristig treibt die spektakuläre Zukunftsvision die Spekulation auf eine neue Bewertungsstory, die den Social-Media-Fokus von Trump Media ergänzt oder sogar ersetzt. Langfristig hängt der reale Wert dieser Fantasie aber daran, ob TAE Technologies technische Meilensteine erreicht und die immensen Investitionskosten für den Bau kommerzieller Fusionsreaktoren über den Kapitalmarkt tatsächlich finanzieren kann. Analysten sehen in dem Schritt einen möglichen Beitrag zur Energieunabhängigkeit der USA und zur Deckung des Strombedarfs von KI-Anwendungen, weisen aber zugleich auf das erheblich erhöhte technologisches Risiko hin. Anleger sollten sich daher bewusst sein, dass die jüngste Kursrally weniger auf aktuellen Cashflows als auf sehr weit in der Zukunft liegenden Ertragshoffnungen basiert.

    BP (BP) – Was bedeutet der harte Kurs zurück zu Öl und Gas?

    BP (BP, $33,31, -3,39%) rutschte heute deutlich ins Minus, nachdem der Ölkonzern mit Meg O’Neill eine neue Vorstandschefin präsentierte und damit eine strategische Neuausrichtung untermauerte. O’Neill, bislang CEO von Woodside Energy, wird im April nächsten Jahres als erste externe CEO in der Geschichte von BP und zugleich als erste Frau an der Spitze eines großen Ölmultis antreten. Die Ernennung erfolgt unter dem Druck des aktivistischen Investors Elliott Management, der einen stärkeren Fokus auf Rendite und traditionelle Energiequellen einfordert. Marktbeobachter werten den Schritt als klare Abkehr vom zuvor ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren, der als schlecht getimt und wenig wertschaffend kritisiert wurde.

    Branchenexperten wie Tyler Rosenlicht von Cohen & Steers verweisen darauf, dass BP in den vergangenen Jahren mehrere strategische Fehltritte gemacht habe und es nun darum gehe, mit dem neuen Management das „Schiff wieder auf Kurs zu bringen“. O’Neill hat bei Woodside Erfahrung darin gesammelt, Öl- und Gasproduktion auszuweiten und das Portfolio stärker auf Flüssigerdgas zu fokussieren – genau in diese Richtung drängen nun auch aktivistische Aktionäre. Für Investoren bedeutet der Kurswechsel potenziell höhere Cashflows und Ausschüttungen, aber auch ein langsameres Tempo beim Umbau hin zu erneuerbaren Energien. Die heutige Kursschwäche spiegelt die Skepsis wider, ob der schnelle Strategiewechsel glaubwürdig umgesetzt werden kann, könnte langfristig aber Einstiegschancen für Anleger bieten, die an ein Comeback klassischer Energietitel glauben.

    US-Inflation – Wie belastbar ist der kühle CPI-Rückgang wirklich?

    Die US-Inflationsdaten für November sorgten zunächst für Erleichterung: Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Jahresvergleich nur um 2,7% und lag damit klar unter den Schätzungen von 3,1%. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel fiel auf 2,6% und blieb damit ebenfalls deutlich unter den erwarteten 3,0%, was an den Märkten Hoffnungen auf schnellere Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve nährte. Regierungsberater Kevin Hassett sprach von einem „erstaunlich guten“ Bericht und betonte, dass die Löhne mittlerweile schneller wachsen als die Preise, während die Regierung Maßnahmen zur Senkung der Wohnkosten in Aussicht stellte. Vor allem stark beobachtete Kategorien wie Nahrungsmittel (+2,6%), Lebensmittel im Haushalt (+1,9%) sowie moderat steigende Neuwagen- und Gebrauchtwagenpreise trugen zum freundlichen Gesamtbild bei.

    Doch hinter den Zahlen mehren sich die Zweifel an der Datenqualität, die durch den 43-tägigen Government Shutdown im Herbst erheblich beeinträchtigt wurde. Laut Experten konnten von 18 CPI-Kategorien nur drei (Benzin, Neuwagen, Gebrauchtwagen/Trucks) tatsächlich erhoben werden, viele Metropolen wie Atlanta, Houston oder San Francisco wurden gar nicht berücksichtigt. Besonders kritisch: Die für rund 35% des Index verantwortliche Mietkomponente („Housing“) wurde mangels Daten faktisch auf Null gesetzt, was die gemeldete Kerninflation künstlich drückt. Ökonomen der UBS schätzen, dass die „wahre“ Kernrate unter Einbezug realistischer Mietpreisdaten eher bei rund 3,0% liegen dürfte.

    Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Formal liefert der jüngste CPI-Bericht der Federal Reserve Argumente für eine weniger straffe Geldpolitik und stützt die aktuelle Aktienrally. Gleichzeitig warnen Strategen davor, die unvollständig erhobenen Daten als endgültigen Beleg für eine nachhaltig besiegte Inflation zu interpretieren. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass die Teuerung unterschätzt wurde, könnte das Vertrauen in die Statistik leiden und die Fed zu einem vorsichtigeren Kurs zwingen. Bis dahin bleiben die Zahlen vor allem ein Katalysator für Risikoassets – mit dem Risiko, dass ein späterer Datenrevisionsschock die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt.

    Lululemon (LULU) – Zündet Elliott die nächste Turnaround-Story im Retail?

    Die Aktie von Lululemon (LULU, $215,01, +3,48%) legte deutlich zu, nachdem bekannt wurde, dass der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von rund 1 Milliarde Dollar aufgebaut hat. Elliott arbeitet bereits seit Monaten mit dem Sport- und Yoga-Bekleider zusammen und drängt auf einen Führungswechsel an der Spitze. Konkret soll Jane Nielsen, ehemalige CFO und COO von Ralph Lauren, als neue CEO installiert werden, nachdem der bisherige Chef Calvin McDonald seinen Rücktritt zum 31. Januar angekündigt hat. Unter Nielsens Ägide hatte sich der Aktienkurs von Ralph Lauren in der Vergangenheit verdoppelt, was ihre Erfolgsbilanz im Mode- und Lifestyle-Segment unterstreicht.

    Elliott kritisiert, dass sich der Unternehmenswert von Lululemon in den vergangenen Jahren halbiert hat und sieht dringenden Handlungsbedarf bei Produktqualität, Passform und Markenpositionierung gegenüber neuen Rivalen wie Alo und Vuori. Laut Berichten will der Investor eine umfassende Transformation anstoßen, um Wachstum und Margen wiederzubeleben. Prominente Börsianer wie Michael Burry bezeichnen Lululemon bereits als „High-Conviction Contrarian Pick“ mit Potenzial für deutliche Kursgewinne in den kommenden Jahren. Charttechnisch nähert sich die Aktie wieder der viel beachteten 200-Tage-Linie, was die Spekulation befeuert, dass ein erfolgreicher Aktivistenplan einen nachhaltigen Trendwechsel einleiten könnte.

    Rechenzentren-Boom – Wer finanziert den KI-Hunger nach Strom und Kapazität?

    Der globale KI-Boom sorgt für eine Welle milliardenschwerer Deals im Bereich Rechenzentren und Infrastruktur – mit sehr unterschiedlichen Strategien der Finanzinvestoren. Blackstone hat sich mit dem Kauf von QTS für 10 Milliarden Dollar im Jahr 2021 zum weltweit größten Eigentümer von Rechenzentren entwickelt, wobei sich die Größe von QTS seither vervierfacht hat. CEO Steve Schwarzman beschreibt das Geschäft als konservatives „Picks and Shovels“-Modell mit 15–20-jährigen Mietverträgen mit erstklassigen Tech-Giganten („AAA Credits“), das stabile Cashflows in einem von KI getriebenen Wachstumsmarkt generieren soll. Parallel hat das Bitcoin-Mining-Unternehmen Hut 8 (HUT) einen 15-jährigen Leasingvertrag im Volumen von 7 Milliarden Dollar für ein 330-Megawatt-Rechenzentrum in Louisiana unterschrieben, das künftig stark auf KI-Workloads setzen soll.

    Abgesichert wird das Projekt von Hut 8 durch eine finanzielle Rückendeckung von Google, was entscheidend für die Bereitstellung von Finanzierung durch J.P. Morgan und Goldman Sachs war. Als Projektpartner fungieren Jacobs Engineering für den Bau und Vertiv (VRT) für die Infrastrukturkomponenten, während Anthropic als KI-Partner an Bord ist – ein Beispiel dafür, wie sich Bitcoin-Miner in Richtung breiterer KI-Infrastruktur-Betreiber transformieren. Gleichzeitig zeigt die Absage von Blue Owl Capital (OWL), einen geplanten 10-Milliarden-Dollar-Deal für ein neues Rechenzentrum von Oracle (ORCL) zu finanzieren, dass nicht alle Geldgeber bereit sind, immer größere Hebel in einem extrem kapitalintensiven Segment einzugehen. Insgesamt zeichnet sich ab, dass der Ausbau globaler KI-Rechenkapazitäten zwar enorme Chancen bietet, Investoren aber zunehmend genau abwägen, welche Projekte tragfähige Cashflows versprechen und wo das Verschuldungsrisiko überwiegt.

    KURZNEWS

    • GT – Goodyear: Trotz globaler Sorgen um eine mögliche Kautschuk-Knappheit meldet Goodyear, dass es aktuell keine Lieferengpässe gibt. Das Unternehmen betont zwar, dass Risiken wie Krankheiten bei Kautschukbäumen nie ganz auszuschließen sind, sieht die eigene Versorgungskette aber derzeit als stabil.
    • KEIN TICKER – Naturkautschuk: Eine drohende „Gummi-Apokalypse“ sorgt für Unruhe in globalen Lieferketten, da Naturkautschuk für Reifen, Handschuhe und Dichtungen knapp wird. Ursachen sind Krankheiten, die rund 10% des globalen Angebots vernichtet haben, der Klimawandel und logistische Probleme, während Alternativen wie Löwenzahn-Kautschuk noch Jahre von der Marktreife entfernt sind.
    • GE – GE Aerospace: GE Aerospace verfügt über einen massiven Auftragsbestand für Flugzeugtriebwerke, der teils bis zu 10 Jahre in die Zukunft reicht. Dank seiner dominanten Position bei Triebwerken für Modelle wie die Boeing 737 und den Airbus A320neo gelten die planbaren Service- und Wartungserlöse als starkes Argument für langfristig orientierte Investoren.
    • URI – United Rentals: United Rentals profitiert als Marktführer im Baumaschinenverleih mit rund 17% Marktanteil direkt vom gewaltigen Infrastrukturausbau in den USA. Angesichts eines Investitionsbedarfs von geschätzt 1,2 Billionen Dollar und des Trends, Maschinen eher zu mieten als zu kaufen, sieht Analyst Dryden Pence das Unternehmen gut für den nächsten Industriezyklus positioniert.
    • DRI – Darden Restaurants: Darden Restaurants, Mutter von Olive Garden, konnte seine Umsatzprognose anheben, gestützt von einer robusten Nachfrage höherer Einkommensschichten und attraktiven Menüoptionen. Das Management rechnet mit Rückenwind durch mögliche fiskalische Stimuli Anfang 2026 sowie sinkenden Rindfleischpreisen, was die Margen entlasten dürfte.
    • NKE – Nike: Nike steht unmittelbar vor der Vorlage seiner Quartalszahlen nachbörslich, wobei der Bericht als Bewährungsprobe für den neuen CEO Elliott Hill gilt. Anleger achten besonders auf Produktinnovationen und den Ausblick auf das kommende Quartal, da die Erwartungen im Vorfeld eher gedämpft sind.
    • FDX – FedEx: FedEx wird nach Börsenschluss Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal vorlegen, wobei der Markt einen Gewinn je Aktie von rund 4,10–4,12 Dollar und einen Umsatz von knapp 22,8 Milliarden Dollar erwartet. Charttechnisch zeigt sich die Aktie stabil und könnte bei überzeugenden Margenfortschritten mittelfristig wieder in Richtung ihres Rekordhochs um 320 Dollar laufen.
    • LULU – Lululemon: Aktivist Paul Singer ist mit rund 1 Milliarde Dollar bei Lululemon engagiert und kritisiert das Management für die Halbierung des Unternehmenswertes. Die Aktie reagiert positiv und nähert sich der 200-Tage-Linie, da der Markt nun mit deutlichen Veränderungen und einem aggressiven Vorgehen zur Freisetzung von Aktionärswerten rechnet.
    • HOOD – Robinhood: Robinhood profitiert von einem starken Wachstum im Kryptogeschäft, seiner führenden Stellung unter Neobrokern und der geplanten Ausweitung der Nasdaq-Handelszeiten auf 23 Stunden. Zusätzliche Fantasie bringen neue „Prediction Markets“, auf denen Nutzer auf vielfältige zukünftige Ereignisse wetten können.
    • AIR – Airbus: Airbus meldet neue Aufträge, darunter eine Bestellung über 100 Helikopter aus Spanien sowie zusätzliche Passagiermaschinen aus China zur Flottenaufstockung einer taiwanesischen Airline. Die Bestellungen unterstreichen die anhaltend starke Nachfrage nach zivilen Luftfahrtprodukten trotz globaler Unsicherheiten.
    • BIRK – Birkenstock: Birkenstock geriet nach enttäuschenden Zahlen unter Druck und lag vorbörslich rund 10% im Minus. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die hohen Erwartungen nach dem Börsengang vorerst nicht erfüllt werden konnten.
    • TLRY – Tilray: Tilray und andere Cannabiswerte zogen nach einer kurzen Konsolidierungsphase wieder an. Treiber sind Ankündigungen zu einer möglichen Neueinstufung und Reklassifizierung von Cannabis in den USA, was steuerliche Vorteile und erleichterten Kapitalzugang bringen könnte.
    • GM – General Motors: Die Aktien von General Motors stiegen um +0,8%, nachdem Berichte aufkamen, dass Sterling Anderson, seit Juni Chief Product Officer, als Favorit für die Nachfolge von CEO Mary Barra gehandelt wird. Ein solcher Führungswechsel könnte die technologische Neuausrichtung des Autokonzerns weiter beschleunigen.
    • CRM – Salesforce: Salesforce gehört in diesem Jahr zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Rückgang von über 22%, da Investoren an der Fähigkeit zweifeln, KI-Funktionen profitabel zu monetarisieren. Analyst John DeFucci von Guggenheim Securities warnt, dass KI-Features zunehmend Standard werden und Produkte wie „Agentforce“ hinter den Marketingversprechen zurückbleiben könnten.
    • KEIN TICKER – Baukosten/Immobilien: Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, vor allem durch gestörte Lieferketten und den zwischenzeitlichen Anstieg des Holzpreises um über 300% bis Mai 2021. Allein diese Entwicklung verteuerte den Bau eines neuen Einfamilienhauses um fast 36.000 Dollar, zusätzlich zu steigenden Land- und Lohnkosten.
    • BX – Blackstone: Blackstone feiert sein 40-jähriges Bestehen und verwaltet inzwischen fast 1,3 Billionen Dollar an Vermögen bei rund 85 Anlagestrategien. CEO Steve Schwarzman betont insbesondere das Wachstum im Bereich Rechenzentren sowie die Stabilität des Private-Credit-Geschäfts, das dank geringerer Hebelung und langfristig gebundenem Kapital weniger anfällig für abrupte Mittelabflüsse sein soll.
    • GOOGL – Alphabet (Google): Google arbeitet an einem neuen Software-Ansatz, um einen der größten Vorteile von Nvidia (NVDA, $173,91, +1,87%) im KI-Bereich – die CUDA-Plattform – anzugreifen. Ziel ist es, die hauseigenen TPUs flexibler und für externe Kunden leichter integrierbar zu machen, was langfristig zu einer „Chip-Neutralität“ und damit zu mehr Wettbewerb im KI-Hardwaremarkt führen könnte.
    • OWL – Blue Owl Capital: Blue Owl Capital zieht sich aus einem geplanten 10-Milliarden-Dollar-Finanzierungsdeal für ein neues Rechenzentrum von Oracle zurück. Die Entscheidung spiegelt eine zunehmende Vorsicht einiger Kreditgeber gegenüber extrem kapitalintensiven KI-Infrastrukturprojekten wider, trotz des anhaltenden Hypes um künstliche Intelligenz.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • INHALT:
      • Nike (NKE) – Quartalszahlen, nach US-Börsenschluss. Erwartet wird ein Gewinn von 0,38 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 12,22 Milliarden Dollar, wobei Investoren besonders auf Produktinnovationen und den Umsatzausblick unter dem neuen CEO Elliott Hill achten.
      • FedEx (FDX) – Quartalszahlen, nach US-Börsenschluss. Der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von etwa 4,10–4,12 Dollar und einem Umsatz von rund 22,79 Milliarden Dollar, während der Fokus auf Margenentwicklung und der mittelfristigen Kurschance in Richtung 320 Dollar liegt.

    MAKRO

    • INHALT:
      • Keine zusätzlichen Makrodaten über die bereits diskutierten US-CPI-Zahlen hinaus im Fokus des heutigen Nachbörsen-Briefings.

    IM BLICKPUNKT

    • Jefferies zu KLA: Die Analysten stufen KLA von „Neutral“ auf „Kaufen“ hoch und heben das Kursziel von $1.100 auf $1.500 an. Begründet wird dies mit der starken Marktposition bei Ausrüstung für die Chipproduktion und den massiven, mehrjährigen Investitionen der Hyperscaler in KI-Infrastruktur.
    • Kein Haus explizit genannt zu Albemarle: Ein Investor sieht im Lithiumsektor einen Boden und favorisiert als Play die Albemarle Corp., die an der ASX gehandelt wird und in diesem Jahr stark zugelegt hat. Rückenwind kommt von den Zoll-Diskussionen mit China, von denen der Lithiumpreis profitiert hat; die Aktie markierte zuletzt ein Jahreshoch von über 137 Austral-Dollar.
    • Kein Haus explizit genannt zu Amazon: Ein Marktkommentator hält Amazon (AMZN) aktuell für unterbewertet und rechnet mittelfristig mit Kurszielen im Bereich von $240–$250. Die geplanten zusätzlichen 10 Milliarden Dollar KI-Investitionen – unter anderem im Umfeld von OpenAI und eigenen Chips – seien im Kurs noch nicht eingepreist und könnten ab 2026 zusammen mit dem Satellitengeschäft erheblichen Mehrwert schaffen.
    • Kein Haus explizit genannt zum S&P 500-Ausblick: Auf Basis der Konsensschätzungen erwarten Analysten für 2026 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 6,9% und ein Gewinnwachstum von 12,1% für die S&P-500-Unternehmen. Die aggregierten Kursziele deuten auf einen Indexstand von knapp 8.000 Punkten hin (bzw. 7.500 Punkte ohne Übergewichtung), wobei Technologie, Kommunikation, Finanzen und Gesundheit als stärkste Sektoren gesehen werden und Titel wie Nvidia, Alphabet und Amazon die größten Ergebnisbeiträge liefern.
    • Kein Haus explizit genannt zum Marktrisiko/AI-Bubble: Marktkommentatoren verweisen auf einen historisch niedrigen Cash-Bestand von nur 3,3% und warnen zugleich vor einer möglichen AI-Blase. Während Unternehmen wie Amazon ihre eigenen Chips und KI-Investitionen ausweiten und damit die Dominanz von Nvidia herausfordern, bleiben Rücksetzer im S&P 500 aus Sicht vieler Strategen vorerst Kaufgelegenheiten, mit Kurszielen zwischen 7.000 und 7.200 Punkten auf der Oberseite.
    • Paul Meeks zu Broadcom und Oracle: Analyst Paul Meeks bevorzugt im aktuellen KI-Infrastruktur-Boom Halbleiterhersteller wie Broadcom gegenüber Software-as-a-Service-Anbietern. Oracle (ORCL) bewertet er dagegen kritisch, da der Konzern hohe Summen in Infrastruktur investieren müsse und im Vergleich zu anderen Tech-Giganten aus seiner Sicht ein ungünstigeres Chancen-Risiko-Profil aufweise.